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4 Min Lesezeit 21 Kommentare

Angriff auf die "Freiheit": Hat Android den Kampf gegen iOS & Co. verloren?

 

Erst kürzlich hatte ich eine große, fast schon philosophische Diskussion mit einigen Leuten zum Thema was sie mit Android verbinden. Unsere einhellige Meinung war fast überall: "Freiheit". Das mag zunächst ein wenig überzogen klingen, ist aber beim zweiten Nachdenken nicht so abwegig. Wer will sich schon alles genau vorschreiben lassen, was man auf seinem Gerät installieren darf und was nicht? Wer möchte sich denn sagen lassen, welche Dateien man auf und vom Gerät ziehen kann? Möchte man nicht viel lieber selber das Sagen haben?

Der Smartphonemarkt könnte gerade nicht polarisierender aufgeteilt sein, als er es gerade aktuell ist. Da haben wir auf der einen Seite Android, bei dem es quasi keine Regeln gibt. Android Apps werden nicht von Google kontrolliert und entsprechend auch nicht zensiert. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, wie Apple oder Microsoft, die jede App genau unter die Lupe nehmen bevor diese in den jeweiligen Markets angeboten werden können.

Ein Techcrunch-Artikel bewegte mich dazu ein wenig mehr über dieses Thema nachzudenken:

Tücken und Lücken - hüben wie drüben

Gerade Apple hat sich mit seiner App-Politik nicht immer Freunde gemacht. Die Art und Weise wie Apps freigeschaltet wurden ist oft nicht durchsichtig. Das führt bei vielen Unternehmen zu großer Verunsicherung. Denn es kam vor, dass teilweise aufwendig programmierte Apps keine Zulassung fanden. Die Begründungen konnten dabei nicht immer überzeugen.

Auf der anderen Seite dann Google und der Android Market: grenzenlose Freiheit. Aber dafür eine oft sehr minderwertige Qualität der Apps. Was leider auch immer wieder sehr beliebt ist, sind die ständigen Urheberrechtsverletzungen von App Entwicklern, die vornehmlich aus dem asiatischen Raum kommen. Diese nehmen sich ein bekanntes Brand und bauen daraus eine App, wie z. B. ein Puzzle mit einer bekannten Kleidungsmarke, ein Wallpaper mit sehr bekannten Zeichentrickfiguren, usw.

Botnets könnten [für Android?] zu einer realen Gefahr werden

Für die Nutzer sind Urheberrechtsverletzungen eher zweitrangig. Die Qualität der Apps und die Fülle an Wallpapern, die den Market fluten, sicherlich ärgerlich, aber eigentlich gut verkraftbar. Immerhin wird der Android Market auch immer besser, so dass der "Müll" nicht mehr zu stark nach oben geschwemmt, und der Market damit unübersichtlich wird.

Nun kommt aber ein echter Angriff auf die "Freiheit". In der vergangenen Woche musste Google nicht nur jede Menge infizierter Apps aus dem Google Market entfernen, sondern diese Apps einige hunderttausend Mal aus der Ferne direkt auf den Endgeräten der Android-Nutzer löschen. Interessanterweise hatte ich mich just an diesem Tage mit dem CEO der russischen Anti-Viren-Schmiede "Doctor Web", Boris Sharov, über dieses Thema unterhalten. Seine Befürchtung ist, dass irgendwann in nicht mehr allzuweiter Zukunft mit infizierten Apps Smartphones zu sogenannten Botnets werden könnten.

Würde es jemandem gelingen unbemerkt infizierte Apps zu verteilen, um so ein Botnetz aufzubauen, könnten die infizierten Smartphones für alle möglichen Zwecke von einer Person missbraucht werden. So könnten über fremde Smartphones E-Mails verschickt, Verbindungen zu dritten Rechnern aufgebaut oder auch DDoS-Attacken durchgeführt werden.

Boris Sharov: "Ich bin mir sicher, dass Apple Apps nicht auf Herz und Nieren prüfen kann" 

Ist Android nun aber wirklich unsicherer als die "walled gardens", also die geschlossenen Systeme, bei denen alles geprüft, bevor es dann auch veröffentlicht wird? "Nein", denkt der Doctor Web CEO Boris Sharov.  Seiner Theorie nach ist es wirtschaftlich einfach noch nicht interessant genug sich auf das iOS zu stürzen. "Aber das ist nur eine Frage der Zeit", meint Sharov weiter. 

Trotzdem meint Boris Sharov, dass Android über gravierende Sicherheitslücken verfügt. Gerade weil Android so schnell, und teilweise auch unkontrolliert wächst, denkt er, dass die Themen "Android" und "Sicherheit" in vielen Ländern zum Thema Nummer 1 im Mobilfunkbereich werden dürften. 

Virensoftware und Smartphones - "Just good friends"
Selbst wenn uns Apple das momentan noch glauben lassen möchte - die Zeit wird kommen in denen es einfach wirtschaftlich interessant genug sein wird auch iPhone Apps zu attackieren. Dass Android Apps bereits jetzt infiziert wurden dürfte an dem etwas anonymer wirkenden System (als App Entwickler muss man sicherlich nicht so viel preisgeben wie bei Apple) liegen. Und sicherlich auch daran, dass Android kostenlos für Hardwarehersteller zu haben ist und damit der Grundstein für den großen Erfolg von Android auch im südostasiatischen Raum gelegt wurde. 

Es ist also (wahrscheinlich) ein ganz normaler Vorgang, dass ausgerechnet jetzt so viele infizierte Apps aus dem Verkehr gezogen wurden. Sicherlich ist es erstmal ein Schock für viele, dass es gleich 21 Apps geschafft haben so lange Zeit unentdeckt zu bleiben, obwohl sie wohl trotzdem so interessant waren, dass viele hunderttausend User sie auf ihren Telefonen installiert hatten. Wie auch immer: Antiviren-Hersteller stehen in den Startlöchern. Und sie werden uns (hoffentlich) auch dabei helfen unsere "Freiheit" zu verteidigen...

Selbst wenn es jetzt ein wenig überzogen klingen mag:

Let freedom prevail!

21 Kommentare

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  • Den Titel des Themas finde ich krass falsch.

  • hmmm ich finde nur komisch das man immer nur die Antiviren Firmen zu diesen Thema hört. Ich bin der Meinung das die einfach nur diesen Markt erschließen wollen...wer sagt uns das nicht sogar einer der Anbieter hinter DroidDream steckt....

  • Sehr unparteiisch!?! :/

    z.B:
    Ihr habt vergessen zu erwähnen das Apple ein Bausatz hat der die Systemsteuerung regelt.

  • Interessant finde ich eher, das viele Gegen den Market Schießen. Dabei ist es ja nichts anderes als eine Sammlung von Apps. Also das selbe wie das Internet, aber eben nur Sortiert. Und somit ist jeder für sich selbst verantwortlich, was er an Apps installiert und welche nicht. Und wer Apps mit Fragwürdigem Inhalt das vertrauen schenkt ist selbst Schuld!! Das ist meine meinung. Denn was bitte brauchen wir schon mehr? Als das was schon auf dem Handy ist? Klar vielleicht den ein oder andere besseren Kalender oder so. Aber so einen Tollen Kalender mit allen Funktionen, die man benötigt/sich wünscht, zu programmieren brauch seine Zeit. Und dahinter dann noch schadcode zu verstecken. Naja ob sich das wirklich Lohnt? Ich wage es zu bezweifeln. Somit liegt es im moment noch alleine in des Anwendershänden, ob er Viren besitzt oder nicht.
    Das ist mein Standpunkt zu der Thematik.

  • Das mit der Antiviren-Software ist bei Android denke ich lange nicht so einfach wie am PC. Die Anti-Viren-Software am PC scannt den Inhalt ausführbarer Dateien um zu checken ob sich darin bekannter Viren-Code befindet. Auf Android ist ein solcher Code-Scan nicht möglich ohne Root Rechte zu haben. Und Root Rechte haben die Anti-Viren Pakete per se erstmal nicht.

    Was bleibt ist den Package Namen installierter Software zu checken. Dazu muss aber erstmal bekannt sein dass die Software mit dem bestimmten Package Namen Viren enthält. Und sobald das bekannt ist hat Google sie ja auch schon vom Market entfernt, so daß ein Nutzer der nur den Android Market benutzt von einem solchen Scan recht wenig hat.

    Und sollte der Virus schon auf dem Telefon sein und das Betriebssystem verändert haben, kann der Viren-Scanner mangels Root rechten das auch nicht korrigieren. Was bringt er mir dann also überhaupt? Und generell, wie kriege ich den Virus wieder vom System? Selbstständig OS Updates einspielen darf ich bei den meisten Geräten ja nicht.

    Was Android vs. alle anderen angeht, so hat man als Nutzer die Wahl:

    OS und Hardware klar getrennt: Ich update wann ich es möchte, und nicht wann mein Provider es will, Möglichkeit an Apps zu installieren was ich möchte: Windows

    Ich muss mich um nichts kümmern, habe aber auch keine Freiheit: OS und Hardware im Verbund, Monokultur im App Market: iPhone

    OS zwar separat, aber trotzdem nicht unter meiner Kontrolle (mein Provider bestimmt wann ich ein Update bekomme und wie dieses aussieht), ich kann aber an Apps installieren was ich möchte: Android

  • Tatsächlich muss man Google ein Kompliment aussprechen! Dafür das jeder jede App in den Markt stecken darf gibt es sehr wenige "Böse" Programme die tatsächlich schaden anrichten konnten. Ich denke das liegt an dem ausgeklügelten Sicherheits-Konzept von Android das von mal zu mal besser wird und zur not (als letzte Instanz) gibt es die Remote Löschung...

    Ich persönlich finde es lächerlich gerade Apple als bessere Variante darzustellen :-) War es nicht noch vor einigen Monaten möglich über eine im Internet aufgerufene PDF Root-Zugriff zu bekommen??? :-)
    Und was glauben den die Leute wie ihr auch so lieber JAILBREAK auf System kommt? Natürlich über Sicherheitslücken...

    Zudem gibt es unglaublich viele Apps aus dem Appstore die Daten durch die Gegend schicken und private Daten ausspähen... im Cydia-Store gibt es sogar eine art FIREWALL für die bekanntesten Datensammler...

    Also letztendlich nur heiße Luft. Man wird nie verhindern können das "Böse" Programme in einen Market kommen. Selbst Apple bräuchte für jede App mehrere Monate um die Kompletten sourcen durchzuchecken als Programmierer weiß man das es unmöglich ist - vor allem bei so vielen Apps...

  • Also ich habe lange zeit ein htc legend genutzt und muss sagen: spitzengerät (benutzt jetzt mein vater) hatte auch nen virenscanner drauf, gratis, nur zur sicherheit.

    Da is mir apple am schluss aber trotzdem lieber gewesen... Keine verzögerungen beim abheben... Und "frei" machen kann man das ja dann durch den jailbreak.
    Wodurch aber die sandbox ausgehebelt wird...

    Jedem das seine. Alles das meine^^

  • Also Warnungen von Antivirus Softwareherstellern gehen mir am Popes vorbei, frei nach dem Motto hat der Kunde erstmal Angst und wir die sichere Lösung wird über "Nacht" Geld verdient. Ich lehne mich still zurück und bleibe gelassen.

  • Ich gebe Ben recht, genau so sehe ich es auch. Ich halte die Möglichkeiten wie die Anpassung der Oberfläche und co für super Features. Darauf möchte ich nicht verzichten. Selbst wenn Google ein paar Programme löschen sollte... sie wissen ganz genau, dass viele der Nutzer bei unberechtigter Nutzung dieser Funktion davonlaufen würden. Ich halte die Gefahr daher für überschaubar... zumal ich die gelöschten Apps alle nicht nutze, hör zumeist auf AndoitPit :P

  •   3

    @Fabien
    Ja, das mit dem Android-Magazin ist lächerlich. Man könnte zwar sagen, das in den Regeln das bewerben von Konkurrenzplattform (vielleicht nicht zurecht, aber nachvollziehbar) ausgeschlossen ist und es daher nicht sooo ein große Überraschung darstellt, auf der anderen Seite ist es aber tatsächlich einfach nur Albern. Es gibt ja iPad Besitzer, die ein Android Phone haben (ich z.b. :) ).

    Im iBook Store gibt es allerdings auch 100te von speziellen Android Magazinen, also Content wird nicht zensiert, es ist das App (was schon ein Unterschied ist!).

    Ich sehe das so wie beim TÜV. Auch dort gibt es individuelle Entscheidungen, über die man sich extrem aufregen kann. Aber dennoch empfinde ich den TÜV als wichtige Institution. Und solange es sich um individuelle Entscheidungen einzelner Prüfer handelt und es mehr oder weniger "Lappalien" sind, kann man damit leben. Auch wenn man natürlich ein Auge darauf haben muss, aber das ist ja beim Thema Apple definitiv der Fall ;)

    Um wieder zurück zum Thema zu kommen, es ist dann eine Entscheidung aufgrund der Vor- und Nachteile. Lehne ich es grundsätzlich ab, das solche Dinge passieren und nehme dafür die Nachteile der offenen Plattform in Kauf? Auf diese Frage läuft es aufgrund der Erweiterung der Grenzen hinaus. Aus der Praktischen ("ein App das ich brauche wird nicht zugelassen") Geschlossenheit wird eine theoretische.

    Nur, die wenigsten User interessieren sich für Theorie.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    15.03.2011 Link zum Kommentar

    Ben U.: Viele Deine Punkte verstehe ich, Ben. Ich denke zwar, dass das eine andere Thematik ist. Aber grundsätzlich sehe ich Deine Punkte...

    Den Artikel habe ich eben nicht mehr gefunden. Dafür aber eine News, die ich damals auch geschrieben habe. Da hat Apple ein Android-Magazin abgelehnt. "Klar", könnte man sagen. "Ist ja schließlich Konkurrenz". Aber, hey: es gibt einfach keine andere Möglichkeit auf das iPad und das iPhone zu gelangen. Und das ist eben das Problem, das ich sehe (allerdings in einem anderen Kontext zu diesem Artikel):

    http://www.androidpit.de/de/android/blog/393529/Android-Magazin-darf-nicht-in-den-iTunes-App-Store

  • Wer sich auf Google einlässt, ob mit einem Account oder nem Handy mit Google-OS, der ist sowieso nicht "frei".
    Belanglose Diskussion!

  •   3

    @Fabien

    Die Anschlussthematik hat aber ja nichts mit einem offenem oder geschlossenem System zu tun. Man bekommt ja z.b. über Wlan oder übers Internet jede beliebige eigenen(!) Datei drauf. Und das nicht durch Tricks, sondern auch von Apple so gewünscht und ohne das sie Einfluss darauf haben. Und ab dem OS 5.0 wohl zu 99% auch per "AirDrop", was der direkteste aller Wege und vor allem auch logischste bei einem mobilen Gerät ist. Aber ich will auch gar nicht die fehlenden Anschlüsse verteidigen, so lange man aber ganz normal jede Datei rüberspielen kann sind es nur WENIGER Wege, aber nicht gar keine, was für den Zusammenhang mit einem geschlossenem System als Argument aber ja elementar wäre.

    Zu dem Magazin: Dazu finde ich im Netz nichts, hast du mal einen Link?

    Ich sehe hier auch kein Monopol. Denn das müssten sie ja im Smartphonemarkt (oder Tabletmarkt) haben. Der Dorfbäcker hat ja schliesslich auch kein Monopol, nur weil er ein spezielles Rezept für ein Brötchen hat.

    Sie haben ohne Frage großen Einfluss und diesen kritisch zu betrachten ist mehr als Legitim. Aber das sollte man auch mit fairen Mitteln tun, und zu suggerieren, das eigene Daten nicht ohne weiteres drauf zu laden sind oder das Inhalte Zensiert werden (sie Kiosk Beispiel da redet auch niemand von Zensur) gehört meines Erachtens nicht dazu ;)

    Bei diesem Einfluss sollte man bei Tatsachen und keinem "hätte, wenn und aber" bleiben. Denn zum einen WENN etwas tatsächlich "Macht ausnutzend" ist, dann gibt es dafür genug Behörden die sich darum kümmern und zum anderen ist kein User an die Plattform gefesselt. Ich kann jederzeit ohne Verlust (ausser Apps, ist andersrum aber ja genau so) zu einer anderen Plattform wechseln WENN etwas vorfällt bzw. eine Linie überschritten wird.

    Um wieder zurück zur Thematik zu kommen: Der wichtige Punkt ist meines Erachtens die Größe dieser goldenen Käfige. Vor 2-3 Jahren noch stoß jeder zweite daran an. Heuteist es kaum noch jemand und in naher Zukunft werden es noch weniger. Also bleibt nur die theoretische Freiheit und das "aus Prinzip" übrig. Darauf legen aber nur eine handvoll User wirklich Wert. Die meisten die sich überhaupt bewusst für ein offenes System entscheiden, machen das weil sie woanders anstoßen. Also aus praktischen Gründen, weil es freiER (Betonung liegt zu 100% auf "er") ist. Sobald das nicht mehr der Fall ist, zählt die pure Praxis und "offen" ist kein Argument mehr, nur die Vor- und Nachteile die beide Konzepte mitbringen. Und was steht dann PRAKTISCH auf der Habenseite des offenen Konzepts, wenn man beim geschlossenen nicht mehr an die Grenzen stößt? Die Nachteile sind ja bekannt und stehen teilweise im Artikel. (Allgemeine Vor-und Nachteile oder persönliche Geschmäcker bzgl. iOS und Android gehören nicht zu der Frage, es geht nur um die Konzepte ansich).

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    15.03.2011 Link zum Kommentar

    @Ben U.: Sicherlich kann man diese Sicht auf die Dinge haben. Aber alleine die Tatsache, dass ein iPad 1 und 2 keine Anschlüsse hat, das ein einfaches aufspielen und herunterladen von eigenen (!) Daten ermöglicht, ist sicherlich ein Problem. Übrigens wurden auch ganz andere Apps von Apple nicht zugelassen. Ein Magazin für Homosexulle, beispielsweise. Dieses hatte im übrigen nichts (!) mit Pornographie zu tun. Das Problem bei Apple ist auch nicht, dass sie ihren Market nach eigenen Wünschen bestücken. Die Probleme sind, dass Apple a) hier ein Monopol hat und b) die Gründe für eine Ablehnung oft nicht transparent sind.

    Ich halte es für ein sehr großes Problem, wenn ein Unternehmen mit einer solchen Macht wie Apple ein solch geschlossenes System aufrecht erhält. Aber das ist im übrigen ein anderes Thema... ;-)

  •   3

    Nur kurz zum Viren-Thema:
    Sicherlich wird es irgendwann auch mit wachsender Basis (wobei 120 Mio. schon extrem viel ist) durch Zufall ein schädliches App in den AppStore (oder WinPhone 7 Market) schaffen. Aber auch aufgrund der breiten Basis denke ich, wird das schnell aufgeklärt sein. Vor allem aber ist es dann direkt weg. Siehe die ganzen Apps, die Eastereggs drin hatten. Die wurden auch schnell gefunden und nach wenigen Stunden waren sie weg, der User hat dann keine Chance sie anders zu installieren.

    Aber zu etwas ganz anderem, was ja auch Teil dieser Thematik ist. Folgende Aussage:
    "Wer will sich schon alles genau vorschreiben lassen, was man auf seinem Gerät installieren darf und was nicht? Wer möchte sich denn sagen lassen, welche Dateien man auf und vom Gerät ziehen kann? Möchte man nicht viel lieber selber das Sagen haben?"

    Hier muss ich mal nachhaken. Hat man unter iOS oder WP7 nicht das sagen? Abgesehen davon das man sich bewusst und freiwillig für die Plattform entscheidet, ist doch das entscheidende bei "sagen haben", das man selbst entscheidet WAS drauf kommt. Z.b. bei den Inhalten, die im Zitat ja auch explizit aufgeführt wurden, gibt es dort doch keine Einschränkung. Man kann aufs iPad/iPhone jede beliebige Datei ziehen, ohne Jailbreak, ohne iTunes und ohne das Apple etwas davon mitbekommt.

    Selbst beim Content ansich kontrolliert oder zensiert Apple die Magazine die sie über in-App Verkäufe anbieten (auf alle anderen haben sie ja sowieso gar keinen Einfluss). Ist das nicht ein unzutreffendes Vorurteil? Wenn ein Kioskbesitzer keine Porno-Magazine anbietet, weil bei ihm oft Kinder einkaufen, ist das ja auch keine Zensur. Und mehr macht Apple ja auch nicht. Selbst hier bei AndroidPit oder auch im Marketplace wird man keine rassistischen oder homophobischen Inhalte einstellen. Ist das in dem Sinne dann nicht die gleiche -meines Erachtens völlig berechtigte- Zensur und Einschränkung für den User?

    Und dann noch zu den Apps:
    Wo fängt Freiheit an und wo hört sie auf? Wenn ich in einem Supermarkt stehe wo ich 100 verschiedene Gemüsesorten habe, bin ich dann nicht freier in meiner Entscheidung als auf einem Feld, wo ich theoretisch alles anpflanzen könnte, aber praktisch nur 50 Sorten anpflanzen kann, die ich nichtmal selbst ausgesucht habe? Und wird meine Freiheit beschnitten, wenn ich nicht an die Grenzen stoße die es gibt? Wenn ein Tierpark eingezäunt ist, die Tiere es aber gar nicht schaffen von einem Ende zum anderen zu laufen und ALLES haben was sie brauchen, sind sie dann nicht auch freier als z.b. auf einer kleinen Insel ohne Zaun aber in "freier Wildbahn"?

    Den Vorteil den ich bei den geschlossenen Systemen (iOS, WP7) sehe ist der, das die Grenzen mit jeder OS Version und jedem neuen App größer werden und kaum einer mehr an die diese Grenzen stößt. Dann kommt nur noch die Theorie und die Praxis ins Spiel und zumindest iOS gewinnt bei diesem Vergleich was die tatsächliche Auswahl (also Qualitativ und quantitativ nach Abzug aller Hintergrundbilder und Co) und somit Entscheidungsfreiheit angeht.

    Ich zumindest merke das bei mir. Mein iPhone war immer gejailbreaked. Beim ersten ging es gar nicht anders, beim OS 2.0 waren es 100te Gründe, beim iOS 3.0 immer noch ein Dutzend und mit 4.3 ist der letzte Grund, die HotSpot Funktion, weg. Ich stoße also praktisch an keine Stäbe mehr, also ist die Freiheit von offenen Systemen nur noch auf einem theoretischen Level ("freie Wildbahn"), die Nachteile dieser bleiben aber.

    Wenn ich mit anderen spreche, dann gibt es da auch nur noch 3 Gründe für einen JB: 1) Notification System, 2) Widgets (bzw. Inteliscreen) und 3) Basteln. Letzteres ist ja der eigentliche Sinn des Jailbreaks (wie rooten bei Android), die anderen beiden Punkte könnten sich mit der 5.0 auch erledigen.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    15.03.2011 Link zum Kommentar

    @Andy N.: Mobiltelefone gibt es einfach schon a) sehr viel mehr als PCs und b) ist die Virensoftware noch lange nicht so gut wie bei den Heimcomputern.

  • Ich halte Android für recht sicher. Gut man weiß jetzt noch nicht, was in Zunkunft noch für Lücken kommen werden, aber gegen die Lücke die Apple vor einiger Zeit in ihrem Browser hatte ist diese Lücke in Android 2.2 relativ harmlos. Wobei HTC sich beeilen sollte, damit diese Lücke geschlossen wird.

    Die Sicherheit eines geprüften Marktes hat auch seine Grenzen, erst Recht wenn Sicherheitslücken ausgenutzt werden. Aber wenn jemand einen großen Wert darauf liegt, hat man bei Android zukünftig die Freiheit auch einen solchen Markt zu verwenden -> Amazon.
    Evtl. findet ja auch Google eine Lösung um automatisiert nach Schadsoftware sucht, sofern das geht.

    Den Nutzen von Virensoftware halte ich aber doch für sehr begrenzt. Was macht denn diese Software? Macht die wirklich mehr als den Paketnamen zu vergleichen?

    Welcher Vorteil hat eigentlich ein Botnetz auf Handys? Für DDoS Attacken und ähnlichen reicht auch ein einfachen, unsicheren PC und davon gibt es im Internet zu genüge.Warum sollte sich also jemand den Aufwand machen das auf Handys umzusetzen (mal von der Motivation abgesehen, einfach zu zeigen dass es geht).
    Vielleicht um Handynetze abzuschießen?

  • @Tim L: Google ist dein Freund - http://www.securitynewsdaily.com/dangerous-droiddream-trojan-is-android-nightmare-0573/

    Ich habe bei mir jetzt auch eine Virenschutzsoftware drauf (Kaspersky), bisher zwar nur mit Eicar getestet und funzt ohne viel Systemleistung zu benötigen.

    Generell muss von Idee Abstand genommen werden das SmartPHONES Telefone sind. Es sind mobile Computer!

  • Tim 15.03.2011 Link zum Kommentar

    Gibt es eine Auflistung der 21 entfernten Apps???

    EDIT: Mensch bin ich blöd... ist ja im Artikel verlinkt^^ Hat sich erledigt.

  • Desshalb habe ich "MyAntiVirus Pro" installiert...

    Tägliche updates, und, und, und...

    PS: Es funktioniert, da ich zum testen einen DroidDream Virus draufgeladen hab, wurde sofort erkannt *****

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