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Auch hier bei AndroidPIT finden sich etliche Berichte von Smartphone-Nutzern die es erwischt hat: Nichts Böses ahnend, so die Schilderungen, haben sie auf ein Werbe-Banner in einer App geklickt. Ein paar Wochen später erfolgte die Überraschung in Form einer Abbuchung auf der Telefonrechnung für ein nie bewusst abgeschlossenes Klingelton-Abo.

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Damit soll nun Schluss sein.

AndroidPIT-Leser wussten schon länger, u.a. durch den Blog-Eintrag „Ungewollt zum Klingelton Abo“ über das Thema Bescheid. In den letzten Monaten haben auch andere Medien intensiv über das Thema berichtet, darunter Fernsehsendungen wie WiSo, oder Fachzeitschriften wie Chip oder ct. Letztere hat in einem Artikel sehr ausführlich geschildert wie das Ganze funktioniert.

Nun gibt es gleich von zweierlei Seiten Entwicklungen die hoffen lassen dass es mit solcherlei Abzocke bald ein Ende hat.
 

Technische Maßnahmen durch die Provider
Diese Woche berichteten zahlreiche Medien wie der Spiegel, der Stern oder das Portal Portel.de von einer Ankündigung der Provider ein neues System zum Schutz vor Abzocke einzuführen.

Das Hauptproblem der ungewollten Abo-Abschlüsse auf Smartphones liegt im Design des sogenannten WAP-Billings. Die Mobilfunkprovider teilen den Abo-Anbietern dabei die Telefonnummern von Kunden mit und betreiben Inkasso über die Telefonrechnung, rein auf Basis der Versicherung des Abo-Anbieters, dass der Kunde ein solches Abo auch tatsächlich, wissentlich abgeschlossen habe.

Laut den Berichten soll dies in Zukunft nicht mehr so funktionieren. Maßgeblich ist nun nicht mehr die bloße Aussage des Abo-Anbieters. Dazu sei das „Kompetenzzentrum Mehrwertdienste“ geschaffen worden. Vor Abschluss eines Vertrages müsse der Kunde nun in einem vom Kompetenzzentrum kontrollierten Fenster bestätigen, dass er den angebotenen Service zum angegebenen Preis wirklich beziehen möchte. Erst dann komme der Vertrag zustande. Der Abo-Anbieter habe dabei keine Möglichkeit diesen Prozess zu umgehen. Ein „Abschluss“ eines Abos rein durch Anklicken einer Werbeanzeige wäre damit unmöglich.

Laut den Berichten will Vodafone dies in den nächsten Wochen einführen. Von T-Mobile und O2 heißt es darin dass sie die neue Lösung ebenfalls unterstützen.
 

Rechtliche Möglichkeiten

ZDNet.de berichtet in einer Mitteilung von einem Urteil des OLG Frankfurts. ZDNet.de schreibt: "Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt hat in einem erst jetzt bekannt gewordenen Beschluss vom 17. Dezember 2010 (Az. 1 Ws 29/09) entschieden, dass Online-Angebote mit versteckten Preishinweisen als gewerbsmäßiger Betrug einzustufen sind. Betreibern von Abofallen-Websites drohen damit Haftstrafen von mindestens sechs Monaten."

In dem Urteil ging es nicht um die geschilderten Abos die per WAP-Billing abgeschlossen werden, sondern um Abo-Fallen im Internet. Wie alle Gerichtsurteile kann man auch dieses nicht automatisch auf andere Fälle übertragen. Wir können aber zumindest hoffen dass von dem Urteil eine gewisse Signalwirkung ausgeht.

Für unlautere Anbieter von Abo-Diensten dürfte es damit enger werden. Vielleicht können wir ja bald wieder unbesorgt auf Werbeanzeigen klicken.
 

Quelle: u.a. Stern.de

21 Kommentare

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  • @nils,
    auf mein Mail an O2 zwecks Sperrung der Mehrwertdienste bekam ich folgende, nicht gerade kundenfreundliche, Anwort:

    Gemäß des TKG (§45h Abs.4) ist o2 verpflichtet durch Drittanbieter in Anspruch genommene Leistungen in der o2 Rechnung aufzuführen und in Rechnung zu stellen. Daher können etwaige Reklamationen oder Regressansprüche nur gegenüber dem Drittanbieter geltend gemacht werden.

    Da o2 diese Positionen als eigene Rechnungsposten betrachten muss führt auch ein Rückhalt der strittigen Rechnungsbeträge zum Zahlungsverzug.

    Ich hoffe, dass ich Ihre Anfrage zu Ihrer vollsten Zufriedenheit klären konnte. Sollten aber noch weitere Fragen offen sein, sind wir auch gerne über die kostenlose, telefonische Kundenbetreuung für Sie da, über die wir Ihr Anliegen dann abschließend klären können.

  • Hatte es auch schon ein Mal, dass ich nur nach einem versehentlichen Klick auf Werbung direkt ein Abo an der Backe hatte. Ich war echt erstaunt, wie leicht das gehen kann. Nur nach einem einzelnen Klick ohne irgendeine weitere Abfrage. Unglaublich eigentlich. Ebenso unglaublich ist es, dass man bei o2 keine Mehrwertdienste sperren lassen kann.

  • Könnte ich mal ohne Kreditkarte zahlen, würde ich auch mal was kaufen ;)
    Tut sich in der Richtung eig. langsam mal was?

  • Ich benutze übrigens AdFree und kaufe trotzdem (oder gerade deswegen) von allen apps wo es möglich ist die Pro Version.

  • @ Markus,
    absolut korrekt, so ist es. Aber es ändert nichts an der Tatsache das die Free Versionen beliebt sind und viele diese installieren. Und eigentlich ja die Werbung anklicken sollten.

  • @jörg: es gibt immer pro versionen ohne werbung, da kannst dann auch nicht "aus versehen" in eine abo falle tappen.

  • gibt es au so eine app für nicht gerootete handys?

  • @ Luigi,
    Im Market "AdFree" von BigTinCan.com
    hat so ein Parkverbots Icon

  • Alles klar. Hab kein gerootetes Handy.

  • @Jörg
    Wo finde ich das Programm AdFree?
    Danke schon mal im Voraus.

  • @Markus Gursch,
    AdFree blockiert Werbebanner, wenn also keine Werbebanner sichtbar sind kann man auch nicht draufklicken und in eine Abofalle tappen = selbstschutz

    Ansonsten ist mein verhalten nicht scheinheilig, sondern genau die logische Konsequenz aus der Sachlage mit den Abofallen hinter Werbebannern. Das ist ja gerade Inhalt meiner Kritik die ich geübt habe.

  • @Daniel M.
    Was genau wird da alles gesperrt? Kann man dann noch im Market Apps kaufen???

  • Seh ich genauso. Dieses Bestätigen auf der Kundenseite ist ja sowas ähnliches wie eine Unterschrift unter einem Vertrag. Von daher kann ich nur hoffen, dass sich dieses System schnell durchsetzen wird.

  • @ Werner: einen Vertrag kannst Du sogar mündlich schliessen. Es gibt nur ganz wenige Fälle in denen gesetzlich die Schriftform vorgeschireben ist.

    Prinzipiell kann jeder daher kommen und behaupten Du hättest einen Vertrag mit ihm abgeschlossen. Es gibt ja auch immer wieder diese Beispiele wo Firmen einfach eine Rechnung für den Eintrag in ein Telefonverzeichnis erhalten, ohne das ein solcher jemals beauftragt wurde.

    In diesen Fällen haben die Abzocker allerdings keinen direkten Zugriff auf Dein Geld. Du kannst die Rechnung einfach ignorieren und darauf spielen dass der Abzocker das Gericht nicht einschaltet - auf welcher Basis auch?

    Beim WAP-Billing ist das anders. Hier zieht Dein Provider das Geld gleich ein. Für Dich ist es erstmal weg und Du musst aktiv werden um es wieder zu erhalten. Und was man in den Foren-Beiträgen liest, rücken die Firmen das nicht ohne größeren Schriftverkehr wieder raus. Allein die Bereitstellung einer solchen Zahlungs-Plattform ist für mich daher sehr problematisch - und genau da setzen die Änderungen ja jetzt auch an.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    31.01.2011 Link zum Kommentar

    Naja, schriftlich wäre dann auch wieder etwas kundenunfreundlich. Aus meiner Sicht zumindest. Ich will ja oft Services bestellen, die ich dann sofort nutzen kann.

  • @jörg: was hat adfree mit selbstschutz zu tun? du sagst ist alles schlecht für google und app entwickler und blockierst die werbung selbst? ein wenig scheinheilig nicht?

  • warum wird das nicht wie früher gehandhabt. Ein Vertrag kommt nur schriftlich zu Stande? Dann wären die ganzen Abzocker auf einmal verschwunden. Man fragt sich, was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat, als es dies zulies, einen Vertrag per Klick abzuschließen. Jeder sieht's, wozu dies führt. Den Ärger hat nur der Verbraucher und die andern Lachen sich eins.

  • Ich habe ganz einfach Drittanbieter in meinem Vertrag sperren lassen und somit dieses Problem umgangen.

    Bei T-mobile geht das ganz einfach:
    1. 2202 anrufen
    2. Während die Computerstimme plappert einfach "Kundenbetreuer" sagen und man wird weitergeleitet
    3. Sperrung von Drittanbietern verlangen
    4. Fertig

    Dauert maximal 5 Minuten und ist kostenlos.

  • Die Telekom hat es doch jahrelang vorgemacht.. Sie spielt Inkasso für dubiose Mehrwertnummern, ohne nachzufragen, ob es denn wohl mit rechten Dingen zugeht, wenn tausende Anrufe nacheinander für jeweils 2 Sekunden und immer von 2-5 Uhr morgens in Rechnung gestellt werden. "Natürlich" geht man davon aus, dass der Kunde diese Dienste wirklich in Anspruch genommen hat.

    Von daher finde ich diese Entscheidung einen Meilenstein.

  • Die Abofallenbetreiber fügen der gesamten Branche einen riesen Schaden zu, nicht nur demjedigen den sie gerade abgezockt haben. Wenn einmal es bei den Verbrauchern eingemeißelt ist, "Du darfst nicht auf Werbebanner klicken, sonst hast Du ein Abo an der Backe", dann ist das ganze Geschäftsmodel von Google & Co im Eimer. Und sowas ist nur sehr langsam wieder abbaubar, siehe die meinung das Mobiles Internet teuer ist, wie viele nutzen kein mobiles Internet, weil Ihnen das nochim Ohr ist.

    Hier sollte insbesondere Google extrem Gas geben und die Provider nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Nicht nur Google, auch die App-Entwickler die auf Werbung setzten werden betrogen.

    Ich gestehe, auch ich habe AdFree installiert. Das aber nur zum reinen Selbstschutz und nicht weil ich Werbung an sich blockieren möchte.

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