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King‘s Empire schlägt in die gleiche Kerbe wie unsere vergangenen Testkandidaten Galaxy Empire und Spartan Wars. Die grundlegende Spielmechanik ist vergleichbar mit dem Genre der Strategiespiele. Der Spieler wird „ins kalte Wasser geworfen“ und ist der König eines kleinen Reiches. Die ersten Schritte muss der neu gekührte König jedoch nicht alleine beschreiten. In den ersten Spielminuten wird der Spieler nämlich an der Hand genommen und Schritt für Schritt in die Spielwelt eingeführt. Das Tutorial schafft es dabei die grundlegenden Mechanismen des Spiel herauszustellen und auch einen roten Faden zu vermitteln, welchem man dann folgt.
Das Spielerlebnis gliedert sich - zumindest habe ich dies im Testzeitraum so erfahren - in verschiedene Abschnitte. Der erste Abschnitt wurde oben im Tutorial beschrieben. Der Spieler findet sich in seiner Aufgabe als König ein und lernt die grundlegenden Aufgaben kennen. Diese Aufgaben erstrecken sich neben der Verwaltung auch auf die Verteidigung des eigenen Reiches.
Nachdem der Spieler erfolgreich die verschiedenen Gebäude ausgebaut und verbessert hat, liegt der Fokus auf der Ausbildung einer schlagkräftigen Streitmacht. Diese Streitmacht benötigt zum Wachsen einiges an Zeit und Ressourcen. Letztere kann man schon während der Aufbauphase entweder Erplündern oder mühselig selbst erarbeiten. Der kriegerische Pfad führt in solchen Spielen meist schneller zum Erfolg und deshalb haben die Entwickler eine kluge Designentscheidung getroffen: Von NPCs geführte Dörfer.
Diese Dörfer finden sich auf der regionalen Karte in verschiedenen Größen und Aufbaustufen und stellen damit - für den Anfang - die idealen „Farmen“ dar. Mit dieser Entscheidung ist der Spieler nicht unbedingt auf aktive Spieler im näheren Umfeld angewiesen und kann in den ersten Spielstunden und Spieltagen seine Streitmacht ausbauen, bevor es gegen menschliche Kontrahenten ans Eingemachte geht.
Generell bietet King‘s Empire einige erfrischende Impulse, um den Spieler bei der Stange zu halten. So gibt es nach Beendigung des Tutorials sogenannte „Aufgaben“ zu erledigen. Diese Aufgaben gliedern sich in generelle Aufgaben und solche, welche es in täglicher Basis zu bestreiten gilt. Diese bringen dem Spieler in letzter Konsequenz zwei entscheidende Vorteile. Zum Einen hat der Spieler in den ersten Tagen - nachdem das Tutorial beendet wurde - einen ungefähren Leitfaden. Es kommt aus meiner Erfahrung nämlich häufig vor, dass man sich nach der Einleitung zu sehr auf einzelne Aspekte der Spielmechanik fokussiert und zum Beispiel vor lauter Kämpferei den Ausbau der eigenen Stadt vergisst - oder umgekehrt. Zum Anderen bieten die Aufgaben auch zusätzliche Belohnungen in Form von Ressourcen und Items. Items? Ja, richtig gelesen: Items!
Die Items sind eine weitere Komponente, welche das grundlegende Spielprinzip bereichern.
Man kann die in King‘s Empire vorkommenden Items auch mit Verbesserungen vergleichen. Sei es ein Item, welches sofort einen Ressourcenregen verspricht oder ein Friedensabkommen, mit dem der Spieler zusätzliche Stunden der Nichtangreifbarkeit erkaufen kann.
Nun stellt sich dem aufmerksamen Leser natürlich die Frage, wie diese Gegenstände erworben werden können. Die Antwort lautet: Mit und ohne Geldeinsatz.
Ohne Geldeinsatz werden die verschiedenen Verbesserungen in Form von Aufgaben oder Plünderungen erworben. So erlangt der Spieler in beständiger Regelmäßigkeit bei Plünderzügen gegen die feindlichen NPC-Dörfer Items. Diese sind zwar nicht Vertreter der höchsten Kategorie, aber für den Anfang reicht es. Auch durch die erledigten Aufgaben oder das Tutorial können Items erworben werden.
Eine weitere Möglichkeit ohne Geld gibt es noch und diese leitet auch zum größten Kritikpunkt des Spieles über. Der Wunschbrunnen ist eine zusätzliche Erweiterung, welche einen Einschub verdient hat.
Das Prinzip des Wunschbrunnens ist relativ einfach. Pro Tag erhält der Spieler anhand seiner Aktivität der letzten Tage „Wünsche“. Diese Wünsche können im Wunschbrunnen eingelöst werden und bestehen im Endeffekt entweder aus Items, Diamanten oder Truppen. Nun gibt es initial wenig am Wunschbrunnen auszusetzen und die Entscheidung aktive Spieler mit mehr Wünschen auszustatten ist generell auch nachvollziehbar. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, da man mit Diamanten zusätzliche Vorteile in Anspruch nehmen und sich pro Tag (wenn auch limitiert) zusätzliche Wünsche kaufen kann. Dies führt besonders zu Beginn zu einer deutlichen Machtverschiebung und bringt auch etwas zu viel „Glück“ ins Spielgeschehen hinein.
Das Thema Geldeinsatz ist ein weiterer diskussionswürdiger Aspekt. So ist es verständlich, dass der Entwickler Geld verdienen muss, doch die Frage ist zu welchem Preis. Im Testzeitraum wurde zu oft klar, dass man mit deutlichem Einsatz von Geld zu viele Vorteile „erkaufen“ kann und damit die Balance im Spiel eine Wendung erhält. Gegen kleinere Verbesserungen hat niemand etwas einzuwenden, doch wenn man mit Diamanten eklatante Vorteile erstehen kann, dann kämpft der Spieler plötzlich gegen Windmühlen.
Als Beispiel sei hier, die Beschleunigung von Bauvorgängen oder die Möglichkeit vier Bauvorhaben gleichzeitig auszuführen, genannt. Beim ersten Beispiel kann man insbesondere die sehr lange Ausbildungszeit von Truppen beschleunigen und so in Kriegszeiten aus dem Nichts ungeahnte Truppenstärken erschaffen. Beim zweiten Beispiel kann man ohne Einsatz von Diamanten über Nacht vier langwierige Bauvorhaben beenden statt zwei. In beiden Fällen hat der Geldeinsatz eine spürbare Verschiebung der Balance verursacht.
Balance wird in King‘s Empire jedoch auch durch ein Levelsystem gewährt. So können Königreiche im Level aufsteigen und auch die Nutzung von verschiedenen Items ist an das jeweilige Level gekoppelt. So dauert es längere Zeit bevor man die einzelnen Levels erreicht und man fühlt einen gewissen Stolz, wenn man nach einigen Stunden des Spielens plötzlich einen solchen Motivationsschub erhält.
Generell macht King‘s Empire auch über Stunden und Tage hinweg viel Spaß und es gibt wenig auszusetzen.
So wäre es wünschenswert, wenn man nicht nur eine grafische Anzeige der Stadt zur Verfügung hätte, sondern auch eine Liste. Oft ist es nämlich so, dass man nur schnell ein Gebäude ausbauen möchte und dann durch die ganze Karte wischen muss. Auch ein Veto bei der Stadtpositionierung wäre positiv. Ich stelle mir dabei vor, dass man vor Spielbeginn angeben kann in welcher Himmelsrichtung das zukünftige Königreich stehen soll, um damit geografisch näher an Freunde heranzurücken.
Eine große Überraschung im Testzeitraum war die Spielbarkeit von King‘s Empire im mobilen Netzwerk. Dabei meine ich nicht die schnellen Varianten wie LTE oder 3G, sondern auch im gedrosselten Zustand kann man King‘s Empire mit etwas längeren Wartezeiten gut spielen.
Der letzte Aspekt, der noch angesprochen werden sollte, ist die Kommunikation mit anderen Spieler. Man spielt nämlich ein Multiplayerspiel. Hier kann man wieder verschiedene Facetten differenzieren, doch im Endeffekt gibt es persönliche Bündnisse mit Freunden, Allianzen und natürlich Feinde. Bei den Allianzen handelt es sich um Zusammenschlüsse von Spielern, welche gemeinsam versuchen Ziele, wie die Eroberung von Städten, zu erreichen. Das Allianzsystem könnte jedoch an dieser Stelle etwas ausgeweitet werden, sowie ein bleibender Chatverlauf wäre schön. Der globale Chat ist auch immer gut besucht, wobei ein Großteil der Schriftbeiträge für mich nicht lesbar waren, da in kyrillischer Schrift verfasst.
Fazit:
King's Empire macht Spaß und weist ein großes Suchtpotenzial auf. Man wird zu Beginn an der Hand genommen und sobald man im Spielgeschehen eingetaucht ist, gibt es mit den Aufgaben einen weiteren Leitfaden, der eine gewisse Richtung vorgibt.
Aspekte wie die erreichbaren Levelaufstiege, die Möglichkeit mit anderen Menschen im Multiplayer zu spielen, sowie die NPC-Dörfer motivieren den Spieler und halten die Laune auch während Tiefphasen oben. Wertvolle Gewinne beim Wunschbrunnen haben selbigen Effekt.
Aber es gibt auch Schattenseiten. So ist der Vorteil durch In-App-Einkäufe zu hoch und führt zu Verschiebungen in der Spielbalance. Auch die Zufallskomponente beim Wunschbrunnen schlägt - besonders zu Beginn des Spiels - auf den Magen. Kleinigkeiten wie eine fehlende Wunschposition auf der Karte sind verschmerzbar, aber werden trotzdem vermisst.
Unterm Strich steht ein sehr gutes Spiel, welches auch ohne Geldeinsatz Spaß machen kann und welches einen näheren Blick allemal Wert ist.
scheis spiel