Vorweg geschickt: Townster ist nicht nur für Restaurants. Der Ansatz von Townster ist eher, dass man quasi die ganze Stadt in seiner Hosentasche hat. Denn bei Townster hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass man mit App und Webseite die Stadt besser kennenlernen und echte Insider-Tipps finden kann. Allerdings ist Townster (derzeit) auf Berlin beschränkt. Andere Städte gehen da leer aus.
Der Townster-Ansatz gefällt mir sehr gut. Vor allem auf der Webseite von Townster bekommt man auch echte Insider-Tipps. Heute findet man zum Beispiel in der Rubrik "Insider-Ecke" einen guten Bericht über die Villa in der Hildegard Knef lebte. Nur leider sind diese Infos nicht in der App, sondern nur auf der Webseite zu finden. Überhaupt ist mir die Webseite viel schneller ans Herz gewachsen als die App. Aber das nur nebenbei...
Townster setzt auf ein Konzept, das momentan fast schon als Modeerscheinung bezeichnen kann. Sogenannte "Local Based Services" findet man derzeit quasi überall. Das bekannteste Konzept dürfte hierbei sicherlich "Foursquare" sein. Ziel ist dabei regionalen Geschäften und Gastronomen Kundschaft zuzuführen, indem man potentielle Gäste belohnt zu dieser Stelle zu gehen und sich bei der GPS-Koordinate "einzuloggen". Ganz so wie Foursquare ist Townster nicht. Es gibt keinen spielerischen Charakter. Aber man kann sich ebenfalls bei bestimmten Cafés, Restaurants, Boutiquen, etc. einbuchen und so Punkte sammelen. Man hat gleichzeitig die Möglichkeit zu sehen wer sich bislang noch alles an dieser Stelle eingebucht hat. Selbstverständlich dürfen die Bewertungen (à la Qype) nicht fehlen.
Townster bietet ebenfalls Gutscheine für verschiedene Lokale bzw. Geschäfte der Umgebung an. Diese werden direkt über das Telefon sozusagen "produziert". Man bucht sich in einen Ort ein und löst dann bei der Bedienung diesen Gutschein ein. Hätten wir heute Mittag zum Beispiel bei "Merhaba" in der Esmarchstraße gegessen, hätten wir mit einem Townster-Gutschein noch einen Mocca, einen Tee oder Raki auf's Haus bekommen.
Neben den Gutscheinen gibt es noch Stempelkarten. Und das finde ich eine wirklich witzige Idee: Stempelkarten kennt jeder! "10 Mal essen, neun Mal bezahlen!" - bei jedem Hauptgericht gibt einen Stempel auf eine Karte. Bei Townster gibt es das Ganze auch direkt im Telefon. Um die Karte "abstempeln" zu lassen, bucht man sich in einen Ort ein und lässt von der Bedienung einen PIN-Code eintragen. Nach erfolgreicher Eingabe, ist der "Stempel" gesetzt.
Townster hält noch viele andere Dinge bereit. Über die verschiedenen Kategorien kann man sich Angebote anzeigen lassen. Die Kategorien sind:
- Essen & Trinken
- Kultur
- Nachtleben
- Stadt entdecken
- Familie
- Einkaufen
- Wellness
- Sport
Fazit
Es schlagen gerade zwei Herzen in meiner Brust. Das eine Herz findet die App komplett überflüssig, da es die x-te seiner Art ist. Das Andere findet das ganze Angebot sehr sympathisch, mit seinem Unternehmensblog, dem Twitter-Account "Rita zwitschert" (@rita_zwitschert) und der gut gemachten Webseite. Und dann ist da natürlich noch immer das Problem, dass Townster sich wirklich nur auf "Berlin" konzentriert und fokussiert.
Das Konzept "Townster-zeigt-Dir-Deine-Stadt" ist nicht so mein Ding. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass ich mein Handy zücke und mich dann von einer App zu kulturellen Ereignissen inspirieren lasse. Ebenso fällt es mir schwer zu glauben, dass man durch solche Apps wie Townster wirklich die echten In-Läden aufspüren kann.
Woran ich aber glaube: ich will mittags etwas essen und will sparen. Ich schaue mir die Angebote durch, die es gibt und suche mir danach ein Restaurant aus! Das hat einen klaren Nutzen, den ich begreife. Dagegen halte ich die für solche Seiten fast schon obligatorische Community einfach nur für Balast, der mich vom Wesentlichen ablenkt. Aber Geschmäcker sind da wohl verschieden.
Ich werde die "Berlin Townster - Freizeit App" wahrscheinlich weiterhin nutzen. Vor allem die Stempelkarten bringen einen klaren Nutzen. Die Webseite von Townster hat es mir aber besonders angetan. Diese wird sicherlich regelmäßig besucht werden...
Markus Gu
geniale app :)