X

Anmelden

Zur Bestätigung jetzt anmelden

Passwort vergessen?

... oder mit Facebook anmelden:

Du hast noch keinen Zugang zu AndroidPIT? Registrieren

Smartphones verändern Fotojournalismus

Klaus Wedekind
7

Beliebte Foto-Apps wie Instagram oder Hipstamatic halten Einzug in die Welt des Fotojournalismus. Mit Smartphones geschossene Fotos, die Artikel in Medien zieren, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Durch Filter-Apps, die das aufgenommene Bild verändern, wird jetzt auch das Gebot der wahrhaftigen Momentaufnahme, das in der Branche lange Zeit gegolten hat, aufgeweicht.

"Smartphone-Aufnahmen sind in den Medien mittlerweile keine Seltenheit mehr. Amateure können mit ihren Handys überall und wann immer etwas Interessantes passiert, sofort Fotos machen, die dann in Zeitungen, Internet und Fernsehen auftauchen. Das erhöht auch den Druck auf die Profis. Da es sich um eine einfache Form der Fotografie handelt, greifen auch Pressefotografen ab und an zum Handy, wenn es schnell gehen muss. Für mich reicht die Qualität der Aufnahmen derzeit aber noch nicht aus. Das kann sich in den kommenden Jahren aber schnell ändern", sagt Fotograf Thomas Studhalter.

Der Einsatz von Filtern ist noch nicht so weit verbreitet, findet aber immer häufiger den Weg in Online- und Offline-Medien. Nachdem der New-York-Times-Fotograf Damon Winter für seine Afghanistan-Fotoreportage einen Preis erhielt, entbrannte eine Diskussion über die mit Hipstamatic veränderten Bilder. Kritiker warfen ein, die Aufnahmen würden den Krieg romantisch verherrlichen. "Bei den großen Agenturen ist der Einsatz von Filtern nach wie vor verpönt. Aber Online- und semi-professionelle Angebote bieten entsprechende Fotos an", sagt Studhalter.

Vorübergehender Trend?

In der Redaktion des britischen Guardian wird aktuell diskutiert, inwieweit der Einsatz von solchen bearbeiteten Aufnahmen mit dem journalistischen Anspruch des Blattes vereinbar ist. Einerseits will das Blatt die Wirklichkeit möglichst unverfälscht abbilden, andererseits sehen die Redakteure die veränderten Fotos aber als Ausdruck unserer Zeit. "Trends kommen und gehen. Wenn die Filter inflationär verwendet werden, wird der Markt das bereinigen. Ich sehe solche Apps eher als Ausdruck von Freude an der Fotografie und würde sie eher in den Heim-Bereich verorten. Mittlerweile gibt es bereits Gegenbewegungen, die etwa wieder auf analoge Schwarzweiß-Fotografie setzen", sagt Studhalter.

Foto: Flickr/IntelFreePress

Verwandte Themen

Auch interessant

Magazin / Apps
11 vor 1 Monat

Instagram-Zeitraffer: Warum Ihr Hyperlapse wollt, doch nicht haben könnt

Magazin / Updates
6 vor 3 Monaten

Instagram-Update: Mehr Filter und mehr Bearbeitungsmöglichkeiten

Magazin / Updates
27 vor 6 Monaten

Großes Update: Instagram wird endlich Android

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Michael Bitter 21.12.2012 Link

    Ein interessanter Artikel - Danke schön!

    0
  • Patrick L. 21.12.2012 Link

    sauber

    0
  • Alpha O. 21.12.2012 Link

    Amateurfotos erkennt man auch als nicht-(Hobby-)Fotograf an diesen Instagramm-Retro-Filtern. Ich finde es furchtbar, wie die von vielen inflationär benutzt werden, weil sie denken, dass die Bilder dadurch aufgewertet werden. Meist ist das Gegenteil der Fall.

    0
  • Chris 21.12.2012 Link

    Seh ich ähnlich. Vor allem werden werden viele Gelder investiert und Gehirnanstrengungen von Ingenieuren unternommen um immer bessere Kameras/Sensoren/Software zu entwickeln, und dann kommt Instagram und Co und alles ist dahin ....

    0
  • mapatace 21.12.2012 Link

    Die gleiche Meinung. Habe auch wirklich schnell die Lust an diesen Programmen verloren. Weniger ist manchmal mehr. Für die Jugend mag es sich aber anders darstellen, sind vielleicht auch noch kreativer veranlagt.

    0
  • Carsten M. 21.12.2012 Link

    Ich verstehe den Sinn von Instagram nicht. Ist der Vorteil, dass man die Bilder verfälschen kann oder die Möglichkeit sie schnell bei Facebook und Co zu posten? Das kann man doch mit jedem anderen Handyfoto auch tun.

    0
  • J. David S. 21.12.2012 Link

    Bilder mit übergezogenem Filter nehmen dem ansonsten cleanen Bild die "Strenge".. lenken vom Motiv oder unerwünschten Details ab..
    Find ich nicht unbedingt problematisch, kommt ganz auf das Motiv an und welchen Zweck das Bild erfüllten soll.
    Davon abgesehen ist Fotografie weiterhin Kunst und sollte dadurch auch hinterher Platz für Kreativität lassen.. und wenn es nur fertige Filter sind. Auch die können durchaus mal was hermachen.
    Und mir sind auch schon die ersten Smartphone Fotos untergekommen die sich ohne Problem mit professionellen Fotos messen können die mit oberklasse Bridge oder DSLR Kameras geschossen wurden.
    Ich nutze die Kamera meines S3 auch für Fotos die später durchaus für mehr als nur für die private Nutzung herhalten.

    Wie auch immer, ich denke nicht, dass das nur ein vorübergehender Trend ist.. Zeiten ändern sich.. Gerade für Fotografen sollte das mehr als deutlich sein.

    0