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440 Millionen Downloads: Hunderte Adware-Apps im Play Store entdeckt
Apps Google 2 Min Lesezeit 14 Kommentare

440 Millionen Downloads: Hunderte Adware-Apps im Play Store entdeckt

Das IT-Sicherheitsunternehmen Lookout hat eine neue Adware gefunden, die in Hunderten von Apps versteckt war und Nutzerberichten zufolge ein Android-Smartphone nahezu unbrauchbar machen kann.

Die von Lookout gefundene Adware trägt den Namen BeiTaAd und hat sich dem Sicherheitsunternehmen zufolge in 238 verschiedenen Apps versteckt. Diese wurden über den Google Play Store insgesamt satte 440 Millionen Mal heruntergeladen und zeigten Nutzern nervige Werbung an, um damit Einnahmen zu generieren. 

Der Trick der gefundenen Adware: Sie hat in der Regel nicht sofort zugeschlagen. Zwischen 24 Stunden und ganzen zwei Wochen hat sich das in den Apps versteckte Plugin Zeit gelassen, bis es Anzeigen ausgespielt hat. Dabei handelte es sich um sogenannte "Out-of-App-Ads", die dem Namen entsprechend nicht in der App selber, sondern beispielsweise auf dem Lockscreen Werbung anzeigen - teilweise in Form von Videos.

google play protect
Eigentlich soll Google Play Protect den Play Store frei von solchen Apps halten. / © Google

Als wäre das nicht schon lästig genug, berichten Betroffene auch davon, dass ihr Smartphone durch BeiTaAd nahezu unbenutzbar wurde. In einer Antwort auf den Bericht eines anderen Nutzers im Android-Forum, der die Adware nur schwer ausfindig machen und dann nicht von seinem Smartphone bekommen hat, berichtet DazDilinger45:

"Meine Frau hat genau das gleiche Problem. Die Ads wurden zufällig in der Mitte von Telefonaten angezeigt, wenn ihr Wecker losging oder wenn sie eine andere Funktion ihres Telefons nutzte. Es ist extrem ärgerlich und macht ihr Handy fast unbrauchbar."

Alle betroffenen Apps wurden von einer chinesischen Firma namens CooTek veröffentlicht und alle CooTek-Apps enthielten das besagte Plugin. Lookout meldete das Verhalten von BeiTaAd an Google, und die verantwortlichen Apps wurden anschließend entweder aus dem Play Store entfernt oder aktualisiert und dabei das Plugin entfernt. Zu den betroffenen Apps gehörten auch die bekannte Tastatur-App TouchPal Keyboard und zahlreiche weitere Health- und Fitness-Apps. 

Google Play Protect versagt wieder kläglich

Aktuell gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass CooTek von Google bestraft wurde, obwohl das Unternehmen in solch großem Stil gegen die Nutzungsbedingungen des Play Stores verstoßen hat und durch die "Out-of-App-Ads"-Strategie versucht hat, die Werbestrategie zu vertuschen.

Offen bleibt auch die Frage, wie eine solch große Anzahl von Apps den Sicherheitsmaßnahmen von Google über mehrere Monate entgehen konnte. Scheinbar hat sich hier seit dem letzen großen AV-Test, wo Google kläglich versagt hat, nicht viel getan.

Wie Ihr solche Adware von Eurem Smartphone schmeißt, haben wir an dieser Stelle fein säuberlich für Euch aufgedröselt:

Via: ArsTechnica Quelle: Lookout

Top-Kommentare der Community

  • Ulmer vor 1 Woche

    Das stimmt schon. Im Play Store ist bald jede zweite App Müll. Da wünsche ich mir ein bisschen mehr Kontrolle wie bei Apple.
    Der Zugang ist auch viel leichter. Wir haben zum Spaß mal ne App für unseren Onlineshop entwickelt. Bei Google kontrolliert das quasi niemand, um in den AppStore von Apple zu kommen sind die Hürden viel größer. Und das ist gut so.

  • Roberto vor 1 Woche

    Jaja, Apple ist ja „langweilig“ und sonst was. Naja lieber ein geschlossenes und einwandfreies System als so ein Mist.

14 Kommentare

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  • "(...) die verantwortlichen Apps wurden anschließend entweder aus dem Play Store entfernt oder aktualisiert und dabei das Plugin entfernt."

    Google beweist mal wieder, dass die als Saftladen an einer Grundschule besser aufgehoben wären.


  • Das ist zwar ärgerlich, aber deswegen gleich nach "wie Apple" schreien ist wie unsere Politik, die unsere Rechte/Freiheit (angeblich) zum Schutz vor Terror mehr und mehr einschränkt.
    Unter Windows kann ich auch alles installieren was ich will, dazu brauche ich auch keinen MS-Appstore - und da weint niemand...

    Das der Hersteller allerdings nicht komplett entsorgt wurde, nachdem er beim Regelverstoß erwischt wurde, finde ich auch fragwürdig, andere, kleine Entwickler fliegen ja auch gleich raus...


    • "die unsere Rechte/Freiheit (angeblich) zum Schutz vor Terror mehr und mehr einschränkt."

      Genau... angeblich ... die leiden nämlich alle an Sadismus und machen alles zum Spaß.
      Keine Ahnung wo du dich eingeschränkt fühlst, aber ich hab hier immer noch freie Berufswahl. Gleich geh ich in den Laden, hole mir ein Eis meiner Wahl und setze mich an ein schattiges Plätzchen meiner Wahl. Fühle mich schon fast eingeschränkt. Teilweise Nordkoreanische Zustände hier.


      • Nur ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:
        AKK will die freie Meinungsäußerung vor Wahlen einschränken, kann ja nicht sein das jemand ihre Partei schlecht macht und die Leute deswegen jemand anders wählen.

        Seehofer will Messenger zur Entschlüsselung zwingen, kann ja nicht sein das er über irgend jemanden keine Daten sammeln kann, die ihm vielleicht mal nutzen.
        Natürlich nur wegen Terroristen, schon klar....
        ...genau wie die Uploadfilter, die bei Verabschiedung natürlich kein Zensurmittel sein sollten, sondern nur für Rechteinhaber - und jetzt plötzlich sollen sie dann auch gleich bestimmte Äusserungen filtern können (kam erst gestern irgendwo im Zusammenhang mit Facebook)

        Nochmal Seehofer: er will das deutsche Geheimdienste endlich legal Medien im In- und Ausland ausspionieren dürfen, kann ja nicht sein das jemand vielleicht kritische Dinge veröffentlicht, ohne das er das vorher gesehen hat, Leaker sind eh alle Terroristen und wozu braucht ein Reporter schon Privatsphäre?

        Aber schön das du schon zufrieden bist, solange du dir ein Eis deiner Wahl kaufen darfst :)


      • Glaubst du eigentlich das "Zeug" was du von dir gibst ?


      • Ja, ich WILL auch viel. Ob ich das bekomme, steht auf nem anderen Blatt.


  • Das stimmt schon. Im Play Store ist bald jede zweite App Müll. Da wünsche ich mir ein bisschen mehr Kontrolle wie bei Apple.
    Der Zugang ist auch viel leichter. Wir haben zum Spaß mal ne App für unseren Onlineshop entwickelt. Bei Google kontrolliert das quasi niemand, um in den AppStore von Apple zu kommen sind die Hürden viel größer. Und das ist gut so.


  • Na toll. Das TouchPal Keyboard ist auch auf dem HTC 10 vorinstalliert, und lässt sich nicht löschen, da es die Tastatur von HTC ersetzt. Selbst deaktivieren funktionierte nicht. Nur die Rechte entziehen. Ich habe zwar kein HTC mehr, interessieren würde es mich trotzdem wie man mit so etwas umgeht wenn vom Hersteller vorgegeben.


  • Jaja, Apple ist ja „langweilig“ und sonst was. Naja lieber ein geschlossenes und einwandfreies System als so ein Mist.


    • Auch im Appstore tummelt sich immer wieder fragwürdiges.
      Mir fällt da spontan die Health App ein, die vorgab über den Homebutton den Puls messen zu können, man damit aber ein verstecktes Fenster zum inApp Kauf über $100 per TouchID bestätigte.
      Apple mag bei der Kontrolle der Apps fitter sein. Fehler- oder "einwandfrei" sind sie aber auch nicht


    • Jo, wer sich jeden Quatsch ausm Store lädt, der hat aber auch bei Apple verloren. Bin nun seit fast 10 Jahren auf Android unterwegs und hab mir nie irgendwas eingefangen. bissl mitdenken vorm installieren hilft.