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Google hat versagt. Oder hat die Börse keine Ahnung?

von Fabien Roehlinger

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"Google schreckt die Märkte" - so titelte tagesschau.de heute den Absturz der Google-Aktie gestern an den Börsen. Fast zehn Prozent wurde der Titel in die Tiefe gerissen. Der Grund: Analysten waren enttäuscht von den Geschäftszahlen des vierten Quartals. Mich selbst hat sowohl der Titel des Artikels, als auch die Tatsache, dass Google eine - wohlgemerkt aus meiner ganz eigenen Sicht - aktuell richtige Geschäftspolitik praktiziert, zur Frage bewegt, ob die Börse überhaupt noch weiss was sie da tut.

Zahlen von Google sind durchaus sehenswert

Die Zahlen, die Google den Märkten präsentierte, waren dabei gar nicht so schlecht. Immerhin konnte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 25% verbessern lassen und wurde mit 10,6 Milliarden Dollar angegeben. Und selbst der Quartalsgewinn stieg von 2,54 Milliarden Dollar auf 2,71 Milliarden Dollar. Wohlgemerkt: In einem Quartal! 

Analysten: Gewinn ist nicht hoch genug

Zu wenig, urteilten die meisten Analysten laut Tagesschau. Man hatte hier mit einem Reingewinn von mindestens drei Milliarden Dollar gerechnet. Und zwar auch deshalb, weil Google im dritten Quartal 2011 einen Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet hatte, und dieser damit genauso hoch war, wie eben der des vierten Quartals, in dem historisch gesehen eigentlich die höchsten Umsätze und Gewinne fließen müssten.  

Was also war passiert? Zum Einen, so meint tagesschau.de, leide Google unter der unsicheren Entwicklung in Europa, aber auch unter den gestiegenen Kosten. Moment - unsichere Entwicklung in Europa, als auch die gestiegenen Kosten lassen Google leiden? Von einem Leidensdruck ist aus meiner ganz eigenen Sicht doch gar nichts zu erkennen. Welches Unternehmen in der Größenordnung von Google kann denn sonst einen Umsatzsprung von 25% innerhalb eines Jahres vermelden? Und überhaupt: Warum leidet Google unter gestiegenen Kosten? Das liest sich für mich so, als würde Larry Page täglich heulend vor seinen Geschäftsberichten sitzen und sich überlegen müssen, wie er seine Ausgaben in den Griff bekommen kann, um so sein Unternehmen - und natürlich vor allem seine Aktionäre - vor dem sicheren Ruin zu bewahren.

Gewinne schrumpfen in Wahrheit wegen hoher Investitionen in die Zukunft

Was zwar auch im Artikel steht, aber fast schon wie eine Randnotiz wirkt, ist die Tatsache, dass Google kräftig in die Zukunft investiert. Und dass eben dies sehr viel Geld kostet. Die Ausgaben vom Internetkonzern stiegen innerhalb eines Jahres von 2,51 Milliarden Dollar auf 3,38 Milliarden. Das ist ein echter Batzen Geld. Die Frage ist aber, wofür das Geld denn aufgewendet wurde. 

Da wäre zum Einen die Rechenzentren und sonstige Infrastruktur, die mit 951 Millionen zu Buche schlagen. Es sind aber auch andere Investitionen in Android, Google+ und auch das neue Liefergeschäft von Google, mit dem man amazon zukünftig Konkurrenz machen möchte. Hierzu wird ein schnelles Liefersystem benötigt, für dessen Aufbau aber natürlich einiges an Geld benötigt wird. 

Es war immer die Forderung der Börse und Analysten gewesen, dass sich das Google-Management auf die Suche nach alternativen Geschäftsmodellen zum klassischen Bereich "Werbung im Such-Kontext" macht. Lange Zeit schien dies ein unmögliches Unterfangen zu sein. Die Vorstöße, die Google aber gerade seit 2011 mit Google+, Google TV, Google Wallet und anderen Dingen unternommen hat, erscheinen durchaus erfolgversprechend. 

Und mehr noch: Würde Google hier nicht investieren, wäre der mittel- bis langfristige Erfolg - oder gar das Überleben - des Unternehmens durchaus fraglich. Immerhin drängen mit Microsoft oder Facebook Konkurrenten auf den Google-Heimatmarkt, die durchaus Potential hätten dem Giganten das Wasser abzugraben.

Wachstum von Google+ enttäuscht Analysten. Wirklich??

"Gleichzeitig kommt das im Sommer gestartete Online-Netzwerk Google+ nur mühsam voran" - so schreibt tagesschau.de und geht damit offensichtlich auf die Meinung einiger Analysten ein. Google-Chef Larry Page hatte zuvor angegeben, dass das eigene soziale Netzwerk von mittlerweile rund 90 Millionen Mitgliedern genutzt würde. 50 Millionen davon würden es gar täglich nutzen. Und dann fügt der Autor den Satz hinzu: "Facebook hat mehr als 800 Millionen Mitglieder". 

Lasst uns doch kurz mal miteinander rechnen: Google+ hat seine Pforten am 28. Juni 2011 erstmals geöffnet. Es sei angemerkt, dass der Zugang zum Service wochenlang begrenzt wurde, und damit eine freie Anmeldung nicht ohne weiteres möglich war. Das bedeutet, das soziale Netzwerk von Google ist erst seit rund einem halben Jahr auf dem Markt. Ich persönlich würde behaupten, dass 15.000.000 neue Mitglieder pro Monat durchaus als Erfolg gewertet werden können, nein, sollten. Immerhin gewinnt die Anzahl an Neuregistrierungen, als auch der aktiven Nutzer ständig an Fahrt. Die Wachstumskurve bei Facebook war schließlich auch nicht linear und die 800 Millionen Mitglieder konnten nicht binnen eines Jahres gewonnen werden.

Analysten sind zu kurzfristig orientiert - und haben wahrscheinlich oft zu wenig Ahnung von der Industrie

Woher kommt dann eine solche Einschätzung von Analysten? Immerhin sollten diese es doch besser wissen. Sie sind es, die maßgeblich Kurse beeinflussen können und dies auch - wie in diesem Beispiel - offensichtlich tun. Eine finale Einschätzung ist schwer. Die Bandbreite dürfte hier von Unwissenheit bishin zu Eigeninteressen reichen.

Es wird aber wohl eine Mischung sein. Eine Mischung aus Opportunisten, die weniger die Nachhaltigkeit des Unternehmens, als vielmehr den kurzfristigen Gewinn im Blick haben und denjenigen, die sich nicht ausreichend genug mit der Komplexität des Geschäfts auseinandersetzen, um dann am Ende objektiv solche Zahlen beurteilen zu können.

Es wird Google und auch Larry Page nicht umbringen, dass die Google-Aktie so in die Tiefe gerauscht ist. Obwohl es schon beachtlich ist, was gestern an virtuellem Wert vernichtet wurde. Wir reden hier immerhin darüber, dass Google heute rund 12 Milliarden Euro weniger wert ist, als noch vorgestern. Zwölf Milliarden sieht übrigens so aus, wenn man es ausschreibt:

12.000.000.000

Nein, es wird niemanden umbringen. Und wahrscheinlich erholt sich der Kurs auch ganz schnell wieder, bevor dann kein Hahn mehr danach kräht. Und, ja, wir können natürlich auch schon grundsätzlich darüber streiten, ob es gerechtfertigt ist, dass Google mehr als drei Mal so viel wert ist, wie die Daimler AG.

Es ist die Panik, basierend auf für mich nicht nachvollziehbaren Fakten, die mich nachdenklich macht. Denn ich selbst würde behaupten, dass Google in ein bis zwei Jahren so gut dastehen wird, wie niemals zuvor in seiner Geschichte. Warum dann dieser imposante Kurssturz?

Es kann sein, dass ich mich täusche und zu optimistisch bin. Oder es ist so, dass die Börse zu viel in zu kurzer Zeit erwartet. Bleibt dann aber die Frage:

Warum konnte der Kurs vorher so hoch steigen? Vielleicht hat die Börse einfach gar keine Ahnung. Oder ich. Aber wer weiß das schon...?

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Quelle: tagesschau.de   |   Tags: 

Kommentare

Link 24.01.2012

Ich finde die Börse klasse. So hat man als Privatmensch die Chance sich an so tollen Firmen wie Google zu beteiligen. Dass man eine Aktie verkauft die vorher stark gestiegen ist ist auch nachvollziehbar.

Link 23.01.2012

Larry Prägen hätte nur sagen müssen das 10.000 Leute Entlassen werden dann wären die 10 Prozent wieder am gleichen Tag nach oben gegangen.....
Denn eine Firma die Leute entlässt wird von den Anlegern geliebte weil sie sich eine höhere Rendite erhoffen und das wäre es schon gewesen. Auch für mich würde bedeuten wenn mehr Gewinn gleich besser und Entladungen gleich schlechter. doch so Tücken die Börsianer nicht mehr. die geben Milliarden aus um eine 10tel Sekunde vor Ausführung einer Order eines Konkurenten diese zu sehen und ggf ihre Aktienpakete vor der Konkurenz zu verkaufen und dieser somit zu schaden, das Ost Pervers und sollte verboten werden genauso wie Leerverkäufe... Aber die Lobby tut hier gute "Wulfs.." äh... ich meine gute Arbeit..

Link 21.01.2012

Die Börse ist auch nicht mehr das was sie mal war. Wenn ein kleiner Gewinn gegenüber dem Vorjahr als Verlust gesehen wird, oder ein Gewinnrückgang auch als Verlust, obwohl es immer noch ein Gewinn ist, dann kratzt man sich schon am Kopf. Das" Gewinn über dem Gewinn denken" nimmt inzwischen schon Ausmaße an, die selbstzerstörend sind. Selbst Ausgaben in Investitionen welche den Gewinn schmälern sind nicht willkommen. Wie soll aber ohne Investition später weiterer Gewinn generiert werden? Einfach Schizophren das Ganze. Liegt einfach an der Gier des Menschen bzw. der Marktteilnehmer.

Link 21.01.2012

@Dominik M.: Ich für meinen Teil habe nicht über die Börse geschimpft, sondern musste mich über die scharfe Kurskorrektur, sowie die Analyse daraus wundern. Die getätigten Investitionen sollten - wieder aus meiner ganz eigenen Sicht - eher als Kaufgrund gesehen werden, anstatt in einer so scharfen Kurskorrektur zu münden.

Link 21.01.2012

Der Kurs von Google ist halt zuvor zu stark gestiegen, weil die Anleger bessere Zahlen erwartet haben. Das wird halt jetzt nach unten korrigiert.

Wenn jemand denkt, dass Google in 1-2 Wochen/Monaten/Jahren wesentlich besser dastehen wird, sollte er besser schnell Aktien kaufen. Wenn sich das mehr Leute denken, wird der Kurs auch schnell wieder steigen.

WIe hier aber wieder alle über die Börse schimpfen, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Kein Unternehmen der Welt ist dazu gezwungen an die Börse zu gehen, das machen die schon aus freien Stücken.

Finde die Börse eigentlich zutiefst demokratisch, weil diese Preise über Angebot und Nachfrage ermittelt. Lustigerweise jammert man über die Börse immer genau dann, wenn der Kurs gerade fällt. Wenns besser läuft, verstummen die meisten Kritiker.

Link 21.01.2012

Aus dem Chart und den Infos lese ich nur, dass im Moment die beste Zeit ist um sich mit Google-Anteilen einzudecken. Also doch eigentlich poitive Nachichten, oder......

Link 21.01.2012

Ich verstehe nicht was ihr wollt? scheinbar sind hier ja analysten. Hm mal dran gedacht das die kurse schon vor den bekanntgeben zahlen steigen oder eben sinken? Wenn's dann nicht passt gibt es eine korrektur. Habe schon genug geld an der börse verschleudert und gelernt wie das spiel manchmal läuft. Also nicht schreien, wenn ihr meint der absturz geht nicht, dann kauft google und verdient geld damit. Zum einsteigen ne gute sache. was die zukunft bringt sage ich aber nicht voraus.

Link 21.01.2012

@Fabien ich will die Aktionäre nicht in Schutz nehmen die produzieren viel Mist aber nicht nur.
Dass die Aktien direkt nach der Bekanntgabe von Zahlen abgesackt sind, kann daran liegen dass die Analysten diese Tatsache mit anderen Informationen verknüpfen und daraus dann eine Rechnung entsteht die nicht mehr passt.
Man muss auch um die Ecke denken und uns Laien ist dieses nicht immer nachvollziehbar.
Z.B. vielleicht denken die Analysten so:
Umsatzsteigerung < 3 Milliarden +
Motorola Übernahme +
Kartelklage +
Faktoren die wir jetzt nicht kennen +
Risikoaufschlag
= Ergebnis ist dass Google nächstes Jahr keine Rendite auszahlt.

So und dass heißt nicht dass die denken Google ist scheiße.
Die denken einfach dass Google nächste Zeit kein Geld für "Spekulanten (Aktionäre/Bankster)" hat. Also ja, für die sieht so aus als Google kurzfristig kein Geld für die haben wird.
Weil die Analysten aber ihren Gläubiger wiederum Rendite versprochen haben und zwar für nächste Zeit (also kurzfristig) mussen die Ihr Geld von Google erstmal zurückziehen um ihre Rendite irgendwo anders zu kriegen.

Also kurz erklärt: Analysten denken nicht kurzfristig sondern ziehen nur kurzfristig ihr Geld von Google ab und schieben es dort wo es bald Geld gibt.

Mit anderen Worten: Ich fische meine Fische in meinem Teich und wenn keine Fische gibt dann esse ich das was in Garten wächst oder gehe in Wald jagen. Und dann gibt es Fischer die nur Fische fischen...Die hauen sofort ab wenn kein Fisch mehr da ist und sollten die kein Fisch finden sind sie am Ende! Die leben nur und ausschließlich von Fisch.

Link 21.01.2012

Achja fast vergessen:
Die Börse, ist meiner Meinung nach, einer der gefährlichsten, krankhaftesten und destruktivsten Auswüchse des Kapitalismus!!!

nicht falsch verstehen, ich bin ein befürworter des Kapitalismus, da alles andere eh nicht funktionieren kann, aber nicht in diesem kranken auswuchs!!!

Link 21.01.2012

Also ich finde auch, dass die Börse totaler Blödsinn ist und abgeschafft gehört!
Und wenn gleich der protest auf mich einprasselt:
Ja ich kenne mich mit diesem Thema nicht wirklich aus und werde auch nicht die dazu benötigte zeit verschwenden, da es wochen dauert sich halbwegs mit einem so komplexen thema wie der börse auseinander zusetzen.
Nur realistisch betrachtet, kann es nicht sein (unabhängig von google), dass ein Unternehmen, welches jedes Jahr den gleichen gewinn einfährt (egal ob 2 millionen oder 2 milliarden) abgestraft wird und schlechter dasteht.

Meiner Meinung nach ist ein unternehmen, welches jedes jahr ausreichend gewinn macht, ein gesundes und gut dastehendes Unternehmen!!! Ein Unternehmen das funktioniert!!!!
Außerdem kann es nicht sein, dass jedes Unternehmen, egal wie gut die letzten Zahlen waren, immer noch bessere vorlegen müssen, da sie sonst versagt haben.
Rein logisch betrachtet geht das nicht!!!
Man kann seine Umsätze/Gewinne nicht immer weiter steigern und man sollte es auch nicht erwarten.
Wo soll es denn enden?
Wenn facebook 7 milliarden mitglieder hätte, wäre es verloren! da es ja niemanden mehr gibt der dann noch dazu kommen kann!
Oder wenn Audi (oder Mercedes oder....) jeden Menschen auf dieser Erde mit einem Auto versorgt hat und dann logischerweise die Verkaufszahlen wieder sinken, sind sie dann plötzlich kurz vorm ruin??
Da die Menge des Geldes (zumindest praktisch) begrenzt ist können nicht alle gewinne immer steigen, das ist doch völlig krank!!!

Link 21.01.2012

Börse ??

Einer der größten Menschheitsverarschungen die es gibt !

Link 21.01.2012

Schon witzig zu sehen das Analysten etwas negativ bewerten ob wohl es Bilanztechnisch richtig gut aussieht. Durch solche Menschen kann es einem gesunden Konzern ganz schnell schlecht gehen.

Zu Google+ : die Leute sollen mal überlegen wie lang Google+ online ist. ist doch logisch das es nicht nicht die Massen an Leuten nutzen wie zb Facebook. Facebook gibt es ja schon n paar Jahre......
ick werde demnächst meinen Fb Account einstampfen und ausschließlich Google+ nutzen.

Link 21.01.2012

" ...ob die Börse überhaupt noch weiss was sie da tut." wusste Sie noch nie. Deshalb sind wir ja in den Schlamasel ;)

Link 21.01.2012

@Michael Kurse ergeben sich aus Angebot und Nachfrage. Eine Aktie ist soviel wert wie jemand anderes dafür bereit ist, mir zu bezahlen. Und wenn mir das nicht reicht muss ich halt auf bessere Zeiten warten. Wenn es um Geld geht handeln Menschen sicherlich nicht immer rational. Aber wer meint das Google viel mehr wert sein sollte, nutzt so einen kleinen Kurseinbruch halt zum Einstieg. Auch das gehört zum Börsenhandel.

Nebenbei bemerkt gab es bei der Google-Aktie nach den Zahlen sicherlich auch deshalb einen "deutlichen" Kurseinbruch weil viele Investoren gut im Plus stehen und lieber erst einmal ihre Gewinne in trockene Tücher gebracht haben.

Ich würde jetzt unserem Finanzsystem nicht zuschreiben, immer perfekt zu funktionieren und man kann sicherlich einiges verbessern. Aber Demokratien funktionieren auch nicht immer perfekt und sind trotzdem das beste System ...

Link 21.01.2012

@ Andre: Literatur nachschwafeln macht das Dilemma der Finanz- und Wirtschaftskrise auch nicht besser. Wie bereits in meinem Statement weiter oben geschrieben, muss diese Art der Unternehmensbewertung überdacht werden, weil sie in meinen Augen nicht Objektiv ist. Die Börse soll den fairen Wert ermitteln, tut Sie aber nicht. So werden Kurse durch Insiderhandel, Panikmache, Krisen, Falschmeldungen, etc. verfälscht. Die deutschen Unternehmen sind an der Börse stark unterbewertet. Wo hat das was mit fairen und objektiven Unternehmenswert zu tun? Auch wenn vielleicht einige Meinungen hier nicht auf Fachwissen beruhen, sind diese nicht ganz unberechtigt. Und mittlerweile fragen sich auch einige Fachleute zunehmend, ob das derzeitige Finanzsystem so noch richtig ist. Meiner Meinung nach kann u.a. ein Mittel gegen die Verfälschung der Aktienkurse und dem Handel hochriskanter Papiere eine hohe Besteuerung dieser Transaktion sein. Zumindest können mit der erhobenen Steuer die Schäden daraus (aktuelle Finanzkrise) bezahlt werden, die durch Spekulanten ja verursacht wurden. Dann muss nicht wieder das "gemeine" Volk dafür blechen.

Link 20.01.2012

Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass da auch die mögliche Motorola Übernahme mit rein spielt... Seien es durch bedenken der Analysten, oder ein Versuch, Google davon abzuhalten...

Link 20.01.2012

Also die pauschale Verteufelung der Börse zeigt nur das viele hier kein sehr ausgeprägtes wirtschaftliches bzw finanztechnisches Wissen besitzen sondern einfach nur mal raushauen was landläufig gedacht wird. Das die Börsen nunmal nach oben und unten übertreiben ist sicherlich richtig. Letztlich sind es auch nur Menschen die an der Börse agieren und der Mensch ist nunmal nicht vollkommen rational. Auf längere Sicht betrachtet stellt der Aktienkurs einer Firma aber durchaus ein guten Proxy für den Wert eines Unternehmens dar.

Link 20.01.2012

@jojo:
Ich würde diese kartellklage nicht so leichtfertig abtun. Die frage ist doch warum google es überhaupt versucht über unlauteren Wettbewerb? Evtl. sieht man bei google da einfach die Notwendigkeit zu solch einem Schritt um überhaupt an die erwarteten zuwachszahlen an neu Kunden zu kommen. Und falls das der fall sein sollte wär's im Zusammenhang mit einem ohnehin nicht erreichten Wachstum durchaus für den ein oder anderen ein Zeichen für eine Schwächung von google. Das die 3 Milliarden google zählen könnte ist mir auch klar. Nur was das für die weitere Konkurrenzfähigkeit von google bedeutet ist für so manchen eben schon ein Grund für erste Zweifel.

Link 20.01.2012

die Börse ist organisiertes Verbrechen. bäm

Link 20.01.2012

@Jörg Als Daytrader sitzt man aber nur noch vor Charts und irgendwelchen Signalen. In diesem Fall waren es harte fundamentale Daten. Ich werde meine Google-Aktien jetzt sicherlich nicht verkaufen. Halte die auch schon seit ein paar Jahren. Aber meines Erachtens ist die Kurskorrektur absolut gerechtfertigt. Letztlich orientiert sich ein Aktienkurs langfristig vor allem am Gewinn. Die Quartalszahlen vom viertem Quartal waren nun zwar der Auslöser, aber sind auch schon wieder Vergangenheit. In Wirklichkeit ist der Kurs zurückgegangen, weil nun auch Zweifel aufkommen, ob man seine Prognosen für die Zukunft etwas senken muss ...

Google+ wird sicherlich in den nächsten 12 bis 18 Monaten keinen nennenswerten Anteil zum Google-Umsatz beitragen. Ganz einfach, weil Google es noch nicht mit Werbung bepflastern wird. Es ist sicherlich auch sehr schwer abzuschätzen welche Einnahmen es Google zukünftig bringen kann.

@Hugo Strange
Wen interessieren 3 Milliarden? Die zahlt Google einmal und dann geht das Leben weiter. Solch eine einmalige Belastung hätte keine großen Auswirkungen. Wenn der Ärger mit den Kartellämtern größer wird, ist dass für Google dann ein Problem, wenn man geschäftliche Zugeständnisse machen muss. Geld ist für Google kein Problem.

Link 20.01.2012

ich mag keine Analysten ....

Link 20.01.2012

Naja, ich würde die kurzfristige Volatilität recht gelassen sehen. Der Kurs ist trotz des Rückgangs noch 2% höher als vor einem Monat. In der Vergangenheit war es eigentlich immer so, dass bei der Präsentation der Google Zahlen es extreme Sprünge gab (positiv wie negativ). Die Erwartungen sind halt immer sehr hoch an Google.
Zum ersten Kommentar bzgl. Apple: Wenn man sich den reinen KGV ansieht, ist Google im Vergleich zu Apple überbewertet.

Link 20.01.2012

Ich freue mich über sinkende Kurse da ich jetzt mehr Anteile kaufen kann :-)

Link 20.01.2012

@Hugo Strange: Dagegen spricht, dass der Kurs direkt nach Bekanntgabe der Quartalszahlen nach unten gegangen ist.

Link 20.01.2012

Ähm, toller Text. Nur wurde bedacht, dass neben den hinter den von Analysten angegebene gebliebene Gewinn auch folgende Tatsache ein Grund für den Vertrauensverlust der Anleger sein könnte?
Die anstehende Kartellklage mit ein einem Schadensvolumen von 3 Milliarden?

Google bewegt sich aktuell auf dünnen Eis.

Link 20.01.2012

@MaHu: Ich befürchte, Du hast den Text nicht ganz zu Ende gelesen... ;-) -- Oder mutmaßt Du auch diesmal wieder Lobbyarbeit, so wie sonst?

Link 20.01.2012

Schön dass Herr Roehlinger es besser weiss als die Analysten und vor allem der Markt.

Schuster bleib bei deinen Leisten.

Link 20.01.2012

finde die reaktion einfach affig und nicht nachvollziehbar...

google hat den höchsten quartals umsatz seiner firmengeschichte. das verhältnismäßig wenig gewinn übrig bleibt ist auch logisch. google hat dieses jahr ein neues standbein aus dem nichts gestartet, die rede ist von google+. dieses wird in zukunft eine wichtige einnahmequelle um sich gegen mitbewerber durchzusetzen. 90 millionen mitglieder in einen halben jahr ist auch alles andere als enttäuschend. die hohen investitionen in android sind auch vielversprechend. das meist genutzte system der welt das stetig wächst muss gepflegt werden damit es noch mehr massen erreicht.

abgesehen davon... 2,7 milliarden $ in einen quartal... ich glaube die zahlen sprechen für sich.

Link 20.01.2012

Ach, jedes mal nach den aktuellen Zahlen ist es Zeit Google-Aktien zu kaufen (wenn man Geld hätte)..... jedes Jahr steigen die Zahlen von Google und die Börse will NOCH mehr... egal, das dauert keine Woche und der Kurs ist wieder oben auf..... jedes mal wieder..... 25%... man man, da würde fast jedes Unternehmen von träumen... Google hat eigentlich kein Quartal die Zahlen verschlechtert... immer auf dem aufsteigenden Ast.

Link 20.01.2012

Börse hat doch nix mit irgendeiner Realität zu tun - das sind pure Phantastereien auf die gewettet wird.
Da braucht es nun wirklich überhaut keine Analysten die da irgendwas analysieren und das dann auch noch pseudoschlau begründen - eher sind Psychologen gefragt - deren Ergüsse wären sicherlich treffsicherer.

Börsen sind eine perverse Wettplattform - sonst nix.

Link 20.01.2012

Ich muss Jörg recht geben. Die Börse interessiert nicht wirklich, in was das Unternehmen langfristig investiert, sondern wie die Erträge kurzfristig aussehen. Diese werden nämlich u.a. an die Anteilseigner ausgeschüttet, den Aktionären. Das ganze nennt sich Shareholder Value und geißelt das Unternehmen an kurzfristige Unternehmensplanungen sowie uneingeschränkte Gewinnoptimierungen. Profitieren tun vor allem grosse Aktionäre, wie die Hedgefonds, Fonds, Private Equity, etc. Nur diese sind in der Lage, diese Kurssprünge zu verursachen. In diesem Fall sind es oft nur Gewinnmitnahmen. Da nicht wirklich negative Nachrichten bezüglich Google vorliegen werden die Kurse kurzfristig wieder ansteigen, womit wieder die Grossen gewinne einheimsen, denn nachdem diese verkauft haben um Gewinne mitzunehmen, sinkt der Kurs, woraufhin zu günstigeren Kursen wieder Zukäufe von diesen getätigt werden. In meinen Augen ist dieses amerikanisch dominierte Finanzsystem überholt und fördert in keinsterweise die nachhaltige Unternehmenspolitik. Die Börse spiegelt in meinen Augen auch in keinsterweise den objektiven Unternehmenswert wider, sondern ist nur ein psychologisch-kapitalistischer Schauplatz von Spekulanten. Beweise dafür gibt es in den vergangenen vier Jahren zu genüge.

Link 20.01.2012

Mich wundert eher das Erstaunen darüber, das der Kurs eingebrochen ist.
Wer sich ein wenig mit der Börse auskennt, weiß das solche Übertreibungen
nach unten wie nach oben völlig normal sind und mit dem realen Wert
eines Unternehmens herzlich wenig zu tun hat.
Das sind Mitnahmeeffekte und reine Psychologie und passiert eigentlich
ständig, fällt aber bei kleineren unbekannteren AG's nicht so auf, weil
diese von den Medien wenig beachtet werden.
Das paradoxe an der Börse ist die Erwartung der Händler vor der
Veröffentlichung der Quartalszahlen. Wenn die Analysten 10 % Umsatzsteigerung erwartet haben, dann aber der Umsatz nur um 8 % steigt, bricht der Kurs
vorübergehend ein, das kann man immer wieder beobachten und ist an der Börse
fast schon Normal. Das liegt zu einem daran, das die Kurssteigerungen
durch die Erwartungen im Vorfeld bereits gepusht wurden, also schon vorweggenommen wurden, aber es handelt sich zum großen Teil auch einfach um Gewinnmitnahmen. Schließlich gibt es an der Börse nicht nur diejenigen, die langfristig investieren, sondern auch die Daytrader, die mit Kursschwankungen ihr Geld verdienen. Trotzdem ist es natürlich schon Paradox, das ein kleinerer Gewinn als erwartet, was ja eigentlich trotzdem positiv ist, zu einer negativen Kursschwankung
führt. Aber das ist Börse und hat mit gesundem Menschenverstand und der Realität herzlich wenig zu tun.
Ich habe selbst ein paar Jahre Daytrading an der Börse betrieben und weiß deshalb, das es wichtiger ist ein guter Psychologe zu sein wenn man Erfolg haben will, als die tatsächlichen Marktwerte einer Firma zu kennen. Zu wissen was die Masse der Händler vermutlich tun wird, ist das wichtigste an der Börse, deswegen liegen die Analysten auch so oft mit ihren Einschätzungen daneben weil die meisten keine gute Menschenkenntnis haben.

Link 20.01.2012

Börse schließen und ANALysten sind eben wie Piespers schon sagte die größten Schmarotzer unserer Zeit.

Link 20.01.2012

Das ganze Finanzsystem und der Einfluss der Aktionäre sind einfach völlig daneben.

Ein schönes Video in dem es um die Spekulation mit Lebensmittel geht - dies zeigt einmal wie kaputt unser System ist.
http://www.youtube.com/watch?v=rQ7cXnsCh0E

Link 20.01.2012

Das sind diese Quartals-Affen, die nicht langfristig denken.

Link 20.01.2012

Ich weis nicht wozu man hier auf die Börse einschlagen muss. Scheint heutzutage auch ein Reflex zu sein. Man hatte von Google bessere Zahlen erwartet. Da diese nicht erreicht wurden, wird der Aktienkurs halt der "Realität" angepaßt. Und wenn es um die Unternehmensgewinne geht, reagiert die Börse natürlich besonders empfindlich, weil dass auch der wichtigste Faktor ist.

Ich hab die Zahlen und Bekanntgabe genauer verfolgt und Google muss sich hier vor allem auch vorwerfen lassen, es versäumt zu haben, die hohen Kosten zu erklären. Aber auch die Umsätze waren nicht ganz zufriedenstellend ...

Warten wir ab. Letztlich wird an der Börse vor allem die Zukunft gehandelt. Da wird sich dann in den nächsten Tage ergeben wie man Google für den Moment einschätzt. Unterm Strich sind 8 Prozent Kursverlust für Google erst einmal verschmerzbar. Man hatte zuletzt ja auch gut zugelegt ...

Link 20.01.2012

Der Wert eines Unternehmens an der Börse ist rein fiktiv. Das hat rein gar nichts mit dem zu tun was im Unternehmen selbst passiert. Die Börse hat den Hang nach Oben und auch nach Unten zu übertreiben. Siehe auch so Unternehmen wie Groupon.

Link 20.01.2012

Wird Google wohl herzlich egal sein. Im Gegensatz zu anderen investiert Google wenigstens und spart nicht nur liquide Mittel an. Zwar hat Google mit Startups auch schon oft genug in den Dreck gegriffen aber sie konnten ihr Geschäftsfeld auch gut damit bereichern und ich möchte die Google Services auch nicht mehr missen.

Das Unternehmen selbst hat vom Börsenkurs ja ohnehin relativ wenig. Is zt auch erschreckend in welcher Relation der Börsekurs zur eigentlichen Bilanz steht.

Link 20.01.2012

War erlich gesagt auch etwas überrescht. Habe gestern abend auf Google+ gelesen wie Larry Page die eigentlich erfreulichen Zahlen präsentiert. Dan am MOrgen danach gelesen, dass die Aktien abgestürtzt sind. Hmmm. Kann nicht immer nachvollziehen was an der Börse läuft. Wobei dies eigentlich klar ist. Würde ich die Börse verstehen wäre ich wohl reich :-)

Link 20.01.2012

Ich glaube das die Aktien der großen Softwareunternehmen total überbewertet werden. Die Geschichte hat gezeigt wie schnell ein solches Unternehmen komplett weg vom Fenster sein kann (siehe Myspace).
Google macht IMHO alles richtig und ich halte die 10% die Google runtergerauscht ist für reaktionär, aber generell glaube ich, dass Google gar nicht so viel Wert ist. Sobald Google nicht mehr absolut vorherrschend auf dem Suchmaschinensektor ist werden die großen Werbekunden blitzschnell weg sein. Und wenn die Börse merkt, dass Google überbewertet ist, könnte Google blitzschnell 30-40% weniger Wert sein

Link 20.01.2012

Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass die Aktionäre durch Fehlinterpretationen dazu verleitet wurden ihre Aktien abzustoßen, damit sie von anderen sehr günstig gekauft werden können.

Man überlege mal. Ein Konzern wie Google hat gerade eine große Umstrukturierung hinter sich bei dem: mehr in funktionierende Produkte investiert wird; ein neues Produkt (Google+) veröffentlicht wurde, welches so gut ankommt, wie es nun wirklich nicht absehbar war; ein Produkt (Android), welches einen enormen Einnahmen Zuwachs bei der Haupteinnahmequelle (Such-Markt) gebracht hat, erhält eine Umstrukturierung, die das Produkt für eine noch breitere Masse (Geschäftskunden) attraktiver macht.

Würdet Ihr in solch ein Unternehmen investieren?

LG WortPixel

Link 20.01.2012

Was soll man dazu noch sagen?

Die Börse ist doch eigentlich nur ein großes Spielcasino für Leute mit viel Geld, mit Logik oder gar Fakten hat das ganze schon lange nichts mehr zu tun.

Man kann mit Sicherheit davon ausgehen das sich einige Leute an dem heutigen Kurseinbruch eine goldene Nase verdienen. Und eine gewisse Schnittmenge zwischen den Leuten die die Bewertungen machen und denen die daran verdienen ist sicher auch nicht ganz ausgeschlossen, ein Schelm wer böses dabei denkt.

Link 20.01.2012

Was die Börse mit Firmen und dementsprechend mit Menschen, den Angestellten, macht, ist alles andere als schön ... Ich würde sogar fast sagen, an die Börse gehen ist eines der größten Fehler, die eine innovative Firma machen kann. Es gibt wenig Grautöne an der Börse. Entweder man ist sehr beliebt, weil man viel Gewinn macht oder man wird für Soziales unberechtigt abgestraft ... Die Börse ist wie Trivialpatente, die einen macht sie reich und andere werden behindert.

Link 20.01.2012

Warum ist sie damals im august September so weit gesunken?

Link 20.01.2012

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90% aller Menschen sind Lemminge