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App analysiert Stimme: Smartphone erkennt Emotionen

Klaus Wedekind
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Die Idee von Smartphones, die Gefühle ihrer Nutzer erkennen, ist nicht völlig neu - auch Google liebäugelt schon mit dem Prinzip. Britische Wissenschaftler gehen jedoch einen eigenen Weg und haben einen Algorithmus entwickelt, der Apps ermöglicht, Emotionen anhand der Stimme zu ermitteln.

Die Lösung, die Ingenieure der University of Rochester heute im Rahmen des IEEE Workshop on Spoken Language Technology genauer vorstellen, arbeitet Tests zufolge mit bisher unerreichter Zuverlässigkeit. Ein App-Prototyp nutzt das bereits, um entsprechend der Stimme des Users ein fröhliches oder trauriges Gesicht anzuzeigen.

Das neue Programm betrachtet zwölf Charakteristiken gesprochener Worte, wie beispielsweise Tonlage und Lautstärke, um so auf eine von sechs Emotionen zu schließen. Die Worte selbst sind dabei unerheblich. "Wir haben Aufnahmen von Schauspielern verwendet, die das Datum vorlesen", sagt Wendi Heinzelman, Professorin für Elektrotechnik und Informatik. Bei der Analyse der Aufnahmen konnte das System mit 81-prozentiger Genauigkeit die Gefühlslage - beispielsweise "fröhlich" oder "angewidert" - richtig bestimmen, wenn es die Stimme bereits kannte. Das ist ein sehr guter Wert, allerdings mit der Einschränkung, dass nur mit Aufnahmen gearbeitet wurde.

"Im wirklichen Leben müssen wir Emotionen in Echtzeit erkennen. Wir müssen die Gefühle während des Sprechens erfassen", sagt Spracherkennungsexperte Léon Rothkrantz, Professor an der Technischen Univsität Delft. Denn erst das eröffnet wirklich alle mit der Emotionserkennung verbundenen Möglichkeiten - etwa, das Notfallzentralen die Dringlichkeit von Anrufen abschätzen können oder dass ein Simultanübersetzungssystem wirklich den vollen Inhalt einer Aussage transportieren kann.

Viele Möglichkeiten

So sich der Algorithmus der University of Rochester auch unter realen Bedingungen bewähren sollte, wäre er aber sehr interessant für ein breites Anwendungsspektrum. Ein Beispiel sind Smartphone-Apps, die weit über den aktuellen Prototypen hinausgehen. "Man kann sich leicht eine komplexere App vorstellen, die die Technologie für alles Mögliche vom Anpassen der angezeigten Farben auf dem Display des Handys bis hin zum Abspielen von zur eigenen Laune passenden Musik nutzt", sagt Heinzelman.

Ein völlig anderes Anwendungsbeispiel ergibt sich aus der Zusammenarbeit der Ingenieure mit Psychologen an der University of Rochester, die die Interaktion von Teenagern und Erwachsenen studieren. "Eine zuverlässige Möglichkeit, Emotionen zu kategorisieren, könnte für unsere Arbeit sehr nützlich sein", sagt Psychologieprofessorin Melissa Sturge-Apple. Denn dann müsste nicht immer ein Forscher Gesprächen beiwohnen, um den Gefühlszustand der Beteiligten händisch aufzuzeichnen.

Titelbild: Benjamin Thorn/pixelio.de

Kommentare

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  • Claus Thaler 05.12.2012 Link

    Also ich habe mein Handy meistens am Ohr, wenn ich telefoniere.
    Da bringt mir die Displayfarbe wenig.
    Es würde mich auch arg stören, wenn beim Telefonat eine zu meiner Stimmung passende Musik eingespielt wird...
    ... Obwohl eine Rammstein Untermalung beim Telefonat mit dem Chef auch ganz witzig wäre

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  • Claus Spitzer 05.12.2012 Link

    Will haben ^^

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  • Achim H. 05.12.2012 Link

    wenn die Menschheit sonst nix braucht...dann gehts ja noch :-(

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  • User-Foto
    Olaf Schröder 05.12.2012 Link

    Herzliches Beileid wünsche ich :-) ohohoh

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  • Marcel Benders 05.12.2012 Link

    Hört sich lustig an :-)

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  • Dennis D. 05.12.2012 Link

    wie heißt die app?

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  • Markus Knust 05.12.2012 Link

    Tja, da wird wohl schon fleißig an der Zukunft gearbeitet, wo wir irgendwann, Star Trek like nur noch sagen "Computer...."

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  • Kai R. 05.12.2012 Link

    man könnte auch gewaltverbrechen vorbeugen :-) ein bisschen "person of interest".
    Allerdings ließe sich das wirklich realisieren, sobald die technik ausgereift genug ist?
    es ist ja wohl kein aufwand, due app registriert dreimal aggressives geschrei> notiz an die polizei.
    Grüße

    0
  • PeterShow 05.12.2012 Link

    App??

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  • Marc Sigrist 05.12.2012 Link

    Ach und mein Gesprächspartner bekommt nicht mit, wenn ich....

    ....ihn anschreie?
    ....ihm sage, dass ich sauer bin?
    ....schon Rotz und Wasser heule?
    ....total gelangweilt von ihm oder irgend etwas bin?

    Diese App bekommt von mir den Status....."überflüssigste App des Jahres 2012".
    Sie ist bestenfalls dafür gut zu zeigen, was technisch derzeit machbar ist.
    Allerdings möchte ich nicht, dass mich ein Gerät analysiert und evtl. (bzw. vmtl.) das ein oder andere Mal falsche Infos sendet und daraus dann Probleme und Mißverständnisse für mich resultieren. So technikverliebt bin ich dann auch wieder nicht...

    Gruß
    Marc

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  • Marc Sigrist 05.12.2012 Link

    Zitat:
    "Denn dann müsste nicht immer ein Forscher Gesprächen beiwohnen, um den Gefühlszustand der Beteiligten händisch aufzuzeichnen."

    Schön um noch mehr über Personen herauszufinden - Aufenthaltsort und Inhalt von Nachrichten reicht ihnen also nicht mehr. Nun wollen sie auch noch wissen, wie es mir geht. Die Infos gehen dann gegen eine Gebühr an meinen Arbeitgeber...Krankenkasse oder wie?

    Und wenn´s ganz dumm läuft stehen die Männer in den weißen Turnschuhen und mich fragen, ob mir für meine Zwangsjacke besser Größe M oder L passt, weil die App rausgefunden hat, dass ich ein potentieller Amokläufer bin?

    Geile Zukunft....:-((

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  • PeterShow 05.12.2012 Link

    Wenn ihr eine PC -Software meint schreibt bitte nicht app sondern Programm o.ä.

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  • mapatace 05.12.2012 Link

    Schauspieler lernen regelrecht mit ihrer Stimme zu Arbeiten. Das kann sicherlich nicht eins zu eins übernommen werden. Ich zb. spreche immer etwas lauter als eigendlich nötig, vor allem beim telefonieren. Liegt es nun daran, das ich Angst davor habe nicht gehört zu werden? Oder liegt es daran das ich selbst nicht mehr ganz so gut höre? Oder bin ich nur verärgert? Hatte einen schlechten Tag? Und wem interessiert das eigendlich? Gesichtserkennung, Stimmen... Stimmung Analyse, Ortbestimmung, Bewegungs profile, Kaufverhalten. Und wer möchte schon wirklich das alles preisgeben? Diese Generation mag ja noch damit leben, die nächste auch? Ich glaube nicht.

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  • Björn N. 05.12.2012 Link

    bneumann82@googlemail.com

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  • Marcel L. 16.12.2012 Link

    die Anwendungsbeispiele sind doch einfach nur Mist...einzig Gute Anwendung wäre zu erkennen in welcher Stimmung der User am Kaufkräftigsten ist und ihm in solchen Situationen mehr maßgeschneiderte Werbung anzubieten. Der User selbst hat in meinen Augen keinerlei Vorteil.

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