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3 Min Lesezeit 48 Kommentare

"Don't be evil" - Facebook gibt (offenbar) zu, Google mit einer PR Kampagne schlecht machen zu wollen

 

(Bild: engadget.com)

Es gibt Dinge, die möchte man am Liebsten in der Kategorie "Ich kann es nicht fassen" ablegen. Diese Geschichte hier gehört ab heute für mich definitiv dazu! Denn ganz offensichtlich ist einer bekannten PR-Firma ein echter PR-Super-GAU unterlaufen. Gestern musste ein Facebook-Sprecher zugeben, dass das soziale Netzwerk eine führende PR-Firma engagiert hat um Anti-Google-Stories in den On- und Offline-Medien zu streuen. 

Man mag es gar nicht glauben, wenn man so etwas liest. Im Laufe der Nacht hat offenbar ein Facebook-Sprecher zugeben müssen, dass eine der weltweit führenden PR-Agenturen, Burson-Marsteller, im Auftrag von Facebook versucht hat, ein negatives Image von Google in der Öffentlichkeit zu produzieren. Dabei zielte Burson-Marsteller vor allem darauf ab, dass die Medien entweder kritisch über die Sicherheit von Daten bei Google berichteten, beziehungsweise, schlimmer noch, direkt Untersuchungen einleiteten, um ein missbräuchliches Verhalten bei der Mountain View Company aufzudecken.

Man kann sicher sein, dass weder Facebook, noch Burson-Marsteller Interesse daran hatten, dass von dieser Geschichte irgendjemand Wind bekommen würde. Nun kam es eben doch raus. Burson-Marsteller versuchte einem bekannten Blogger, Chris Soghoian, dabei zu helfen eine kritische Geschichte über Social Circle zu schreiben. Social Circle ist ein Service, mit dessen Hilfe Gmail Nutzer an sogenannte "Secondary Connections" kommen können, die dann wiederum aufzeigen, über welche Ecken man eine Person kennt. In einem Pitch vor Journalisten beschrieb Burson das Tool mit den folgenden Worten:

"Das amerikanische Volk muss vom ständigen Eindringen in seine Privatsphäre durch Google in Kenntnis gesetzt während, in dem jede Minute seines Tages katalogisiert und übertragen wird - ohne seine Einwilligung."

Soghoian war der Auffassung, dass Burson aus einer Mücke einen Elefanten machte, und wollte wissen, welche Auftraggeber dahinter steckten. Als Burson-Marsteller diese nicht preisgeben wollte, entschied sich Soghoian den kompletten E-Mail Verkehr zwischen ihm und der PR-Firma öffentlich zu machen. USA Today wiederum veröffentlichte diese Store, wusste aber für ihren Teil noch nicht, dass hinter dem Auftraggeber tatsächlich Facebook steckte. 

Dan Lyons, Reporter beim Daily Beast, schaffte es dann aber Facebook die Wahrheit zu entlocken, in dem er sie damit konfrontierte, dass er Beweise in der Hand habe. Facebook kommentierte, sie hätten Burson-Marsteller aus zwei Gründen mit dieser Schmutzkampagne beauftragt: 

  1. Sie glauben aus tiefer Überzeugung, dass Google tatsächlich die Privatsphäre von Nutzern missbraucht
  2. Google würde Facebook-Daten missbräuchlich verwenden, die sie wiederum von Facebook "gezogen" hätten

Mit anderen Worten: Facebook handelte auf der einen Seite als Aufklärer mit "Robin-Hood-Motiven", aber auch aus reinem Eigennutz. Welche Motivation hier überwiegt? Hm, lasst mich mal raten...


Und die Moral von der Geschicht'...?

Da will jemand den Teufel mit dem Beelzebub austreiben! Oder besser: was, wenn diese Geschichte nun ebenfalls einfach eine PR-Kampagne ist? Vielleicht will Google ja Facebook in einem schlechten Licht dastehen lassen? 

Man weiss es nicht! Fakt ist aber, dass man bei solchen Geschichten nur staunen kann. Dass mit harten Bandagen gekämpft wird ist sicherlich jedem klar. Offenbar ist aber jede Moral dahin! Und hier muss man sich langsam anfangen Sorgen zu machen...

Quelle: Engadget

48 Kommentare

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  • Und da schlechte PR auch gute PR ist, finde ich den Gedanken eines Joint Venture gar nicht so abwegig, und dass es funktioniert ist offensichtlich.. man muss nur einmal betrachten, wie hitzig darüber diskutiert wird.

  • facebook, twitter und xing entfern ich immer mühsam aus der systempartition.. Sauerei das versucht wird einem der Scheiss aufzuzwingen..

    Facebook und Twitter ist doch eher was für Amis und deren Mentalität/Lebensstil. Verstehe den Erfolg in Europa garnicht...

  • @ Andy N. "Diaspora Facebook-Integration": ja geht natürlich! und diese Woche gibt es wieder ein größeres Update (nein keine neuen Privacy-Probleme sondern Features!)

  • verstehe den facebook-hype sowieso nicht. tausende online Freunde aber niemand zum reden... willkommen im neuen jahrtausend

  • Ich finde es recht amüsant wie sich immer Fronten bilden :D
    Ich will ma ein Konflikt zwischen Apple,Google,Facebook und MS
    Das wäre lustig :) naja was noch nicht ist kann ja noch werden :o

  • Ich finde es recht amüsant wie sich immer Fronten bilden :D
    Ich will ma ein Konflikt zwischen Apple,Google,Facebook und MS
    Das wäre lustig :) naja was noch nicht ist kann ja noch werden :o

  • Nun ja, mal immer dahingestellt, ob diese Meldung nun der Wahrheit entspricht oder nicht: dieses Verhalten ist leider üblich in der PR- und Marketingbranche. Denn letztendlich geht es allen Beteiligten nur um eines: Geld und Macht.

    Und dank Internet - und der Möglichkeit, Nachrichten (auch gefakte) in Windeseile weltweit zu verbreiten - hat man heutzutage wesentlich "bessere" Möglichkeiten, der Konkurrenz empfindlich auf die Füße zu treten. Man verläßt sich in diesem Fall stets darauf, dass irgendwas davon immer in den Köpfen der Leute hängen bleibt und im Zweifelsfalle dann eben auf ein Konkurrenzprodukt verzichtet wird. Ergo: Ziel erreicht.

  • Oh cool, die Wingdings-Verschwörungstheorie fand ich schon nach 9/11 total klasse!!! ^^

  • Es geht nicht darum, dass so etwas abläuft, vielmehr welche Position Facebook dabei hat und wie sie selber mit Datenschutz umgehen.

  • find ich witzig. das ist daily buissnes - und manche sind hier "fassungslos". dabei laufen noch deutlich "krassere" sachen ab. das traurige ist, wenn man den menschen sagt wie die welt tatsächlich funktioniert will es keiner wahr haben. alle klammern sich hörig an das, was ihnen als wahrheit verkauft wird.

  • Oh man, wie kann man denn bei so einer News "fassungslos" sein? Das böse böse Facebook hat ganz schlechte Sachen über unser geheiligtes Google erzählt! Skandal!

    Ihr tut so, als ob Mutter Theresa über die Heilsarmee hergezogen hat. Aber weder is FB Mutter Theresa, noch Google die Heilsarmee! Die wollen nur Geld verdienen und weil für sie scheinbar am meisten raus springt wenn sie so tuen als wären sie (oberflächlich) die Guten, machen sie das auch! Wenn sie mit der "evil" Masche mehr verdienen würden, dann wären sie halt "evil". Ganz einfach.

    Meine absoluten Lieblinge in diesem ganzen *mimimi* sind dabei die Leute, die keinen FB Account haben und das jetzt ganz stolz auf ihre Fahnen geschrieben haben und um Wind herumschwenken! Ihr Helden! Fehlen nur noch die Leute, die ganz stolz erzählen, dass sie genau aus diesem Grund kein Internetanschluss haben!

    Und die Theorie, dass hinter allem am Ende doch nur Google steht finde ich dabei gar nicht so abwegig, allerdings ist das nur die Spitze des Eisberges! Denn wer steht denn hinter Google? Wandelt doch mal in Word "Google" mit Wingdings um. Na fällt euch was auf? Genau, und wer steht hinter Wingdings? Niemand anderes als unser geliebtes Microsoft! Und das Microsoft ja nur eine Marionette von Apple ist, dürfte dabei selbst dem kleinsten Vorschulkind klar sein! Also weiterhin viel Spaß mit eurern Theorien :)

  • Wenn es nur die Datenlücken von Facebook wären, die immer mal wieder Tröpfchenweise an die Presse kommen.

    Facebook wurde von Anfang an schon schlecht programmiert. Es wurden zahlreiche Fehler gemacht, die vielleicht einem Hobbyprogrammierer passieren dürfen, nicht aber einem Informatiker. Über Sicherheit wurde am Anfang nie ein Gedanke verschwendet. Jetzt kann man denen vielleicht zu gute halten, dass am Anfang nie so eine große Plattform geplant war. Aber selbst Jahre danach hatte die Plattform große Sicherheitslücken. So ist es noch nicht so lange her, dass zB jeder durch abändern der URL von jedem private Daten sehen konnte.
    Und jetzt kann man immer noch mit einer Email-Adresse relativ anfangen, das ist allerdings kein Bug... das ist ein Feature.

    Aber bei Sicherheitslücken hört es nicht auf. Es ist ja zB sehr ärgerlich, dass ab und zu die Einstellungen, die man mühsam vornehmen musste um seine Daten einigermaßen zu sicher regelmäßig wieder nach default gestellt wurden. Das ist aber sehr offentsichtlich, wer weiß aber schon, dass seine Daten an 3. verkauft werden? Google wird ja zB von vielen stark kritisiert dass personalisierte Werbung geschalten wird und vielen ist das auch unheimlich. Einfacher ist es aber wenn man sich um Datenschutz keine Gedanken macht... so kann man die Daten wie Facebook einfach weiter geben.

    Wer jetzt denkt "Schert mich nicht... ich bin nicht angemeldet", den muss man leider enttäuschen. Sehr wahrscheinlich sind auch seine Daten (Email und Vor- und Nachname) gespeichert. Denn sehr wahrscheinlich wurde von einem Freund das Adressbuch ausgelesen (vom Handy oder Emailkonto) und mit diesem verbunden.

    Deshalb sehe ich es sehr wichtig an, dass es eine Alternative gibt. Ich weiß jetzt nicht wie gut Diaspora ist, die Idee ist aber nicht schlecht. Denn ein dezentrales Netzwerk, bei dem jeder selber entscheiden kann wo seine Daten gespeichert werden und ob sie für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen ist doch sehr wünschenswert. Und Diaspora ist Open Source und es kann jeder mit machen. Theoretisch könnte sogar Google sich daran beteiligen und die Daten speichern.
    Besser fände ich es aber, wenn sich auch ein großes Unternehmen wie Google sich daran beteiligen würde und es nicht nur einem Startup-Unternehmen überlässt. Denn Google zB hat einmal das Wissen und die Kunden um es auch durchzusetzen. Denn einfach wird es eine Alternative nicht haben. Google hat es schon mal versucht (ist allerdings wieder ein zentrales System) und kaum einer kennt es, geschweige denn, dass es angenommen wurde.

    Ich hoffe also, dass sich da bald etwas tut.

  • Jetzt weiss ich warum ein Kolleg, der mich zu Googe gebracht hat und Google-Fan war, plötzlich nur noch scheiss über Google redet. "Kein Vertrauen Zu Google"....

    ...einige leute hat Facebook so doch von Google weg gebracht.

  • Ich will ja nix sagen aber so ist die Geschäftswelt -_-
    Richtig war es nicht und die Kampagne hat wahrscheinlich nix gebracht :)
    Ich frag mich nur warum Facebook das zugegeben hat? Jetzt sind die die Bösen :)

  • Ich hasse Facebook! Google<3

  •   10

    Ich finds interessant wie sich problemlos Unternehmen dieser Grösse fertig machen, anklagen, beschuldigen und was weiss ich, auf der anderen Seite aber trotzdem miteinander arbeiten..

    Als Beispiel Samsung und Apple.. oder Apple/Microsoft/Google. Alle drei Todfeinde und trotzdem gibt es immer wieder übereinkünfte.

    Sind eben doch nur Unternehmen mit Managern.. im grossen Stil und mit ein paar Unikaten ganz oben, die irgendwo echt gestört sind (Steve Jobs zB.) :D

  •   4

    "ich finde das super, ich freue mich sschon auf die retourkutsche, endlich äktschen im internetz ;) sollen sie sich alle gegenseitig die kettensaegen in die server werfen umso schmutziger umso unterhaltsamer."

    Haha, voll gut Raik! ... seh ich ähnlich :)

  • http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,762287,00.html

    Gibts jetzt auch bei SpOn drüber...

  • Ha, ich weiß schon, warum ich nicht so verloren bin, wie die anderen Schafe da draußen..... ICH BIN NICHT BEI Facebook!!!!!!

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