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Kindle Fire HD: Eine Bedrohung für Android?

Klaus Wedekind
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Viele Nutzer sind begeistert, dass Amazon das Kindle Fire HD auch in Deutschland anbieten wird. Doch aus Android-Sicht sind die Tablets und der damit verbundene App-Shop ein zweischneidiges Schwert. Amazon sorgt zwar dafür, dass Android-Tablets keine Nischenprodukte mehr sind und Entwickler ihre Apps unters Volk bringen können. Aber andererseits gräbt es mit seinem eigenen Ökosystem Google und Herstellern, die auf den Play Store setzen, das Wasser ab.

Das Problem für Google ist, dass Amazon sein offenes Betriebssystem nutzt, um sein eigenes Süppchen zu kochen, ohne Google auch nur ein Löffelchen davon abzugeben. Amazon steckt die Verkaufs- und Werbeerlöse komplett in die eigene Tasche. Google hat von Amazons Erfolg nichts, aber auch gar nichts.

Die Kommerz-Maschinerie von Amazon läuft perfekt. "Wir wollen Geld verdienen, wenn die Leute unsere Geräte nutzen, nicht wenn sie sie kaufen", sagte Amazon-Chef Jeff Bezos bei der Vorstellung der neuen Kindle-Fire-HD-Tablets. "Die Menschen wollen keine Geräte mehr, sondern Dienste." Und das Prinzip, Inhalte über subventionierte Hardware zu verkaufen, geht für Amazon voll auf: 22 Prozent soll der Marktanteil am US-Tablet-Markt betragen, teilte das Unternehmen mit, als es kurz vor der Präsentation seiner neuen Armada bekannt gab, dass das Kindle Fire ausverkauft sei. Marktforscher schätzen, dass Amazon das Tablet rund sechs Millionen Mal verkauft hat. Die Absatzzahlen der Android-Konkurrenz – selbst die des Branchenschwergewichts Samsung – sind im Vergleich dazu verschwindend gering. Sogar Apple, das nach wie vor Marktführer ist, musste hinnehmen, dass sein Anteil von rund 75 auf möglicherweise bis zu 50 Prozent gesunken ist.

Werbung stört Nutzer kaum

Google hat zwar mit dem Nexus 7 einen Gegenangriff gestartet und konnte sich auch ein Stückchen des Tablet-Kuchens abschneiden. Doch dem mächtigen Ökosystem des Online-Versandhauses aus Software, Inhalten und subventionierter Hardware scheint Google mit seinem eigenem Angebot nicht gewachsen zu sein. Und die zumindest auf dem Papier erschreckend guten Kindle-Fire-HD-Tablets machen die Sache für Google nicht besser. Denn Hand aufs Herz: Die meisten Otto-Normal-Nutzer interessieren sich herzlich wenig dafür, ob sie einen 7-Zöller mit purem Android oder ein Gerät mit angepasstem Ice Cream Sandwich kaufen. Und dass Werbeeinblendungen sie nicht stören, beweisen all die App-Downloader, die sich ein paar Cent für kostenpflichtige Versionen sparen.

Amazon ist für andere Android-Tablet-Hersteller in gewisser Hinsicht ein schlimmerer Gegner als Apple. Denn es lässt für sie nur noch eine kleine, hochpreisige Nische übrig, die in Zeiten der Geiz-ist-geil-Mentalität und der mächtigen Konkurrenz des iPad wenig erfolgversprechend scheint.

Chance für Entwickler?

Eine andere Frage ist, welche Möglichkeiten Amazons Tablet-Erfolg Entwicklern eröffnet. Auf den ersten Blick sollte man annehmen, dass sie sich freuen sollten. Schließlich lohnt es sich für sie endlich, auch schöne Android-Tablet-Apps zu schreiben. Amazon lockt die Entwickler mit 70 Prozent des Verkaufspreises, Ein-Klick- und In-App-Einkäufen oder Aktionen wie die Gratis-App des Tages.

Das alles kann, muss aber nicht gut für Entwickler sein. So berichtet Shift Jelly, das die App Pocket Casts entwickelt, über seine Erfahrungen mit Amazon. Es erklärte sich bereit, seine App zur Gratis-App des Tages zu machen und tatsächlich wurde sie über 100.000 Mal heruntergeladen. Verdient haben die Entwickler, die glaubten, Amazon würde 20 Prozent des Verkaufspreises trotz Gratis-Aktion zahlen, nichts. Im Gegenteil. Da der Dienst Podcasts über Server zur Verfügungs stellt, musste Shift Jelly seine Hardware für die vielen zusätzlichen Nutzer aufrüsten, sah aber von Amazon keinen Cent. Und kurz nach der Aktion reduzierte Amazon Pocket Casts, das normalerweise zwei Dollar kostet, im App-Shopp eigenmächtig auf 99 Cent.

Ein schlechtes Beispiel ist natürlich noch kein Beweis dafür, dass Entwickler bei Amazon schlecht aufgehoben sind. Die, für die es gut läuft, melden sich ja nur selten zu Wort. Ich würde mich sehr freuen, wenn an dieser Stelle Entwickler, die bereits Apps in den App-Shop eingestellt haben, ihre Erfahrungen in den Kommentaren schildern würden.

(Foto: Amazon/Google/kwe)

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • werner pfeuffer 07.09.2012 Link

    die zahlen können niemals stimmen. amazon hat vlt. insgesamt 35 mio. kindles verkauft. die wenigsten davon waren aber kindle fires. die zahlen für den fire dürften so bei ca 5 mio liegen.

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  • Michael Veidt 07.09.2012 Link

    Die machen es einfach richtig! :)

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  • Klaus Wedekind 07.09.2012 Link

    Sorry, 35 Millionen Tablets wurden geschätzt insgesamt 2012 in den USA verkauft. Das Kindle Fire ging bis zu sechs Millionen Mal über den Ladentisch. Ist korrigiert.

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  • Andy M. 07.09.2012 Link

    In vielen Teilen der Welt gibt es so oder so weder Google Play Music/Books/Movies noch Amazon's Kindle/Fire/HD.
    Von da her ist es doch gut wenn überhaupt einmal irgendwas kommt und nicht nur ein Anbieter (Apple) den gesamten Markt bestimmt.

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  • Murat S. 07.09.2012 Link

    Also ich finde klasse was ein unternehmen erbringen kann wenn sie es wollen.

    Also so ganz günstig finde ich die jetzt nicht gerade besonders die tabs die mich intressieren 500€uro für den 8,8Zoll mit LTE ist schon heftig.

    Aber mal ne ganz andere sache wieder sprichst du dir da nicht selber ?

    "Kindle Fire HD: Eine Bedrohung für Android?"

    "Denn Hand aufs Herz: Die meisten Otto-Normal-Nutzer interessieren sich herzlich wenig dafür, ob sie einen 7-Zöller mit purem Android oder ein Gerät mit angepasstem Ice Cream Sandwich kaufen."

    Oder meinst du mit dem überschrieft eher "Kindle Fire HD: Eine Bedrohung für Nexus 7" ?

    2. Was immer wieder Falsch formuliert wird ist die tatsache das mann bei Play Store nicht kaufen ist die das Kreditkartes so einfach.
    Ich würde mir gerne Nova 3 Gangstar Rio usw für 69cent kaufen.

    3. Ich als entwickler würde nie Amazon appstore meine zeit verschwenden.
    Bespiel: Wenn ein User ein Gratis app des Tages downloadet gilt dies als gekauft das bedeutet er kann sie immer wieder nachladen ohne sie jemals wieder kaufen zu müssen. User empfiehlt dies weiter und so weiter und es downloaden es 1000000 Millionen das bedeutet mann hatt so zusagen fast die komplette Ziehl gruppe damit frieden gestellt und der Entwickler schaut doof aus dem fenster und wenn kein motivation mehr hinter der sache steckt tut er auch kaum updaten und dann heißt es der entwickler ist schlecht und kauft nichts mehr über ihn.

    Amazon App store ist nicht annährnt so Stark wie Play Store denn viele Apps mit namen und rang findet mann bei Amazon App Shop vergebens weil sie schlicht und einfach nicht anbieten weil die entwickler es nicht wollen.

    Bespiel Gameloft Spiele oder Poweramp Audio Player usw usw.

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  • Andreas T. 07.09.2012 Link

    was sind diese 20% im letzten absatz? amazon zahlt, wie google und apple, 70% an die entwickler...

    wenn entwickler da mitmachen und sich nachher wundern dass sie bei gratisaktionen nichts verdienen ist das nicht amazons schuld, sondern die der entwickler die einfach zu dumm/faul sind sich die bedingungen genau durchzulesen...

    edit: hab ich mich da verlesen oder wurde der artikel jetzt geändert (ohne einen hinweis auf die änderung zu geben)?

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  • Klaus Wedekind 07.09.2012 Link

    Wurde in den Moment geändert, als du es geschrieben hast.

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  • DeSpeRaDo 07.09.2012 Link

    Die Blogs werden immer schlechter.

    Vorallem die inhaltlichen Fehler sind ein Unding, dann wird meist korrigiert OHNE einen Verweis darauf.

    Dabei sollten doch die neuen Leute frischen Wind in die Stube bringen und die Blogs wieder qualitativ besser werden aber genau das Gegenteil tritt ein, wirkt zumindest auf mich.

    Schade Schade :-\

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  • Arvid Gerstmann 07.09.2012 Link

    Ich kann aber zustimmen, schon eine App in den verdammten Amazon Market zu bekommen ist eine meisterleistung ...

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  • bacci 07.09.2012 Link

    Es ist tatsächlich bei einem Großen Teil der Nutzer von Android so, das viele, mich Eingeschlossen, und auch viele Freunde von mir, die Apps lieber kaufen würden, nicht zuletzt weil die Werbung das System und die Akkulaufzeit ganz schön Auslasten. Doch viele haben keine Kreditkarte oder möchten ihre Kreditkartendaten nicht im Netz nutzen.
    An Hand von eigenen Erfahrungen, denke ich das es viel mehr App-Käufe im Store geben würde wenn man per Überweisung oder PayPal zahlen könnte. Zum Glück kann man ja einige Apps hier per PayPal kaufen, was aber eben auch der grossteil nicht weiss.

    LG. bacci

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  • Andy N. 07.09.2012 Link

    6 Millionen nur in den USA finde ich schon erstaunlich. Jetzt mit dem Nexus und den größeren Ausführungen dürfte der Tablet-Markt ziemlich angekurbelt werden.
    Ich denke dadurch werden alle anderen Hersteller profitieren, nur Apple hat davon nichts.

    Der Akkuverbrauch bei Werbung dürfte aber vernachlässigbar sein. Zudem brauchen viele Apps eh eine Internetverbindung, bzw. immer mehr zeigen sich Daten aus dem Internet auf dem Lockscreen an.

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  • Simon F. 07.09.2012 Link

    Meiner Meinung nach hat Googgle mit dem Nexus 7 ein konkurenzfähiges Produkt am Start. Die Verbraucher werden sich für Amazon oder Google entscheiden.
    Ich sehe aber noch viele nicht erschlossene Länder. Ich betreibe selber keine Marktforschung, denke aber, dass da noch lange Raum für beide Anbieter ist. Konkurenz belebt das Geschäft und ist für den Konsumenten meistens nur positiv.

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  • Gamefaq 07.09.2012 Link

    Was hier viele vergessen ist das kein Kindle Fire benötigt wird um das Amazon Angebot zu nutzen. Wer Apps will der installiert den App-Shop. Wer eBooks die Kindle App. Wer Musik die MP3 App und wer Filme die Lovefilm App. Und wer schlicht einkaufen will die Shopping App. Der Kindle Fire macht auch nichts anderes wie die App dahinter zu starten.

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    Flash Fan 07.09.2012 Link

    Android ist ein offenes System! Amazon kann also damit alles machen.
    Das Kindle Fire ist keine Gefahr für Android. Wohl aber für die sprudelnden Gewinne anderer Unternehmen - Google, Apple, Samsung eingeschlossen...
    Das iPad mini und das Nexus 7 sind die ersten Antworten auf das Kindle Fire und Amazons Marktmacht. Dem Verbraucher kann es nur recht sein...

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  • PeterShow 07.09.2012 Link

    @Gamefaq

    Genau und seit kurzem ja auch offiziell für Deutschland. Und die ganzen FreeApps freuen mich.. Schon einige tolle Games bekommen.. auf meinem SGS II und auch auf meinen zükünftigen.... nein nicht Kindle Fire.. Nexus 7....

    Außerdem sehe ich keine Gefahr für die Entwickler. Nicht jeder guckt jeden Tag rein und holt die Gratis-App. Die App hat wenn sie Glück hat danach ein Haufen guter Bewertungen und andere kaufen sie dann wegen der guten Bewertungen...

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  • Stephen Trueman 08.09.2012 Link

    Also bei der Bemerkung AMAZON gibt dafür nix an Google ab muss ich lachen.
    Genauso geht es doch GEMA Musikern mit Google. Google verdient ohne Ende Geld und die Musiker sehen nicht davon. Also wird hier mal der Schuh umgedreht.

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  • leon wohlschlegel 08.08.2013 Link

    Googel gibt amazon nichts ab so ist das

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