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The Tiny Bang Story - Liebevolle Welt

Nima Begli
5

"Totgesagte leben länger" - Dieses Sprichwort dürfte wohl auf das Genre der "Point-and-Click"-Abenteuerspiele zutreffen. Seit Jahren lese ich immer und immer wieder, dass die Spiele dieses Genres bald in der Versenkung verschwinden werden und für die großen Publisher trifft dies auch zu. Doch es gibt trotz allem noch immer eine Fanbasis und insbesondere kleinere Indie-Entwicklerstudios liefern in einer liebevollen Regelmäßigkeit diese Fans mit neuen Titeln.

Ob The Tiny Bang Story zu diesen Perlen des Genres gehört, erfahrt ihr in unserem heutigen Test!

3 ★★★☆☆

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
1.0.9 1.0.21

Funktionen & Nutzen

The Tiny Bang Story ist - und dies muss man an den Anfang dieses Testberichts stellen - anders als die üblichen Spiele, welche wir hier bei AndroidPit normalerweise testen. Natürlich ist schon das Genre des Spiels ein Unterscheidungsmerkmal von den meisten kurzweiligen und auf Pausenfüller bedachten Spiele, aber auch zu den bisher getesteten Spielen des Abenteuer-Genres bestehen Differenzierungsaspekte.

So wird - und dies verwundert auf den ersten Blick - während des gesamten Spiels nicht wirklich geredet. Dies passt zwar zum gesamten Konzept des Spiels und hat auch seinen eigenen Charme, aber dadurch wirken die in der Welt anzutreffenden Charaktere, welche liebevoll präsentiert werden (doch dazu später mehr), wie Hüllen. Man baut keine Verbindung zu den Charakteren auf und am schwersten wiegt dieser Umstand beim eigenen Alter Ego. Man wird als Spieler das Gefühl nicht los, dass der Protagonist - der direkte Draht ins Spiel und Hauptidentifikationsfigur - eine Hülle und im Endeffekt auch austauschbar ist. Ein Gefühl, welches die schlussendliche Verbindung zum Spiel nicht gerade fördert und auch eine der Hauptkritikpunkte am gesamten Spiel darstellt.

Doch wie beginnt das Spiel?

Wie der Name schon vermuten lässt beginnt das Spiel durch einen Knall - oder in der englischen Sprache "BANG!". Dies wirbelt Tiny Planet natürlich gehörig durcheinander und verstreut über die gesamte Welt Puzzleteile, welche es für den gesichtslosen Protagonisten nun zu entdecken wird. Man wird bei dieser Suche und beim Lösen der verschiedenen Rätsel zu Beginn des Spiels noch tatkräftig unterstützt und per Pfeilen auf die jeweiligen Orte hingewiesen. Im Laufe des Spiels verschwinden aber selbst diese Hilfestellungen und man findet sich wieder in einer liebevollen Umwelt, welche zum Entdecken und Entspannen einlädt. Der Soundtrack des gesamten Spiels ist unterschwellig und trotzdem auf eine angenehme Art und Weise immer präsent und hebt die gesamte von Steampunk beeinflusste - selbstgezeichnete - Welt hervor. Hier liegen die großen Stärken von The Tiny Bang Story und diese muss man auch neidlos anerkennen.

Im weiteren Verlauf des Spiels gibt es nun viele viele Puzzleteile zu entdecken, Rätsel zu lösen und sonstige Aufgaben zu meistern. Insbesondere die Rätsel und Puzzleaufgaben machen wirklich Spaß und in diesem Testbericht möchte ich nichts vorweg nehmen und jedem die Chance lassen, diese Rätsel selbst und eigenständig zu meistern, da mich diese Art von Spoiler schon immer gestört hat. Besonders Adventurespiele nehmen ihren Reiz daraus, dass man die gestellten Rätsel und Knobelaufgaben eigenständig lösen muss und insbesondere The Tiny Bang Story geht mit seinem gesamten Konzept der Wortlosigkeit diesen Weg konsequent zu Ende. In Anbetracht der nur knapp 30-40 Aufgaben wäre jede verratene Lösung eine verlorene Chance. Es lässt sich jedoch sagen, dass die Denkaufgaben bei Weitem nicht zu schwer sind und auch für Einsteiger im gesamten Genre machbar und stets fair sind.

Doch wenn man schon bei verlorenen Chancen ist, möchte ich diesen Aspekt im Hinblick des gesamten Spiels ein weiteres Mal aufgreifen. All diese Chancen die The Tiny Bang Story hatte und all dieses Potenzial der Entdeckungsreisen und der Entspannung werden zu großen Teilen zunichte gemacht durch mehrere Aspekte die dem Spiel - insbesondere für Einsteiger - abgehen.
So wirkt das Spiel manchmal, als hätte es zu viel gewollt. Da muss man teilweise ewig lange nach Puzzleteilen suchen, welche 1. mikrig klein sind und teilweise 2. von anderen Gegenständen verdeckt werden. Ich weiß nicht wer auf die Idee kam diese ins Spiel zu integrieren, aber es war dem Spaß während der Testzeit nicht wirklich förderlich und führte eher zu Frust als zu "Lust" am Spiel. Zwar ist ein "Hint"-System ins Spiel integriert, welches Tipps gibt wo die nächsten Teile zu finden sind und welches die wichtigen Stellen "markiert", aber selbst dieses System konnte nicht verhindern, dass das Spiel künstlich in die Länge gezogen wird durch teilweise bizarr anmutend platzierte Gegenstände. Schön, dass dem Spieler an der Seite angezeigt wird was noch gefunden werden soll, aber wenn der Spieler nicht weiß wo bzw. am Ende nur noch auf den Bildschirm tatscht, da das letzte Teil nicht auffindbar ist, kippt irgendwann der Spaß in Frust.
Weiterhin stört am Spiel eine gewisse Inkonsistenz was die gesamte Geschichte angeht, sofern man dies so nennen kann. Der erste Aspekt der mich etwas gestört hat war, dass der gesamte Planet zwar von einem Asteroideneinschlag erschüttert wird und in tausende Puzzleteile zerfällt, gleichzeitig aber sich keiner der Einwohner auch nur ein bisschen dafür interessiert. Anders kann man die in ihren Sesseln ruhenden und - wie unser Jogi Löw sagen würde - tiefenentspannten Charaktere nicht erklären.

Fazit:

The Tiny Bang Story geht einen eigenen Weg und das muss man dem Spiel anrechnen. Konsequent wird auf Dialoge verzichtet und der Fokus liegt im Entdecken der Umwelt und der Geschichte auf eigene Faust. Dies gelingt auch in den ersten Minuten wirklich sehr gut und das Spiel zieht den Spieler in seinen Bann. Doch leider vergibt das Spiel so viele Chancen indem es nicht auf die Charaktere eingeht, Puzzleteile des Versteckens Willen versteckt und am Ende auch die gesamte Geschichte nicht befriedigend abschließt. The Tiny Bang Story ist eine Erfahrung. Visuell sowie in musikalischer Hinsicht wirklich entspannend und einen Versuch wert, was die Motivation jedoch angeht und die Identifikation mit dem gesamten Spiel fehlen jedoch deutliche Prozente, um ein sehr gutes Spiel zu sein.

Für Fans des Genres dürfte The Tiny Bang Story eine wahrhafte Empfehlung sein. Für Einsteiger in dieses Genre gibt es insbesondere mit Machinarium ein Spiel, welches Einsteigern doch deutlich eher entgegenkommt.

Bildschirm & Bedienung

Wie bereits in der letzten Kategorie angeklungen ist, ist das gesamte Spiel The Tiny Bang Story eine Augenweide und ein Genuss für die Gehörgänge. Selbstgezeichnete Landschaften, ein Soundtrack der nicht zu penetrant die gesamte Szenerie unterstreicht und das Entdecken auf eigene Faust - zumindest zu weiten Teilen - fördert. Die Bedienung geht auch einwandfrei von der Hand und zumindest auf dem Sensation sowie dem One X konnten keine Probleme mit Klick-Aktionen auf dem Bildschirm festgestellt werden. Sehr gut.

Speed & Stabilität

In dieser Kategorie fällt The Tiny Bang Story doch deutlich ab. Zu Beginn des Tests und nach regelmäßigen Abstürzen, welche reproduzierbar waren, bin ich davon ausgegangen, dass der Tegra 3 Chip in meinem One X Probleme bereitet. Doch auch beim Sensation traten diese Abstürze auf und haben nur zu gewaltigem Frust beigetragen. Wenn man nicht einmal das Intro überspringen kann ohne zu einem Absturz zu führen, dann macht das Spiel definitiv etwas falsch. Somit verbaut sich The Tiny Bang Stroy auch potenzielle Spieler, wenn innerhalb der ersten 15 Minuten das Spiel schon drei Mal abstürzt.

Der erste Start dauert einiges an Zeit, wobei sich dies deutlich bessert im Laufe der Zeit.

Preis / Leistung

The Tiny Bang Story ist für 2,40 Euro im Google Play Store erhältlich!

Screenshots

The Tiny Bang Story - Liebevolle Welt The Tiny Bang Story - Liebevolle Welt The Tiny Bang Story - Liebevolle Welt The Tiny Bang Story - Liebevolle Welt

Vergleichbare Anwendungen

Vergleichbare Anwendungen sind uns derzeit nicht bekannt. Solltest Du aber eine kennen, so wäre es nett, wenn Du uns kurz eine Mitteilung schreiben könntest.

Entwickler

HeroCraft Ltd

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Lukinator 19.09.2012 Link

    Ich mag Point and Click Spiele nicht so aber das ist trotzdem gut.

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  • Patrick Körner 20.09.2012 Link

    Mal nebenbei, das ni ht geredet wird ist GEWOLLT und soll dem Spieler quasi mehr abverlangen, da keinerlei Infos zu holen sind und rein ohne Hilfestellung die Rätsel lösen muss (sagt mir ein kurzer Blick in die Market beschreibung).

    So, ein weiterer Punkt, und nicht aus dem Test wirklich raus zu lesen, handelt es sich um ein, wie
    in der Einleitung erwähnt, ein klassisches Point and Click Adventure oder doch nur um wieder um ein Wimmelbild (Big Fish ist bekannt für Wimmelbild)? Diese Frage ist für misch entscheidend und ein auswahlkriterium. zumindest die Market Beschreibung lässt zweiteres vermuten. was das ganze für mich wieder uninteressant macht.

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  • Integra 20.09.2012 Link

    @Patrick:
    Hallo Patrick, ich habe das Spiel auf dem PC gespielt. Es ist definitiv kein klassisches Point-und-Click-Spiel. Die Rätselteile sind einfach auf der mit sehr viel Liebe zum Detail gestalteten

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  • Integra 21.09.2012 Link

    da hab ich mich doch vertippt, sorry.
    Ich wollte sagen, dass die Rätsel- und Puzzleteile in den wunderschön mit viel Liebe zum Detail gestalteten Bildern versteckt sind; und das Teilweise sehr gut. Dennoch lassen sich die Teile gut finden und man verzweifelt nicht. Es ist einfach mal etwas ganz anderes und mir hat es sehr viel Spaß gemacht.
    Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

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  • Chris 22.09.2012 Link

    Wunderbares Spiel, aber dennoch eine Frechheit bei Performance Problemen in einem solchen Ausmaß Geld zu verlangen.

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