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Twitter schadet der deutschen Sprache?

Michael Maier
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Ich will gleich zu Anfang einräumen, dass das ein oder andere Argument von Hans Zehetmair, seines Zeichens Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung, eventuell ein Fünkchen Wahrheit enthält. Aber in einem dpa-Interview lässt der gute Mann – übrigens CSU Politiker und ehemaliger Stellvertretender  Ministerpräsident von Bayern, nicht dass das jetzt eine tiefere Bedeutung hätte – ein paar Sachen vom Stapel, bei denen ich mir nur denke: WTF?

So trägt seiner Meinung nach die „Fetzenliteratur“, die bei Twitter gepflegt wird, zur Degeneration bei. Das ist IMHO eine Wortwahl, die sich der gute Mann vielleicht lieber hätte verkneifen sollen. Wer nämlich anfängt im Netz dem Begriff Degeneration auf den Grund zu gehen, der könnte sich eventuell beleidigt fühlen, vorausgesetzt er ist Twitter-User und nutzt vielleicht auch im „normalen Leben“ Floskeln wie: CU, LOL oder ähnliche der deutschen Sprache schädlichen Abkürzungen, die – wie schon erwähnt – laut Hans Zehetmair zu einer Degeneration, also Rückentwicklung der deutschen Sprache führen. Das größte Problem an der erwähnten Degeneration ist IMHO allerdings die Wortwahl, ein Experte der deutschen Sprache hätte dies doch etwas besser formulieren können? Herr Zehetmair sollte doch wissen, dass ein schlecht gewähltes Wort eventuell zu "bad vibrations", zu Assoziationen führen könnte, die der Sache nicht dienlich sind? 

Aber auch Anglizismen sind Herr Zehetmair ein Dorn im Auge: "Ich bin nicht gegen Anglizismen im Allgemeinen, aber man sollte schon noch wissen, was die Worte auf Deutsch heißen."

Dem kann man durchaus zustimmen, zumal ich eigentlich denke, dass dies bei den meisten – selbst Twitter-Usern – der Fall ist. Aber Herr Zehetmair ist anscheinend der Meinung, dass Leser und Schreiber von „Fetzenliteratur“ prinzipiell nichts hinterfragen, also die Connection nicht checken, und sieht dies als "symptomatisch für eine Gesellschaft, die nicht mehr hinter die Dinge blickt und die Hintergründe nicht mehr beleuchtet" an. Und wieder kommt mir ein WTF in den Sinn, zum ROFLOL bringen mich diese Worte mit Sicherheit nicht.

Ich nehme an, ich bin nicht der einzige, der das Gefühl hat, da spricht jemand, der keine Ahnung von der Materie hat, die er da verteufelt, und kann mir nur mit Mühe ein STFU verkneifen.

Kommentare

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  • Roman L. 03.01.2012 Link

    Stimmt total. Diese idiotischen Anglizismen, die überall eingeworfen werden verschandeln nicht erst seit Twitter die deutsche Sprache. Ich sage nichts gegen etablierte Begriffe, wie Internet oder Laptop, aber warum ist etwas "funny" und nicht "lustig", warum etwas "crazy" und nicht "verrückt". Man muss sich nur vorstellen, wie bescheuert es klingen würde, wenn ein Ami dauernd irgendwelche deutschen Wörter in sein Englisch einbaut. Das Lustigste ist ja, dass das Englisch dieser Typen oftmals ebenso grauenhaft ist und sie dies scheinbar durch Einstreuung von Anglizsmen ins Deutsche kompensieren wollen.

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  • Susie 03.01.2012 Link

    Oh ja... wie meine Tochter zu sagen pflegt: "Das ist voll LOL". Aber sie kann sich trotzdem mit Worten gut ausdrücken, beherrscht die deutsche Sprache, den "Mannemer"-Dialekt, lernt Latein und Englisch natürlich.

    Ab und zu ein wenig Fetzenliteratur (gleich mal ins Wörterbuch eingetragen...) finde ich ganz witzig, ausarten sollte es nicht, das wäre IMHO OMG.

    :-)

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  • Leo 03.01.2012 Link

    Das sind doch meinst nur Abkürzungen wenn ich das richtig verstanden habe. Wir schreiben ja auch usw,etc,g,Std,min,evtl,dt, usw ;D

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  • Manfred H. 03.01.2012 Link

    Ich habe jetzt schon mehrere Artikel und Kommentare über die Äußerungen von Herrn Zehetmair gelesen und finde, hier echauffieren sich jetzt wieder mal nur die, die einen Grund dazu suchen, sich über etwas echauffieren zu können.
    Wenn man verschiedene Artikel zusammen nimmt, merkt der geeneigte Leser, dass vieles weggelassen oder aus dem Kontext gerissen wurde. Was hier erreicht werden soll, ist ähnlich dem, was damals mit dem RTL-Bericht über die GamesCom Besucher erreicht wurde.
    Mich interessiert nicht die Parteizugehörigkeit des Herrn Zehetmair und den Schreiber dieses Kommentares vorgeblich auch nicht. Da frag ich mich allerdings, warum er sie dann auf diese Art und Weise in seinem Kommentar anbringt. Hier wird sich nicht mit dem Inhalt von Herrn Zehetmairs Aussagen beschäftigt sondern ein Glaubenskrieg ausgerufen wie man ihn täglich zwischen Apple und Android, facebook und google+ und twitter und dem Rest der Welt findet.
    Herrn Zehetmair dann auch noch Fachkompetenz abzusprechen, die man selber tatsächlich aber auch nicht besitzt ist Kindergartenniveau.

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  • David Böhm 03.01.2012 Link

    Hilfe ich bin zu alt! Verstehe keine einzige Abkürzungen.
    Habe das gestern aber auch im TV(eine Abkürzung die ich kenne) gesehen. So unrecht hat er gar nicht.Unsere Rechtschreibung leidet schon sehr.
    Auch wen man sich hier so manche Beiträge anschaut kommen einem Zweifel an den schriftlichen Fähigkeiten mancher Verfasser. Ein wenig Mühe beim erstellen kann man sich doch geben.
    Hier und da ein Punkt und ein Absatz wären nicht schlecht.
    Aber die Sprache verändert sich leider stetig,und so muss ich mich wohl an Abkürzungen gewöhnen.

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  • Stefan L. 03.01.2012 Link

    in diesem Sinne: ROTFLYSST

    (rolling on the floor laughing, yet somehow still typing)

    Wobei ich Twitter auch für eine Webseite halte die schlechte Auswirkungen hat. Viele berufen sich auf Twitter als Nachrichtenquelle. Das ist schlichtweg katastrophal. Selbst Nachrichtenmagazine berufen sich mitunter auf Twitter. Dabei wird aber viel zu oft vergessen, dass solche Twittereien eigentlich nicht verifizierbar sind und von einer x-beliebigen Person stammen könnten.

    Und wenn ich im xda-Portal unter den Nachrichten die Kommentare anschaue wird mir auch ziemlich übel. Da sind zu gefühlt 99% nur Tweets mit dem Inhalt "RT [Titel der xda-Nachricht] [Link]". Dann gibt es noch 0,5% die den Inhalt wenigstens leicht abändern, der Rest hat sich schon fast irrtümlich zu einem Kommentar entschlossen (oder einem Facebook-Post).

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  • Walter W. 03.01.2012 Link

    Ich habe dies schon vor längerer Zeit angesprochen und auch schon viel Diskutiert.
    Es ist Fakt, dass gerade bei den Jugendlichen eine "richtige" Sprache ausstirbt. Jedoch geht es nicht um "Fetzen", sondern mehr um Verkümmerung.
    Ich denke der Herr hat es etwas falsch fomuliert: Es liegt nicht daran, dass zu wenig geschrieben, sondern dass u.a. kein Wert mehr auf korrekte Rechtschreibung gelegt wird. (Natürlich sind Rechtschreibfehler normal und in Ordnung; in Maßen!)
    Dies sollte aber mit der Zeit nicht nur durch Twitter und Facebook, sondern generell mit der 160-Zeichen-Kultur der SMS entstanden sein. Man muss sich eben kurz halten um Geld zu sparen. Das ist auch nicht verwerflich, aber wer im echten Leben statt richtig herzhaft zu lachen lieber ein LOL oder ROFL auswirft, sollte ernsthaft darüber nachdenken wo er bereits angekommen ist.

    Das erinnert mich an eine Folge Scrubs in der J.D.'s Freundin auch nur "Ist ja witzig" sagt, statt zu lachen. Sollte in etwa das gleiche sein.

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  • Jay Ar 03.01.2012 Link

    Ich verweise: http://www.youtube.com/watch?v=xAemDwDAZno

    Ansonsten bin ich mir sicher, der Twitteratur und der Twitterlyrik ist es egal, wenn man sie nicht verstehen mag. Ist ja nicht so, als hätte er fern der Schule irgendwas verbindliches zu verzapfen, der werte Herr.

    Ich lasse mir Sprache lieber von einem Sprachwissenschaftler erklären und nicht von einem alten Mann, der nicht will, das die Welt sich nicht verändert.

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  • User-Foto
    Denis F. 03.01.2012 Link

    Wenn wir keine anderen Probleme haben!

    Ständig dieses ach so schlaue daher gerede...

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  • Sebastian 03.01.2012 Link

    Man sollte vielleicht seine Fakten überprüfen bevor man sie in die Welt rauslässt. Der Herr war nun wirklich nie Ministerpräsident von Bayern, sondern lediglich Stoibers Stellvertreter. Das ist schon ein großer Unterschied. Ganz so schlimm sind wir Bayern nun auch wieder nicht. ;)

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  • Michael Maier 03.01.2012 Link

    @Sebastian:

    Thanx für den Hinweis, war nicht "nicht überprüft", sondern falsch nachgelesen. Das ist wohl die Degeneration, die hat bei mir schon eingesetzt :D

    Und ich habe nicht gesagt, dass Bayern schlimm sind ;-)

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  • User-Foto
    Thimo K. 03.01.2012 Link

    was heißt eigentliches dieses IMHO?

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  • Daniel Stern 03.01.2012 Link

    Aus Passau gab's immerhin einen Konter, heute im Mantel-Teil der PNP oder im Inet:

    http://www.pnp.de/nachrichten/heute_in_ihrer_tageszeitung/bayern/309767_Kein-Sprachverfall-sondern-Sprachwandel.html

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  • Stefan L. 03.01.2012 Link

    @Thimo K.: IMHO ist Abkürzung für "in my humble opinion" und bedeutet daher "meiner bescheidenen/unbedeutenden Meinung nach"

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  • User-Foto
    Andy 03.01.2012 Link

    Bei einer Artikellänge von geschätzten 5 Zeilen die da nur so von persönlicher Meinung triefen (finde ich nach wie vor daneben auf einer Seite wie Androidpit, ein einfaches Fazit am Ende täte es da auch) noch unwichtige Informationen einzubauen ist ganz schlechter Stil.
    Was dabei am meisten stört, dass man nun weiß was der Autor wohl wählt (oder eben nicht wählt) und wie seine Meinung zu einzelnen Parteien (und vielleicht sogar ganzen Bundesländern - Hurra Klischee! ) ist. Interessiert mich aber leider nicht.

    Wenn ich mir bei einer heutigen 9- oder 10. Klasse die Deutschaufsätze durchlese muss ich dem guten Mann nur zustimmen und zwar in dem genauen Wortlaut wie er es formuliert hat. Ich kenne die vollen Interviews nicht aber das ganze sollte nicht nur auf Twitter beschränkt sein.

    Mit 20 oder 25 können vielleicht mehr die "Internetschreibweise" von ihrer "normalen" Schreibweise trennen. Jugendliche von 13 bis 18 können das aber mehrheitlich nicht und das liest man. Fragt doch einfach mal Deutschlehrer in eurem Bekanntenkreis.

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  • Susie 03.01.2012 Link

    @ David Böhm: du bist nicht zu alt. Den Bericht gestern in den Nachrichten hat meine Teenie-Tochter zum Schluss auch nicht mehr verstanden. Sie sagte auch: "Hä? Ich verstehe gar nichts mehr!"

    Ich denke mir übrigens auch, dass sich das in irgendeiner Weise immer wiederholt. Vor einigen Monaten hieß es, die Jugend redet immer mehr in seltsamer Weise wie "das ist ja fett" oder "chillen", "die ist voll emo" und was weiß ich nicht noch alles.

    In den 80ern haben sich die Eltern aufgeregt, daß die Kids "geil" und "cool" sagen statt "das finde ich gut".

    Jetzt wird die Internetsprache zerpflückt. Die Gesellschaft braucht immer was Neues zum aufregen.

    Wir Eltern sollten unsere Kinder dazu anregen, Kommunikation in (verbaler) Sprache zu beherrschen und nicht zu verballhornen.

    Wenn die Kinder die Fetzenliteratur zusätzlich noch beherrschen, haben sie wenigstens ihren Horizont erweitert. :-D

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  • Jan Kilian 03.01.2012 Link

    LOL FTW !

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  • Ingo N. 03.01.2012 Link

    Ich muss dem Herrn Zehetmair durchaus Recht geben, was die Rechtschreibung angeht.

    Ich erwarte nicht dass in jedem Blog oder jeder Twitter-Meldung korrekt geschrieben wird, aber dass der Verfasser das Verfasste zumindest noch einmal liest bevor er es "postet" sollte man erwarten können.

    Nichts einzuwenden habe ich dagegen gegen die Abkürzungen, die bei Twitter verwendet werden. Twitter-Nachrichten sind aufgrund der Philosphie die hinter Twitter steckt auf 140 Zeichen begrenzt. Menschen sollen sich bewusst kurz fassen und keine zu langen Texte verfassen.

    Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Eine Sprache ist immer im Wandel und es wird immer Befürworter und Gegner dieses Wandels geben. Ich persönlich stehe da wohl gerade zwischen allen Stühlen...

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  • Pure★Aqua ツ 03.01.2012 Link

    Oh Mann ,die Probleme von den Herrn hätt ich auch gern....
    Nur weil ein älterer Mann die Sprache der Jugend nicht versteht ,wird gleich der Notstand ausgerufen.
    Soll er froh sein das manche paar englische Worte benutzen (ist schließlich Weltsprache) ,würde lieber wissen ob der gute Herr denn weiß, was die ganzen Werbetafeln wie "sale" bedeuten. Das find ich viel schlimmer ....

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  • Tobias G. 03.01.2012 Link

    Für mich schadet u.a. das Internet selbst der Sprache. Bei Twitter mag das wegen dem möglichen Platz noch extremer sein. Vor 10-15 Jahren hab' ich Unmengen an Zeit im Internet verbracht, Leute kennengelernt, die auch im realen Leben schon "LOL" gesagt haben. Schrecklich.
    Das hatte den Vorteil, dass ich dem ganzen Müll (meine persönliche Meinung) wie Facebook und Twitter nicht in die Hände gelaufen bin, denn ich hatte einige Communities schon erfolgreich hinter mich gebracht ;) Der Großteil meines Umfeldes hat dort Accounts und postet teilweise fröhlich sein Leben in die Welt. Naja, ich schweife ab ;) Will sagen, dass durch diese ganze Internetschreibweise schon teils die Sprache leidet. Schleichend.
    Es ist aber nun nicht so, dass allein das Internet schuld ist. Es trägt seinen Teil dazu bei. Genauso, wie die heutige Gesellschaft, aber das würde jetzt zu politisch werden.

    Ich spreche mich nicht davon frei, dass ich mit den 2-3 Leuten, mit denen ich heute noch ab und an chatte, auf korrekte Groß- und Kleinschreibung verzichte...aber es gibt Leute, die differenzieren das nicht und wachsen dort hinein. Stoppen kann man das jedenfalls nicht, aber es steht für mich fest, dass es der Sprache auf keinen Fall zugutekommt.

    Zum Artikel selbst: Er vermittelt einen fehlgeschlagenen Versuch, die Internetsprache zu verteidigen. Oder ich kann eine doppelte Ironie gerade nicht deuten?!

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    Thimo K. 03.01.2012 Link

    @Stefan: Danke :-)

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  • Lars G. 03.01.2012 Link

    Beim lesen ist mir sofort folgendes Bild in den Sinn gekommen :)

    http://fupics.net/wp-content/uploads/2011/11/img1.jpeg

    Aber es stimmt schon. Ich merke es auch bei mir selbst. Mein benutzerdefiniertes Wörterbuch im Smartphone ist voll von customized words :)

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  • Johannes 03.01.2012 Link

    Mich wundert eher, dass hier Twitter als beispiel angegeben wird. Da finden sich meiner Erfahrung nach viel weniger Rechtschreibfehler als auf Facebook. Was evtl. daran liegt, dass man bei Twitter durch die Beschränkung mehr auf die verwendeten Wörtet achten muss. Bei Facebook wird mal schnell irgendwas in die Welt geschrieben ohne, dass man sich mit der Sprache befasst (mein absolutes Highlight in letzter Zeit: Glätte mit K...). Aber in Zeiten, in denen selbst Zeitungen und Zeitschriften nicht mehr korrekt deutsch können (v.a. die Setzung des Bindestriches scheint ein riesen Problem zu sein, Stichwort Idiotenleerzeichen) darf man sich wohl nicht mehr Beschweren.

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  • Crom187 03.01.2012 Link

    Ich darf den Klugscheißer-Modus anwerfen und darauf hinweisen, dass "LOL" oder "IMHO" keine Abürzungen, sondern Akronyme sind :)

    Generell ist es leider so, dass das Sprachniveau extrem sinkt. Ich rate jedem den Leuten, die einem wichtig sind gewisse sprachliche Dinge zu erklären und den Rest eben über die Klinge springen zu lassen. Zumal man auf diese Leute sowieso keinen Einfluss hat und es einen auch nichts angeht wie wildfremde Menschen sprechen. Aber lustig machen ist erlaubt ;)

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  • Stefan L. 03.01.2012 Link

    Immer mehr Menschen leiden übrigens an Hypophoraphobie. Ist das nicht eine ernstzunehmende Sache? Ja das ist es..

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  • Andy N. 03.01.2012 Link

    Ein kurzer Textstil ist ja erst mal nichts schlimmes. Das kennt man schon seit der Telegraphie und wir verwenden immer noch Wörter die mit der Telegraphie entstanden sind.

    Nur wenn in Zukunft der kurze Textstil mehr Erfolg hat als ein langer ausführlicher Text, der auch von jemanden geschrieben wurde der sehr gut mit der deutschen Sprache umgehen kann, dann glaube ich sehr wohl, dass es einen negativen Einfluss auf die deutsche Sprache hat.

    Twitter ist dann nur die Extremform, die viele dazu verleitet nur noch den kurzen Text zu lesen, nicht mehr den Zeitungsartikel der verlinkt wurde.
    Genau so können aber Blog, Foren und Facebook einen Einfluss haben, wenn dann qualitative Texte (literarische Texte, Zeitungsartikel) seltener gelesen werden.

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  • Janne 03.01.2012 Link

    Ja ja, früher war alles besser. Sagte schon mein Großvater und dessen Vater und dessen Vater und...

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  • Selcuk Tekin 03.01.2012 Link

    Was mich an den Kommentaren grad einfach nur amüsiert ist der Fall, dass grad alle krampfhaft versuchen in irgendeiner Form Hochdeutsch zu schreiben und kaum benutzte Fachwörter in ihre Sätze einstreuen, nur um nicht "degeneriert" zu wirken ^^
    Der Blogeintrag war ja schon gut zu lesen, aber die Kommentare mal wieder xD

    Da merkt man, dass selbst die Menschen nichts anderes sind als egoistische Herdentiere, die um keinen Preis in irgendeiner Form schlechter dargestellt werden wollen als ihre Mitmenschen, sondern - in diesem Fall - durch besonders adäquate hochdeutsche Fachsprache sich über die anderen stellen wollen.

    (und denkt nicht, ich würde mich selber nicht als egoistisches Herdentier bezeichnen ;-) bin schließlich auch nur ein Mensch)

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  • Andreas B. 03.01.2012 Link

    Twitter hat damit gar nicht so viel zu tun, das beobachtet man doch schon seitdem die SMS aufgekommen ist. Ich würde aber sagen alle Formen von Chats sind viel schädlicher für unsere Sprache. Man sieht das gerade in Foren immer wieder dass Leute sich einfach nicht vernünftig ausdrücken können bzw. wollen. Einfach weil sie es so von MSN, ICQ, usw. gewohnt sind und wenn man sie darauf hinweist doch bitte Satzzeichen und Absätze zu benutzen statt eine Textmauer hinzusetzen die wirklich anstrengend zu lesen ist und von Vielen einfach übersprungen wird wird man angemault man wär hier doch nicht in der Schule und man soll sich nicht so anstellen.

    Das mit den Anglizismen sehe ich an sich nicht so wild, das gehört einfach zur sprachlichen Entwicklung. Allerdings finde ich es sehr bedenklich wie Wörter regelrecht massakriert werden - auch öfters mal hier in den Blogbeiträgen (wobei ich mir da manchmal nicht sicher bin ob das wirklich an der Sprache liegt, oft kommt es mir so vor als wäre ein englischer Text halbherzig übersetzt worden um ihn möglichst schnell hier auf der Seite zu haben)
    Da werden irgendwelche englischen Wörter genommen und deutsche Silben angehängt und teilweise sogar mitten ins Wort gestopft obwohl ein ordentlich deutsches Wort nicht nur sprachlich viel besser geeignet sondern auch deutlich besser zu lesen wäre. Das fängt schon damit an dass man sagt "ich hab mir das downgeloaded" statt heruntergeladen.

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  • Susie 03.01.2012 Link

    Gestreamt hört sich ja wirklich auch besser an wie geströmt :-D.

    Teils geht es auch nicht anders als ein Wort von einem Fremdwort abzuleiten!

    Ich hatte mich jedenfalls mal köstlich amusiert, als ich mir per Hörbuch (nein, ich sag jetzt nicht Audiobook) mal von Bastian Sick "der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" zu Gemüte geführt habe.

    Köstlich. Kann ich nur jedem empfehlen.

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  • Susie 03.01.2012 Link

    Hypophoraphobie wäre demnach die panische Angst vor Fragen, die sich der Fragende im folgenden Text selbst beantwortet?!

    Die Angst vor einem sprachlichen Stilmittel?

    DAS kann ich mir nun nicht so ganz vorstellen. Ich bin selbst ein Mensch mit Angsterkrankung und kenne durchaus Schlimmeres.

    o_O

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  • Andy N. 03.01.2012 Link

    Es gibt aber im Deutschen das Wort Datenstrom und bei Videostreams können man den Begriff Videoübertragung verwenden. Warum nicht auch Videostrom?
    Etwas 1:1 zu übersetzen ist mit Sicherheit der falsche Weg ;)

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  • Stefan L. 03.01.2012 Link

    @Susie: Du glaubst nicht wie ernst das ist, ich schüttle mich noch immer vor Angst vor meinem letzten Kommentar! Ob es Ironie war? Auf keinen Fall! (*schaudern beim Schreiben dieses Kommentars*)

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  • Ruddy Robot 03.01.2012 Link

    Nur so als Info.

    Die deutsche Sprache wurde nicht auf dem Reißbrett entworfen sondern hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Erst Martin Luther hat sie mehr oder minder in eine Form gepresst (deswegen gibt es ja auch so viele Ausnahme-Regelungen in der deutschen Sprache).

    Was ich damit sagen möchte ist, dass sich die Sprache immer weiterentwickelt. Sie passt sich somit besser an die momentanen Verhältnisse an, so wie es bei einer Evolution nun mal üblich ist.

    Zu versuchen das zu verhindern ist ein Kampf gegen Windmühlen...

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  • Tobias G. 03.01.2012 Link

    Weiterentwicklung ist etwas, was die Allgemeinheit betrifft. Wenn LOL, ROFL, IMHO, falsche Groß- und Kleinschreibung, sowie Internet- (oder Straßen-)slang als Weiterentwicklung betrachtet werden, ist das in meinen Augen relativ armselig.

    Die neue Rechtschreibung war eine Weiterentwicklung (wenn auch nicht immer eine Gute), oder z.B. dass das Wort "googeln" in den Duden aufgenommen wird. Da kann jeder etwas mit anfangen und so etwas ist eine für mich auch nachvollziehbare Entwicklung.

    Verhindern kann man es leider nicht, da stimme ich dir zu (wie auch in meinem obigen Kommentar schon gesagt). Aber eine Form ist nötig, damit wir nicht irgendwann nur noch aneinander vorbeibrabbeln...

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  • Gerrit G. 03.01.2012 Link

    Zum Glück ist es noch nicht verboten so zu reden und zu schreiben wie man möchte. Wäre ja noch schöner, wenn ein alter Spießer mir vorschreibt wie ich mich auszudrücken habe. Als ob die Welt keine wichtigeren Probleme hätte.

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  • Wurst Hansel 03.01.2012 Link

    Die Sprache durchläuft das gleiche Problem wie so viele andere Sachen, die durch das Internet beeinflusst werden: Zu schnelle Veränderung. Veränderung ist gut, an zu schnelle Veränderung können wir uns jedoch schlecht anpassen.
    Und natürlich ist es eine Katastrophe, wenn sich alt und jung nicht mehr richtig austauschen können.
    Erste Begegnung mit Sprachfetzen im RL (Ha, da isses wieder... "richtigen Leben") hatte ich schon vor Jahren. Ein Kumpel von mir wollte mir was erklären und ich verstand nur noch Bahnhof. Auf die Frage, warum er mir das nicht mit ordentlichen deutschen Worten sagen will, schaute er fragend in sich selbst hinein. Grund für die Sprachfetzen war (und ist auch heute noch) das Onlinespielen, bei dem oft sehr schnell gechattet wird.
    Zweite Begegnung war das Wort "Outtakes". Als ich meine Nichte fragte, was das ist, lachte sie mich aus.
    Ich bin noch nicht so alt und komme auch ganz gut hinterher, aber trotzdem finde ich Sprachfetzen und Anglizismen teilweise furchtbar. "Supermarkt", "Jobcenter" , "sale"....
    Das sind wirklich ungemein wichtigeTeile der deutschen Sprache, die einem im alltäglichen Leben nicht mehr begegnen (Beruf, Zentrum, Kaufhalle, Laden...).
    Die Veränderung passiert viel zu schnell und vor Allem nicht in der gesamten Gesellschaft. Wer ist nun in der Verantwortung? Müssen die "der deutschen Sprache mächtigen" ihr Wissen an die junge Generation weitergeben oder umgekehrt? Wer sollte von wem lernen?
    Ich meine, es ist egal. Aber es muss gelernt werden. Denn nur dann kann sich wieder jeder mit jedem verständigen.

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  • Christoph P. 03.01.2012 Link

    Ich denke man sollte auch ein wenig unterscheiden zwischen Privaten und Beruflichen. Was das Ausdrücken von Sätzen mit Sprachfetzen im Privaten vielleicht noch in Ordnung geht, könnte ich mir nie bei beruflichen E-Mails vorstellen.
    Trotzdem finde ich diese Entwicklung, für eine sehr schöne und umfangreiche Sprache wie die unsere, sehr schade.

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  • Dan Pa 03.01.2012 Link

    In einigen Punkten hat der Herr Zehetmair durch aus Recht, allerdings ist es schlichtweg falsch diese Argumente auf die gesamte Jugend anzuwenden. Die Meisten, die solche Floskeln nutzen, nutzen diese ausschließlich im Internet, besonders auf Facebook, Twitter oder in Chaträumen.
    Die wenigsten übertragen die Formulierungen in echte Gespräche und alle beherrschen die deutsche Sprache auf anständigem Niveau. Ich bin mir sicher, dass keiner auf die Idee kommen würde IMHO oder LOL in eine Bewerbung zu schreiben.

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  • Dirk B. 04.01.2012 Link

    So, jetzt muss ich, statt schon zu schlafen, auch noch einen Kommentar loswerden.
    Ich finde dieser Herr hat vollkommen recht damit, dass die deutsche Sprache den Bach runter geht. Das ist in meinen Augen aber nicht Twitter und Co geschuldet, sondern der langjährigen Einstellung der Schulen, dass Grammatik und Rechtschreibung nicht mehr so wichtig seien.
    Ich bin nicht auf dem neuesten Stand, wie es jetzt aussieht - und dank der unsinnigen Länderkompentenz in Schulfragen hat ja eh keiner einen Überblick über alles - aber es war zumindest nach meiner eigenen Schulzeit (in Hamburg) so, dass die Grundschule zu einem Wohlfühlplatz ohne Noten wurde und später in der "echten" Schule Grammatik- und Rechtschreibfehler in Tests fast nichts ausmachten. Da ist es doch kein Wunder, dass die Arbeitgeber seit Jahren über quasi legasthenische Bewerber klagen.
    Für mich steht momentan die Degeneration fest, aber nicht wegen Sms und Twitter, sondern wegen falschen Prioritäten in den Schulen und desinteressierten oder überforderten Eltern.
    Wenn man in der Schule für Sätze wie "Ich geh dann Bahnhof" ordentlich einen rein gewürgt kriegt, gewöhnt man sich das irgendwann auch ab.

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  • meiner einer 04.01.2012 Link

    Und ich hab noch nicht mal den nutzen von twitter begriffen. Ich verzichte gern weiterhin auf diesen Dienst.

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  • OxKing 05.01.2012 Link

    *gähn*
    Das selbe Gejammer wie seit über 10 Jahren.
    SMS macht die Kinder doof, Chatten verblödet.
    und jetzt ist es halt mal Twitter.

    Wenn man mal Sprachwissenschaftler nach solchen Aussagen befragt
    lachen sie laut aus (pun intended, lol! ;) ).
    Sprache verändert sich, weil Sprachen nun mal lebendig sind.
    Selbst dieser feine Herr spricht nicht mehr das selbe Deutsch wie Goethe es tat.
    Und das ist weder gut noch schlecht, sondern einfach eine Tatsache.
    Und Anglizismen sind auch nur Lehnwörter von denen nicht nur die
    deutsche Sprache nur so strotzt. Ich wette der Herr benutzt auch Wörter
    wie Garage oder Portemonnaie, und selbst Wörter wie
    Joghurt, Ski oder Gurke haben ihre Ursprünge in anderen Sprachen.

    Dieses Jugendgebashe ist doch lediglich ein Anbiederungsversuch
    an die Rentner Generation, Vorurteile und Ängste schüren,
    die Gesellschaft in immer mehr kleine Gruppen spalten nur um
    bei seinen Stammwählern stimmen zu fangen, weil diese auf diese plumpen
    Argumente hereinfallen und empört sagen "endlich spricht das mal einer an!
    Diese Jugend™ verwahrlost doch unsere gute deutsche Sprache!".

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  • Jay Ar 05.01.2012 Link

    Herr Stefanowitsch hat sich im Sprachlog dann doch nochmal der Nachricht angenommen.

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2012-01-05/fetzenlogik

    Kurz zusammengefasst, Analphabetismus ist eine Frage von Bildung und die kann man Twitter-Nutzern mit knapp 80% Abitur wohl am wenigsten absprechen.

    Aber Bildung kostet leider mehr als billige Polemik.

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  • Rolf Blank 05.01.2012 Link

    Als 47er Jahrgang meine ich, dass auch in meiner Jugend ganz eigene Begriffe und Redeweisen üblich waren.

    Später normalisiert sich das auf Erwachsenen- Kommunikation, die ja auch nicht frei von Modebegriffen, auch in deutscher Sprache, ist.

    Immerhin darf ich feststellen, dass das Schreibniveau hier in diesen Foren besser ist, als in vielen anderen.

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