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Kindle Fire HD im Test: Siegt die Bequemlichkeit?

Klaus Wedekind
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Das Kindle Fire HD ist technisch ohne Zweifel ein sehr gutes 7-Zoll-Tablet mit einem tollen Display und feinen Klangeigenschaften. Vor allem aber ist es ein Gerät, mit dem man extrem einfach Inhalte aus Amazons reichhaltigen Angebot konsumieren kann. Ich habe mir ein Testgerät zuschicken lassen und ausprobiert, ob es mich von meinem Nexus 7 weglocken kann.

Zunächst einmal ist mir aufgefallen, dass das Kindle Fire HD zwar wie das Nexus 7 ein 7-Zoll-Tablet ist, doch von den äußeren Maßen ein gewaltiger Unterschied zum Google-Tablet besteht. Das Nexus 7 ist mit 10,5 Millimeter einen Hauch dicker als das Kindle mit 10,3 Millimetern. Doch sprengt der Rahmen des Amazon-Tablets mit 193 x 137 Millimetern den Rahmen eines handlichen Geräts. Das Nexus 7 liegt wesentlich besser in der Hand, weil es mit 198,7 x 119,4 Millimetern deutlich schmaler ist. Außerdem bringt das Kindle mit 391 Gramm etwas mehr auf die Waage als das 333 Gramm leichte Nexus 7.

Auch haptisch gefällt mir das Google-Tablet besser. Beide Plastik-Rückseiten sind gummiert, doch die strukturierte Oberfläche des Nexus 7 fühlt sich viel angenehmer an. Ein-/Ausschalter und Lautstärkewippe sind zwar im Rahmen des Amazon-Geräts an der Oberseite schön plan versteckt, aber auch schwer zu ertasten. Da ziehe ich doch die seitlichen, erhabenen Knöpfe des Google-Tablets klar vor.


Der Homescreen des Kindle Fire HD ist vor allem auf Konsum ausgelegt.

Beim Display gibt es auf dem Papier keinen Unterschied – zumindest was die Auflösung betrifft. Beide IPS-Bildschirme bieten 1280 x 800 Pixel, was einer Punktdichte von 216 ppi entspricht. Doch im direkten Vergleich fällt beim Kindle ein deutlicher Gelbstich auf, während das Display des Nexus 7 sehr farbneutral wirkt. Dafür ist der Kindle-Bildschirm sehr kontrastreich und hell und auch seitlich betrachtet sehr gut lesbar. Allerdings spiegelt der Bildschirm – wie der des Nexus 7 – sehr stark. Beide Tablets haben eine Frontkamera für Videochats, wobei die des Fire HD für Gespräche im Querformat ausgelegt ist, was etwas gewöhnungsbedürftig ist.


Das Kindle Fire HD ist deutlich breiter als das Nexus 7. Außerdem nervt  Werbung im Lockscreen.

Beim Innenleben hat das Nexus 7 beim Speicherangebot zum Fire HD aufgeschlossen, da Google inzwischen das Tablet ebenfalls mit 16 und 32 Gigabyte anbietet und beide Speicher nicht erweitert werden können. Durch seinen 1,3-Gigahertz-4-Kern-Prozessor Tegra 3 hat das Nexus 7 leistungsmäßig scheinbar die Nase vorne, da im Amazon-Tablet nur eine mit 1,2 Gigahertz getaktete Doppelkern-CPU von Texas Instruments (OMAP-4460) werkelt. Im täglichen Gebrauch spürt man aber kaum einen Unterschied. Beide Prozessoren können auf jeweils 1 Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) zugreifen.


Die beiden Lautsprecher

Klanglich ist das Kindle Fire HD durch seine Dual-Stereo-Lautsprecher dem Nexus 7 deutlich überlegen. Der Sound ist für ein kleines Tablet wirklich sehr satt und bietet tatsächlich so etwas wie Raumklag. Vor allem bei Filmen habe ich den Klang wirklich genossen. Auch der Micro-HDMI-Ausgang ist ein klarer Pluspunkt des Amazon-Geräts, ein Kabel wird allerdings nicht mitgeliefert. Den theoretischen Geschwindigkeitsvorteil des Fire HD durch seine zwei Antennen konnte ich zu Hause oder im Büro nur bedingt nachvollziehen. Feststeht aber, dass ich Filme und Musik immer problemlos streamen und rasant downloaden konnte. Dies liegt aber sicher auch an Amazons sehr gut laufenden Servern.

Flotte Arbeit leistet auch Amazons Browser "Silk", der einige Rechenleistungen in der Cloud von Amazons Servern erledigen lässt. Doch im Test baute das Nexus 7 Webseiten trotzdem ein Stückchen schneller auf.


Praktisch: Zu Hause kann man Videos über den Micro-HDMI-Ausgang (links) auch in HD-Qualität auf dem Fernseher ansehen.

Amazon gibt die Kapazität des Akkus nicht preis, behauptet aber, dass man mit dem Tablet 11 Stunden lang Filme schauen kann. Mir erscheint die Angabe etwas übertrieben, da bei meinem Testgerät der Ladestand nach einem 105-Minuten-Film von 100 auf rund 75 Prozent gefallen war. Schlecht sind 7 Stunden Video-Laufzeit allerdings auch nicht. Dem Akku des Nexus 7 (4325 Milliamperestunden) geht da meiner Erfahrung nach früher die Puste aus.

Das Betriebssystem des Kindle Fire HD basiert zwar auf Android 4.0, allerdings ist davon nicht mehr viel zu sehen. Amazon hat das System komplett nach seinen Vorstellungen umgemodelt. Dies beginnt schon damit, dass man beim Standardmodell mit einer bildschirmfüllenden Werbung im Lockscreen begrüßt wird. Der Homescreen selbst wird von einem Multitasking-Coverflow dominiert, in dem die zuletzt geöffneten Anwendungen und gekauften Inhalte zu sehen sind. Darüber ist ein schlichtes Auswahlmenü, das bezeichnenderweise mit dem Punkt "Einkaufen" beginnt. Dahinter findet man neben Angeboten für den Kindle auch den Zugang zu allen anderen Amazon-Shops. Einkaufen kann man aus fast allen Menüpunkten heraus. Geht man beispielsweise zu seinen Büchern, muss man nur auf "Shop" tippen, um seine Bibliothek zu erweitern. Rechts endet die Menüleiste mit aktuellen Amazon-Angeboten.

 
Die sehr stabile Lederhülle für das Kindle Fire HD kostet stolze 42,99 Euro.

Allgegenwärtig ist auch Amazons Cloud. Ob Spiele, Apps, Bücher, Musik, Videos, Fotos oder Dokumente – alle Dateien kann man wahlweise auf dem Gerät speichern oder in die Cloud auslagern. Dabei kann man sich ruhig auf Amazons Server verlassen und Gerätespeicher sparen, denn alle Cloud-Inhalte stehen ohne lange Wartezeit auf Abruf zur Verfügung.

Bei all dem Konsummöglichkeiten ist es lobenswert, dass Amazon in den übersichtlichen Einstellungen auch den Punkt "Kindersicherung" eingebaut hat, in der man Einkäufe, Inhalte oder Internetzugriff beschränken beziehungsweise per Passwort sichern kann. Da dürfen sich Google und andere Hersteller ruhig eine Scheibe abschneiden. Android 4.2 bietet zwar eine Nutzerkontenverwaltung, aber Einschränkungen kann man dort nicht vornehmen.


Lovefilm bietet ein sehr günstiges Monatsabo, hat aber nicht allzu viele attraktive Streifen auf Lager.

Bisher habe ich viel über Inhalte geschrieben, aber das Angebot nicht weiter beleuchtet. Doch die Attraktivität des Kindle Fire HD hängt trotz guter Hardware-Eigenschaften vor allem von der Vielfalt der angebotenen Bücher, Musik, Filme und Apps ab. Und was das betrifft, ist der weltgrößte Online-Händler derzeit Google bis auf einen entscheidenden Punkt noch klar überlegen – Apple und iTunes lassen wir hier mal außen vor. Googles Play Store ist bei weitem noch nicht so gut mit Büchern und Musik bestückt wie die Amazon-Shops. Beim Filmangebot sieht es zwar schon ein bisschen ausgeglichener aus, denn weder Google noch Amazon können aktuelle Blockbuster anbieten. Doch Amazon hat im Januar 2011 Lovefilm gekauft und kann so ein unschlagbar günstiges Video-on-Demand-Abo für 6,99 Euro im Monat anbieten.

Ich bleibe beim Nexus 7

Letztendlich ist mir ein großes App-Angebot aber viel wichtiger als ein günstiger Streaming-Dienst für meist sehr angestaubte Filme und Serien. Und da hat Amazon im Vergleich zu Googles Play Store ein lächerlich kleines Portfolio. Außerdem experimentiere ich gerne mit meinen Geräten und gestalte auch ihre Oberfläche nach meinen Wünschen, was mit Amazons Tablets nur über mir zu beschwerliche Umwege möglich ist. Und so kann ich abschließend sagen, dass es mir zwar Spaß gemacht hat, den Kindle Fire HD zu testen. Ich würde das Tablet aber niemals gegen mein Nexus 7 eintauschen, das mir weit mehr als bequeme Konsummöglichkeiten bietet.

Titelbild: Amazon, alle anderen Fotos: Klaus Wedekind

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Andi B 05.12.2012 Link

    sehe ich genauso. mein nexus 7 gebe ich nicht mehr her

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  • Philipp H. 05.12.2012 Link

    Nexus 7 ist klar besser !!!!!

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  • Woo Sam Sung 05.12.2012 Link

    Schon allein das Werbung auf dem Homescreen ist, ist ein Grund es auf keinen Fall zu kaufen.

    0
  • Matthias W. 05.12.2012 Link

    Das Nexus 7 ist wirklich klar besser. Den Gelbstich haben wir auchfestgestellt.
    Auch mit der Werbung und den restriktionen würde ich das Fire HD in Konkurenz zum Nexus 7 bei min. 50€ weniger sehen wenn nicht 100€.
    Erst denkt man die Werbung auf dem Lockscreen nervt nicht, aber diese Werbung ist mit der Zeit sicher wirklich nervig. Vor allem wenn man in die falsche Richtung entlockt....

    0
  • Steve "EnteEnteEnte" W. aus B. an der S. 05.12.2012 Link

    Netter Blog. Gut geschrieben und auch nicht sehr „fanboy-lastig“. Gerne wieder

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  • Schippi 05.12.2012 Link

    Ich bastel dauernd an meinen Homescreens.
    Das Kindle ist für mich ein NoGo.

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  • Jeannette H. 05.12.2012 Link

    Ich habe gestern das Kindle Fire ohne HD bekommen. Hat mir nicht gefallen und ging heute wieder zurück. Kann man mit üblichen Tabletts überhaupt nicht vergleichen. Wer nur lesen, Videos schauen und Musik hören will, soll es kaufen. Aber all das und vieles mehr kann ich auch mit meinem Galaxy Note 10.1. tun.

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  • PeterShow 05.12.2012 Link

    "Android 4.2 bietet zwar eine Nutzerkontenverwaltung, aber Einschränkungen kann man dort nicht vornehmen."

    Stimmt so nicht. Schon seit Ewigkeiten kann man im PlayStore ein Passwort für Einstellungen und Käufe festlegen. Das geht natürlich auch für jedes Konto in 4.2 separat. Haben die anderen Konten eine Sperre (Passwort/Muster) kann man auch nicht einfach auf ein anderes Konto wechseln..

    Hab übrigens selbst so eine Sperre eingerichtet, damit keine versehentlichen InApp-Käufe entstehen und das beim SGS II mit Android 4.0.X.

    Auf dem Nexus 7 hab ich ein Konto für Kinder eigerichtet, natürlich mit Kaufsperre und das geht!!

    Was nicht geht (was aber sinnvoll wäre) ist eine Verhinderutng der Installation auch von kostenlosen Apps...

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  • mapatace 05.12.2012 Link

    Mal ehrlich, ich habe um die 3000 GB Filme auf Festplatten gespeichert. In den letzten drei Jahren aufgenommen, in HD Qualität. Da werde ich mich bestimmt nicht von Amazon nerven lassen. Mit Musik das gleiche. Werde nie die Möglichkeit mehr haben auch nur annährend alles auch nur einmal noch mal hören zu können. Ich denke, den meisten geht es so ähnlich. Mir sind die Android Einstellungen viel wichtiger.

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  • Andi B 05.12.2012 Link

    Sorry.

    aber das muss ich mal eben loswerden.

    Android Pit danke für diese schreckliche APP. warum schafft man es nicht eine bugfreie APP rauszubringen. hier die blogbeiträge zu lesen ist echt eine qual.
    aber Hauptsache die werbe Einblendungen laufen. habe ich ja auch nix gegen. aber dieses hin und hergespringe beim neu booten und das nachladen der pics. naja.
    will nicht nur meckern redaktionell Daumen hoch, weiter so.

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  • Klaus Wedekind 05.12.2012 Link

    @Andi B Habe bitte noch etwas Geduld. Wir arbeiten an einer komplett neuen App, was seine Zeit braucht.

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  • Emir F. 05.12.2012 Link

    Schön zu hören das mit der App. Freue mich wirklich sehr darauf. Ich kann mich nicht über diese App beschweren aber seit ich bei Androidpit bin hat sich nicht viel geändert. Daher gerne was neues.

    Zum Blog: Finde den Test wirklich sehr gut geschrieben. Würde mir das Kindle fire hd niemals holen. Ich bestelle primär bei Amazon aber nur dafür möchte ich meine Freiheit bei Android nicht verlieren.

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  • Andi B 06.12.2012 Link

    @Klaus.
    danke. und bitte nicht falsch verstehen. aber es nervt einfach. auch wenn es nur so eine Kleinigkeit ist.
    na dann freue ich mich doch mal auf eine tolle neue AP APP.

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  • Dirk L. 06.12.2012 Link

    Hallo,

    ich verstehe den Vergleich play.store und Amazon nicht.
    Ich kann doch alle Amazon-Inhalte auch auf dem N7 nutzen.

    Was für mich klar für das Nexus spricht.

    Dirk

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  • n0j0e 07.12.2012 Link

    Frechheit ist doch aber das Apps die im Play Store umsonst sind bei Amazon kosten! Na zum Glück gibt es denn Sideload.

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  • Fia Junge 23.01.2013 Link

    ich bin mit meinem kindle fire hd ziemlich zufrieden, aber mich stört, dass da kein playstore drauf ist...

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