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2 Min Lesezeit 26 Kommentare

200.000 Elektroautos in Norwegen: Jedes dritte kommt aus Deutschland

Wer hätte das geahnt? Während in Deutschland sämtliche Ziele beim Verkauf von Elektroautos verfehlt werden und uns zwischen Ladesäulen der Saft ausgeht, wurden auf Norwegens Straßen inzwischen 200.000 E-Fahrzeuge zugelassen. Knapp ein Drittel davon kommt aus Deutschland. Doch ein einziges Modell aus Japan macht ein Viertel der E-Auto-Flotte des skandinavischen Landes aus.

Dass – und auch warum – Norwegen ein Modellmarkt für die E-Fahrzeug-Industrie ist, hat Kollege Shu schon hinlänglich erörtert. Nun jedoch veröffentlicht der norwegische Elektroautoverband genauere Daten. Anlass ist die Zulassung des 200.000. Elektrofahrzeugs in dem skandinavischen Land.

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Knapp ein Drittel der E-Fahrzeuge in Norwegen sind deutsch. / © elbil.no

Bei allem Ärger über den schleppenden Fortschritt bei der Elektrifizierung deutscher Straßen gibt die obige Grafik Anlass zur Hoffnung: Deutsche Elektroautos sind offenbar hoch im Kurs. Addiert man die Zahlen der Modelle von VW, BMW und Mercedes-Benz kommt man auf rund 65.000 Fahrzeuge, also knapp ein Drittel der insgesamt 200.000 Zulassungen in Norwegen.

Bemerkenswert ist aber der Erfolg des Nissan Leaf, der ein Viertel der Zulassungen auf sich allein verbucht. Der Japaner kostet in Norwegen nur knapp 29.000 Euro; der E-Golf ist mit knapp 24.000 Euro günstiger, kam jedoch erst später auf den Markt.

Auch in Norwegen ist noch viel Diesel unterwegs

Allen Elektro-Erfolgen zum Trotz hält sich in Norwegen wacker ein Diesel-Bestand von 46 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge. Auch Benzin ist mit knapp 40 Prozent noch nicht Vergangenheit. Da jedoch jede dritte Neuzulassung auf ein E-Fahrzeug entfällt, wird sich auch dieses Kuchendiagramm mittelfristig verändern.

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Verbrenner haben noch immer ein großes Stück am Kuchen; auch in Norwegen. / © elbil.no

Der Staat Norwegen fördert den Verkauf von E-Fahrzeugen aktiv durch steuerliche Vergünstigungen, zusätzliche Fahrbahnspuren und Parkplätze sowie durch einen großzügigen Ausbau der bislang kostenlosen Lade-Infrastruktur; auch in den ländlichen Regionen in Norwegens zerklüftetem Norden.

Würde die Regierung in der Bundesrepublik ähnliche Schritte im großen Stil wagen, könnten auch wir diese Wende schon erleben. Die Norweger zeigen immerhin, dass deutsche E-Fahrzeuge attraktiv genug wären. Jetzt müssen nur noch die Rahmenbedingungen optimiert werden, damit wir nicht die hart verdienten Export-Euros wieder für Statoil ausgeben.

Quelle: elbil.no

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26 Kommentare

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  • Wo soll in Deutschland der benötigte grüne Ökostrom herkommen, wenn weder der Wind weht, noch die Sonne scheint?

    Nur Wasserkraft ist von den regenerativen Energien rund um die Uhr verfügbar. Davon hat das bergige, dünnbesiedelte Norwegen als eines der wenigen europäischen Länder genug.

    Die beste Lösung ist derzeit immer noch der Hybrid-Antrieb.
    Wasserstoff wird erst interessant, wenn dessen Produktion zu 100 % durch grünen Strom geschehen kann.


  • Man soll mindestens noch ein paar Jahre warten, bis alle Hersteller etwas auf den Markt bringen.


  • Jetzt weiß ich auch, warum es vom Passat in Deutschland keinen Plug-in Hybrid gibt ;-) Ist aber auch egal, meine Firmenwagen-Richtlinie schreibt mir eh einen Dieselmotor vor.
    Dass die Leute in Norwegen viel Geld verdienen, wusste ich schon vorher, aber die Statistik ist doch schon interessant: Tesla Modell S mit 18982, Tesla Modell X mit 11125 und Renault ZOE mit nur 9540 ...


  • In China wo die Luft noch dreckiger ist als bei uns angeblich sei, da müssten Elektroautos mehr gefördert werden.


  • Umwelt hin oder her fragt mal Feuerwehrleute die gehen an kein brennendes E Auto ran . Da müßte die Sicherheit auch gewährleistet werden . Die Dinger werden jetzt einfach zu schnell und unausgereift auf den Markt geschmissen nach den Motto Hauptsache E Mobilität.


    • Umwelttechnisch sind e-Autos auch nicht gerade der heilige Gral. Besonders die großen Fahrzeuge wie ein Model X und Model S haben einen enorm hohen CO2 Ausstoß in der Akku-Produktion. Wenn du das Auto nicht stetig mit 100% grünem Strom lädst braucht das Jahre bis du die dadurch entstandenen Emissionen wieder eingespart hast, erst dann ist das Auto auch wirklich grüner. Natürlich vorrausgesetzt, dass du keinen Ersatzakku benötigst.
      In Cityflitzern wie in einem Smart, Up oder anderen Kompaktfahrzeugen wie einem Polo oder Golf machen, sofern sie nur in der Stadt für kürzere Strecken genutzt werden, vergleichsweise kleine Akkupacks mit 250km +/- einigermaßen sinn. Ein 800kg Akkupack unter einen ohnehin viel zu schweren SUV zu schnallen mag zwar Spaß machen, der Luftqualität ist damit aber nur lokal geholfen.


  • Was ist denn das für eine selten dämliche Umfrage?


  • Dann haben die Norweger und die D, wohl noch nicht den Beitrag der NOZ vom Volker Schmidt gelesen.

    Volker Schmidt: "E-Mobilität klimaschädlichste Antriebsart"

    noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/1621616/e-mobilitaet-klimaschaedlichste-antriebsart?utm_source=Facebook%3Futm_source%3DFacebook


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Hui, das ist aber mächtig einseitig. Ich bin noch immer nicht davon überzeugt, dass die E-Mobilität tatsächlich die Zukunft ist. Dafür ist sie zu jung, zu unausgereift und andere Technologien zu unerforscht. Wie aber in manch einem Kommentar unter dem Artikel auch geschrieben wird, sind die Rechnungen, die er da aufstellt, leider nicht wirklich komplett. Mit der Hysterie etc. in Deutschland hat er allerdings vollkommen Recht.


      • @Bastian:
        Die Technik für E-Autos ist noch zu unausgereift? Vielleicht bist du allgemein zu jung oder hast dich mit dem Thema noch nicht ausgiebig genug beschäftigt. Das erste E-Auto wurde 1988 gebaut. Und im Gegensatz zum Verbrenner ist der Elektroantrieb absolut simple Technik.


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ach bitte, warum muss man es denn gleich auf eine persönliche Ebene bringen? Keine Sorge, ich komme aus einer Automobil-Familie, da wird über das Thema praktisch immer diskutiert, und auch ich lese doch ziemlich viel dazu. Ich würde mich zwar nicht als E-Antriebs-Experte bezeichnen, ganz sicher nicht, mir ist aber bewusst, dass der Antrieb nicht das Problem ist.
        Mein Grundsatz ist und wird auch immer bleiben, dass ein E-Auto ein Verbrenner zu 100% ersetzen können muss, nur so kann es auch wirklich interessant als kompletter Ersatz werden. Mit einem Diesel komme ich mitunter über 1000 Kilometer weit, in Minuten ist der Tank wieder voll. Allein das erfüllt ein E-Fahrzeug nicht im Ansatz, ergo ist er aktuell auch nur in Städten eine wirkliche Konkurrenz.
        Die Nützlichkeit eines E-Fahrzeugs ist doch nicht nur vom Antrieb selber abhängig. Der ist vollkommen ok wie er jetzt ist. Das Problem ist und wird wohl auch weiterhin der Akku bleiben. Nur bestimmt er letztlich die Nützlichkeit eines E-Fahrzeugs, vor allem im direkten Vergleich mit Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Elektroautos gab's schon viel früher:

        http://www.spiegel.de/einestages/elektroauto-revolution-vor-100-jahren-a-947600.html

        "Und so scheiterten die Wunderwagen damals aus denselben Gründen, wegen denen auch heute Autofahrer zögern, vom Benziner aufs Elektroauto umzusteigen."


      • @Bubblegum. Und Bastian hat recht. Das erste E-Auto wurde auch nicht 1988 gebaut. Das ist noch viel länger her. Den Elektroantrieb gibt es schon länger als den Verbrennungsmotor. Aber was heißt das? Da diese Technik immer noch immense Hürden und Probleme im Alltag hat, ist sie noch nicht ausgereift. Da kann es keine zweite Meinung geben.
        Wenn sie tatsächlich ausgereift sein sollte, also außer Kosmetik nichts mehr erwartet werden kann, hat sich das Thema eh erledigt.
        Die E-Mobilität hat zwei Probleme. Erst mal die Reichweite. Die müsste mindestens 400 KM sein. Aber auf der Straße, unter Normallast, auch im Winter, nicht auf einem Prüfstand. Heute noch ein echtes Problem.
        Das würde sich ja noch lösen lassen. Aber das zweite Problem ist der E-Mobil-Killer: Das Laden.
        Ich rede von richtig Laden, nicht nur auffüllen. Also, wie im Benziner-Alltag, von knapp vor Reserve bis voll. Mit meinem Benziner fahre ich ja schließlich auch nicht alle 200 KM tanken.
        Noch brauchen die Dinger Ewigkeiten zum Laden. Und jetzt bitte nicht Tesla aufführen. Erstens kann nicht jeder einen Tesla kaufen und zweiten ladet der Apparat immer noch viel, aber viel zu lange.
        Nehmen wir an, die Techniker schaffen den Akku in Zwanzig Minuten für eine reale Strecke von 400 KM zu laden. Gott, würden die sich feiern lassen, ob des Durchbruchs. Und wäre doch völlig indiskutabel.
        Nur mal nachdenken.
        Da nicht jeder ein Eigenheim hat, werden die meisten eine öffentliche Ladestation aufsuchen müssen.
        Ein Benziner ist innerhalb drei Minuten betankt. Länger dauert der reine Tankvorgang nicht.
        Und nun stellen wir uns vor das E-Mobil schafft es einen großen Akku in bisher nicht möglichen Zwanzig Minuten voll zuladen.
        Stehen zwei vor mir, summiert sich das schon auf ein Stündchen.
        Und auf Urlaubsfahrt können auch schon mal Fünf oder mehr vor dir stehen. Da nutzt dir dann noch nicht mal ein Eigenheim was. Dann eher ein Wohnwagen


      • E-Autos sind immer noch nicht perfekt und Preis/Qualität ist auch nicht top, aber Schritt für Schritt werden sie besser und bald können alle E-Auto benutzen.


    • @Jens sehe ich genauso. Umweltfreundlucher ustbda derzeit nichts dran.


    • Der feine Herr Schmidt versucht in dem Beitrag ja selbst nichts anderes, als den Status quo zu erhalten. Und für seine Argumentation plappert er die Ergebnisse von anderer Leute Studien nach.
      Natürlich ist die Herstellung von Akkus für die E-Mobilität CO2-intensiv, aber nach den erwähnten 200000 km Fahrleistung gewinnt der Stromer aber nun einmal.
      Durch ein Netz von Austauschakkus ließen sich zum Einen das Reichweitenproblem der Elektromobiltät, zum Anderen das Speicherproblem erneuerbaren Energien lösen. Hierzu werden normierte Akkus an den bisherigen Tankstellen über Solar- oder Windstrom aufgeladen. Ist der Akku am Auto leer, fährt man einfach zur Tanke und tauscht den leeren Akku gegen einen vollen aus. Wenn man eine längere Strecke als üblich fahren will, packt man zur Not eben zwei oder drei Akkus ein.
      Schaut man sich die CO2-Bilanz der Bundesbürger an, ist es ganz klar, dass sich gesellschaftlich dringend etwas ändern muss, um bspw. die Klimaziele zu erreichen. Derzeit erzeugt der durchschnittliche Bundesbürger zehnmal (!) soviel CO2 wie er darf (ich auch). Wenn wir unseren Kindern keine dauerhaften Dürren wie im letzten Jahr vermachen wollen, müssen wir so schnell wie möglich handeln und Dinge massiv ändern.
      Herr Schmidt macht es sich da ganz einfach, verkauft weiter seinen Stahl und lobbyiert herum. Er (und ich auch) werden nämlich die richtig schlimmen Zeiten, die ab 2050 anbrechen, nicht mehr erleben.


      •   11
        Gelöschter Account vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Natürlich ist die Herstellung von Akkus für die E-Mobilität CO2-intensiv, aber nach den erwähnten 200000 km Fahrleistung gewinnt der Stromer aber nun einmal. "
        200000 km erreichen sehr viele Pkw's gar nicht und landen oftmals virle früher auf dem Schrott.
        Die Rechnung geht also in vielen Fällen gar nicht auf.


      • @Ohlib, eine sehr naive Sicht. Tut mir leid das sagen zu müssen. Du willst die Akkus normieren? Viel Spaß. Jeder Hersteller muss schauen, wo er Platz hat, denn Design wird auch beim E-Mobil wichtig sein. Und ein Sportwagen hat halt andere Platzverhältnisse als ein SUV. Dann muss das auch noch international geschehen. Bis das über die Bühne ist, gibt es den Benziner schon mangels Öl nicht mehr.
        Akkus tauschen? Ich denke mal innerhalb 12 Stunden gibt es an einer mittelgroßen Tankstelle ca. 200 - 300 Tankvorgänge. Also müsste man mindestens 200 Akkus nach allen Regeln der Sicherheitsvorschriften lagern. Wo? Zu welchen exorbitanten Kosten? Mit 200 Ladegeräten?
        "Wenn man eine längere Strecke als üblich fahren will, packt man zur Not eben zwei oder drei Akkus ein."
        Willst du uns auf den Arm nehmen, oder fährst du einen Lieferwagen?


      • @ Durchblickender: Ich persönlich hatte seit dem Erwerb meines Führerscheins anno domini 1988 5 Fahrzeuge von den 4 die 200000 gepackt haben. Der eine Fehler war ein auf LPG umgerüsteter Zafira, seitdem kommt mir kein Opel mehr ins Haus.
        Darüber hinaus werden viele ältere Fahrzeuge ins weniger reiche Ausland exportiert, bspw. Osteuropa oder Afrika, wo die Bürger weniger Ansprüche an modernen Fahrkomfort haben.
        Ein Elektromotor ist viel weniger verschleißanfällig als ein Verbrenner mit den vielen Ventilen und Zahnrädern, deshalb kann ich mir gut eine lange Lebensdauer vorstellen.

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