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Googles Mitschuld an der miesen Upgrade-Politik der Hersteller

Patrick
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Jeder kennt das Problem: kaum ein Hersteller stellt zeitnah Firmwareupdates auf das neueste Android zur Verfügung. Doch können die neuen, grafisch aufgemozten Android-Versionen überhaupt auf alter Hardware flüssig laufen? Meiner Meinung nach lässt Google damit Geräte mit schwacher Ausstattung im Stich.

Die Gerätevielfalt ist für mich mit einer der wichtigsten Aspekte von Android. Leider kennt jeder das Problem, dass die Hersteller uns meist nicht mit den neusten Software-Updates von Google beglücken. Upgrade-Versprechen werden verschoben, nicht eingehalten oder es gibt sie schlichtweg nicht.

Neuere Androidversionen zunehmend träge auf schwacher Hardware

Bildquelle: ScientiaWeb

Dank der relativ großen Offenheit von Android und einer sehr aktiven Community können wir mittels Custom-ROMs meist doch in den Genuss neuer Software für unsere Smartphones kommen.

Ich selbst habe auf meinem fast zwei Jahre alten Motorola Defy Nightlys von CM9 und CM10 zusammen fast 3 Monate im Alltagseinsatz gehabt – aber verglichen mit CM7 ist die gefühlte Performance einfach lächerlich schlecht, eine ruckelnde Oberfläche gehört da zur Tagesordnung. Die Erfahrungen basieren zwar nur auf dem Defy, das wegen eines gelockten Bootloaders keine Custom Kernels zulässt, aber ich glaube nicht, dass hier die Ursache liegt. Mir scheint, das Problem ist ein viel Allgemeineres.

Denn auch wenn in den getesteten Nightlys noch ein erhebliches Optimierungspotential steckt: Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass neue Android-Versionen ≥4.0 schlicht und einfach nicht flüssig auf schwachbrüstigen Geräten laufen. Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst brandneue Einsteigerklassemodelle meist noch mit 2.3 ausgeliefert werden (z.B. LG Optimus Zip, Galaxy M Style, etc.). Selbiges gilt auch für andere Android-Geräte, die eben keine Highend-CPU und -GPU an Bord haben. Hinter dem Upgrade-Unwillen vieler Hersteller stecken also nicht nur (aber natürlich auch) reine Faulheit oder Profitdenken (lieber neue Modelle verkaufen).

Das Extrembeispiel wäre hier das HTC Dream/T-Mobile G1, das erste Androidphone überhaupt. Wie ihr als AndroidPIT-Blogleser vermutlich wisst, gibt es sowohl ICS als auch JB Custom Roms für dieses Gerät. Und wie man sieht, läuft es alles andere als flüssig. Nun sind wir das ja in der Regel schon von Desktop-Computern gewohnt, neue Software auf alter Hardware – das funkioniert oft nur mit Einschränkungen.

Hier allerdings liegt meiner Ansicht nach ein anderer Fall vor, wir reden von einem Betriebssystem, das speziell für Smartphones und Tablets entwickelt wurde. Der zugrundeliegende Linux-Kernel hat damit nichts zu tun, der läuft auf embedded systems genauso wie auf riesigen mainframes. Die Schuld daran trägt allein Google. Mir scheint, dass das Unternehmen mit seinen neuen Android-Versionen keineswegs eine große System-Vereinheitlichung anstrebt.


T-Mobile G1: Damit fing alles an. / (c) T-Mobile

Die visuelle Optimierung à la Project Butter zielt doch im Wesentlichen auf Geräte mit dicker GPU (Tegra, Mali etc.) ab, mit schwacher Hardware und bei hoher Systemlast werden diese visuellen Extras teilweise zur Slideshow und lasten das System zusätzlich aus. Somit verkommt Googles groß angekündigtes Optimierungsprojekt zu einer Aktion, die wohl eher den Namen "Project Stutter" verdient hätte. Das OS, aber auch System-Apps verbrauchen zunehmend mehr Flash-Speicher und RAM, das beste Beispiel dafür ist Google+, aber auch Chrome und Firefox. Alte Modelle bleiben da auf der Strecke. Nicht umsonst sind die Referenzgeräte von Google allesamt mit exzellenter Hardware ausgestattet.

Somit trägt Google für mich eine große Mitschuld an der zähen Update-Politik vieler Hersteller. Ich finde das äußerst schade, denn ich würde mir Android gerade auch auf anderen Geräten als Smartphones und Tablets wünschen. Und eben solche Geräte benötigen oftmals keine Highend Multicore-CPUs und dicke Grafikchips. Android hätte die Chance, zum Universal-Betriebssystem für netzwerkfähige Geräte mit intuitiver Bedienung.

Hier einige Beispiele von bereits existierenden Produkten mit Android, die weder Smartphone noch Tablet sind:

Ich würde mir von Google wünschen, zurück zu den Ursprüngen zurück zu kehren und den Größenwahnzu beenden. Android sollte zu einem schlanken, flotten und flexiblen Betriebsystem werden, das auch auf schwacher Hardware läuft. Die zugegebenermaßen schönen visuellen Effekte und sonstige speicherfressenden Gimmicks sollten modular integriert und damit deaktivierbar werden. Bugfixes und sicherheitskritische Patches am Betriebssystem sollten sofort von Google bereitgestellt werden und auf Wunsch automatisch installiert werden.

Solang wir weiterhin die neuste Highend-Hardware kaufen oder uns mit uralter Software abspeisen lassen ist auch alles gut. Hoffentlich tauchen nicht mal richtig kritische Sicherheitslücken in den An-tik-droid Versionen auf. Und vielleicht kommen viele Altgeräte dank Apple jetzt sogar doch noch zu ihrem lang erhofftem Upgrade.

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Kommentare

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  • OxKing 08.09.2012 Link

    Halte den Artikel auch für Unsinn.
    Plakativ gesagt: iOS 6 läuft schließlich auch nicht auf dem ersten iPhone.
    Innovation dockt nun mal am technisch Machbaren an und nicht am untersten Ende und am kleinsten Nenner.
    Sicher sollte Google das mit der Kompatibilität immer bedenken und im Hinterkopf bewahren,
    aber sie können sich wenn sie den Anschluss im Markt nicht verlieren wollen
    nicht von bedingungsloser Rücksicht auf veraltete Modelle leiten lassen.

    Und wenn Android nun die verschiedene Versionen für verschiedene Leistungsklassen veröffentlichen würden,
    was wiederum die Entwicklung verlangsamen würde wäre das Problem fehlender Updates
    sicher immer noch keinen Schritt weiter, weil die Hersteller doch für die günstigen
    Geräte wohl eher aus Kostengründen keine Updates entwickeln.
    Dies "bringt die Leistung nicht" kommt denen da doch recht gelegen als Ausrede.
    Gerade das Defy ist doch das Paradegegenbeispiel für die Ausrede.
    Gingerbread wäre dort genau so gut gelaufen wie auf dem Defy+, kam aber dafür nie...

    Außerdem würde sich die ganze Fragmentierung nur noch multiplizieren,
    wenn es ein Grund Android und dann für stärkere Geräte weiche Animationen und bessere UI geben würde.

    0
  • Patrick 07.09.2012 Link

    Das natürlich nicht, ich bin auch Fan von schicken Oberflächen mit netten Effekten wie etwa auf meinem Nexus 7. Aber sollten solche Features hohe Ansprüche an die Hardware stellen, oder gerätespezifisch sein könnte man ja modular Integrieren, oder zumindest beim Kompilieren optional machen, wie das eben z.B. beim Linux Kernel der Fall ist.

    Das bei meinem Defy Treiberprobleme und unausgereifte Nightlies eine große Rolle spielen ist mir klar, das hab ich ja auch geschrieben. Mein Eindruck war nur, dass es ein allgemeines Problem ist. Vielleicht ist das so auch nicht der Fall.
    Aber freu mich über die vielen Kommentare.

    0
  • Michael S. 07.09.2012 Link

    Sorry, der Artikel ist unsinn. Sollen die Hersteller nun die Software absichtlich einschränken und die neuen Möglichkeiten stärkerer Hardware nicht nutzen, nur, damit Nutzer älterer Geräte die aktuellste Version haben können, die sie eh kaum interessiert?

    0
  • Chris 07.09.2012 Link

    Für Nutzer günstiger Handys sind Upgrades eh meist irrelevant.

    0
  • User-Foto
    lolo 07.09.2012 Link

    oh man meiner.meinung nach totaler schwachsinn !!!
    Auf jedem smartphone mit ner ordentlichen cpu sollte jelly bean fluessig laufen und sich ein billig handy zu kaufe und zu erwarten es bekommt das neuste android ist schlichtweg schwachsinnig....
    google macht das schon richtig, als ob es einen unterschied ob man jetzt auf einem billighandy gingerbread oder jelly bean hat !!!
    das handy bleibt immer scheisse.
    google traegt an der update politik 0% mitschuld , die hersteller aber.
    weil sie ihre eigene oberflaeche reinimplementieren und der hersteller es scheinbar nicht auf die reihe bekommt...in kurzer zeit .
    das galaxy nexus hat einen dual core und keine sonderlich starke gpu, aber jelly bean laeugz fluessig darauf.
    die meisten smartphones sind auf dem niveau bekommen das update aber trotzdem spaeter oder garnicht .
    alsoo google ist nicut schuld

    0
  • my2cent 07.09.2012 Link

    So ein Blödsinn, weder sind die alten OS-Versionen für Anwender noch für Entwickler ein Problem. Ganz im Gegenteil wird so die Vielfalt für die Kunden größer und für die Entwickler ist es KEIN großer Aufwand an der ein oder anderen Stelle etwas zweigleisig zu werden, dafür hat Google VIEL getan, dass fast alle neuen Features die nicht im OS integriert sind per Library oder SDK-Integration trotzdem verfügbar sind. Es gibt nur ganz wenige !Hardware!Schnittstellen die in den alten Versionen nicht zur Verfügung stehen, diese Hardware haben aber i.d.R. auch die alten Geräte nicht, von daher kein Problem.

    Die Stimmungsmache sorgt einzig und allein für eins: Die die bislang dachten sie wären Glücklich mit dem was sie haben werden verunsichert durch solche Blogs und denken sie müssten unglücklich sein!

    Tretet einfach den Entwicklern in den Hintern, die die Apps nur für neuere OS-Versionen ausliefern, denn zu 95% tun sie dies ohne Grund!

    0
  • Matze 07.09.2012 Link

    Also ich habe das CM10 auf meinem HTC One S, und es läuft im Gegensatz zum Ice Cream Sandwich butterweich, ohne ruckeln. Bin sehr zufrieden :-)

    0
  • User-Foto
    Marek 07.09.2012 Link

    Ich habe ein galaxy s2. Es ist genauso stark wie das galaxy nexsus. Seid dem offiziellen update von 4.0 stürzt das Handy täglich öfter ab. Da lief 2.3 viel besser. So jetzt soll mir das mal einer erklären. Ich hab nur 20 apps drauf. Das kann doch nicht sein! Ich glaube auch das es nicht an Google liegt sondern an den Herstellern denn die Oberfläche ist sehr aufwendig. Ich finde den Blog gut!

    0
  • nox 07.09.2012 Link

    Also auf dem Xperia neo läuft ICS flüssig, da hat Sony halt einfach mal mehr Arbeit investiert als Samsung für sein Galaxy SPlus z.B.

    0
  • Moritz S. 06.09.2012 Link

    Nun, es hängt auch mit dem Aufwand zusammen. Irgendwann rentiert es sich eben nicht mehr, die Kompatibilität zu alten Geräten aufrecht zu erhalten. Wenn man sich davon nicht lösen würde, wäre das ein ziemlich großer Bremsklotz. Und es ist normal, das Software, die sich weiter entwickelt, irgendwann nicht mehr mit älteren Geräten kompatibel ist. Ist ja auch logisch: Diese alten Geräte sind nicht darauf ausgelegt.

    Beispiel aus der Apple Ecke:
    Das iPhone 3g und ältere Modelle haben seit 2010 kein Update mehr erhalten. Warum? Wieso in sowas noch Zeit und Geld investieren!

    Mit diesem kleinen Beispiel aus der Welt von Apple möchte ich nur verdeutlichen: Dies ist gängige Firmenpolitik. Sie es bei Softwareherstellung oder woanders. Auch im Webdesign ist das so. Da ist der Aufwand irgendwann viel zu groß, die Seite mit möglichst auch mit älteren Versionen von Browsern kompatibel zu halten als das man daraus Nutzen zieht.

    Altes stirbt, so ist das nunmal. Wenn ich unbedingt immer das neueste System haben will, muss ich dafür eben zahlen. Oder ich gebe mich mit dem zufrieden, was ich habe!

    Und mal anders gefragt: Du hast ernsthaft erwartet, dass Android 4 auf dem 4 Jahre alten Gerät noch läuft?

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  • Chinafreak 06.09.2012 Link

    naja, ich kann auch ICS auf HTC Desire bzw. Wildfire lagfrei\ruckelfrei benutzen. Und ich habe sogar mehr Leistung als den offizielle ROM von HTC!

    0
  • Christian Pietzsch 06.09.2012 Link

    Es ist heute leider oft so, dass Software nicht mehr für niedrige Systeme optimiert wird, sonder nur für neue Hardware. Als Beispiel habe ich hier mal NFS Pro Street: die Grafik konnte man so weit runterstellen, dass es aussah wie NFS2 aber bei aktuelle Unterklasse Hardware trotzdem gelagt hat.

    Was ich aber noch schlimmer finde, ist die Sache, dass man beim rooten und flashen die Garantie verliert. Klar kann da was schief gehen, aber wenn ich mir einen Computer kaufe, kann ich mir auch einfach ein anderes Betriebssystem draufhauen ohne die Garantie einzubüßen.

    0
  • bpo 06.09.2012 Link

    Da stimmt was nicht in der Argumentation, das Xperia Tipo hat nur 800 MHz, single Core, 512 MB RAM und trotzdem Android 4.0.4. Und es läuft echt flüssig.. Also kann es nicht nur an schwacher Hardware liegen.. Wohl eher, was noch alles darauf ist, an Software..

    0
  • Fabian H. 06.09.2012 Link

    Jelly Bean läuft auf meinem Galaxy bei 800 MHz und 512 MB Ram absolut flüssig! Da kann sich selbst ein Galaxy S2 mit Touchwiz noch eine Scheibe abschneiden!

    Warum sollte sich ein Betriebssystem nicht weiterentwickeln dürfen? Nur weil die Hersteller es nicht schaffen ihre Herstelleroberflächen so zu programmieren, dass diese ressourcenschonend sind?

    Absolut nicht! Google hat am wenigsten Schuld daran, dass alte Geräte ruckeln, das liegt doch vielmehr an den Herstellern selber.

    Aber naja, die Artikel hier werden eh immer schlechter.

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  • Flo Mi 06.09.2012 Link

    Hatte auch Jelly Bean auf dem SGS 1 - war der Hammer!

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  • User-Foto
    Leif Sikorski 06.09.2012 Link

    Bitte nicht. SmartPhones sind derzeit in einer schnellen Entwicklungsphase und entweder man entscheidet sich für ein aktuelles Modell oder man lebt damit nicht die aktuellste Generation zu haben. Mit Nexus Geräten ist man lang genug auf der sicheren Seite und wer auf Updates wert legt sollte zu diesen greifen. Aber wenn sie auf alte Geräte achten dann Enden wir bei einem Szenario wie iOS - einem OS dass sich in Jahren kaum verändert hat.

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  • Amko 06.09.2012 Link

    Also meine Mum hat ein Sony Xperia Tipo und da läuft ICS sehr gut.
    Besser als GB auf einem HTC Wildifre o.A...

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  • Christian S. 06.09.2012 Link

    Dem Blog kann ich nicht wirklich folgen. Google macht es richtig sich mit seinen updates auch an dem aktuellen Stand der Technik zu orientieren. Was nutzt ein Highend-Gerät, wenn die Software sich "anfühlt" wie vor 5 Jahren? Nur damit ältere Geräte auch noch die aktuelle Software gebacken bekommen? Wenn man google einen Vorwurf machen kann, dann im Bezug auf die timeline ihrer Updates, welche in meinen Augen viel zu schnell kommen. Innerhalb von etwas über 2 Jahren kamen 5 verschieden Androidversionen, mit honeycomb sogar 6. Von den fast monatlich erschienen kleinen updates mal ganz zu schweigen. Welcher Hersteller soll denn da noch mitkommen? Google sollte hier etwas zurück schrauben. Ich denke mal jedem würde es "reichen" wenn das aktuelle Androidsystem wenigstens 1 Jahr auch aktuell bleibt. Ich meine damit jetzt nicht Sicherheitsupdates oder Bugfixes, die müssen natürlich zeitnah erscheinen. Aber diese Flut der Androidversionen der letzten 2 Jahre ist schon derbe. Ich denke mal Google muss hier noch einen goldenen Mittelweg finden, zwischen neueste Technik und bestand des bestehenen Betriebssystems.
    Man muss eher den Herstellern einen Vorwurf machen, welche mit ihrer Flut an Androidhandys die Halbwertzeit eines Smartphones ins lächerliche getrieben haben und somit google damit indirekt auch unter Druck setzten immer neue Versionen auf dem Markt zu werfen.
    Und, sorry schon mal dafür, auch den Medien (also auch euch), welche mit ihrer Berichterstattung diese "Höher,schneller,weiter" Mentalität noch anheizen.

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  • fleckdalm 06.09.2012 Link

    Auf mein alten Galaxy S idt android 4.1 super gelaufen! Außerdem ist vortschritt gut die uralt Modelle auf denen es vielleicht wirklich nicht mehr flüssig läuft benutzt eh kaum mehr jemand... Am Galaxy Nexus beispielsweise läuft Android 4.1 einfach nur SUPER!:-)

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  • Sebastian Görick 06.09.2012 Link

    Selten so ein mist gelesen...soll die Entwicklung stehen bleiben das alte dinger ein Update bekommen?!

    Wer bei Aldi oder Lidl ein Smartphone darf sich über den fehlenden Support nicht beschweren.

    Und die teile wie das Galaxy Y a.Ä. gehören sowieso verboten! 

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