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Ubuntu One Files – Konkurrenz für Dropbox & Co?

Thomas Weissenbacher
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Dropbox und ähnliche Apps erfreuen sich größter Beliebtheit: Immerhin kann man ganz einfach und bequem Daten online speichern und mit mehreren Geräten abgleichen. Mit Ubuntu One Files bekommen diese Dienste nun Konkurrenz – und das direkt von einer der beliebtesten Linux-Versionen.

 

3 ★★★☆☆

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
1.0.3.1 1.2.8

Funktionen & Nutzen

Testgeräte
Samsung Nexus S
Android Version: 2.3.6
Root: Nein
Modifikationen: Nein

Acer Aspire 1410
1.4 GHz Celeron (Single-Core)
2 GB RAM

Details zur Linux-Version:
Ubuntu 11.10 „Oneiric Ocelot“ 32bit
Desktop: Unity 2D
Dateimanager: Standard (Nautilus)

Details zur App:
Verwendbar ab: Android 2.1
Apps2SD: Nein
Größe nach Installation: Ca. 1.3 MB
Verlangt Berechtigungen:

  • System-Tools
  • Ihre Konten
  • Speicher
  • Netzwerkkommunikation

Letztes Jahr um diese Zeit machte ich meine ersten Gehversuche mit Linux am PC (genauer gesagt auf meinem Netbook/Subnotebook). Ubuntu war die Distribution meiner Wahl, immerhin gilt diese ja als „massentauglichste Mainstream-Distribution“. Es war Ubuntu 10.10 „Maverick Meerkat“ und nach viel Eingewöhnungszeit habe ich Ubuntu etwa ein halbes Jahr verwendet. Danach kam wieder Windows 7 drauf – hauptsächlich, weil manche Programme die ich verwende nur unter Windows laufen und mein Desktop-PC schon länger den Geist aufgegeben hat. Vorgestern ist die neueste Ubuntu-Version erschienen (11.10 „Oneiric Ocelot“, etwa „träumerisches Ozelot“), ich habe wieder Lust bekommen und es gleich installiert und eingerichtet. Nach zwei Marathon-Sitzungen bis tief in die Nacht (bzw. in den Morgen hinein) und unübersehbaren Augenringen läuft Ubuntu nicht nur tadellos, ich konnte auch Ubuntu One bzw. Ubuntu One Files ausgiebig für euch testen.

Ubuntu One wird seit der Ubuntu-Version 10.10 als finale Version im System verankert mitgeliefert. Die Grundidee ist nicht neu, aber dennoch nützlich: Jeder Ubuntu-Benutzer kann sich anmelden und bekommt 5 GB Speicher gratis. Nun kann man beliebige Dateien vom PC in die Cloud hochladen und von jedem anderen Gerät darauf zugreifen, sofern es Ubuntu One unterstützt. Momentan sind das Android-Geräte, iOS-Geräte, Ubuntu- und seit kurzem auch Windows-PCs. Ich teste heute aber nicht den Windows-Client, sondern den ursprünglichen Ubuntu-Client zusammen mit dazugehörigen App Ubuntu One Files für Android. Und dabei bin ich auf ein äußerst zweischneidiges Schwert gestoßen. Doch dazu erst später mehr.

Wie kommen Dateien vom PC in die Cloud? Das geht recht einfach: Man öffnet Nautilus (der Dateimanager, das Pendant zum Windows-Explorer) und in den „Hauptordnern“ Arbeitsfläche, Downloads, Dokumente, Bilder und Musik gibt es im Nautilus-Fenster einen Balken mit der Option „Ubuntu One – Diesen Ordner abgleichen“. Einfach ein Häkchen setzen, fertig – alle Dateien im Ordner werden hochgeladen. Komisch ist dabei: Während es die Option „Diesen Ordner abgleichen“ in den Hauptordnern gibt (etwa „Persönlicher Ordner/Musik“) gibt es sie in den Unterordnern (etwa „Persönlicher Ordner/Musik/Beatles“) nicht. Da muss man auf eine freie Stelle rechtsklicken und die Option im Popup-Menü wählen. Praktisch: Bei Ordner und Dateien, die abgeglichen wurden, erscheint ein grünes Häkchen.

Der PC-Client "Ubuntu One" - leider extrem fehlerhaft!

Wie kommen Dateien aus der Cloud auf das Android Gerät? Einfach Ubuntu One Files installieren! Danach muss man sich nur noch einloggen, fertig – man sieht sofort die Ordnerstruktur des Cloud-Speichers. Dateien/Ordner werden erst heruntergeladen, wenn man lange darauf drückt und „Download wählt“. Ist das erledigt (Ubuntu One Files zeigt die Up- und Downloads in der Android-Statuszeile an), kann man die Datei in der Ubuntu One Files App anklicken und öffnen. Auch andere Dateimanager können danach darauf zugreifen: Alle Dateien werden in den Ordner „u1“ auf der SD-Karte bzw. dem integrierten Speicher gespeichert. Aber Ubuntu One Files kann noch viel mehr! Über das „+“ rechts oben kann man Ordner erstellen oder Bilder, Videos, Musik und andere Dateien hinzufügen und hochladen. Bestehende Ordner/Dateien kann man durch langes Drücken Löschen, Umbenennen, Teilen (Bluetooth, Gmail etc.) oder Freigeben. Bei letzterem muss man anschließen nocheinmal lange auf die freigegebenen Daten drücken und kann dann den Link zu diesen kopieren oder teilen. Im Test kam aber leider nicht die freigegebene Datei, sondern immer nur ein „Could not locate object“. Schade. Aber immerhin kann man auch auswählen, dass neu geknipste Fotos vom Handy hochgeladen werden, optional nach einem Zeitplan und nur über Wlan.

Allgemein kann man sagen: Gut, dass in die Bewertung zum allergrößten Teil die Android-App einfließt. Diese ist gut gemacht und funktioniert problemlos. Der Rest ist aber nahe daran, eine Katastrophe zu sein! Der Ubuntu One Client am PC funktioniert kaum; am Handy erstellte Ordner tauchen nicht auf (selbst nach mehrmaligen Synchronisieren, das noch dazu manchmal erfolgreich ist, manchmal nicht), und das obwohl der Client meistens „Dateien sind auf dem neuesten Stand“ meldet. Das Browser-Portal hat hier nur sehr selten Probleme. Auch der Upload vom PC aus funktioniert oft nur, wenn man den Ubuntu One Client mehrmals neu startet oder die Synchronisierung im Menü deaktiviert/aktiviert. Das nervt wirklich gewaltig und lässt den PC-Client eher wie eine Alpha-Version erscheinen. Die Ubuntu One Files App auf Android Geräten funktioniert hingegen beinahe fehlerfrei: Sind Dateien einmal erfolgreich vom PC hochgeladen, wird brav abgeglichen. Auch der Upload funktioniert gut; nur hin und wieder muss man ihn neu starten. Das große Problem an dem gesamten Paket ist hier der Desktop-Client.

Fazit: Ubuntu One Files funktioniert als Android App sehr gut, deshalb bekommt die App auch eine gute Bewertung. Auch im Zusammenspiel mit dem Browser-Portal gibt es kaum Probleme. Dennoch muss man beachten: Der Desktop-Client muss dringendst verbessert werden, denn dieser ist (zumindest unter Ubuntu) eine totale Katastrophe. Insgesamt gibt es aber noch bessere Alternativen; läuft das Ganze gut unter Ubuntu, wird Ubuntu One aber zur echten Konkurrenz.

Hinweis: Den Hauptteil der Bewertung macht natürlich die Android App aus. Dennoch muss man auch das Angebot als Ganzes betrachten: Und da schwächelt es!

 

Bildschirm & Bedienung

Übersichtlich, aufgeräumt, logisch angeordnet: Das Interface von Ubuntu One Files lässt eigentlich keinen Wunsch offen. Die Funktionen wurden bestmöglich ins Interface integriert und die App sieht dabei noch zeitlos gut aus. Schade nur, dass es etwa bei Bildern keine Vorschaufunktion gibt.

 

Speed & Stabilität

Bis auf das erwähnte Problem mit den ab und an abbrechenden Up- und Downloads konnte ich bei Ubuntu One Files eigentlich keine Probleme feststellen. Damit schneidet die App hier gut, wenn auch nicht sehr gut, ab.

 

Preis / Leistung

Ubuntu One Files ist kostenlos im Android Market erhältlich; Werbung wird keine angezeigt. Sehr gut!

 

Screenshots

Ubuntu One Files – Konkurrenz für Dropbox & Co? Ubuntu One Files – Konkurrenz für Dropbox & Co? Ubuntu One Files – Konkurrenz für Dropbox & Co? Ubuntu One Files – Konkurrenz für Dropbox & Co?

Vergleichbare Anwendungen

Entwickler

Ubuntu One

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • PeterShow 15.10.2011 Link

    Dankeschön toller Test. Konntest du schon in Erfahrung bringen ob es auch Clients für andere Distributionen wie z.B. Fedora gibt??

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  • Thomas Weissenbacher 15.10.2011 Link

    Soweit ich das mitbekommen habe, leider nicht - sorry.

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  • Yannick B. 15.10.2011 Link

    Kann man den auch unter KDE nutzen? Ich hab Kubuntu, weil ich Gnome nicht und Unity schon garnicht mag.

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  • Simon V. 15.10.2011 Link

    Gibt es denn die Möglichkeit von webDAV Zugriff?

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  • PeterShow 15.10.2011 Link

    Man kann auch nur den Webspace online (Browser) befüllen habe getestet...

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  • Georg 16.10.2011 Link

    Also, ich verwende Ubuntu One seit der 10.10 und ich kann deine Kritik am Desktop Client überhaupt nicht nachvollziehen.
    Die Dateien werden bei mir meistens* ohne Verzögerung hochgeladen und ich erhalte auch die Dateien die ich über ein anderes Gerät hinzugefügt habe recht schnell.

    * -> Wenn ich nicht grad Torrents mit großen Upload (o.ä.) am laufen habe.

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  • PeterShow 16.10.2011 Link

    @Yannick B.:
    Hallo Yannick, eigentlich sollte es gehen. Ich hab hier zwar kein Ubuntu am laufen, deshalb auch nur "theoretisch". Aber ich hab viel Praxis mit Linux und Gnome und KDE. Theoretisch sollte es klappen wenn du beide Desktops installiert hast. Dann dürftest du auch unter KDE Nautilus starten können und dann sollte es auch funktionieren..

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  • Michael Peters 16.10.2011 Link

    Wo ist den der Vor/Nachteil zu Progs wie z. B. Dropbox?

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  • Thomas Weissenbacher 16.10.2011 Link

    @Georg: Ich habe mit einer "sauberen" Installation von 11.10 getestet. D.h. neu installiert (kein Update, kein Dualboot etc.), keine Anpassungen (d.h. der Standard-Unity-Desktop) oder sonstige Dinge, die Probleme verursachen könnten. Zudem läuft alles andere problemlos.

    Es kann natürlich schon sein, dass dieses brandneue Release einfach noch Bugs hat. Auf jeden Fall macht es bei mir gewaltige Probleme!

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  • Thomas Weissenbacher 16.10.2011 Link

    @Michael Peters:
    Hauptsächlich 2 Dinge:

    - Ubuntu One ist fix mit Ubuntu mitgeliefert und in Nautilus (den Dateiexplorer) integriert
    - Man meldet sich nicht bei irgendeinem Anbieter neu an, sondern mit dem meist sowieso vorhandenen "Ubuntu single sign on", d.h. dem Passwort das für alle Ubuntu Dienste verwendet wird.

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  • Manuel 16.10.2011 Link

    Schade, dachte man kann sich damit selbst eine Dropbox für zuhause basteln :(
    Ich will sowas auch, aber dann auf meinem eigenen Server :/

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  • Christoph Döbler 16.10.2011 Link

    mit windows homeserver kannste das ganz bequem

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  • Lukas L. 16.10.2011 Link

    @Manuel
    Das kannst du mit ownCloud machen.

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  • Christoph H. 16.10.2011 Link

    In Ubuntu funktioniert die Cloud seit ihrer Einführung bei mir super. Up- und Download auf mein Defy klappt auch, nur wurde der Ordner meiner Bilder nicht richtig eingefügt. Manuell hab ich noch nichts gefunden um den Ordner auszuwählen, so muss ich alle Bilder einzeln einfügen. Dann funktioniert der Abgleich auch. Wenn jetzt noch Ordner wie in Ubuntu markiert werden könnten, wäre es die perfekte Symbiose beider Systeme

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  • Manuel 16.10.2011 Link

    ownCloud habe ich heute was drüber gelesen, schau ich mir später mal an.
    Hätts aber gern auf Windows ebene da ich eben nur den HTPC habe und der auf Windows läuft.

    Und Windows Homeserver ist doch eigentlich tot :D

    Aber danke.

    Hoffe ja das es langsam mal einen Anbieter gibt der das ermöglicht was ich gern hätte.
    Dann aber mit App für Android :D

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  • Laurent Kayser 17.10.2011 Link

    Bei mir klappt Ubuntu, Android wie Windows reibunglos. Es wird alles angezeigt mit komplettem zugang.

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  • PeterShow 30.10.2011 Link

    Eine vergleichbare Anwendung gibts mit besserer Unterstützung für alle Linuxe von wuala:

    http://www.wuala.com/referral/C7MPAHJP363FGKJP4NPB

    Immerhin 2 GB gibts gratis und mit dem Link oben noch was oben drauf.
    Übrigens hat die Wuala-App für Linux/Windows etc. eine tolle Backupfunktion...
    Eine Android-App gibts natürlich auch....

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