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Ubuntu Touch auf dem Galaxy Nexus ausprobiert

Nico Heister
19

Canonical hat vor ein paar Tagen eine neue Beta-Version von Ubuntu Touch auf Basis von Ubuntu 13.04 veröffentlicht und das habe ich zum Anlass genommen, das System auf meinem alten Galaxy Nexus zu testen. Ich wollte wissen, was sich seit der ersten Veröffentlichung vor mehr als zwei Monaten getan hat und habe Ubuntu Touch für Euch ausprobiert. Der Test hat richtig Spaß gemacht, aber für den Alltag lässt sich das System leider noch nicht verwenden.

galaxy nexus ubuntu touch teaser 01
© AndroidPIT

Installation

Wenn Ihr Euer Galaxy Nexus bereits gerootet und eine Custom-Recovery installiert habt, lässt sich Ubuntu Touch wie jedes andere Custom-ROM installieren. Ladet dafür einfach die Dateien raring-preinstalled-armel+maguro.zip und raring-preinstalled-phablet-armhf.zip herunter und flasht sie nacheinander über die Recovery (erst “Maguro”, dann “Phablet”). NIcht wundern übrigens, wenn der Flashvorgang der Phablet-Datei länger dauert: Das ist bei einer Dateigröße von über 500 Megabyte vollkommen normal. Vor dem Flashen solltet Ihr aber noch “Wipe data/factory reset” auswählen. Nach dem Flash-Vorgang noch kurz “wipe cache partition” durchführen und dann könnt Ihr Euer Galaxy Nexus neustarten. Weitere Infos zur Installation findet Ihr direkt im Ubuntu Wiki.

Erster Start

Nach dem ersten Bootvorgang werdet Ihr vom Sperrbildschirm begrüßt. Der zeigt Euch nicht nur Datum und Uhrzeit an, sondern informiert auch darüber, dass Ihr 14 neue Twitter-Nachrichten erhalten habt. Diese Info dient derzeit aber nur Demonstrationszwecken. Um das Galaxy Nexus zu entsperren, wischt einfach vom Sperrbildschirm von rechts nach links, um zum Homescreen zu gelangen. Was sofort auffällt: Es gibt keinerlei Software-Buttons auf dem Bildschirm. Stattdessen setzt das Linux-Betriebssystem voll und ganz auf Gesten. So bringt zum Beispiel ein Wisch von der linken Bildschirmseite nach rechts eine kleine Sidebar zum Vorschein, die App-Verknüpfungen enthält.

ubuntu touch lock home
Lock- und Homescreen von Ubuntu Touch / © AndroidPIT

Bedienung

Wischgesten sind bei Ubuntu Touch das A und O. Kontextbezogene Menüs von Apps werden beispielsweise nach einem Wisch vom unteren Bildschirmrand nach oben angezeigt. Ein weiterer Wisch von unten nach oben mit anschließendem Druck auf das Lupen-Symbol öffnet ein halbtransparentes Overlay, das Euch noch weitere Optionen präsentiert. Von dort lässt sich eine App auch beenden. Das Wisch-Konzept funktioniert gut, ist aber gerade am Anfang nicht besonders intuitiv, vor allem wenn man von einem System wie Android kommt, bei dem größtenteils Aktionen über Buttons ausgelöst werden.

ubuntu touch context menu
Kontextbezogene Menüs lassen sich per Wischgesten erreichen. / © AndroidPIT

Die Benachrichtigungsleiste funktioniert auch anders, als man es von Android gewohnt ist. Ein kurzer Druck auf die Leiste offenbart Einstellungen für den Flugmodus und die Lautstärke, sowie Schnellverknüpfungen zu Nachrichten, Sounds, Netzwerk, Akku, und Datum und Uhrzeit.

ubuntu touch notifications
Die Benachrichtigungsleiste ist in mehrere Bereiche unterteilt. / © AndroidPIT

Man kann aber auch direkt zu Bereichen wie "ungelesene Nachrichten" springen. Dazu muss man auf das entsprechende Symbol in der Benachrichtigungsleiste tippen und eine Wischgeste nach unten ausführen. Das ist bei den kleinen Symbolen aber ziemlich fummelig und in meinem Test habe ich aus Versehen öfters die falsche Leiste heruntergezogen. Durch einfaches Tippen mit anschließender Auswahl im unteren Bereich der allgemeinen Benachrichtigungsleiste kommt man schneller ans Ziel.

ubuntu touch notifications 02
Nachrichten und Infos zum Akku, sowie Displayeinstellungen. / © AndroidPIT

Performance

Auf dem Galaxy Nexus läuft Ubuntu Touch zwar ziemlich flüssig, beim Aufrufen von Apps treten aber mitunter Ladezeiten von mehreren Sekunden auf. In diesem Zeitraum bleibt der Bildschirm meist solange weiß, bis sich die App nach und nach aufgebaut hat. Besonders gut kann man das in der Bildergalerie beobachten. Abgesehen davon gibt es aber keinen Grund für Beschwerden. Das System reagierte flott auf Benutzereingaben und hat sich abgesehen von längeren Ladezeiten keine Blöße gegeben.

ubuntu touch gallery browser
Vor allem Galerie und Browser benötigen gerne mal länger, um zu starten. / © AndroidPIT

Fazit

Die Oberfläche von Ubuntu Touch einen sehr guten Eindruck, aber das System ist noch unfertig und es gibt viele Baustellen für die Entwickler. So lassen sich die Telefoniefunktionen bisher noch nicht nutzen und es existieren auch noch einige Platzhalter und funktionslose Buttons. Man merkt deutlich, dass Ubuntu Touch noch nicht die Marktreife erreicht hat und dass die Entwicklung auf Hochtouren läuft. Vom Einsatz im Alltag rate ich deshalb dringend ab, aber Interessierte können dennoch schon mal einen Blick riskieren, um sich mit dem System vertraut zu machen. Vor der Installation solltet Ihr aber auf jeden Fall ein Backup anlegen, zum Beispiel über die Recovery.

galaxy nexus ubuntu touch teaser 02
Ubuntu Touch: Schick, aber das System hat noch einen weiten Weg vor sich. / © AndroidPIT

Zusatztipps

Screenshots von Ubuntu Touch könnt Ihr mit folgenden ADB-Befehlen erstellen. Dazu muss das Galaxy Nexus an einen Computer angeschlossen sein.

adb shell /system/bin/screencap -p /sdcard/screenshot.png
adb pull /sdcard/screenshot.png screenshot.png

Wer nicht auf Android verzichten, aber einen Hauch von Ubuntu Touch haben möchte, sollte mal das Ubuntu Live Wallpaper für Android anschauen. Damit wird der Sperrbildschirm von Ubuntu Touch auf Eurem Homescreen imitiert.

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Patrick Peter 25.04.2013 Link

    Jetzt bin ich neugierig geworden und würde es gerne mal auf meinem Nexus 4 probieren. Kann ich einfach ein Nandroid Backup machen und es nach dem Probieren wieder aufspielen?

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  • User-Foto
    Admin
    Nico Heister 25.04.2013 Link

    @Patrick Peter:

    Ja, das funktioniert. Genau so habe ich es auch beim Galaxy Nexus gemacht.

    Viel Spaß beim Ausprobieren! :)

    EDIT: Achte aber darauf, dass du für Dein Nexus 4 nicht die "maguro"-Datei, sondern das "occam"-Image herunterlädst. Die zweite Datei bleibt aber gleich, die ist universell.

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  • Patrick Peter 25.04.2013 Link

    Danke

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  • Volkan aus HH 25.04.2013 Link

    Ich glaub ich werde mein Nexus 4 doch rooten ^^

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  • draa 25.04.2013 Link

    Schaut schon mal super aus. Toller Bericht! Ich bin gespannt, was da noch kommt...

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  • Thomas Weissenbacher 25.04.2013 Link

    Guter Test, danke!

    Finde ich irgendwie lustig. Bei Microsoft regt man sich auf, dass die Navigation in Windows 8 so umständlich ist, da die Leisten versteckt sind und nur durch Wischgesten zu öffnen sind. Auch über das "flache" Design schimpft man.

    Dennoch ziehen in vielen Bereichen die anderen nach. Ubuntu mit seinen Wischgesten (ich will absolut nicht sagen dass die in ihrer Funktion abgekupfert wurden, aber das Prinzip ist dasselbe), und auch beim Design kann man das bei immer mehr Firmen beobachten.

    So oder so: Ubuntu wird auf Smartphones, gleich wie am PC, eine nette Open Source Alternative sein, aber nie ansatzweise einen ernsthaften Anteil ergattern. Gerade weil die Vorteile gegenüber Android, dass bis auf die Google Apps auch 100% Open Source ist, nicht wirklich da sind - einziger Mehrwert: Es ist "anders". Dafür fehlt noch sehr, sehr viels, was auch bei Android erst "wachsen" musste. Dafür gebe ich Ubuntu natürlich keine Schuld, so etwas dauert, aber das ist eben das Henne-Ei Problem: Solange es keinen großen Mehrwert bietet werden sich nur wenige das antun, wenn es aber nur wenige sind kommt auch nur langsam dieser Mehrwert (Apps, Ökosystem, Unterstützung der Hersteller etc.) dazu.

    Ich finde es aber prinzipiell interessanter als Firefox OS. Denn beim Firefox OS dürfen nur HTML5 Apps verwendet werden und kein nativer Code. Und HTML5 Apps, speziell aufwändigere, sind nunmal in puncto Leistung meilenweit hinter jedem nativen Code und Firefox OS will primär auf schwacher Hardware Fuß fassen. Paradox.

    Generell denke ich, dass alle ein Stück vom Kuchen wollen, nur dass der Markt schon sehr gesättigt ist. Auch Android - und das war erst der 2. Player bei den "neuen Touch-OS" - wäre nie erfolgreich geworden, wenn es nicht vehement von einer großen Firma gepusht und weiterentwickelt worden wäre, und v.a. die Hersteller es rasend schnell adaptiert hätten. Eben auch weil es kostenlos ist, und da sehe ich ein Problem für Firefox OS, Ubuntu Touch & Co: Was macht es für einen Hardware-Hersteller für einen Sinn, diese Systeme statt Android zu nehmen?

    Android ist bekannt, hat sich bewiesen, die Hersteller kennen sich damit aus, und es hat ein florierendes Ökosystem.

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  • Mugendon 25.04.2013 Link

    @Thomas Weissenbacher

    "Finde ich irgendwie lustig. Bei Microsoft regt man sich auf, dass die Navigation in Windows 8 so umständlich ist, da die Leisten versteckt sind und nur durch Wischgesten zu öffnen sind. Auch über das "flache" Design schimpft man.

    Dennoch ziehen in vielen Bereichen die anderen nach."

    Man regt sich über diese Dinge bei der Desktop Version von Windows 8 auf, da es mit der Maus umständlich zu bedienen ist. Hier geht es um ein kleines Smartphone, welches mit den Fingern bedient wird.

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  • Marcus B. 25.04.2013 Link

    Ich finde Ubuntu richtig geil, läuft seit Wochen schon auf dem Chromebook! Kann auf die Handyvariante kaum noch warten :D

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  • Philipp Junghannß (My1) 25.04.2013 Link

    geht das auch auf nicht Nexen wie dem N2???

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  • User-Foto
    Admin
    Nico Heister 25.04.2013 Link

    Nein, bisher werden nur Nexus-Geräte offiziell unterstützt. Eine genaue Auflistung findest du hier:

    https://wiki.ubuntu.com/Touch/Install#Supported_devices_and_codenames

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  • Theodor Machnich 25.04.2013 Link

    Hallo Zusammen,

    prinzipielle finde ich den Ansatz schon super, auch das Design der Oberfläche.
    Was Grundsätzlich ein Ärgernis ist, dass die Android Apps darauf nicht laufen.
    Bin mir sicher, dass dies mit der Implementierung von Bluestacks sicher kein Thema wäre.
    Warum es diese Firma aber immer noch nicht nötig findet, trotz ettlicher Mails von vielen Usern und Posts in deren Foren, die Software nach Linux zu portieren ist schon fraglich.
    Denke es ist nicht so ein Akt die MAC Version zu portieren.
    Hoffe es gibt da bald einen Vernünftigen Ansatz, kann mir Android Apps gut als Desklet Ersatz vorstellen.

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  • Ralf Lange 26.04.2013 Link

    Ich habe es bereits zwei mal auf meinem GalaxyNote 1 installiert und ich muss sagen, dass ich wirklich sehr angetan bin.
    Ich nutze privat auch nur Ubuntu und daher wäre dies eine Bereicherung für meine private Home-IT! ;-)

    Es läuft noch lange nicht alles (GSM, etc.) aber das Look&Feel ist bereits jetzt schon nicht schlecht.
    Wen es insteressiert es mal auf seinem Note zu probieren geht einfach auf www.gerrett84.de......

    Grüße, Ralf.

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  • Philipp Junghannß (My1) 26.04.2013 Link

    @Ralf, wie hast du das Ubuntu auf das N1 gebracht? dachte Nico sagte dass es nur mit nexen geht...
    Edit: ok hab 2. Absatz überlesen.

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  • User-Foto
    Admin
    Nico Heister 26.04.2013 Link

    @Philipp:

    Wie gesagt, offiziell werden von Canonical nur Nexus-Geräte unterstützt. Bastlern steht es aber frei, das System auch auf andere Smartphones/Tablets zu portieren. ;-)

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  • Philipp Junghannß (My1) 26.04.2013 Link

    aso, thx for info.
    MFG
    My1

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  • Patrick Peter 26.04.2013 Link

    Versuche schon seit gestern Ubuntu zu laden, aber irgendwie scheint der Server abzukacken. der läd nur mit 2 kbit/s

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  • ©h®is 26.04.2013 Link

    thx

    schöner Bericht :)

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  • Björn Zim 10.06.2013 Link

    Klingt ja schon nicht uninteressant.
    Eine Frage: Muss ich für Ubuntu touch nun auch spezielle Apps nutzen, oder kann ich die Programme, die auch auf dem Desktop unter Linux laufen würden, auch auf dem Smartphone/Tablet nutzen? Das wäre ein echter Mehrwert. Wenn nicht, weiß ich noch nicht so wirklich, was ich damit soll.

    Aber spannend ist es schon.

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  • User-Foto
    Admin
    Nico Heister 10.06.2013 Link

    @Björn Zim:

    Das müssen angepasste Apps sein.

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