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Ubuntu auf dem Nexus 7 ausprobiert

Nico Heister
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Gestern habe ich Euch bereits gezeigt, wie Ihr Ubuntu auf dem Nexus 7 installieren könnt. Ich habe mich seitdem genauer mit dem System beschäftigt und erzähle Euch heute, wie sich Ubuntu auf dem Nexus 7 im Alltag schlägt und wie die Performance ist.

Oberfläche und Bedienung

Canonical betont im Ubuntu-Wiki ausdrücklich, dass Sinn und Zweck von Ubuntu für das Nexus 7 die Verbesserung des Ubuntu-Core ist, damit dieser auch auf Smartphones/Tablets effizient und stabil läuft. Demzufolge gibt es keine Tablet-optimierte Oberfläche. Kurzum: Ubuntu sieht auf dem Nexus 7 genau so aus wie auf dem PC. Das führt natürlich dazu, dass sich die kleinen Symbole und Knöpfe der Benutzeroberfläche mit dem Finger nur schwer treffen lassen. Aber mittels OTG-Kabel könnt Ihr auch Maus und/oder Tastatur anschließen und dann ist die Bedienung richtig gut. Alternativ lassen sich auch Eingabegeräte via Bluetooth mit Ubuntu verbinden, das geht derzeit aber nur über das Terminal. Eine Anleitung dazu findet Ihr im Ubuntu-Wiki.


Mit einer Maus lässt sich Ubuntu auf dem kleinen Bildschirm schon viel besser bedienen.

Wenn Euch die Schrift zu klein ist, könnt Ihr sie ganz einfach in den Einstellungen vergrößern. Das geht unter System Settings -> Universal Access -> Seeing. Dort lässt sich die Option “Large Text” aktivieren. Die Symbole im Ubuntu-Launcher auf der linken Bildschirmseite lassen sich auch größer darstellen. Die entsprechende Option findet Ihr unter System Settings -> Appearance -> Look. Unten gibt es den Schieberegler “Launcher icon size”. Den zieht Ihr am besten nach ganz rechts auf 64. Durch diese Maßnahmen wird die Oberfläche immerhin ein bisschen touch- und augenfreundlicher.


Ein paar Einstellungen helfen dabei, die Darstellung auf dem kleinen Bildschirm zu verbessern.

USB-Modus

Wenn Ihr Ubuntu mittels Micro-USB-Kabel mit Euren Rechner verbindet, tut sich überhaupt nichts. Eine Verwendung als Wechselspeicher ist bislang nicht vorgesehen. Um Daten vom Ubuntu-Nexus auf andere Geräte zu übertragen, könnt Ihr aber ganz einfach einen USB-Stick mittels OTG-Kabel anschließend und verwenden. Ansonsten könnt Ihr auch einen Cloud-Dienst wie die Dropbox benutzen oder Dateien per E-Mail verschicken.


Mein USB-Stick wird von Ubuntu problemlos erkannt.

Geschwindigkeit und Stabilität

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte, wenn nicht sogar dem wichtigsten Punkt überhaupt: Wie flüssig läuft Ubuntu auf dem Nexus 7? Natürlich haben wir es mit einer noch nicht ausgereiften Version zu tun und einige Dinge funktionieren auch noch nicht. Dennoch bin ich positiv überrascht, wie gut sich Ubuntu auf dem Nexus 7 schlägt! Es kommt verständlicherweise öfters mal zu Ladezeiten und das Starten von Programmen dauert auch länger, als man es vom Desktop-PC gewöhnt ist, aber abgesehen davon konnte ich keine groben Fehler oder gar Komplettabstürze feststellen.


Ubuntu auf dem Nexus 7 (hier mit Chromium und geöffneter AndroidPIT-Homepage)

Übrigens: Standardmäßig verwendet der Desktop-Modus von Ubuntu viel Arbeitsspeicher. Das kann zu Hängern, Fehler oder gar Abstürzen führen. Durch die Aktivierung der zRam-Komprimierung lässt sich die Systemperformance erhöhen. Das geht über das Terminal mit folgendem Befehl:

sudo apt-get install zram-config

Anschließend müsst Ihr das Nexus 7 neu starten.

Aber aufgepasst: Wenn Ihr Canonical bei der Behebung von Fehlern helfen wollt, beispielsweise durch Absturzberichte, solltet Ihr auf die Aktivierung dieser Option verzichten. So lautet jedenfalls die offizielle Empfehlung vom Ubuntu-Team.


Mit diesem Terminal-Befehl lässt sich die Performance verbessern. Neustart nicht vergessen!

Programme

Ubuntu für das Nexus 7 hat schon viele Programme vorinstalliert, etwa den Webbrowser Firefox, aber auf Nachschub müsst Ihr natürlich nicht verzichten. Im “Ubuntu Software Center” findet Ihr eine Menge nützlicher Programme, darunter beispielsweise Chromium (Open-Source-Variante von Google Chrome), VLC, GIMP oder LibreOffice. Insgesamt stehen dort über 43.000 Apps zum Download bereit, da sollte eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Das Ubuntu Software Center ist in mehrere Kategorien unterteilt, sodass Ihr in Ruhe nach passenden Programmen stöbern könnt. Alternativ steht auch eine Suchfunktion zur Verfügung. Je nach Größe und Umfang der Software kann es bei der Bedienung jedoch zu kleineren Aussetzern oder “Denkpausen” kommen.


Im Ubuntu Software Center findet Ihr viele verschiedene Programme.

LibreOffice funktionierte aber zum Beispiel zuverlässig bei mir und startet auch ziemlich flott. Probleme hatte ich keine und abgesehen von der kleinen Bildschirmgröße des Nexus 7 unterscheidet sich die Bedienung und Reaktionszeit des Programms kaum vom Windows-Ableger des Office-Programms.


LibreOffice läuft auf dem Nexus 7 richtig gut!

Akkulaufzeit

Ich teste Ubuntu seit gestern Abend und da lassen sich natürlich noch keine Langzeitaussagen treffen. Canonical selbst gibt an, dass die Laufzeiten mit einem Nexus 7 mit Android vergleichbar sind und diese Aussage kann ich bisher so unterschreiben. Dem Akku geht also trotz fremden Betriebssystem, das noch nicht perfekt an die Hardware angepasst ist, nicht so schnell die Puste aus und ich bin mir sicher, dass sich die Laufzeit in Zukunft noch weiter verbessern wird. Allerdings konnte ich beobachten, dass die Anzeige der verbleibenden Restzeit, die das Nexus 7 mit der Akkuladung durchhält, doch ziemlich sprunghaft ist, sodass man sich lieber nicht auf sie verlassen sollte. Beim Tippen dieser Zeilen werden mir beispielsweise noch vier verbleibende Stunden angezeigt. Eine halbe Stunde davor waren es noch über acht, obwohl das Nexus 7 während dieser Zeit inaktiv war.


Minimalistisch aber sehr funktional: Der nackte Desktop von Ubuntu.

Fazit

Es ist schon ziemlich beeindruckend, aber auch skurril, Ubuntu auf dem Nexus 7 zu verwenden, weil es so ungewohnt und anders ist. Wir haben es hier immerhin mit einem ausgewachsenen Betriebssystem auf einem kleinen 7-Zoll-Tablet zu tun! Aber gerade in Verbindung mit einer extern angeschlossenen Maus funktioniert die Bedienung erstaunlich gut und so hat man, wenn man denn möchte, ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem immer mit dabei. Mir persönlich wäre die Bedienung mit Ubuntu auf dem Nexus 7 aber auf Dauer zu fummelig, auch wenn die Idee an sich klasse ist. Man merkt aber überall, dass das System nicht für Tablets optimiert ist und da finde ich Android einfach viel praktischer.

Es ist aber auf jeden Fall gut, dass es solche Projekte gibt und ich werde die weitere Entwicklung genau beobachten und neue Ubuntu-Versionen auch zukünftig hin und wieder mal ausprobieren.

Nutzt Ihr Ubuntu auf dem Nexus 7 produktiv? Wie sieht Euer Workflow aus?

Lest auch den ersten Teil

(Fotos: kwe, nh/AndroidPIT)

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Maik S. 16.01.2013 Link

    Danke für den guten Artikel. Ein Anreiz es selbst mal zu testen.

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  • Volkan aus HH 16.01.2013 Link

    Kann ich es auch für mein Asus Pad transformer benutzen?

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  • Rueckspiegel 16.01.2013 Link

    @Volkan: Nein, ich denke nicht. Evtl. werden sich ein paar Leute an einer Protierung versuchen, aber ich glaube nicht, dass es für den Tegra 2 da große Chancen gibt.

    Ich hoffe mal, dass es auf dem Transformer Prime zu laufen gebracht wird, der hat ja schließlich auch nen Tegra 3. Muss man mal abwarten.

    Die Idee an sich ist aber echt super, würde mich freuen, wenn da was draus wird, auch bei anderen Geräten.

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  • User-Foto
    Admin
    Nico Heister 16.01.2013 Link

    @Volkan aus HH:

    Canonical selbst bietet bisher Ubuntu nur für das Nexus 7 an, aber bei den XDA-Developers gibt es eine Anleitung: http://forum.xda-developers.com/wiki/ASUS_Eee_Pad_Transformer/How_to_install_Ubuntu

    Die habe ich aber nicht getestet.

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  • Alain Bouayeniak 16.01.2013 Link

    Sehr schöner Artikel *Daumen hoch* Aber ubuntu ist dann wohl eher nix für mein nexus7

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  • Hans Müller 16.01.2013 Link

    Danke, dass du LibreOffice ausprobiert hast!!!
    Ich werde mir auf jeden Fall überlegen, Ubunto als Dualboot zu installieren.

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  • Christopher W. 16.01.2013 Link

    Interessant! ;) ... auch wenn ich kein Nexus 7 hab :/ :D

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  • Hippo 16.01.2013 Link

    Für alle die nicht das N7 besitzen: Man kann auf fast jedem gerootetem Android Gerät ein Ubuntu starten. Hier gibt es eine Anleitung wie man das Ubuntu.img erstellt: 
    http://forum.ubuntuusers.de/topic/howto-ubuntu-auf-dem-android-smartphone/
    Das gibt es auch schon vorgefertigt im Netz, aber nicht in der neusten Version.

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  • Volkan aus HH 16.01.2013 Link

    Okay. Werde dann mal schauen, was es im xda Forum gibt's

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  • Marcus B. 16.01.2013 Link

    Sehr geil der Blog!

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  • Flo Edelmann 16.01.2013 Link

    Danke, guter Blog! :D

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  • Günter B. 17.01.2013 Link

    dadurch wird das Tablett endlich zu einem Produktivsystem
    ein richtiger Tablett"Computer" halt
    Nur zum Verständnis, bedient sich das Tablett Ubuntu aus der gleichen Bibliothek
    wie das normale Ubuntu für PC bei Software?
    Den das wäre das schlagende Argument gegenüber allen anderen Tablett OS die ja mit den PC Varianten nichts anfangen können

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  • Jann 17.01.2013 Link

    Danke für den Einblick!
    Was mich persönlich unglaublich interessiert ist, ob man auf der Tablet Version von Ubuntu auch eine Java Maschine installieren kann, mit der ich dann vom Tablet aus auch programmieren kann.

    Das bleibt mir ja bei Android vorenthalten und war bisher immer Abbruch-Kriterium für einen Tabletkauf

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  • Burak 17.01.2013 Link

    vielen dank für die Anleitung.


    Mich würde noch reizen wie man das mit dem Dual-Boot hinbekommt bzw. eine Anleitung auf Deutsch :D


    vielen dank

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  • Daniel S. 20.01.2013 Link

    Danke für den Beitrag. Gefällt mir sehr gut. Freue mich schon das selbst auszuprobieren.

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  • reBT-SOFT 02.02.2013 Link

    Wie siehts da mit der Garantie aus ?

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  • Rolf Eggenschwiler 18.05.2013 Link

    Ich habe die Beta von Ubuntu für Tablet auf mein Nexus 7
    installiert: https://wiki.ubuntu.com/Nexus7/Installation
    Funktioniert sehr gut nach der Anleitung (Link oben).
    Doch wer die Beta von Ubuntu auf ein Nexus 7 installieren
    will, brauch eine Tastatur mit Mini USB Anschluss.
    Da die Bildschirmtastatur immer wider am unteren Bildrand
    verschwindet. Was mir aufgefallen ist, das mein Nexus 7 während
    der Installation sehr warm geworden ist.
    Für Enthusiasten (wie mich) ist die Beta für Ubuntu
    nicht geeignet.
    Mann/Frau sollte auf die Finale Version und 3 Monate darüber
    hinaus warten, so sind die nötigsten Aktualisierungen sicher
    nachgereicht worden.
    Ich habe (Anfängerfehler) vor der Installation kein Android.
    Backup gemacht.
    Konnte aber das Android für meinen Nexus 7 herunterladen
    https://developers.google.com/android/nexus/images#nakasi

    Die .tgz Datei in
    /home/benutzer/Downloads/nakasi-jdq39-factory-c317339e.tgz
    entpacken.

    und das boot.imag / usr.img etc wieder mit dem Befehl (Terminal):

    sudo fastboot flash bootloader-grouper /home/benutzername/Download/nakasi-jdq39/bootloader-grouper-4.18.img

    Dann dasi mage-nakasi-jdq39.zip in Ordner /home/benutzername/Downloads/nakasi-jdq39/ entpacken.

    Dann im Terminal sudo fastboot flash boot /home/benutzername/Downloads/nakasi-jdq39/image-nakasi-jdq39/boot.img eingeben

    Dann im Terminal sudo fastboot flash recovery /home/benutzername/Downloads/nakasi-jdq39/image-nakasi-jdq39/recovery.img eingeben.

    Dann im Terminal sudo fastboot flash system /home/benutzername/Downloads/nakasi-jdq39/image-nakasi-jdq39/system.img

    Dann im Terminal sudo fastboot flash userdata /home/benutzername/Downloads/nakasi-jdq39/image-nakasi-jdq39/userdata.img

    eingeben. Nexus 7 neu booten und dann das Recovery Menu starten und
    warten. Dann habt ihr wieder das Android auf dem Nexus 7.

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