Für Musiker gibt es zwar mittlerweile mit gStrings und Electrum Drum zumindest zwei gute und nützliche Apps, die den Musikeralltag „on the road“ erleichtern können.Im Verhältnis zu der Fülle von Android-Applikationen ist das allerdings noch eher dürftig.Mit eoeMusician versuchen die Entwickler von eoeMobile, diese Lücke zu schließen.
„As a professional Musician, you need the professional tools.
But In Android, could you find one satisfied tool? Many friends say no, but world has changed today, because eoeMusician is born.
eoeMusician integrates the Beater, Tune Search, Scale Search, and the phone Guitar, virtual drum. it's cool and have fun :)
eoe music“
Ob diese Beschreibung aus dem Android Market zutrifft?



Die Macher von eoeMusician haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem professionellen Musiker viele praktische Hilfsmittel zu bieten. Und wenn man sich die Fülle an Features anschaut (Stimmgerät, Drumsequenzer, Virtual Drums, Virtual Piano, Virtual Guitar u.v.m.) scheint es auch zunächst, als könnte dieses Vorhaben gelungen sein.
Leider ist das nur der erste Eindruck, den eoeMusician in keinster Weise erfüllen kann:Die virtuellen Instrumente sind nichts anderes als Spielzeuge; Drumsequenzer und Metronom laufen ruckelig, das Stimmgerät muss eher als Stimmgabel bzw. Pitchpipe bezeichnet werden, da es die Töne nur "vorspielt", nach denen man sein Instrument stimmen kann, aber keine wirkliche Stimmgerätfunktion bietet.
Leider ist wirklich jedes Feature, wenn auch manchmal auf den ersten Blick viel versprechend, letztendlich enttäuschend (dazu unter Bildschirm & Bedienung mehr).Weniger wäre in diesem Fall vielleicht doch mehr – eoeMusician will viel bieten, aber nichts funktioniert richtig gut und/oder bietet schlichtweg keinen praktischen Nutzen oder ist im Market kostenlos (und in gelungenerer Ausführung) erhältlich.
Die verschiedenen Features von eoeMusician sind über fünf Reiter, die sich am oberen Bildschirmrand befinden, verteilt:
Unter Home finden sich die "Haupt"-Features von eoeMusician:
Drum bietet ein virtuelles Schlagzeug auf dem Display, das sich mit den Fingern spielen lässt. Das funktioniert zwar, ist aber nicht mehr als ein Spielzeug, da man damit nicht wirklich einen Rhythmus spielen kann. Auch dieses Feature bekommt man kostenlos im Market.
Das virtuelle Piano klingt zwar nicht besonders, lässt sich aber durchaus gut bedienen, allerdings gibt es auch dieses mit Musical Lite kostenlos und in mehrfacher Ausführung.
Der Tuner bietet die Möglichkeit, die einzelnen Saiten einer Gitarre auf dem Display anzuspielen, um sein Instrument danach zu stimmen. Unter Stimmgerät versteht man in der Regel allerdings etwas anderes; Gstrings ist z. B. ein (kostenloses) sehr gutes Stimmgerät.
Das Feature Chord ähnelt dem Feature Guitar, jedoch werden hier auch die Griffbilder für die entsprechenden Akkorde angezeigt. Dies kann für Gitarren-Anfänger durchaus nützlich sein, jedoch wendet sich eoeMusician nach Angaben der Hersteller eigentlich an professionelle Musiker, die in der Regel wissen, wie man die entsprechenden Akkorde zu spielen hat.
Scale zeigt den Hals einer Gitarre inklusive der Positionen der einzelnen Töne. Hier kann man also nachschauen, welche Töne wo auf einer Gitarre oder einem E-Bass liegen. Als professioneller Musiker sollte man über dieses Wissen aber bereits verfügen.
Beater ist eine Mischung aus Metronom und Drum Machine, allerdings läuft Beater so ruckelig und ungleichmäßig, dass es weder als das eine noch das andere zu gebrauchen ist. Auch die Einstellungsmöglichkeiten sind enttäuschend, denn sie bewirken zum Teil nichts und sind auch nicht wirklich verständlich.
Unter dem Reiter Tools tauchen die Features Beater, Chord, Scale und Tuner noch einmal mit etwas geänderter Bezeichnung auf, es handelt sich jedoch um dieselben Funktionen.
Unter dem Reiter Entertainment gibt es auch wieder drei „alte Bekannte“, die Features Drum, Guitar und Piano. Im Großen und Ganzen ist hier alles wie oben beschrieben, nur unter Drum gibt es ein weiteres virtuelles Schlagzeug und eine Art Drumsequenzer. Dieser scheint auf den ersten Blick interessant, da er sehr einfach zu programmieren ist. Allerdings läuft auch er nicht "rund" - spätestens wenn man Instrumente bzw. Akzente auf die Sechzehntel setzt, hört man das deutlich.
Unter dem Reiter Education finden sich die Unterkategorien Base Knowledge und More.
Unter Base Knowledge finden sich zwei englischsprachige Infoseiten über die Begriffe Beats und Music Notes. (Das ist m.E. der größte Witz an der ganzen App: zwei kurze Artikel bilden das Base Knowledge!!!)
Wenn man auf More klickt, erhält man den Hinweis: „Buy the professional Version!!“ Was ich mit Sicherheit niemandem empfehlen würde.
Unter MusicPro finden sich die zwei Unterkategorien Best Original Musical Phrase und More Origional.Hier finden sich jeweils für Bass, Gitarre und Schlagzeug drei bis vier musikalische Phrasen, also kurze Licks bzw. Grooves, die man sich anhören kann und zu denen man sich (bei Bass und Gitarre) die Tabulatur vorfindet. Dies ist zwar eine ganz gute Idee, um sich z.B. durch das Nachspielen von musikalischen Phrasen inspirieren zu lassen, jedoch ist die Auswahl sehr gering. Nützlicher wäre z.B. ein gut funktionierendes Stimmgerät.
Fazit:
Ich fühle mich von eoeMusician schlichtweg veräppelt. Für einen professionellen Musiker ist die App überhaupt nicht zu gebrauchen. Alle Funktionen, die zumindest etwas Sinn machen oder auch nur ansatzweise zu gebrauchen sind, sind kostenlos und auch viel besser im Market erhältlich. Auch als „nicht professioneller“ Musiker wird man mit eoeMusician nicht viel anfangen können. Die App ist nicht mehr als ein Spielzeug, welches zudem noch nicht „ausgereift“ ist.
eoeMusician läuft alles andere als reibungslos. Die App ist zum Teil sehr träge und stürzte darüber hinaus mehrmals ab.
eoeMusician kann zum Preis von $ 2,99 über den Android Market bezogen werden.
Direkter Download aus dem Android Market (funktioniert nur aus dem Android Browser heraus).































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