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4 Min Lesezeit 4 Kommentare

Aus dem Leben eines Entwicklers für Android-OS

Der Android Market mit den Augen eines Entwicklers

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Jeder von uns kennt so Sprüche wie "Aller Anfang ist schwer" usw. Zumindest ich habe derartige Dinge in meinem Elternhaus immer wieder gehört.

Das in der heutigen Zeit jedoch den Leuten das Leben schwerer gemacht wird als notwendig ist für mich als Nutzer eines der modernsten Medien unserer Zeit nicht nachvollziehbar.

Um als Entwickler von Android Applikationen in den Genuss zu kommen, seine App's auf den von Google maintainten Market anderen Anwendern verfügbar zu machen, verlangt es einen kleinen Hürdenlauf zu bestehen.

Zunächst muss man sich bei Google mit Adresse und Telefonnummer registrieren und dann in weiterer Folge US$ 25.- bezahlen. Insider wissen das hier ohne Kreditkarte gar nix geht. Sie ist Vorraussetzung für den Eintritt in den weltweiten Business.

Google selber begründet diese 25 US$ damit, dass man die Qualität der App's auf einem gewissen Niveau halten will. Nun ja, dieser Schuss dürfte, wie wir alle wissen, wohl eher nach hinten losgegangen sein.

Ist man dann endlich am Ziel seiner Wünsche und kann das erste Mal die sogenannte Developer Konsole aufrufen, wird man bitter enttäuscht. Viel mehr als dieser Screen wird einem dort nicht geboten.

Man kann eine App hochladen und einige wenige Angaben zu der App machen und eine mehr als kurze Beschreibung von sagenhaften 325 Zeichen eintippen.

Emailadresse, Entwickler-Website sowie die Telefonnummer sind die essentiellen Angaben.

Darüber hinaus kann man die App kopierschützen und die Locale (Sprache) der App festlegen.

Weiters legt man sich fest ob Game oder Application und in welche Kategorie das ganze denn fällt und unter welcher Location oder alle Locations. (In welchen Ländern man die App herunterladen kann)

Kostenlos oder bezahlt .. aus Maus .. mehr ist nicht einzustellen.

Hierbei sollte gesagt sein, wenn man bezahlte Apps bereitstellen möchte, muss man Google seine Kreditkartendaten mitteilen. Dies soll ggf. für die Zahlung "kostenpflichtiger" Services sowie für "Ausgleichszahlungen" verwendet werden.

Nun ja, man sieht schon, es wird einem nicht leicht gemacht.

Hat man dann mal eine App kostenlos in den Market gehieft, ist man natürlich sehr gespannt, was dann passiert. Es dauert (zumindestens bei mir) etwa 4 Stunden bis die App überhaupt im Market aufschien. Danach ist ausser 2 Zahlen Downloads und tatsächlich installiert, selbst in der Entwicklerconsole nichts zu sehen.

Man kann als Entwickler in keinster weise mit den Kommentatoren der Applikation in Verbindung treten noch kann man diese Kommentare überhaupt lesen in der Konsole.

DAS ist das allergrößte Manko für Entwickler. Man ist den Kommentatoren auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Soviel mal zu den Funktionen des Markets. Kommen wir mal zu dem Leidensweg den ein Entwickler durchmacht, bevor er seine App überhaupt im Market platzieren kann.

Das beginnt mit der Entwickler-Dokumentation des SDK. Hier gelangt der Entwickler schnell an einen Punkt, der ihn schier zur Verzeweiflung treiben kann. Die verfügbaren Funktionen des Handys sind derart dünn dokumentiert, dass man sich bisweilen fragt, wie das funktionieren soll. Beim Entwickeln ist man auf schnelle Informationen angewiesen, was hier in keinster Weise gegeben ist. Im SDK ist es nicht einmal auf einfache Art und Weise möglich, beim Debuggen

in die Funktionen hineinzutracen. Das funktioniert schlicht und einfach nicht, weil die Sourcen des "Open Source" - OS nicht im SDK enthalten sind.

Will man dies erreichen, so muss man sich schon relativ gut mit Eclipse auskennen, um diese Sourcen einzubinden. (Versteht sich von selber, das man diese getrennt herunterladen muss.)

Sucht man nun Informationen zu einer bestimmten funktionalität, muss man zunächst mal in der Referenz herumsuchen wo sich denn evtl. dieses Funktion verstecken könnte.

Hat man diese dann in der Referenz gefunden, kommt der nächste Schritt .. wie wende ich diese Funktion konkret an. Hier tut sich der geübte Java-Programmierer definitiv leichter als ein Newbie. Meist muss man jedoch auch als erfahrenerer Programmierer im Web suchen, um Beispiele für die nutzung der einen oder anderen Funktion zu finden.

Die Beispiele die von Google zur Verfügung gestellt werden sind größtenteils derart

unbrauchbar das man da nicht viel zu suchen braucht.

So kämpft man sich dann durch die eher spärlich zu findenden Entwicklerseiten, die zudem den Nachteil haben, dass viele sich auf SDKs der Version 1.0 oder 1.1 beziehen. Seit dem hat sich aber schon sehr viel geändert. Funktionen und ganze Klassen wurden von Google gesperrt bzw. in den "internal" Bereich geschoben, der für den Entwickler nicht zugängig ist.

Will man wirklich tief einsteigen, kommt man nicht umhin den Sourcecode zu durchwühlen und sich so die einzelnen Methoden und Funktionen quasi selbst zu erklären.

Auch was Änderungen an Funktionalitäten und Methoden angeht ist man als Entwickler allein gelassen. Man wird nur recht oberflächlich darüber informiert, was sich in einer neuen SDK Version nun geändert hat. Kaum das da auf Klassenebene etwas geschrieben wird.

Das waren einmal so ein paar Eindrücke aus dem Leben eines Entwicklers.

4 Kommentare

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  • Und wo ist nun der Unterschied zu anderen APIs? :)

    •   47

      Schau Dir bspw. mal die Doku zum iPhone OS an, oder die von Hibernate .. oder PHP ... dann merkst Du schnell wie eine Dokumentation aussehen kann wenn sie gut gemacht wird.

      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        01.09.2009 Link zum Kommentar

        Hi Jörg, danke für den guten Einblick! Mir war nicht bewusst wie komplex das alles noch ist. Da gibt es noch sehr, sehr viel zu tun. Ich bin sehr gespannt was daraus wird.

        Wie sehen das denn die anderen Entwickler hier bei uns?? Ähnliche Erfahrungen? Andere Meinungen?

      • Ich sehe das nicht so pessimistisch. Klar, es gibt noch eine Menge Dinge die zu Verbessern sind, da stimme ich Jörg schon zu. Die Möglichkeit Kommentare im Market zu lesen und zu beantworten wäre für uns Entwickler schon sehr wichtig.

        Was die Doku betrifft, finde ich diese gar nicht so schlecht, die wenigen APIs die besser dokumentiert sind, sind aber eher (leider) die Ausnahme. Wenn man ernsthaft Android Apps entwickeln will, kommt man um das Auschecken der Sourcen nicht herum, dort kann man sehr viel lernen über die Funktionsweise von Android. Solch einen Einblick gibt es für andere Mobile Plattformen selten.

        Was mich ein bisschen stört sind die kurzen Versionslaufzeiten. Für die Benutzer ist das vielleicht schön, dass es mehrmals im Jahr ein größeres Update gibt. Auch als Entwickler hätte man keine Probleme damit, wenn die Vorlaufzeiten zwischen SDK Update und Rollout beim Endkunden nicht so kurz wären. Ich denke da nur an Version 1.5 wo das SDK gerade mal ca. 14 Tage offiziell Verfügbar war bevor die ersten Geräte über OTA aktualisiert wurden. Gerade bei größeren API Änderungen wie bei 1.5 hat man als Entwickler eine Menge Testaufwand und die Benutzer wissen eben nicht, warum die App auf einmal nicht mehr richtig funktioniert, sind verärgert und geben schlechte Bewertungen.

        Ich finde nach wie vor, dass das Entwickeln für Android das Beste ist, was ich für mobile Geräte bisher kennengelernt habe.

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