Getestete Version: 1.2.1 Build4
Aktuelle Version: 1.5.1
Erforderliche Android-Version: ab 1.6
Bücher auf dem Androiden Lesen? Man mag über die Bildschirmgröße streiten, was die Telefone betrifft – aber schließlich gibt es ja auch Tablets. Doch allen ist gemein: Die passende App für unsere Schmöker zu finden, ist nicht unbedingt einfach. Vielleicht ist ja Moon+ Reader etwas für Dich?
Testgerät: HTC Wildfire
Android Version: 2.1
Moon+ Reader (ich nenne ihn der Einfachheit halber mal Moony) sticht in der Liste der verfügbaren Apps ein gutes Stück heraus – allein schon, da hier nicht das übliche Ikea-Regal auftaucht. Das frische Design erfreut das Auge, auch die weitgehend intuitive Bedienung macht richtig Spaß. Verloren kommt man sich in dieser App zu keinem Zeitpunkt vor – aber alles der Reihe nach.
Zunächst wäre da der integrierte Dateibrowser: Richtig praktisch, wenn man seine Bücher nicht vorwiegend aus dem Online-Shop bezieht, denn eigene Bücher lassen sich so bequem auf der SD-Karte finden und öffnen. Doch auch die „Onliner“ stehen hier nicht außen vor: Eine ganze Reihe von Katalogen ist bereits vorkonfiguriert (seht Euch dazu auch die Screenshots an), in denen sich die Suche doch recht komfortabel gestaltet: Obwohl die Quellen nicht aus deutschen Landen stammen, fand ich deutschsprachiges doch bereits nach wenigen Tapps: Project Gutenberg ausgewählt, ans Ende der Liste gescrollt, „Language of Books“ angewählt (für das Englische hier kann Moony nix - das stammt direkt vom Server des Project Gutenberg), und „Deutsch“ gesucht. Dort steht auch gleich dabei: Ganze 716 Bücher sind hier in Deutsch erhältlich. Jetzt kann ich noch weiter eingrenzen (z.B. nach Titel, Autor, ...) - oder gleich die „Popular“ Einträge ansehen. Und dort steht „Max und Moritz“ an erster Stelle: Einmal mit, und einmal ohne Bilder – letzteres erkennbar an einer Schere auf dem Buch (Bilder ausgeschnitten). Tapps auf das Buch, tapps auf den Download-Button – und wenig später ist es auf meinem Wildfire. Tapps auf den Öffnen-Button – und rein ins Lesevergnügen! Für diejenigen unter Euch, die einen anderen Katalog bevorzugen, der hier nicht vorhanden ist: Fügt ihn doch einfach hinzu – das geht nämlich auch!
Und das Lesen macht mit Moony so richtig Spaß – eine durchdachte Oberfläche! Zuerst landet man im Inhaltsverzeichnis des Buches. Gut und praktisch für diejenigen, die ohnehin das Vorwort überspringen wollen: Wunschkapitel angetippt, und weiter geht’s...
Die (für mich) wichtigsten Formate werden von Moony unterstützt: epub, html, fb2. Auch txt, umd und Zip-Dateien beherrscht die App. Leider kein Mobi, und auch PDF wird der eine oder andere von Euch vermissen. DRM-geschütztes Material ist ebenfalls außen vor.
Lesezeichen gibt es auch bei Moony. Leider jedoch keine Markierungen (Highlighting) oder Notizen (Annotations) – aber hey, das hat kaum einer der Reader für Android! Dafür hat der Entwickler auf meine Anfrage geschrieben, sich darum zu kümmern – und diese Antwort kam pronto, also stimmt auch der Support! Und eine neue Version steht außerdem schon in den Startlöchern, wie ich in diesem Augenblick erfahre – wer es nicht abwarten kann, sucht im Market nach „moon+ reader pro beta“...
Trotz der kleinen Abstriche (knapp) 4 Sterne hier – denn was Moony kann, macht Moony auch richtig gut. Und nicht jeder benötigt DRM/Mobi...
Die Bedienung von Moon+ Reader ist recht intuitiv, ich kam mir nie verloren vor. Zudem ist die grafische Gestaltung auch sehr ansprechend und gelungen. Viele Dinge kannst Du an Deine Vorlieben anpassen: Etwa was passiert, wenn Du eine „Wischbewegung“ machst, oder wenn Du Dein Gerät schüttelst. Machst Du eine dieser Sachen zum ersten Mal, geht ein Popup-Fenster auf und informiert Dich: „Dasunddas mache ich jetzt normalerweise. Möchtest Du das ändern? Soll ich Dir das beim nächsten Mal wieder erzählen?“ Ich hoffe, das nervt Dich anfangs nicht zu sehr – meiner bescheidenen Meinung nach ist das so herum besser, als würde die entsprechende Aktion einfach ausgeführt, und Du weißt nicht warum (oder wo Du „machen kannst, dass das weg geht“
).
Helligkeit anpassen? Kein Thema: Streichele Dein Gerät liebevoll entlang der linken Bilschirmkante von unten nach oben (heller) oder von oben nach unten (dunkler). Tu das am rechten Rand, und Du scrollst durch das Buch. Rechts/links provoziert o.g. Popup. Lautstärketaste blättert eine Seite weiter. Doppel-Tapp (das Pendant zum Doppel-Klick am PC) öffnet das Menü (welches Du natürlich auch über die Menütaste erreichen kannst). Hier hast Du Schnellzugriff auf: Display drehen, Bildschirm invertieren (Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz?), automatisches Scrollen, Buch-Informationen (inklusive Lesezeichen), Inhaltsverzeichnis des geöffneten Buches, und Programmeinstellungen. Mit einem Scrollbalken am oberen Ende des Bildschirms kannst Du übrigens hier auch schnell an eine andere Stelle des Buches gelangen. Und natürlich merkt sich Moony Deine letzte Lese-Position, wenn Du das Gerät ausmachst.
Auch in den Einstellungen der App wirst Du Dich gut zurechtfinden. Ein paar nette Gimmicks sind hier z.B. Warnungen: Nach xx Minuten auffordern, den Augen doch mal einen Gefallen zu tun – und eine kleine Pause zu machen. Oder zu gegebener Uhrzeit daran zu erinnern, die Augen (für heute!) ganz zu schließen – weil vor der Arbeit ein wenig Schlaf ganz gut tun würde.
Alles in allem: Eine wirklich gelungene Sache! Hier also gut vier Sterne...
Weitere Details findest Du auch in meiner vergleichenden Vorstellung verschiedener eBook-Reader.
Moon+ Reader reagierte im Test immer sehr flüssig. Abstürze? Fehlanzeige.
Moon+ Reader kannst Du gratis im Market beziehen. Und für den außergewöhnlich guten Support gibt es den fünften Stern!
Gerne doch - und bei mir kann er es definitiv. Zwar fehlt mir auch bei Moony noch das eine oder andere Feature - aber die Entwickler sind da recht aktiv, und auch bereits an dem einen oder anderen dran (die aktuelle Version hat z.B. jetzt auch ein tolles "Bookshelf" bekommen). Als großes Plus hier also: Aktive Entwickler und guter Support!
Hatte ihn gerade mal drauf, stürzt bei einem epub-Buch aber immer ab. Schaut aber ansonsten nicht schlecht aus. Mit Aldiko (ein IKEA Regal) Kann ich das Buch aber öffnen. Wenns dann mit pdf geht irgendwann, ist er aber super.
@luhu: Wenn das reproduzierbar ist, würde ich die Entwickler mal anschreiben (und möglichst das fragliche epub mit beilegen). Würde mich nicht wundern, wenn Du eine Woche später das Problem nicht mehr hast ;)
Guter Bericht.
Eines ist mir nicht ganz klar. Wieso keine vollen Punkte beim Preis? Seit wann ist kostenlos denn zu teuer? Da habe ich leider kein Verständnis für. Selbst dann nicht, wenn eine App sich durch Werbung finanziert.
Wird gleich mal angetestet.
@L D: Übliche Frage - und übliche Antwort: Geht es beim Preis besser als "sehr gut"? Wie sähe ein "außergewöhnlich guter Preis" aus? Ich weiß, das irritiert - ist aber auch für uns Tester immer wieder schwierig... Und nein, ich bin keinesfalls der Meinung, die App sei zu teuer!
Hab leider ein Problem mit dem Galaxy S: Ich kann beim Projekt Gutenberg die Sprache so oft einstellen wie ich will, ich bekomme immer englische Titel angeboten. Auf meinem Galaxy Tab dagegen funktioniert die Vorauswahl ohne Probleme.
Hat jemand ne Erklärung? Oder das gleiche Problem?
@Izzy: Bei "Und nein, ich bin keinesfalls der Meinung, die App sei zu teuer!" musste ich doch tatsächlich schmunzeln. Gute Antwort ;)
@Izzy - geht es beim Preis besser als "Sehr gut"? Klar - wie in diesem Fall - nämlich kostenlos und dennoch schneller Support. Eure Logik bringt wohl jeden zum Kopfschütteln.
Der Bewertungspunkt heißt doch "Preis/Leistung" und nicht "Preis". Also kann eine kostenlose App sehrwohl "nur" vier Sterne haben.
@sven: Da bin ich anderer Meinung. Preis pro Leistung als Wert ist, wenn der Preis 0 ist und eine Leistung größer 0 geboten wird immer 0, was eindeutig das aus Kundensicht beste Ergebnis ist. Die Leistung würde ja schon bewertet, an dieser Stelle steht, ob der Preis in einem angemessenen oder guten Verhältnis zur Leistung steht. Solange eine App also in irgendeiner Weise halbwegs nutzbar ist (ergo Leistung > 0), solange muss meiner Meinung nach eine kostenlose App die Höchstwertung bekommen. Just my 2 cent.
ich persönlich finde den ezPDF Reader mit abstand am besten...horizontale scroll sperre (damit man die seiten im original pdf format wirklich bis an den rand schieben kann ohne den text versehentlich nach links und rechts zu schubsen beim scrollen), zoom, suchfunktion, textmarkierung+copy etc.
@Michel K.: wenn ich 2 kostenlose apps vor mir habe und eine davon gefällt mir besser, hat sie durchaus das bessere preis/leistungs- verhältnis :p
oder krass gesagt: wenn eine app beim start" ich bin ein reader" ausgibt und sich dann beendet, während eine andere tatsächlich ein reader ist, ist doch wohl klar welche das bessere preis-/leistungsverhältnis hat, wenn beide kostenlos sind
falls jemanden "highlights" & "Notizen setzen" unbedingt haben will, sollte derjenige "kindle f. android" anschauen.
leider z.zt fast nur englisch bücher!
@android hog: Wenn Du uns jetzt auch noch verrätst, wie man mit Kindle eigene Bücher lesen kann? Also solche, die man *nicht* über Amazon bezogen hat? Das ist (zumindest für mich) ein wesentliches Kriterium für einen eBook-Reader: Dass er nicht ausschließlich an einen bestimmten Shop gebunden ist - wie dies offensichtlich sowohl bei Kindle als auch bei Nook der Fall ist.
Mein Problem aus dem 3. Kommentar ist nach einer Email von mir innerhalb 2 Tagen behoben worden. Echt top Support!!!
Seit heute mit verbesserter horizontal flip - Unterstützung. (nach einer Anfrage von mir vor einem Tag)
Whow, habe direkt Aldiko deinstalliert.
Ah, daher das Update :-)
Calibre Unterstützung klappt übrigens auch - nur nicht bei mir (habe eine zu alte Calibre-Version, und kann nicht ohne Probs updaten). Mit Calibre 0.7.28 solls aber auf jeden Fall tun...
Sehr schöne App und einfach zu Bedienen
aber leider werden bei mir ä ö ß nicht richtig angezeigt :( hat das jemand eine idee ?
Sicher dass die Kodierung des Buches stimmt? Wenn die falsch (oder gar nicht) gesetzt ist, sind solche Probleme natürlich vorprogrammiert. Ich hab da leider gerade nix zum Testen da - aber wenn Du nicht weißt, wie Du das prüfen sollst - schick mir gern eine PN.
Danke Izzy!
@ all: Habe einfach zum Testen einen x-beliebigen Text in einer *.txt gespeichert über den Windows Editor. Das Problem weshalb ü ä ö ß nicht angezeigt wurden, lag an dem Zeichensatz. Wenn Ihr selbst Geschichten oder Bücher als txt nutzen wollt, sucht Euch einen Editor der " UTF-8" unterstützt und speichert diese dann so" Dann werden auch ü ä ö ß richtig angezeigt :)
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Holger N
Ein schöner Test, und scheinbar auch ein guter Reader, den ich mal ausprobieren werde. Vielleicht kann er Laputa ersetzen. :)
Danke für diesen (sehr gut geschriebenen) Test!