Spotify - Der Platzhirsch ist da
Getestete Version: 0.4.12.180
Aktuelle Version: 0.6.2.64
Erforderliche Android-Version: ab 2.1
Kurzbeschreibung
Nach monatelanger Wartezeit ist heute der Musikstreamingdienst Spotify offiziell in Deutschland gestartet. Im Vorfeld wurde schon das Ende der Konkurrenten wie Simfy und Rdio herbeigeschrieben und Spotify als der Heilsbringer aller Streamingdienste dargestellt.
Doch ein wesentlicher Faktor eines Streamingdienstes ist die zugehörige mobile Applikation. Ob Spotify die hohen Erwartungen auch in der mobilen Android App erfüllen kann oder ob der Hype ungerechtfertigt ist, erfahrt ihr in unserem heutigen Test!
Funktionen & Nutzen
Anmerkung: Für die Nutzung von Spotify ist ein Facebook-Account obligatorisch!
Spotify bietet die gleiche Grundfunktion an wie die bereits bei uns getesteten Dienste Rdio und Deezer: Das Abspielen von Musik mittels eines Streams bzw. die Möglichkeit Musikstücke bzw. Playlists temporär auf dem Gerät zu speichern.
Doch was bietet Spotify nun an, dass die Internetgemeine sehnsüchtig auf diesen Dienst gewartet hat? Der große Vorteil von Spotify ist die große Musikauswahl inklusive den Verträgen mit den vier Major-Labels und die hervorragende Desktop-Variante des Dienstes. Das Anordnen von Liedern, die Bibliothek und das Einbinden von lokal gespeicherter Musik funktioniert einwandfrei und macht das Verwalten der Lieder auf dem Desktop zu einer wahren Freunde.
Leider kann Spotify diese Tugenden nicht auf die mobile Plattform übertragen und ist - wenn man mal vom ganzen Hype absieht - eine Zumutung für den Nutzer. Selbst nach wenigen Minuten Beschäftigung mit der Spotify App fallen große Versäumnisse und Fehler auf und machen das Arbeiten mit dem mobilen Programm - ganz im Gegensatz zur Desktopvariante - zur Frustveranstaltung.
Doch bevor die Liste der negativen Aspekte angesprochen wird muss man Spotify auch positive Aspekte bescheinigen. Als eine der wenigen Applikationen eines Streamingdienstes bindet Spotify die lokal gespeicherte Musik ein und lässt den Nutzer somit alles innerhalb einer App benutzen. Somit entfällt das lästige Switchen zwischen dem Google Musik Player und dem Streamingdienst, wie es zum Beispiel bei Rdio der Fall ist.
Jedoch war dies auch schon der einzige große Vorteil Spotifys und wenn man über dieses Feature hinwegsehen kann, sind Angebote wie Rdio deutlich weiter und benutzerfreundlicher.
Die Liste der negativen Aspekte beginnt mit der Tatsache, dass es innerhalb der Applikation keinen Landscapemodus gibt. Auch das Abspielen eines Titels von der pausierten Stelle ist nicht möglich oder das Bearbeiten der mobilen Wiedergabeliste. Diese drei Punkte mögen vielleicht auf den ersten Blick kleinlich erscheinen, doch sind es Komfortfunktionen, die das Hören von Musik mittels Spotify erleichtern und das Erlebnis verbessern.
Neben den kleinen Versäumnissen - zu denen auch die fehlende Einbindung öffentlicher Playlists gehört - gibt es auch die mittelgroßen bis großen Faktoren, die zu der schlechten Bewertung der Spotify App geführt haben.
So ist es dem Nutzer nicht möglich die aus der Desktopversion bekannte Radio-Funktion zu nutzen. Doch genau dies ist eine Funktion, welche von vielen Nutzern gewünscht wird, denn nicht immer hat man Lust auf die Musik, welche sich gerade auf dem Smartphone befindet.
Die Liste geht weiter mit der auf 160 kbs beschränkte Streamingqualität. Das ist deutlich zu wenig und wird von anderen Applikationen wie Rdio oder Deezer besser umgesetzt. Zur Information: Die iPhone-Applikation bietet eine Option “Extrem” an, welche auch eine höhere Streamingqualität als 160 kbs anbietet.
Die wirklich gravierenden Aspekte sind allerdings noch nicht angesprochen worden. Der Nutzer wird nämlich - sofern er mehr als 30 Lieder abspeichern möchte - mit der fehlenden Sortierung nach Alben, Interpreten oder Genre so seinen “Spaß” haben. Ich persönlich weiß nicht was die Leute von Spotify geritten hat nur die Ansicht nach Musiktitel anzubieten, aber es ist ein Graus bei mehreren hundert Liedern diese in einer fortlaufenden Liste anzuordnen. Der einzige Filter besteht im Eintippen des Interpretennamens und selbst da erhält man eine fortlaufende Liste. Hier herrscht Verbesserungsbedarf, denn der Status Quo ist mehr als benutzerunfreundlich.
Der letzte Faktor ist insbesondere im Vergleich zum Konkurrenzprodukt Rdio eine Erwähnung wert. So ist es bei Spotify - wie auch bei der Simfy App - nicht möglich einzelne Alben herunterzuladen, sondern nur ganze Playlists. Dies mag zwar eine damals sinnvolle Limitierung gewesen sein, aber Rdio hat gezeigt, dass man durch eine Vernetzung zwischen Desktop und mobiler Applikation, auch einzelne Lieder und Alben bequem herunterladen kann.
Auch wenn dieser Absatz nun die letzten zwei Kritikpunkte etwas relativiert, so muss man unterscheiden zwischen den Nutzern, welche vorwiegend am PC arbeiten und jenen die ihre Musiksammlung bei Spotify am Smartphone sortieren.
Erstere werden deutlich mehr Spaß an Spotify empfinden, da man am PC bearbeitete Playlists und Lieder sehr einfach und bequem mit der Applikation sychronisieren kann. Wer jedoch am Smartphone arbeiten möchte, dem sei Geduld und Ausdauer ans Herz gelegt, da viele bekannte Funktionen von Simfy, Deezer oder Rdio schlichtweg nicht vorhanden sind.
Fazit:
Im Großen und Ganzen bin ich von der Spotify Applikation für Android enttäuscht. Ich hatte die Applikation vor knapp sechs Monaten schon einmal im Gebrauch und war damals ganz überrascht was man machen kann und hatte darauf gehofft, dass die Jungs und Mädels von Spotify die negativen Aspekte in der Zwischenzeit verbessern.
Leider bleibt die Zeit nicht stehen und die Konkurrenz hat aufgeholt und teilweise in der mobilen Nutzung Spotify überholt. Auch wenn die Desktop-Variante immer noch das - in meinen Augen - Beste auf dem Markt ist, sollte sich Spotify doch schleunigst um die mobilen Varianten kümmern, denn dafür bezahlt der Kunde schließlich 9,99 Euro im Monat.
Mich persönlich macht die Applikation von Spotify etwas traurig, da ich auf Twitter und Google+ seit Tagen auf den Release von Spotify in Deutschland hinfiebere und nun sehe ich, dass sich in den letzten Monaten absolut nichts geändert hat. Das ist schade.
Bildschirm & Bedienung
Die Bedienung innerhalb der Spotify Applikation ist gut gemacht und ist auch auf den ersten Blick verständlich. Leider wirkt die Optiik der Applikation etwas zu sehr dem iPhone-Stil angelehnt und die Bedienung schwankt doch sehr was die Geschwindigkeit anbelangt. Dies merkt man insbesondere an den Pop-Up Fenstern mit denen Interpreten und Alben - nach einem langen Klick auf den Musiktitel - dargestellt werden können.
Leider fehlt innerhalb der Bedienung das “Swipen” zwischen den verschiedenen Reitern, obwohl eben dieses Swipen innerhalb der Wiedergabe benutzt werden kann, um vom aktuellen Titel zum vorherigen/nächsten Titel zu springen.
Speed & Stabilität
Auch in dieser Kategorie herrscht bei Spotify einiges an Nachholbedarf. So gibt es eine Reihe von Gegebenheiten, welche reproduzierbar einen Absturz der Applikation bzw. einen Neustart von Spotify zur Folge haben.
So ist es nicht möglich einen Titel, welcher gerade synchronisiert wird, auch in der Wiedergabe zu haben. Dies führt zu einem FC und man muss die Applikation manuell starten.
Es kommt teilweise am Ende einer Synchronisation zu einem Absturz der App, wobei in diesem Fall die synchronisierten Lieder nicht in der Wiedergabeliste aufzufinden waren. Die Applikation startet sich dann neu und man findet sich im Hauptbildschirm wieder. Dieser Bug ist nicht immer reproduzierbar, aber er kommt vor.
Es kommt teilweise zu einem Force Close, wenn man ein Lied hört und dieses in eine Playlist einordnet. Dieser Fehler wird auch mehrfach im Play Store angesprochen und führt die Funktion des Einordnens in Playlisten ad absurdum.
Diese Abstürze sind reproduzierbar und waren auf allen drei Testgeräten (HTC Desire, HTC Sensation und Galaxy Gio) anzutreffen. Anscheinend hängt die Häufigkeit der Abstürze auch vom Gerät selbst ab, da bei meinem Desire die Abstürze sich in Grenzen hielten, wohingegen beim Sensation knapp alle 30-60 Sekunden bei der Bedienung Abstürze auftraten.
Bei der Wiedergabe im Hintergrund jedoch kommt es zu keinen Abstürzen oder Macken.
Preis / Leistung
Der Aspekt Preis/Leistung wird in dieser Kategorie rein auf die Applikation bezogen bewertet. Die Desktopanwendung und die dortigen Funktionen sind wirklich gut und sind eine Empfehlung wert. Die mobile Variante von Spotify jedoch hat noch sehr großen Nachholbedarf und ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu empfehlen. Denn nach einer einmonatigen Testphase werden für die Nutzung dieser Smartphone-Variante 9,99 Euro pro Monat in Rechnung gestellt und dies ist unverhältnismäßig viel.
Spotify ist im Play Store kostenlos verfügbar und bietet eine 30-tägige Probezeit zum Austesten an.
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Interessant wie alle furcht vor Facebook haben aber Google Dienste nutzen. Im Vergleich ist Google eindeutig gefährlicher was die Datensicherheit betrifft. Schon sehr lächerlich das ganze.
zur App selber. Die Desktop variante ist toll. Die App allerdings kaum zu gebrauchen. Das Einordnen der Songs in eine Playlist führt auch beim Note zu Absturz. deshalb, nachbessern.
Also mir gefällt die App für meinen PC sehr gut!
Bis jetzt habe ich jeden Song gefunden den ich gesucht habe und die Qualität war bis jetzt auch erste sahne.
Ich werde sie auf jeden fall weiter nutzen. Die 10 Euro im Monat für die Android Version spar ich mir allerdings auch, das ist dann doch schon ein wenig teuer wo ich doch mit dem Smartphone Radio hören kann und sowieso genug Musik auf der externen SD-Karte ist ;)
Aber wie gesagt von der PC Version bin ich wirklich begeistert!
Facebookzwang, nöö,dann lieber nicht. Ich bin ohne Ankündigung bei FB rausgeflogen. Wahrscheinlich weil ich nur einen Spassnamen angegeben hatte. Keine Lust auf Facebook.
Danke für den Test, ich weis nun dass ich es nicht selbst erst testen muss.
Da gibt es deutlich Besseres!
Die sind wohl bei Android 1.6 stehen geblieben.
Man kann mit der simfy-App ganz bequem per Playlist ganze Alben offline verfügbar machen.
@ David K.
"Bin bei Facebook, aber ich bin nicht bereit anderen Firmen Zugriff auf meinen Account dort zu geben" was denkst du macht FB mit deinen Daten? Richtig - die werden an andere Firmen verkauft xD
Bin bei Facebook, aber ich bin nicht bereit anderen Firmen Zugriff auf meinen Account dort zu geben. Solange Spotify das nicht ohne FB hinkriegt, müssen sie auf mich verzichten.
Ich bin auch nicht bei Facebook. Die Leute, die ich kenne, kann ich auch so informieren. Die anderen sind mir egal. Aber das nur nebenbei.
Der Test ist gut, finde ich. Es ist ja doch selten, dass ein Test kritisch ausfällt.
Der Sinn dieses Systems Spotify hat sich mir sowieso nicht erschlossen: Die meisten Titel, die mir gefallen, habe ich schon. Die meisten anderen, die ich im Radio höre, kann ich über Shazam identifizieren und anschließend bei youtube als mp3 runterladen.
@Nima Begli
Wobei ich für Napster nicht freiwillige bezahlen würde.. Viel zu wenige Titel...
Gut als E+ Kunde ist so ein Streamingdienst ohnehin uninteressant. Aber selbst bei D1 glaube ich nicht daran, dass das so wirklich klappt. Einzige Ausnahme ist simfy mit seiner Prefetch-Möglichkeit. So oder so will ich Musik aber in Händen halten und nicht Monatlich für "Luft" bezahlen,...
Es gibt tatsächlich noch Leute, die nicht bei fb sind? Hätte ich nicht gedacht. Ausser mir selbst kenne ich eigentlich niemanden mehr. Zur App: 10 Mücken monatlich, und wenn ich die mal nicht mehr bezahlen will ist meine Musiksammlung weg?! Nö!
facebook? wieder ein Kunde weniger ...
Facebook? Ach, nein danke.
Bei den Kosten nehmen sich die ganzen Streaming-Dienste nicht viel. Spotify kostet entweder 4,99 bzw. 9,99 mit Smartphonenutzung. Rdio auch. Simfy auch. Deezer auch. Napster auch :D
und wie sieht das mit Kosten aus? simfy ist ja kostenlos kaum ernsthaft nutzbar...
Tja. Hat verloren.. Ich melde mich bestimmt nicht dafür bei fb an.
einfach mal tinyshark ausprobieren!! funktioniert bestens!
@Nima Begli
Danke! Werde es mir mal anschauen!
wenn ich da die wunderschöne Rdio App dagegen sehe, hab ich es nicht schwer mich zu entscheiden.
Titelauswahl ist bei Rdio gleichwertig und die holen auch schnell auf was Spotify betrifft.
Sonos Anbindung, Super App und die Möglichkeit über den Browser zu hören. Die Desktop App ist sowieso nur eine Exe Datei der Weboberfläche.
@Nima Begli
Okay Facebook-Zwangs gibts keine. Kann man die Musik auch über die Website hören?? Linux-App gibts wohl keine. Wie sie sieht es mit Musik aus? Gleichviel Titel wie bei Simfy?
Hmmm ich fands bisher eigentlich recht gut. Aber ich hör auch nur einzelne Lieder oder Alben damit, da braucht man kaum Komfort.
Facebook stört mich nicht und wen es stört, der soll sich einfach einen mit dem Namen "Ali bin Supaman" oder so erstellen... Muss man ja nicht nutzen.
Für simfy braucht man doch auch nen account. Ob der bei Facebook ist oder nicht, macht doch gar keinen Unterschied oder?
Tonqualität war für mich bisher ausreichend.
Was ist denn jetzt für freeuser mit Android zu empfehlen?
Wegen damn FB fällt das für mich aus...
SuperSam nach der heutigen Rdio PK mit angekündigten Veränderungen der Web-Oberfläche gibt es nur wenige Gründe nicht zu Rdio zu wechseln.
Finde keinen Grund warum, man Spotify statt simfy nehmen sollte..
@Alex Ander
Die bekommen wohl Geld von Facebook dafür.. Datenabgleich und so...
Wieso setzen alle auf Facebook?
Ich finde die App sehr interessant, aber so wie es scheint sehr schlechtes Preis / Leistungs Verhältnis.
...und Facebook ist obligatorisch. Schade...ein Kunde weniger..
Klasse Dienst, leider schlechte App - Ich hoffe, dass es bald mal ein Update gibt.