Testgerät: Samsung Google Nexus S
Android-Version: 2.3.4
So, was haben wir denn da? Die gute App nennt sich Locus Pro und ist ein umfangreicher Tracking- und Karten-Dienst. Die 4,70 MB sind schnell heruntergeladen, für die Installation benötigt die App einige Rechte, was für einen solchen Dienst aber auch notwendig ist. Soweit scheint also alles in Ordnung zu sein.
Nachdem die Anwendung installiert ist, erscheint zunächst der Begrüßungsbildschirm, der die App erläutert. Der Text ist nur auf Englisch, grob übersetzt steht dort, was die App eigentlich genau ist. Im großen und ganzen bewerben die Entwickler Locus Pro als „eine multifunktionale Touristen-Applikation, die nicht nur auf Reisen, sondern auch im alltäglichen Leben unersetzbar ist“. Klingt vielversprechend.
Blättert man weiter durch die Anleitung (die derzeit auch noch in der Entwicklung ist und erweitert wird) kommen Erläuterungen zu dem Aufbau der App und wie deren einzelnen Buttons funktionieren. Das kann man sich jetzt durchlesen oder einfach in der App ausprobieren, was die Knöpfe so zu bieten haben. Ich entscheide mich für Letzteres.
Überraschenderweise scheint nur die Anleitung in Englisch, der nächste Bildschirm der mich erwartet, präsentiert sich in Deutsch (bei den Screenshots zu sehen). Jetzt will ich aber mal sehen, was ich überhaupt mit der App machen kann. Oh Gott, wo fängt man da bloß am besten an? Ich muss vorneweg sagen, dass es unmöglich ist, hier wirklich alle Funktionen zu testen und aufzuschreiben, da das absolut den Rahmen eines Testberichts sprengen würde. Deshalb sollen zumindest die „Grundfunktionen“ der App erklärt werden.
Kommen wir also zunächst zu den Menüleisten. Die obere Leiste bietet folgende Zugriffsmöglichkeiten:

1: Zugriff zum Hauptmenü
2: Informationsfeld, das verschiedene Werte anzeigt. Dazu zählen:
- Titel
- Karte (welche gerade angezeigt wird)
- GPS
- Koordinaten
- Routenführer/Guide
- Aufzeichnung eines Tracks
- Uhrzeit/Batterie
Buttons 3-5 können je nach Bedarf frei zugewiesen werden, sind aber ab Werk mit jeweils einer Funktion voreingesllt. Diese sind für
3: GPS (startet die Übersicht über die GPS-Funktionen. GPS an aus, verschiedene GPS Statistiken und den Skyplo (Übersicht über den Himmel)
4: Daten-Manager (öffnet die Ansicht fürs Datenmanagement (POI, Wege, import, Export)
5: Karten Manager (startet die Auswahl zu den online und offline-Karten und den Download-Bereich
Andere zuweisbare Funktionen, Werkzeuge und Bildschirme für diese drei Knöpfe sind:
- Funktionen: Suche, Aufzeichnung eines Tracks, Parken, Teilen, Neue Route hinzufügen, Augmented Reality, Meine Karten-Dienst, POI (Point of Interest) Alarm, Benutzerdefinierte Ansicht, Geocaching Tools, Wetter, Navigieren
- Bildschirme: Karten-Manager, Daten-Manager, GPS (voreingestellt), Kompass
- Verschiedene: Mit Hilfe dieser Auswahl kann eine weiter Leiste auf der rechten Seite mit bis zu fünf zusätzlichen Funktionen angebracht werden.
Will man die Funktionen der Felder 3-5 ändern, muss man länger auf das Feld drücken, woraufhin sich ein neues kleines Fenster mit den oben beschriebene Optionen öffnet. Vergisst man mal, was welches Feld darstellt, kann man in jedem Menüpunkt auch immer Informationen darüber aufrufen.
Die untere Leiste ist für den Umgang und das Betrachten der Karten zuständig. Button 1 springt zum derzeit markierten Punkt auf der karte, Button 2 dreht die ansich, mit Knopf 3 und 4 lässt sich in die Karten hinein- und herauszoomen, Knopf 5 sperrt die derzeitige Ansicht.

Wie jetzt schon deutlich wird, bietet Locus Pro wirklich unglaublich viele und umfangreiche Funktionen, die dabei helfen, sich in jedem Umfeld zurecht zu finden. Ein absolutes Plus der App ist der Umgang mit topografische Maps. Eine Vielzahl verschiedener Karten (unter anderem WMS, OSM- und regionale OSM- Karten, ArcGIS, MapQuest und mehr) können heruntergeladen und dadurch auch im Offline-Modus betrachtet werden. So können dann auch problemlos Touren abseits von gutem Netzempfang problemlos durchgeführt werden.
Vor allem der Download-Bereich im Karten-Manager ist hier sehr interessant, denn dort lassen sich schnell und einfach eigene Karten zusammenstellen. Die Funktionen dazu sind folgende:
- Aktuelle Ansicht: Hier wird die aktuelle Ansicht als Karte heruntergeladen.
- Einen Bereich auswählen: Die vom Benutzer definierte Karte wird heruntergeladen. Mit dem Finger kann eine Gebiet festgelegt, hervorgehobene Punkte können verschoben werden.
- By country: Erst muss das Land und dann auf dem Bildschirm der gewünschte Ausschnitt des Landes ausgewählt werden.
- Einen Pfad auswählen: Die vom Benutzer (nach Pfad und Durchmesser) definierte Karte wird heruntergeladen.
- Wählen sie POIs (Points of Interest): Verschiedene Methoden (vorausgewählter Bereich oder um einen Punkt herum), um Kartenberreich in der Nähe von POIs herunterzuladen.
Die Navigation auf den Karten erfolgt natürlich mit dem Finger, hinein- und herauszoomen kann man entweder mit entsprechenden Gesten oder mit den Lupensymbolen. Interessant ist, dass auf den Karten nicht nur der eigene Ort immer markiert ist, sondern per Kompass auch gleich definiert wird, in welche Richtung das Handy gerade zeigt.
Aber nicht nur der Umgang mit den Karten ist wirklich gelungen, sondern eben auch die Funktion, mit Locus Pro zu navigieren. Wer zum Beispiel gerne mal vergisst, wann er sein Auto wo in der Großstadthektik abgestellt hat, kann die Parken-Funktion nutzen und sich so so über Parkplatz- und Zeit benachrichtigen lassen.
Fazit:
Wie bereits erwähnt, ist es schwierig, alle Funktionen von Locus Pro in einem übersichtlichen Testbericht unterzubringen. Soweit ich die App bisher testen konnte, bin ich wirklich beeindruckt von deren Funktionsumfang, den Anwendungsmöglichkeiten und dem stabilen Betrieb. Auch wenn Locus Pro für einen Einsteiger erst einmal recht erschlagend wirken kann, ist das Programm doch so gelungen gestaltet, dass man zu jedem Zeitpunkt Hilfe zum nächsten Schritt finden kann. Für alle Personen, die regelmäßig Outdoor-Aktivitäten nachgehen oder die großen wert auf umfangreiches GPS-Tracking legen, kann ich diese App wirklich nur ans Herz legen.
Um zu sehen, ob die App überhaupt etwas für Euch ist, gibt es auch einen kostenlosen Download (Locus Free), der allerdings ein paar Einschränkungen gegenüber der bezahlten Version mit sich bringt. Diese wären:
- Werbeeinblendungen
- kein POI-Alarm, kein Wetter-Dienst
- kein Trac-Auzeichnungs-Widget
- keine Diagramme für Tracks
- keine Unterstützung für Aufzeichnungen durch MyTracks
- begrenztes Nutzen von WMS Diensten, Augmented Reality, My Maps für A2.1 und mehr
- keine einfache Google-Suche von POIs
- keine Suche von GeoNamen off- und online
- keine GNS Suche
- keine Berechnung von Routen durch dden CloudMade Service
- keine spezieller Karten-Download als Bereich um POIs
- keine Möglichkeit, Karten entlang improtierter oder aufgenommener Strecken herunterzuladen
- kein Auto-Zoom durch die tatsächliche Geschwindigkeit.
Nichts desto trotz bietet die kostenlose Version einen wirklich sehr guten ersten Einblick auf die Vielfalt dieses Programms.
Max Mustermann
Super! Die SW ist jeden Cent wert!