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5G in Europa: Der Countdown für die Mobilfunk-Revolution läuft
Hardware 5G MWC 4 Min Lesezeit 13 Kommentare

5G in Europa: Der Countdown für die Mobilfunk-Revolution läuft

In weiten Teilen der Welt laufen die Vorbereitungen für den Start von 5G auf Hochtouren. In Europa sind viele Länder mit der Verteilung der Frequenzen, Fragen der Finanzierung und dem Aufbau der Infrastruktur beschäftigt. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede innerhalb Europas, was den Stand der Vorbereitungen gibt. Ein Land hinkt besonders hinterher.

Die Unterschiede zwischen 5G und den vorherigen Mobilfunk-Generationen sind groß. Es geht nicht mehr nur um schnellere Datenraten, sondern vielmehr um geringere Reaktionszeiten der Netzwerke und die Möglichkeit, eine Vielzahl von Geräten ins Netz zu bringen. Um mit 5G durchzustarten, braucht es mehrere Dinge, etwa neue Antennen, Backbones und Funkmasten. Doch der zentrale Baustein für 5G, damit es losgehen kann, sind die Funk-Frequenzen. Die werden in Paketen an die teilnehmenden Provider in Auktionen versteigert. Danach kann der eigentliche Aufbau des 5G-Netzes beginnen.

Unterschiede zwischen 5G Sub6 und mmWave

Wer 5G verstehen will, muss den Unterschied zwischen Sub6 und mmWave kennen, denn das sind zwei Bereiche von 5G, die sich unterscheiden und deren Frequenzen getrennt vergeben werden. Mit Sub6 bezeichnet man den Bereich von 5G, der unterhalb von 6 GHz stattfindet; in Europa zwischen 3,4 und 3,8 GHz. Dieses langwellige Signal hat eine hohe Reichweite und eignet sich vor allem zum Ausbau von 5G in der Fläche.

Im Mikrowellenbereich von rund 26 GHz arbeitet mmWave, das aufgrund der kurzen Wellenlänge weniger weit funkt und leichter von physischen Hindernissen gestört wird, aber schneller ist und geringere Latenzen hat. 5G mit mmWave wird daher vor allem für Ballungszentren und begrenzte Räume wie Stadien, Messezentren oder Firmengelände verwendet.

Der Blick auf den Ausbau in den europäischen Ländern zeigt: In der ersten Jahreshälfte werden fast überall die Frequenzauktionen für den Bereich unterhalb von 6 GHz stattfinden. Einige Staaten, etwa Großbritannien, Spanien und Italien, haben die erste Runde der 5G-Verteilung schon abgeschlossen und können mit dem Aufbau der 5G-Netze beginnen. Frankreich hinkt ein wenig hinterher. Hier soll die 5G-Auktion erst Ende des Jahres über die Bühne gehen.

2019 Feb. 27 09 56 15
In Europa stehen dieses Jahr viele Frequenzauktionen an. / © AndroidPIT

Bei der Betrachtung der Zahlen wird deutlich, dass alle Länder ein wenig unterschiedlich vorgehen, was die Verteilung der Frequenzen angeht. In Deutschland beispielsweise wird der Bereich zwischen 3,7 und 3,8 GHz für 5G mit Sub6 zunächst noch zurückgehalten und möglicherweise später verteilt. Reserviert ist er aber bereits für 5G-Anwendungen.

In Spanien und Italien ist es ähnlich mit dem Bereich zwischen 3,4 und 3,6 GHz, der momentan ebenfalls nicht in den Auktionen versteigert wird. Die europaweiten Regularien werden unterschiedlich interpretiert und den lokalen Gegebenheiten, Gesetzen und der Provider-Landschaft angepasst.

Mit mmWave geht es erst 2020 los

Noch länger wird es dauern, bis die höheren Frequenzen rund um 26 GHz genutzt werden können. Nur in Italien wurden die Bereiche schon unter den Anbietern in einer Auktion aufgeteilt. Im Rest von Europa passiert das erst 2020 und damit zwei Jahre später. Als einziges Land in der aktuellen Liste verzichtet Irland vorerst komplett auf mmWave für sein 5G-Netz.

Selbst wenn die europäischen Länder unterschiedlich weit sind, wenn es um den 5G-Ausbau geht: Das Fundament wird in diesem und im kommenden Jahr gelegt. Dann kann es mit dem eigentlichen Aufbau der Infrastruktur losgehen. Die Frage, wie die Provider die immensen Kosten refinanzieren werden, die mit dem 5G-Ausbau verbunden sind, ist von den lokalen Begebenheiten abhängig. In Deutschland etwa rechnen die Netzbetreiber von Kosten von rund 25 Milliarden Euro bis 2025 – und zwar für jeden Anbieter allein. Andere Länder fangen die Kosten ganz oder teilweise durch staatliche Investitionen ab: Sie lassen die Netze von Steuergeldern finanzieren und vermieten sie dann an die Betreiber.

Was denkt Ihr: Wann werden wir zum ersten Mal im 5G-Netz funken?

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13 Kommentare

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  • Ahhahaha 100% sind der Meinung dass das 5G Zeitalter ganz am Anfang steht.

    Ich bin mal gespannt. Ich habe ich gelesen, dass Berlin Modellregion für den 5G Ausbau werden soll. Erst sollen die Wissenschaftsstandorte ausgebaut werden. Auch ist geplant die Berliner Ubahn damit auszurüsten.

    https://www.google.de/amp/s/www.morgenpost.de/berlin/article216254073/5G-in-Berlin-Die-Hauptstadt-wird-zur-Modellregion-der-Deutschen-Telekom.html%3fservice=amp

    Da wird euch Apit ja regelmäßig updaten können.


  • 5G bringt dem einzelnen Nutzer doch fast keine Vorteile die Reichweite ist doch bei den Frequenzen sehr gering ( paar Hundert Meter ) Es ist doch hauptsächlich dafür gedacht Sachen zuvernetzten . Eine größere Abdeckung wird es mit 5G auch nicht geben. Wird nur wieder in Deutschland sauteuer und die Provider versprechen wieder das blaue vom Himmel. Denn fast 90% ,,der Deutschen meinen , daß mit 5G alles besser wird .


  • Ein deutschlandweiter Ausbau bestehender Netze wäre sinnvoller, als ein punktueller Ausbau eines neuen Netzes. Allerdings verstehe ich, dass man bei 5G nicht warten sollte. Wer zu spät kommt verliert.


  • >> aber schneller ist und geringere Latenzen hat<<
    Nanu? Soweit ich mich erinnere pflanzen sich elektromagnetische Wellen mit Lichtgeschwindigkeit fort und die ist die gleiche für 100khz oder 24Ghz. Die Latenz (Signallaufzeit) spielt dabei an dieser Stelle keine Rolle (der Abstand Handy zur Basisstation wird niemals in einem für die Lichtgeschwindigkeit relevanten Bereich sein - bei Satelliten ist das eine andere Geschichte - aber die fliegen auch hoch genug :-) ) Latenz kommt durch die Router zustande.


    • Mit "schneller" dürfte im Artikel eine höhere mögliche Bandbreite gemeint sein. Die Übertragung einer bestimmten Datenmenge ist dann bei gegebener Latenz "schneller", weil mehr Bit/s übertragen werden können. Die Trägerwellen breiten sich immer mit Lichtgeschwindigkeit (Phasengeschwindigkeit, Propagationsgeschwindigkeit) aus, jedenfalls solange der Brechungsindex 1 ist, also in Vakuum und im Wesentlichen auch in Luft.

      Das gilt aber genau genommen auch nur für kleine Wellenlängen und transparente Medien, Genaueres findet man hier:

      https://www.spektrum.de/lexikon/physik/brechzahl/1958

      Quelle: spektrum.de


  • "3,4 - 3,6 GHz für die Fläche."
    Äh nein, das wird ja schon bei 2,6Ghz bei LTE kaum gemacht, weil die Flächenabdeckung viel zu niedrig ist.
    M. E., werden die Frequenzen erstmal in den Städten eingesetzt und die Fläche wird dann mit 700Mhz oder refarmten anderen Frequenzen abgedeckt (zB 3G wird ja bald abgeschaltet, obwohl 2,1Ghz auch wieder ned so toll von der Reichweite sind, Hmm).

    Wird 5G eigentlich auch so ein Marketing-Etikettenschwindel wie LTE, bei dem selbst Techblogs von 4G gesprochen haben, ob es nur 3.9G war?


  • Pff wer will jetzt noch 5G?

    Los Mr. Trump, wir wollen das neulich angesprochene 6G. Am besten schon gestern :p


  • Danke für den kurzen aber gut verständlichen Artikel.
    Hat mir diesen ganzen 5G Hype mal ein bisschen
    näher erklärt.


  • Der Countdown beginnt und Deutschland hat sich selber vorzeitig disqualifiziert.
    Ganz großes Kino.
    Mehr muss man dazu nicht sagen.


  • Super Bericht und toll und verständlich erklärt.🙂🥛🥛🙂👌. Darauf ein Glas Milch zum Feierabend.


  • 5G?????
    sollte nicht erst Mal 4G laufen?? Baden Württemberg ist ein Funkloch!!!! Hui sehr peinlich!


    • 5G wird sich eher wieder 🙄auf Städte konzentrieren. Die ollen Dorfbewohner können ja mit 3G vorlieb weiter nehmen . Da wo ich wohne ist nur 3G. Es gibt aber Dörfer die haben nur E.


  • In Österreich wurden die Auktionen auch diese Woche gestartet. Es wird alles von 3,4-3,8Ghz versteigert und der Betreiber A1 will bis Ende des Jahres in Wien ein Netz haben.

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