X

Anmelden

Zur Bestätigung jetzt anmelden

Passwort vergessen?

... oder mit Facebook anmelden:

Du hast noch keinen Zugang zu AndroidPIT? Registrieren

Rdio - Unbegrenzt Musik

Nima Begli
2

“Zeit für Neues” - Dieses Motto galt in den vergangenen Tagen für viele Nutzer der Musik-Streaming Plattform Grooveshark in Folge der nicht mehr erreichbaren Seite aus den deutschen Landen.

Doch seit der Einigung Ende letzten Jahres sprießen seit einigen Wochen die Streaming Dienste für Musik wie Pilze aus dem Boden. Neben dem Platzhirsch simfy sind rara, Deezer und auch unser heutiger Testkandidat Rdio hinzu gekommen.

Ob Rdios Android App das gute Erlebnis der Weboberfläche auch auf euer Smartphone portieren kann, erfahrt ihr im Test!

2 ★★☆☆☆

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
0.9.17 Variiert je nach Gerät

Funktionen & Nutzen

Doch bevor wir jetzt zum Test der Android App kommen, möchte ich noch ein paar Worte zum Dienst an sich, zum Bezahlmodell und zum Musikstreamingmarkt verlieren.

Die Macher bzw. Köpfe hinter Rdio sind vielleicht den meisten Lesern nicht namentlich ein Begriff - Janus Friis und Nuklas Zennstrom - jedoch sollte fast jedem eines der letzten Projekte dieses Duos bekannt sein. Denn hierbei handelt es sich um Kazaa und - wesentlich bekannter - um Skype.
Rdio ermöglicht den Kunden derzeit knapp 12 Millionen Lieder abzurufen und finanziert sich selbst durch ein reines Premium-Modell. Im Gegensatz zu manchem Anbieter, welcher seine Dienste auf werbebasierte Monetarisierungswege stützt, geht Rdio den “Weg des Bezahlens” und bietet eine Streamingflat für 4,99 Euro oder eine Streamingflat mit Einbindung der mobilen Geräte für 9,99 im Monat an.

Ein Aspekt sollte jedoch nicht vergessen werden. Nach der Einigung von Bitcom und GEMA stürzen sich jetzt relativ viele Fische ins Becken und versuchen vom großen Kuchen “Streaming” etwas abzubekommen. Auch Spotifiy, der große Name und Hauptprofiteur der Open-Graph Anbinung Facebooks, wird wohl in den kommenden Wochen einen Deutschlandstart wagen und die Kräfteverhältnisse nochmals durcheinander wirbeln. All dies stellt theoretisch kein Problem dar, aber viele Dienste benötigen zum kostendeckenden Betrieb eine gewisse Anzahl an Kunden, welche sich dann erst herausstellen muss und weiterhin ist nicht jedes Lied bei jedem Anbieter verfügbar. So ist beim Beispiel “Rdio” der Mainstreamhörer gut bedient, aber besonders in Sachen deutscher Musik oder Independent wäre eine deutliche Steigerung wünschenswert.
Deshalb mein Rat: Erst die kostenlosen Probephasen von 7-14 Tagen unverbindlich nutzen und sich nicht überstürzt für einen Anbieter entscheiden. Denn bei einem Umzug ist nicht nur die favorisierte Playlist weg, sondern meist auch die gesamten “intelligenten Anpassungen” des Systems (Vorschläge, Radiopräferenzen und Social Media Anbindungen).

Die Android App von Rdio macht auf den ersten Blick aus funktioneller Sicht einen guten Eindruck. Und leider bleibt es nur beim ersten Eindruck, da doch einiges fehlt um wirklich gerne die App zu benutzen.
Die erste Anlaufstelle beim Starten der Applikation ist das “Dashboard”. Soll heißen eure Startseite inklusive wahlweise Heavy Rotation, also oft gespielte Lieder von allen Rdio Nutzern, die letzten “Aktivitäten” der Rdio Nutzer, meine zuletzt gehörten Lieder und die “Queue”. Letztere beschreibt im Endeffekt nur eure Warteschlage, welche ihr nicht bearbeiten könnt.
Der zweite Reiter listet kurz eure Sammlung auf und zeigt euch, welche Musikstücke ihr besitzt und der letzte der drei Tabs gibt euch die Möglichkeit eine Playlist auszuwählen. Das letzte Feature, also das Bearbeiten von Playlists, läuft auch schon in der mobilen Anwendung und stellt eine schöne Abwechslung zu all den fehlenden Funktionen dar.

Zu guter Letzt besteht noch die Möglichkeit mittels der “Menü-Taste” ins Einstellungsmenü zu kommen und die Synchronisation einzustellen und einfach per “Search” Lieder zu suchen und dann abzuspielen. Dies alles funktioniert flott und auch unter mobilem Internet ganz gut. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Lieder mit mindestens 192 kbit/s gestreamt werden und somit ein dauerhaftes Abspielen mittels mobilem Internet eure monatlichen Frei-MB wortwörtlich auffressen. Da bleibt nach einer halben Stunde Musikgenuss nur noch der deprimierte Blick auf die verbrauchte Datenmenge und die herrannahende Drosselung der Internetgeschwindigkeit.

Doch es gibt Abhilfe und dies macht auch den wesentlichen Unterschied zwischen der 4,99 Euro und 9,99 Euro Variante aus. Denn das Streamen auf dem Smartphone finde ich persönlich nicht so prickelnd, da man sich ja auswärts auch mittels Laptop oder PC in seinen Account einloggen kann. Die Rechtfertigung für den fünf Euro teureren Preis ist die Tatsache, dass man Lieder abspeichern und dann auch Offline benutzen kann. Dies geht sehr einfach über die Smartphoneoberfläche oder noch einfacher über die Weboberfläche mit anschließendem Sync der Musikstücke. Eine Wohltat für alle unter den Musikhörern, welche den Inhalt ihres musikalischen Speichern wechseln wie ihre Unterhosen.

Doch was sind die oben erwähnten Versäumnisse? Was versäumt Rdio, dass es nur zwei Sterne in dieser Kategorie erhält? Die traurige Antwort ist: Einige essentielle Funktionen!

Die Anzahl an Musikstücken mag beeindruckend sein und spielt dann auch in der Bewertung im Rahmen von Preis/Leistung eine Rolle, aber wenn ich die Applikation losgelöst von den angebotenen Musikstücken mit anderen Anbietern bewerten soll, dann wirkt Rdios Android App als Notbehelf.
So wird auf dem Desktop die Möglichkeit geboten die eigene Musikdatenbank mit der Rdio Datenbank abzugleichen und somit die “Sammlung” eures Accounts zu erweitern. Eine wichtige Funktion, die euch so manche Sucherei erspart. Denn viele Lieder, auch Original gekaufte, lassen eine stringente Namensbezeichnung vermissen (mir ist es so bei knapp fünf von 100 Alben ergangen, welche ich dann zwar leicht aber manuell identifizieren musste) und stellen so eine Mehrarbeit für den Nutzer dar.
Genau dieser Musikabgleich fehlt jedoch komplett bei der angebotenen Rdio App und auch die vorhandenen Lieder sind mit der Applikation nicht abspielbar. Ich meine was soll das? Warum gängelt man den Nutzer und zwingt ihr zwischen zwei Abspielapplikationen hin- und herzuswitchen? Denn nicht jedes Musikstück welches ich per Google Music auch aus der Cloud höre gibt es bei Rdio und somit bin ich eben gezwungen mitten im Lied mal den Player zu wechseln. Das ist einfach unnötig und kann deutlich besser gelöst werden.

Nächster Aspekt der deutliche Abzüge zur Folge hat ist die nicht vorhandene Möglichkeit temporäre Abspiellisten zu erstellen bzw. einzelne Lieder zur aktuellen Wiedergabeliste hinzuzufügen. So könnt ihr zum Beispiel “Duality” von Slipknot abspielen und automatisch folgen zwar die restlichen Lieder des Albums, aber es besteht nicht die Möglichkeit ein anderes Lied nach Duality abspielen zu lassen. D.h Smartphone aus der Tasche, Lied auswählen, Smartphone in die Tasche und das jedes Mal, außer ihr habt in weiser Vorraussicht eine Playlist erstellt und hierzu sollte man den Nutzer nicht zwingen.
Ich möchte an dieser Stelle nicht weinerlich sein, aber Grooveshark, ein Anbieter der rechtlich in einer Grauzone vorzufinden ist, legte hier eine App vor, welche genau diese Aspekte bravurös löste und ein logisches und innovatives Interface gepaart mit zahlreichen Funktionen sollte besonders bei Streamingdiensten, welche in solch einen harten Konkurrenzkampf zwischen einander stehen, auf der Prioritätsliste ganz oben stehen, denn so gewinnt und hält man Kunden.

Neben diesen “großen” Versäumnissen fallen kleinere Malheurs gar nicht mehr auf. Fehlende Funktionen wie das Teilen auf Twitter oder das Empfehlen per Facebook sind laut der Weboberfläche und der Einbindung bei Facebook wichtige Bestandteile des Dienstes, aber anscheinend - und das soll gar nicht böse klingen - haben die Macher nicht ganz mitbekommen, dass das mobile Nutzen und Teilen von Daten einen extremen Teil des Lebens - besonders jüngerer Menschen - ausmacht. Das sieht man bei Facebook, bei Twitter und bei Google+-.

Fazit:

Am Ende steht ein Bild der Applikation, welche vermuten lässt, dass die Betreiber eine Android Applikation veröffentlichen wollten nur um eben das unfassbare Kundenpotenzial von Android Nutzern nicht verstreichen zu lassen.

Funktionen wie das Einbinden lokaler Musikdaten, das Abspielen lokaler Musikdaten, die Anordnung von aktuellen Wiedergabelisten und dem Teilen mittels sozialer Netzwerke dürfen in meinen Augen bei solch einer Anwendung nicht fehlen und bedingen im Vergleich zu den Konkurrenten (wobei sich diese auch nicht mit Ruhm bekleckern) deutliche Abzüge in der Bewertung der Funktionsvielfalt.

Und ich erwähnte wieder, dass die Bewertung dieser Kategorie einzig und allein der Applikation an sich gewidmet ist und nicht dem Dienst im Großen und Ganzen.

Bildschirm & Bedienung

Rdio sieht gut aus und lässt auch keine größeren Wünsche in grafischer Hinsicht zu. Alles ist grundsolide aufgebaut, die Bedienung geht gut von der Hand und auch die Anordnung der einzelnen Elemente ist mehr als verständlich. Sehr gut!

Speed & Stabilität

Die Applikation läuft gut und fehlerfrei. In meinem einwöchigen Test ist Rdio auf dem HTC Desire und dem HTC Sensation kein einziges Mal abgestürzt oder hat anderweitige Macken bereitet.

Preis / Leistung

Rdio ist kostenlos im Market verfügbar, aber nur mit einem 9,99 Euro teuren Abonnement mit dem Smartphone nutzbar. Es steht euch jedoch eine 7-tägige Testphase zur Verfügung, welche man meiner Meinung nach auch nutzen sollte.

Rdio erhält in dieser Kategorie von mir drei Punkte, da ich den Preis für das Abonemment in Ordnung finde und die Leistung in Form von Musik für viele Anwender stimmt (spezielle Geschmäcker sollten wie gesagt erst einmal testen!), aber die Applikation an sich nicht wirklich gut umgesetzt wurde und somit ein solider Mittelwert rauskommt.

Screenshots

Rdio - Unbegrenzt Musik Rdio - Unbegrenzt Musik Rdio - Unbegrenzt Musik Rdio - Unbegrenzt Musik Rdio - Unbegrenzt Musik

Vergleichbare Anwendungen

Entwickler

Rdio

Auch interessant

Magazin / Updates
7 29.08.2013

Updateticker: Die neuesten App-Updates im Google Play Store

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • PeterShow 21.01.2012 Link

    Ich finde immer noch das simfy das beste Angebot hat, leider ist kostenlose Version stark eingeschränkt worden.. 5 Stunden im Monat (ab dem 3. Monat) sind extrem wenig.. Vorher war nur das Angebot (leicht) eingeschränkt das war natürlich genial...

    Ach ja und auf die Rechte dieser App wurde auch nicht eingegangen. Diese sind sehr zahlfreich und dabei ist zumindest ein Recht doch eher suspekt:

    "Standard
    Akku-Daten ändern
    Ermöglicht die Änderung der erfassten Akku-Daten. Nicht für normale Apps vorgesehen."

    Ein anders ungewöhnliches Recht ist:

    "aktive Apps abrufen
    Ermöglicht der App, Informationen zu aktuellen und kürzlich ausführten Aufgaben abzurufen. Schädliche Apps können so eventuell geheime Informationen zu anderen Apps erhalten."

    Die App von Simfy die mehr oder weniger das gleiche für Simfy macht, braucht diese Rechte komischerweise gar nicht...

    0
    0
  • Simon F. 21.01.2012 Link

    Ich "evaluiere" momentan auch grad einen Streaming-Dienst für mich. Mein Favorit ist bisher Deezer. Deezer funktioniert auf dem Sonos Multiroomsystem und auch die Android-App wirkt ganz gut. Spotify fällt für mich wegen dem Facebook-Zwang weg. Die anderen Dienste wie Rdio oder Simfy sind in der Schweiz leider nicht verfügbar.
    Der Preiszuschlag für andere Abspielgeräte als der PC ist mir noch ein Dorn im Auge. Ich finde den doppelten Preis für etwas übertrieben.
    Wenn man anfängt seine Musik offline zu speichern, fällt ein Vorteil der streamingdienste weg. Für mich ist dies gar keine Option. Für die klassische Musikverwaltung (zuhause befüllen) gibts aus meiner Sicht bessere Lösungen als einen Streaming-Dienst, welcher dann in sich geschlossen ist.

    0
    0