Im Gegensatz zum Menschen können Tiere Töne in einem viel größeren Frequenzspektrum wahrnehmen - diese Tatsache macht sich eine Hundepfeife zu Nutze. Es wird ein Pfeifton erzeugt, der so hoch ist, dass ihn Menschen nicht mehr wahrnehmen können. Auch Katzen nehmen den Ton wahr - zumindest reagierte mein Kater merkbar auf den für den Menschen unhörbaren Ton, indem er abwechseln das Handy und dann mich ansah.
Da ich keinen Hund habe, aber trotzdem einen vernünftigen Test für Hundebesitzer machen wollte, habe ich eine gute Bekannte gebeten, mir zu helfen. Sie und ihre zwei Hunde sind freiwillige Helfer in einer Hundestaffel, die bei Einsätzen wie Personensuche bei Verbrechen oder Verschüttungen (Erdbeben, Lawinen etc.) helfen. Deshalb sind sie und ihre Hunde auch an Befehle mit der Hundepfeife gewöhnt.
Und das ist auch schon das Wichtigste, das man beachten muss: Hunde müssen an eine Hundepfeife gewöhnt sein! Ansonsten reagieren sie recht unvorhersehbar (keine Reaktion, Winseln, Bellen, wie verrückt am Boden wälzen - einfach einmal ausprobieren wenn ihr Hundebesitzer trefft. Aber bitte vorher um Erlaubnis fragen!)
In der App lässt sich über einen Schieberegler, ein Eingabefeld oder zwei Buttons die Frequenz des Tones einstellen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten haben wir nach ein paar Versuchen die richtige gefunden - etwas mehr als 20.000 Hertz. Die Frequenz sollte mit der der Hundepfeife übereinstimmen, da man den Ton aber nicht hören kann, ist natürlich etwas probieren notwendig. Hat man die Frequenz eingestellt, kann man sie abspeichern - dafür stehen vier Speicherstände zur Verfügung, einfach etwa zwei Sekunden auf einen der vier "Knochen" drücken.
Die Befehle funktionierten nach kurzer Zeit sehr gut, auch wenn laut der Hundebesitzerin eine Pfeife etwas praktischer ist: Besonders im "Einsatz" hätte man sie schneller zur Hand und die Handhabung ist für den geübten Benutzer intuitiver. Grundsätzlich aber funktionieren die Kommandos mit der App - wirklich lustig mitanzusehen! Falls man für längere Pfeiftöne erzeugen möchte, kann man den "Continuous Mode" einschalten.
Aber auch ohne Hund ist die App spaßig, denn: Je älter ein Mensch ist, desto kleiner wird das Spektrum, indem man Töne wahrnehmen kann. Konkret bedeutet das: Ältere Menschen können höhere Töne, die junge Menschen hören, nicht mehr wahrnehmen. Natürlich ist das von Mensch zu Mensch etwas unterschiedlich, aber etwa ab 30 Jahren beginnt die Zahl der Härchen im Ohr abzunehmen. Ich z.B. kann den Pfeifton bis etwa 18.400 Hertz wahrnehmen, ein älterer Bekannter von mir (knapp über 60 Jahre alt) nur noch bis 10.000 Hertz. Deshalb kann man mit der App etwas herumprobieren, wer im Bekanntenkreis wie "gut" hört. Oder auch den Lehrer ärgern: Während sich die ganze Klasse unter dem infernalen Gepfeife windet, können ältere Lehrer gar nichts hören - genial!
Es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass man ansonsten mit dieser Anwendung nicht viel machen kann. Besonders für Hundebesitzer ist es aber ein praktischer Ersatz für die echte Hundepfeife!
Neueste Community-Kommentare
Ich halte diese App für bedenklich.. Ich kann mir vorstellen, daß damit mehr böse Streiche gemacht werden als dass sie Nutzen für Hundebesitzer bringt. Einige Kommentare lassen auf nichts Gutes schließen.
Zudem möchte ich nicht wissen, was bei einem beabsichtigten oder unbeabsichtigten Dauerton alles passieren kann (Verletzung von Mensch und Tier?).
Ich habe diese Pfeife an so ziemlich jeden Hund, der mir über den Weg gelaufen ist, ausprobiert. Einen hat es dazu veranlasst sich den A°°°° zu lecken, der Rest hat das Geräusch offenbar gar nicht wahrgenommen. Bei dem Hund meines Kumpels habe ich nahezu jede Frequenz ausprobiert. Er hat ein mal mein Handy abgeleckt, das war's. Aber immerhin kann man damit gut Leute nerven, wenn man es auf 8000 stellt ;-)