FriendsApp FÜR JUNGS - Kontaktpflege
Getestete Version: 1.0.0
Aktuelle Version: 1.0.0
Erforderliche Android-Version: ab 2.1
Kurzbeschreibung
“Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht aber immer nur von sechs oder sieben.”
Dieses Zitat von Elias Canetti beschreibt sehr gut einen uns allen in der Neuzeit bekannten Umstand. Wenn man in sein Telefonbuch schaut, dann sieht man Dutzende Kontakt, aber wie kann man verhindern, dass man die Freunde vor lauter Kontakten nicht aus den Augen verliert?
FriendsApp FÜR JUNGS von simyo schickt sich an diesen Umstand zu lösen und ob es der Applikation gelingt den Kontakt zu den (echten) Freunden zu verbessern, erfahrt ihr im heutigen Test!
Funktionen & Nutzen
FriendsApp FÜR JUNGS folgt einem recht einfachen Prinzip. Die beim ersten Start ausgewählten bzw. vorgeschlagenen Kontakte werden in eine Art Rangliste eingeordnet und der Nutzer der Applikation wird dann angehalten in Kontakt mit seinen Freunden zu treten, um das Stimmungsbarometer innerhalb der App “zum kochen” zu bringen.
Allgemein bietet FriendsApp einige Funktionen an, die den Kontakt mit den Freunden - wenn es nach den Jungs und Mädels von simyo geht - verbessern soll. So gibt es die bereits erwähnte “Rangliste” der Freunde. Diese wird anhand der letzten Interaktionen mit den jeweiligen Kontakten erstellt, wobei nur Telefonate und SMS in die soziale Kommunikation hineingezählt werden. Kein WhatsApp. Kein Facebook. Keine E-Mail. Dieser Umstand sollte besonders von den Lesern bedacht werden, die über diese Kanäle den Löwenanteil ihrer zwischenmenschlichen Kontakte pflegen. In meinem Fall wird das Ergebnis auch deutlich verfälscht, da ich den Großteil meiner Freunde innerhalb der Universität sehe und bei Diskussionen oder anderen Themen auf Facebook oder E-Mail zurückgreife. Somit war der Stern neben den einzelnen Kontakten, welcher die “Aktivität” mit diesem Kontakt anzeigt, bei allen ausgewählten Freunden relativ gering. Was mich innerhalb des Tests jedoch verwundert hat war, dass auch die Kontakte mit denen ich absichtlich innerhalb der Testzeit verstärkt “gesimst” und telefoniert hatte, ein schlechtes Ranking hatten.
So habe ich mit zwei Kontakten mehrere hundert SMS über die vergangenen Tage geschrieben und einen Kontakt angerufen und ein längeres Gespräch geführt. Natürlich erwartet man bei solch einer Interaktionsbreite einen Anstieg innerhalb des Rankings und trotzdem war nur eine minimale Verbesserung zu sehen und auch in der Detailansicht - wenn man auf den jeweiligen Kontakt klickt - war zu lesen “Eure Freundschaft könnte besser laufen - Ihr könnt öfter miteinander telefonieren”.
Dies ist der erste große Kritikpunkt in diesem Testbericht, denn mit genau dieser Person habe ich insgesamt fast zwei Stunden lang über drei Tage verteilt telefoniert. Auch das Telefonsymbol - welches angibt wie intensiv man mit diesem Kontakt telefonisch interagiert hat - war voll ausgeschlagen. Ist es dann nicht eigenwillig, wenn man genau bei diesem Kontakt ein weiteres Telefonat vorschlägt? Auch die Bewertung innerhalb des Rankings hatte innerhalb der Testphase zwei Seiten der Medaille. So ist es zwar ganz nett, um alte Freundschaften wieder zu “beleben”, da man sieht wie viel man mit dem jeweiligen Kontakt in Verbindung getreten ist, aber selbst bei ausschweifenden SMS-Konversationen stellt sich keine großartige Verbesserung ein. Dies liegt an der Bewertungsart von FriendsApp. Um den Stern eines Kontaktes nämlich voll auszufüllen muss man neben SMS auch Telefonate führen. Dies würde ich jedoch als Nutzer der Applikation lieber selbst entscheiden und einstellen. Es gibt nunmal Kontakte bei denen schreibt man sich nur mal kurz eine SMS oder ruft nur kurz an, um sich über die Gemütslage zu informieren und genau für solche Fälle sollte man die Einstellungsmöglichkeiten erweitern und nicht nur auf die Auswahl der Freunde beschränken.
Einer der guten Funktionen von FriendsApp ist, um gleich bei der Kontaktliste zu bleiben, die detaillierte Angabe wie die Konversationen mittels Telefonaten und SMS genau abgelaufen sind. Dies wird für die letzten dreizig Tage aufgeschlüsselt und für die letzten sieben Tage in einem Diagramm angezeigt. Das ist gut gemacht und die grafische Darstellung ist auch gelungen.
Weiterhin wird man an die Geburtstage der einzelnen Kontakte erinnert (was jedoch das Android Betriebssystem auch von alleine erledigt) und auch eine To-Do-Liste der “freundschaftstärkenden Aktivitäten” ist eingebaut.
Die Sinnhaftigkeit dieser To-Do-Liste lasse ich an dieser Stelle unbewertet, denn es ist eine gute Idee, aber inwiefern “Silvester hinterherreisen” oder “Eine Probefahrt im Traumwagen machen” das Gesamtbild der Applikation verbessert, überlasse ich dem jeweiligen Nutzer von FriendsApp. Auch wenn die einzelnen Punkte sehr nett gemacht sind, so ist doch die Gesamtzahl der Vorschläge etwas zu kurz geraten.
Die erwähnten Statistiken innerhalb der jeweiligen Kontakte kann man auch in einer “großen” Statistik aufrufen, welche dann alle Kontakte zusammenfasst und ein Bild vermittelt wie “aktiv” man in den letzten dreizig/sieben Tagen war.
FriendsApp richtet sich an die jüngere Generation und dies erkennt man -unter anderem - an der Schaltfläche “Deutsch-Mädchen”. Unter diesem Menüpunkt sind zehn kurze Sprüche in der Qualität von “Hör bitte auf mich anzuzicken” oder “Am Wochenende will ich mit den Jungs einen drauf machen.” zu finden, welche dann durch einen Übersetzer in eine Sprache übersetzt werden, die laut simyo, auch Mädchen verstehen. So sind die Übersetzungen zu unseren beiden Beispielen: “Du hast in allen Punkten recht.” und “Dieses Wochenende ist schlecht. Da kommt meine Mutter”. Man erkennt also, dass der Humor dieses “Übersetzers” deutlich nicht auf die ältere Generation abzielt und auch die gesamte Applikation eher den jüngeren Nutzern gefallen soll.
Fazit:
FriendsApp ist in meinen Augen eine nette Spielerei für Zwischendurch. Die Statistiken für die einzelnen Kontakte und auch die Gesamtstatistik ist nett gemacht und auch nett anzuschauen. Trotzdem lässt dieser Umstand nicht darüber hinwegblicken, dass es deutlich umfassendere Applikationen für die Statistikfans gibt und der Hauptkern von FriendsApp in der Freundschaftspflege liegt.
Nun gelingt jedoch genau dies nicht in dem Umfang den man sich erhofft. Die oben erwähnten Ungereimtheiten und das etwas unschlüssige Stimmungsbarometer innerhalb der Applikation machen keine sehr gute Figur und auch der nett gemeinte “Übersetzer” zündet nicht wirklich bei erwachsenen Personen.
Es ist schwer FriendsApp zu bewerten, denn man erkennt deutlich, dass die Applikation nicht für die mittleren/älteren Semester (zu denen ich mich langsam zählen muss) gemacht wurde, sondern auf ein junges Publikum abzielt. Inwiefern dies gelingt - auch mittels der fehlenden WhatsApp/Facebook Funktion - sein an dieser Stelle einfach mal dahingestellt. Im Endeffekt vergebe ich ein “geht so” an FriendsApp, wobei ich 2,5 Sterne vergeben würde, wenn es möglich wäre.
Es sei nochmal darauf hingewiesen, dass diese Bewertung nicht allgemeingültig für jeden Nutzer ist. Wer mit FriendsApp die perfekte Applikation gefunden hat und wer nur SMS/Telefonate schreibt/führt und auch die restlichen Funktionen super findet, dem sei diese Entdeckung gegönnt und der darf gerne ein/zwei Sterne auf die Bewertungen obendrauf packen.
Bildschirm & Bedienung
In dieser Kategorie macht FriendsApp FÜR JUNGS einiges richtig. Das grafische Erscheinungsbild ist mehr als gelungen und es lässt sich sagen, dass die Macher der App eine schöne und simple Bedienung implementiert haben.
Dies umfasst das “Swipen” von links nach rechts, um auf das Stimmungsbarometer zu kommen und das Schütteln des Gerätes innerhalb der “Freundschaftspflege”, um einen neuen Kontakt aufzurufen.
Sonst ist auch an der Bedienung nichts auszusetzen und es gab keinen Frust bei den diversen Eingaben.
Speed & Stabilität
Beim ersten Start der Applikation lässt sich FriendsApp FÜR JUNGS einiges an Zeit, was dem Importieren der Kontakte geschuldet ist. Danach läuft FriendsApp flüssig und fehlerfrei. Auch das “Weiterleiten” auf die Telefonfunktion und die Nachrichtenfunktion funktioniert ohne Macken.
Preis / Leistung
FriendsApp FÜR JUNGS von simyo ist kostenlos im Play Store erhältlich und beinhaltet im Normalfall keine Werbung. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Werbeeinblendungen zu diversen Produkten auftauchen können.
In Anbetracht der gebotenen Leistung vergebe ich FriendsApp in dieser Kategorie eine gute Bewertung.
Vergleichbare Anwendungen
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Bei den Mädchen kann man zusammen einen Baum umarmen. Das ist auch tatsächlich etwas was ich noch nie gemacht habe. Es scheint, das Leben ist bis dato an mir vorbeigegangen ;-) .
habe es mal gerade geladen, nur so aus Spaß. Ergebnis - meine Lebensgefährtin, mit der ich am meisten kommuniziere, wird mir als jemand vorgeschlagen mit der ich mal wieder reden sollte.... hehe
Schneider bleib bei Deinen Leisten. Kümmert euch lieber darum, daß das Netz wieder so gut wird wie es mal war....
Deinstalliert und tschüss....
1. Eindruck
Hääää, wieso macht ihr immer wieder Tests für Apps die nicht bei AP "vertrieben" werden.
Trotzdem Danke dafür... schau ich mir mal an...
Naja, wenn man es schon so weit kommen lässt, einem Programm entscheiden zu lassen mit wem man mal wieder telefonieren sollte...
ein facebook-input wäre theoretisch möglich. wie stellst du dir das mit mails vor? soll sich das programm regelmäßig in deinen mailaccount einloggen und gucken mit wem du geschrieben hast? dann meckern wieder alle wegen des hohen stromverbrauches rum... ich bin mir auch nicht sicher ob es einen receiver für googlemails gibt. ein input für whatsapp ist nicht möglich, das ist ja einfach ein proprietäres programm das keine schnittstelle für entwicker anbietet. das fehlen dieses inputs darf man dem getesteten programm also nicht negativ anrechnen!








und irgendwann gibts dann eine app die das sms schreiben und telefonieren vollautomatisch übernimmt. Nein, ganz ehrlich, wer eine app brauch um mit seinen Freunden Kontakt zu halten, sollte ernsthaft über sein leben nachdenken...