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Studie beweist: Patent-Dschungel bremst Entwicklung aus

Klaus Wedekind
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Viele unserer Nutzer schreiben in ihren Kommentaren unter den Beiträgen zum weltweiten Smartphone-Patentkrieg, dass die Hersteller sich besser auf die Entwicklung ihrer Geräte und Software konzentrieren sollten und wir ohne diese endlosen Streitereien schon bessere Smartphones und Tablets hätten. Sie haben völlig recht, wie eine aktuelle Studie zeigt.


Wer bremst, verliert

Kleinstpatentierungen erzeugen nicht nur ein Patente-Dickicht, sondern hemmen auch Innovationen. Zu diesem Schluss kommt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer Analyse. "Es gibt kein direktes Mittel, um per Zwang dieses Dickicht zu zerschneiden", sagte ZEW-Forscher Franz Schwiebacher pressetext. Das Wirrwarr im Patentedschungel erweise sich zunehmend als Bremse für die Innovationstätigkeit der Volkswirtschaft und als schlecht kalkulierbares Risiko für die Unternehmen, kritisiert er.

Blackberry als mahnendes Beispiel

Patentstreitigkeiten großer Technologiekonzerne wie Apple, Google oder Motorola verdeutlichten die Problematik. Das ZEW hat den Einfluss von Dickichten sich überlappender Patente auf die Innovationsneigung der Unternehmen in einer Studie untersucht. "Es wäre schon geholfen, wenn Rechtssicherheit gewährleistet ist", sagt Schwiebacher. Ein gutes Beispiel sei der Blackberry-Fall. Blackberry habe die Gefahr von kleinen Patentinhabern unterschätzt und Geräte produziert, ohne zuvor die Erlaubnis bei sämtlichen Patentbesitzern einzuholen.

"Hätte Blackberry nicht einfach angefangen zu produzieren, wäre das Druckpotenzial eines kleinen Patentinhabers nicht so groß gewesen. So musste das Unternehmen für 700 Mio. Dollar einen Vergleich machen", sagt Schwiebacher. Die ZEW-Studie zeigt auch, dass die Innovationstätigkeit sowohl kleiner als auch großer Unternehmen durch das Patentdickicht beeinträchtigt wird - obgleich der Staat die Patentrechte eigentlich gewährt, um Anreize zu setzen, in den technischen Fortschritt zu investieren.

Verzögerte Markteinführung

Patente sollen Erfindungen schützen. Der Erfinder kann anderen verbieten, seine Kreation für kommerzielle Produkte zu verwenden. Schwierig wird es bei Hightech-Produkten, wo teilweise Kleinstteile von unterschiedlichen Menschen erfunden wurden. Die Markteinführung neuer Produkte, die durch eine Vielzahl an Patenten geschützt sind, erfordert also, dass sich die Patentinhaber koordinieren und einigen.

"Die Tendenz, dass Erfindungen von vielen verschiedenen Patenten geschützt werden, ist angesichts des technischen Fortschritts kaum aufzuhalten", sagt Schwiebacher. "Allerdings könnten Institutionen wie standardsetzende Organisationen zunehmend Transparenz in Patentdickichte und unklare technologische Eigentumsverhältnisse bringen. Rechtsunsicherheiten und Transaktionskosten würden dadurch für innovative Unternehmen zumindest vermindert."

Foto: Michael Hirschka/Pixelio.de

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Patrick G. 03.10.2012 Link

    Geiles Bild!!! ;)

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  • Christopher K. 03.10.2012 Link

    Na endlich wird mal auf uns "kleine Leute" eingegangen, das wurde aber auch mal Zeit das uns eine Studie das untermauert was wir ohne Studie und Forschung schon längst wussten. Blackberry ist und bleibt für mich nicht nur hässlich sondern eben auch langweilig weil sie selber kaum Ideen bringen und umsetzen. Und der ganze Patentkrieg kann eh, und das untermauert dieser Beitrag hier auch zum Glück, als Kindergarten abgestempelt werden. Denn die Produkte werden sich mit der Zeit so oder so immer mehr ähnlich sehen, es logischerweise nur eine begrenzte Anzahl an Variationsmöglichkeiten gibt, wenn man sich als Konzern lieber dem "du hast mir mein Förmchen geklaut" widmet anstatt der Weiterentwicklung. Bald kann ich's echt nicht mehr sehen oder hören. Und LG ist zwar da nicht so Patentgeil aber dafür extrem dumm und kleinkariert. Also Fazit des ganzen: Man kann am Ende alle über einen Kamm scheren, in einen Sack stopfen und draufkloppen. Punkt.

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  • Niels N. 03.10.2012 Link

    gefällt mir diese studie, vielleicht merken samsung, apple und co es ja jetzt...

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  • Sky Silverfox 03.10.2012 Link

    Endlich. Das ewige hin und her von Apple und Samsung à la " Meinen Bildschirm bekommt dein Handy nicht" hat mich schon genervt. Das ruft unsicherheit bei den kunden hervor, die Studie beweist das.

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  • Jens L. 03.10.2012 Link

    Nur eine Studie alleine ändert aber noch nichts.
    Ich finde Patente sollten nach einem Jahr ihre Gültigkeit verlieren und zu Industrie Standard werden.
    Und so ein Schwachsinn, wie ein Patent auf "Runde Ecken" sollte komplett unmöglich werden.

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  • Sabine V. 03.10.2012 Link

    Patent hin oder her, Hauptsache ist, dass die Kohle fließt. Wieder so ein Turmbau zu Babel. Größer, weiter, schneller! Bleibt nur noch abzuwarten, bis das Kartenhaus zusammenfällt.

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  • Matthias Brixius 03.10.2012 Link

    Das Problem ist doch ganz klar, dass Patenite greifen, die jahrelang ungenutzt herumlagen. Für mich ist ganz klar, dass Änderungen von Nöten sind. Dass Patente nach einer gewissen Zeit zu Standard werden wäre eine tolle Möglichkeit um Unternehmen zu bewegen echte Innovationen zu produzieren. Der Kunde kauft das Produkt, bei dem er sich sicher fühlt. Gibt es große negative Kritik an einem Unternehmen oder sogar der Branche als Ganzes wird das Geld woanders investiert.

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  • Martin P. 03.10.2012 Link

    Wie günstig erst neue Smartphones sein könnten, wenn die Hersteller nicht so viele Rechtsanwälte für die ganzen Patentrechtsklagen bezahlen müssten... ;-)

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  • Olaf S. 04.10.2012 Link

    Hier geht es ja um zwei Fragen:

    1. wie viel ist eine einzigartige, neue Idee wert?
    2. wie lange sollte diese Idee geschützt werden?

    Das Innovationen schützenswert sind, steht für mich ausser Frage. Möglicherweise sollte die Schutz-Zeit aber bei extrem schnelllebigen Produkten / Branchen verkürzt werden.

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