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LG Pocket Photo im Test: Gegen den Filmriss am Morgen danach

Johannes Wallat
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Der LG Pocket Photo ist ein kleiner mobiler Drucker im Hosentaschenformat, mit dem man immer und überall Fotos ausdrucken kann - direkt vom Smartphone oder der Digitalkamera. LG hat den Drucker in diesem Jahr in Korea, auf der CES in Las Vegas und auf dem MWC in Barcelona vorgestellt. Wir haben ihn für Euch getestet.

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Die Idee hinter dem Pocket Photo ist gar nicht schlecht: ein kleiner Foto-Drucker, den man immer dabei haben kann und der sich kabellos und komfortabel mit dem Smartphone oder der Bluetooth-fähigen Kamera verbinden lässt. Doch was taugt das Gerät in der Praxis? Wie ist die Bildqualität der kleinen Fotos und in welchen Situationen könnte man den Drucker anwenden?

Design

Das Äußere des kleinen Druck-Kumpanen ist ansprechend: Die Maße übersteigen in Länge und Breite nicht die eines aktuellen Smartphones, mit einer Höhe von 24 Millimeter ist er angenehm kompakt. Für die Hosentasche vielleicht etwas dick, aber in Jacken- oder Handtaschen dürfte er gut Platz finden. Die Herzchen-Textur der Ober- und Unterseite spricht ein junges, vielleicht am ehesten weibliches Publikum an, ist aber dezent genug.

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Nicht größer als ein Smartphone: Neben dem HTC One macht der Pocket Photo eine schlanke Figur.

Funktion

Ansteuern lässt sich der Drucker über Bluetooth oder USB - ein NFC-Chip ist ebenfalls verbaut. Wer also ein Smartphone mit NFC besitzt, kann den Pocket Photo durch Berührung aktivieren. Die Datenübertragung findet aber auch dann per Bluetooth statt.

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Der Pocket Photo beherrscht Datenübertragung per NFC, Bluetooth oder Micro-USB.

Zum Bedienen des Druckers braucht man die App “LG Pocket Photo”, die es kostenlos im Play Store gibt. Die App bietet die Möglichkeit, Bilder auszuwählen, zu bearbeiten und Text oder Zusatzinfos wie einen QR-Code hinzuzufügen. Fertige Fotos können dann direkt zum Drucker gesendet werden. Im Test funktionierte dieser Prozess einwandfrei: Der Pocket Photo läuft auch mit Nicht-LG-Geräten ab Android 2.2 problemlos.

Gedruckt wird ohne Tinte auf sogenanntes “ZINK Paper”. Zink steht für “zero ink”, also null Tinte, und steht für eine Drucktechnologie, die ohne Tinte auskommt, da sich die Farbpgimente schon auf dem Papier befinden. Wer jetzt an Sofortbilder à la Polaroid denkt, liegt nicht ganz falsch: Die Patente für diese Technologie liegen bei einer Tochterfirma von Polaroid.

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Drucken ohne Tinte: Einschub für zehn Blatt ZINK-Papier. 

Praxistest

So weit so gut, klingt nach einem interessanten Konzept - die Ergebnisse sind dann allerdings nicht besonders überzeugend. Was zuerst auffällt, nachdem nach ungefähr 40 Sekunden das Foto fertig gedruckt ist, sind die deutlich matteren Farben im Vergleich zur Bildvorschau auf dem Smartphone. LG weist in der Bedienungsanleitung bereits darauf hin, dass die Farbdarstellung vom digitalen Bild abweichen kann: "Die Farben auf dem gedruckten Foto können sich von denen auf dem Bildschirm des Smartphones unterscheiden." Trotzdem ist das Resultat etwas enttäuschend.

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Matte Farben: Brillante Bilder sehen anders aus. 

Blass und ausgewaschen wirken die Bilder, da können auch die verschiedenen Farbfilter und Bearbeitungsmodi in der App nicht mehr viel ausrichten. Auch das Ausrichten der Bilder klappt nicht ganz so, wie es sollte: Per Fingerwisch können sie skaliert und positioniert werden, aber die Ausrichtung ist recht mühsam und das Ergebnis nicht identisch mit der Vorschau auf dem Smartphone - Ränder werden ab- oder angeschnitten, die Bildmitte ist etwas nach links verschoben.

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Im Direktvergleich zwischen Display und Druck macht der Pocket Photo nicht die beste Figur. 

Nett sind die Zusatzfeatures in der App, zum Beispiel die Beschriftung der Fotos oder das Hinzufügen eines QR-Codes: Über die Pocket Photo-App lassen sich individuelle QR-Codes mit beliebigen Informationen wie Kontaktdaten oder URLs generieren. Das funktioniert problemlos und ist zum Beispiel interessant, wenn man spontan eine Art Visitenkarte mit einem Foto und den wichtigsten Kontaktdaten erstellen will - einfach knipsen, Infos für den QR-Code eingeben, ausdrucken und fertig.

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Bildebaerbeitung und QR-Codes: Die App bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Viel Spielraum zum Herumprobieren bleibt aber nicht: Der Drucker fasst 10 Seiten Fotopapier, Die Akkuleistung ist begrenzt: LG gibt die Laufzeit mit bis zu 15 Bildern an, im Test gab der Drucker nach nur 8 Bildern den Geist auf und musste ans Ladekabel. Eine Akkuladung dauert ca. anderthalb Stunden.  

Fazit

Das "mobile Fotostudio", als das LG seinen Drucker bewirbt, ist er sicher nicht. Die geringe Akkulaufzeit und die mittelmäßige Qualität der Bilder schmälern den Spaß, den man damit haben könnte, doch deutlich. Der Preis von 199 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) ist zudem etwas hoch angesetzt. Das passende Papier mit den Maßen 7,6 x 5 cm bekommt man bei Amazon für 9,20 Euro (30 Blatt, von Polaroid) oder für 19,98 Euro (100 Blatt, von ZINK).  

Fraglich ist der praktische Nutzen eines solchen Geräts: Wann würde man so einen Drucker einsetzen? LG bewirbt ihn als "mobiler Lifestyle-Printer", mit dem man die schönsten Momente mit Freunden teilen kann - bisher machen viele das aber wohl eher, indem sie ein Foto mit dem Smartphone machen und es dann via WhatsApp und Co. an die anderen schicken. So etwas auch mal wieder analog zu tun, ist aber sicherlich eine schöne Idee.

Vielleicht könnte er auch in einer Flirtsituation nützlich sein? Schnell ein Foto von sich oder zusammen mit dem Flirtpartner knipsen, in den QR-Code die Kontaktdaten eintragen, vielleicht noch ein zwei nette Worte dazu? Klingt charmant, aber unpraktisch: den Drucker herausholen, anschalten, mit dem Smartphone verbinden, das Foto auswählen und bearbeiten, per Bluetooth losschicken und auf den Print warten - wenn der andere bis dahin nicht das Weite gesucht hat, klappt's auch ohne Drucker. 

Als schnelle Partyerinnerung könnte der Pocket Photo auch nett sein: Einfach den besoffenen Kumpel in seinem Dornröschenschlaf ablichten, die Uhrzeit und den Ort des Geschehens hinzufügen und ihm in die Tasche stecken - eine nützliche Gedankenstütze für den Filmriss am nächsten Morgen.

Aber mal ehrlich: Würdet Ihr so einen Drucker immer mit dabei haben, plus Ladekabel und Ersatzfotopapier? Und fallen Euch noch andere Szenarios ein?  

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Laurin 29.03.2013 Link

    Ganz nette Idee .

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  • hannah kohlmaier 29.03.2013 Link

    Ja wär cool allerdings wüsste ich nicht wofür ich die ganze zeit fotos ausdrücken müsste...

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  • Michael A. 29.03.2013 Link

    Könnte ihn für Texte gebrauchen. Gesprächsnotizen über das Tablet geschrieben, werden vom Kunden sofort unterzeichnet. Geht auch nur Text?

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  • Fabian W. 29.03.2013 Link

    nur ein Foto Drucker??? und der Preis >:/

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  • PeterShow 29.03.2013 Link

    Die Qualität ist unter alle Sau.. Da druckt mein Multidrucker bessere Bilder auf Fotopapier... Aber wie immer.. im nächsten Fotoshop gibts besser und billigere Bilder...

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  • Karsten Jaskula 29.03.2013 Link

    Damit wird LG kein Profit schlagen...

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  • Alex Kempe 29.03.2013 Link

    Es ist wie mit den grottigen Knipsen, die die Hersteller in die Smartphones einbauen und die den Namen Kamera nicht verdienen. Dieses Ding erzeugt nicht mal im Ansatz etwas, was den Namen Foto verdienen könnte sondern ist ein Gadget für Leute, die so gar nicht wissen, wohin mit ihrem Geld.
    Wirklich gute Prints kommen weiterhin aus dem Labor und eine Kamera ist schwarz, schwer und lassen sich vorne lustige verschieden lange Rohre ins Bajonett einsetzen.

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  • FlowinImmo 29.03.2013 Link

    Ganz interessant eigentlich..

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  • Zwergi987 29.03.2013 Link

    Schade, dass die Qualität und Akku-Laufzeit so mies ist...ich hätte das für ein schönes Spielzeug gehalten.

    Aber so, nee :/

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  • Christian Voigt 29.03.2013 Link

    Für Autogrammjäger vielleicht interessant, obwohl die eher zu einer sofortbildkamera greifen werden. Aber für den Anfang ganz nett, in zwei Jahren ist das ganze vielleicht brauchbar *g*

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  • User-Foto
    Ralph D. 29.03.2013 Link

    Wie wäre es denn mit einem Vergleichstest??
    Von Polaroid gibt es einen solchen Drucker ja bereits seit längerem (Polaroid POGO bzw. GL 10). Dieser ist ebenfalls mit Blauzahn und integr. Akku. :)

    Ich würde im Übrigen einen solchen Drucker nicht kaufen. Ich HABE mir einen solchen gekauft. :D

    Nämlich den Polaroid-Drucker und ich bin recht zufrieden mit den Ergebnissen.
    Ist bei mir nur so eine Gag-Sache, um eben sofort einen Abzug zu haben, wenn jemand einen haben möchte.

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  • joe 29.03.2013 Link

    @ Ralph D.
    habe den Pogo auch,
    nutze ihn Hauptsächlich für meinen Junior (4J)
    das coole am Pogo ist, die Papiere bekommt man
    bei gegeigneter "Quelle" recht günstig.

    Und der Vorteil gegenüber anderen Bildern dieser Art :
    Die Bilder haben eine Abziehbare Rückseite und sind selbstklebend.

    Bei der Bildqualität, ähnliche Nachteile wie das LG Gerät.

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  • Rob Zombie 29.03.2013 Link

    @Johannes Wallat: Schön, dass du das mit der Visitenkarte ausprobiert hast.
    Aber vielleicht solltest du das mit dem QR Code in dem Artikel nochmal überdenken. ;-)
    Oder ist das eine öffentliche Handynummer? :-D

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  • Marc 30.03.2013 Link

    totaler Müll das dingen wieder mal was für leute die sich unbedingt was kaufen müssen damit sie sich hinterher besser fühlen. danach liegt das teil in der ecke rum

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  • Alex Wieser 30.03.2013 Link

    Wenn der Preis runtergeht und sie es schaffen due Farbqualität zu Optimieren dann würde ichs mir kaufen.

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  • PeterShow 31.03.2013 Link

    @Marc
    +1

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  • User-Foto
    Mod
    Johannes Wallat 02.04.2013 Link

    @Felix S.: Danke für den Hinweis, ich hab's geändert - aber so konnte man wenigstens sehen, dass es tatsächlich funktioniert :-)

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