Nachdem Studieren der Market-Beschreibung
(Use Snapit to take a picture and get the text into your Android. (OCR)
Features including: search, translate, link detection, share by email/SMS/clipboard.)
hatte ich schon einige Ideen im Kopf, was ich mit Snapit nicht alles anfangen könnte. Es klang für mich wie eine sehr nützliche Sache. Warum ich hier in der Vergangenheitsform schreibe, und welchen Nutzen Snapit wirklich bietet, erfährst du im heutigen Test.
Snapit ist eine Texterkennungssoftware, die viel verspricht, aber leider nur bedingt zu gebrauchen ist. Das wäre ja auch zu schön gewesen …
Anstatt z.B. einen längeren Text abzutippen, einfach ein Foto machen und gut ist? Eine Visitenkarte fotografieren und alle dort abgedruckten Daten einfach über „copy & paste“ als Kontakt hinzufügen? Nicht wirklich ...
Und wenn überhaupt, nur wenn:
Es sich möglichst um schwarze Schrift auf weißem Grund handelt
Diese möglichst groß ist
Es nichts Handschriftliches ist
Es sich nicht um einen längeren Text auf z.B. einem DIN A4-Blatt handelt
Aber selbst dann werden URLs, Emailadressen und Telefonnummern nicht immer korrekt erkannt. Werden sie erkannt, sind sie anklickbar. Allerdings ist sowohl die Erkennung von Schrift als auch von „Links“ Glückssache. Du kannst dir nie sicher sein, ob Text und Daten korrekt eingelesen werden. Da ist eine Telefonnummer oder eine Emailadresse schneller abgeschrieben oder über das (On-Screen-)Keyboard eingegeben als „eingescannt“.
Nach meinen diversen Tests, in denen ich fotografiert habe, was mir in die Finger kam, und von den Ergebnissen nicht besonders begeistert war, habe ich zur Demonstration Folgendes ausgedruckt und fotografiert:
Dies ist nur ein „Test-Text“… Inklusive einer fiktiven Telefonnummer, URL und Emailadresse.
Wie man auf den Screenshots sieht, wurden der Text und die Telefonnummer korrekt „eingelesen“, jedoch URL und Emailadresse nicht als entsprechender Link erkannt.
Hier versprechen die Entwickler einfach zu viel, denn auch bei „normalem“, sehr gut lesbarem Text wird nicht immer alles richtig erkannt. Zum momentanen Zeitpunkt ist der reale Nutzen von Snapit eher gering, da die Texterkennung einfach nicht gut genug funktioniert
Nach dem Start ist Snapit auch schon bereit, ein Foto zu machen, um danach den entsprechenden Text „einzulesen“. Auf dem Display siehst du dein „Ziel“ und kannst über drei Buttons am rechten Rand das Foto machen, vorher „scharf stellen“ und dann schließlich Snapit beenden.
Hast du einen bestimmten Text fotografiert, kannst du wiederum mit drei Buttons am rechten Rand den Text „einlesen“ lassen, einen Bereich des Bildschirms vorher ausschneiden und zum Foto-Modus zurückkehren.
Das Zuschneiden funktioniert sehr gut. Mithilfe eines Rahmens, den du auf dem Display siehst, kannst du einen bestimmten Bereich „eingrenzen“, um diesen dann auszuschneiden. Den Rahmen kannst du durch „Anpacken“ der Seiten größer oder kleiner ziehen, du kannst ihn verschieben, indem du einfach mit dem Finger in die Mitte „drückst“ und dann den Rahmen bewegst. Wenn du einen Bereich ausgewählt hast, musst du, wiederum durch einen Button rechts, das Bild speichern. Danach ist der Bereich ausgeschnitten, und es erscheint wieder ein Rahmen. Jetzt musst du zuerst noch die Zurück-Taste drücken, um zu der Option, den Text „auslesen“ lassen zu können, zurückzukehren. Das empfand ich als etwas verwirrend.
Drückst du dann den entsprechenden Button, versucht Snapit den Text zu erkennen. Danach hast du folgende Optionen über die Buttons am rechten Rand:
Weiterleiten/Weiterverwenden
Suche
Übersetzen
Und wieder eine Zurück-Taste.
Weiterleiten kannst du den erkannten Text über SMS oder Email. Außerdem kannst du ihn auch in die Zwischenablage kopieren. Die Optionen „Suche“ und „Übersetzen“ führen jeweils auf die Internetseite der Entwickler und nicht etwa zu Google und/oder Google Translate, was ich eigentlich erwartet habe. Beide Möglichkeiten konnte ich aus Mangel an „verwertbarem Text“ nicht ausprobieren. Allerdings fiel mir auf, dass beim Aufrufen der Übersetzungs-Suchmaske (bevor die Suche überhaupt gestartet wurde) aus dem Wort „ein“ ein „a“ wurde, und die voreingestellten Sprachen für die Übersetzung Englisch und Afrikaans waren. Das hat nicht gerade einen Vertrauens erweckenden Eindruck auf mich gemacht.
Fazit:
Was Bildschirm und Bedienung angeht, funktioniert Snapit im Großen und Ganzen sehr gut. Die Schwächen der App sind die groß angepriesenen Features der Texterkennung und der Optionen „Suche“ und „Übersetzung“. Wenn Snapit konsequent weiterentwickelt und verbessert wird, könnte es eine wirklich tolle Sache werden. Momentan sehe ich hier jedoch keinen großen praktischen Nutzen.
Snapit lief im Test sowohl auf dem G1, als auch auf dem Milestone flüssig und ohne Probleme.
Snapit kann zum Preis von 1,99 $ im Android Market heruntergeladen werden.






























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Christian, 01.11.2010
Markus, 16.08.2010
Martin B.
Schade, dass die Erkennung nicht so gut funktioniert. Das wäre sonst eine tolle App, für die ich auch 2$ zahlen würde.