Bevor ich mit dem Test beginne, möchte ich ein Lob an den Entwickler aussprechen, der bei der Android-Version auf eine Unterscheidung zwischen Tablet und Smartphone verzichtet hat und somit zwei - bei iOS Vollpreistitel - zum Preis von einem verkauft.
Spirit HD ist im Vergleich zu meinem letzten Test zu Game Dev Story kein komplexes und facettenreiches Spiel, sondern schlägt in die gleiche Kerbe wie Angry Birds oder Doodle Jump, indem eher der Kurzzeitfaktor eine Rolle spielt.
Ausschlaggebend für den Erfolg eines Spieles dieser Kategorie ist es, dass es den Spieler fesselt und zum Weiterspielen animiert und von Beginn an sehr zugänglich ist.
Spirit HD erfüllt nun besonders den letzten Teil dieses ziemlich vereinfachten Erfolgrezepts in vollem Maße, denn eure Aufgabe ist es mit eure Finger eine Spielfigur über den Bildschirm zu lotsen und dabei herannahenden Gegnern auszuweichen. Doch ihr könnt euch auch wehren. Denn euer kleines Gespenst zieht einen Schweif oder eine Spur hinter sich her. Wenn der Spieler es nun schafft schnell genug den Geist zu bewegen, dass dieser Schweif einen Kreis bildet wird alles innerhalb dieses Kreises “verschlungen” und von der Bildschirmoberfläche weggefegt.
Diese Fähigkeit muss der Spieler nun einsetzen, um die oben erwähnten Gegner zu eliminieren, um von Level zu Level aufzusteigen.
Doch das Spiel wäre langweilig, wenn insbesondere bei den Gegnermassen Monotonie auftreten würde. So sieht man sich von Level zu Level immer anderen und zahlenmäßig anwachsenden Gegnermassen entgegen und muss durch geschickteres und überlegteres Navigieren diese Bedrohungen umgehen und auch vernichten.
Wo am Anfang des Spieles noch das blinde Hin- und Herziehen über den Bildschirm gereicht hat, da fast nur statische Gegner die Herausforderung darstellten, muss man schon ab dem dritten oder vierten Level taktischer denken, da es von den linear herumrasenden Geistern bis zu den Spieler verfolgenden Widersachen alles auf dem Bildschirm zu bestaunen gibt.
Nun stellt sich die Frage inwiefern das Spiel nun eine kompetitive Atmosphäre schaffen kann und dies geschieht über das Bilden der Kreis und dem “Einsaugen” der Gegner. Indem ihr nämlich dieses “schwarze Loch” erschafft beseitigt ihr die Gegner und erntet dafür wohlverdiente Punkte. Folgerichtig ist es logisch, dass dann größere eingesaugte Gegnermassen Multiplikatoren hervorufen, womit die taktische Tiefe an Gewicht gewinnt.
So stellt man sich besonders mit fortschreitendem Spielverlauf die Frage, ob man nun riskate Kreise und Manöver vorgibt und somit die Chance auf hohe Multiplikatoren hat oder ob das sichere Einkreisen Gegner nicht doch klüger wäre mit einem Verlust von gewonnenen Punkten.
Das grundlegende Spielprinzip ist also, wie die oben beschriebene schriftliche Form beschreibt, sehr einfach gehalten und schon nach wenigen Sekunden verständlich. Dieses Spielprinzip kommt nun in zwei von drei möglichen Spielmodi zum Zuge.
Den ersten Spielmodus könnte man als “Karriere” bezeichnen, wenn man das vollkommene Fehlen einer Hintergrundgeschichte verschmerzen kann. Man steigt nämlich von Level zu Level auf und sieht sich immer schwierigeren Herausforderungen entgegen, welche man nun mit der Eliminierung aller meistern muss. Ist dies geschafft geht es ins nächste Level und das ganze Spiel beginnt da von vorne. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar knackig, aber mit Konzentration und Willen schaffbar.
Der Spielmodus “Extreme” deutet schon mit dem Namen an wo die Reise hinläuft. Schon die ersten Level sind herausfordernd und nichts für blutige Anfänger.
Der letzte Spielmodus, der “Pulse”-Modus, jedoch unterscheidet sich in einem bedeutenden Element von den anderen beiden. So zieht euer Geist keinen Schweif mehr hinter sich her, sondern die “saugenden Kreise” werden mittels umherwandernder Kreise erzeugt mit denen euer Geist kollidieren muss.
Weiterhin gibt es nun keine Multiplikatoren mehr, sondern die Anzahl der erhaltenen Punkte wird über Überbleibsel von gefallenen Gegnern gesteuern. Dies funktioniert nach dem Prinzip, das eingesaugte Gegner gelbe Punkte übrig lassen und der Spieler diese einsammeln muss. Der Punktezugewinn wird nun mit den bereits eingesammelten gelben Punkten multipliziert und diese Anzahl an Punkten wird euch gutgeschrieben.
Auch hier macht der Spielmodus sehr viel Spaß, da der Spieler immer im Konflikt steht wann er die Kreis “zündet” und ob er riskant die gelben Punkte einsammelt oder sich mit wenigen aber sicheren gelben Punkten begnügt.
Doch es gibt auch negative Aspekte bei Spirit HD. So wird das Spielsystem eventuell für viele nach einigen Stunden langweilig und monoton. Insbesondere auch, da ein Vergleich von Punkten mit Freunden mit Hilfe einer Online-Rangliste oder Onlinefunktionen fehlt. Dies mag für einige nicht sonderlich schlimm sein, aber in Zeiten in denen soziale Netzwerke immer stärker und wichtiger werden wäre eine Einbindung ins Spiel schön gewesen.
Auch die fehlende Möglichkeit einen “Screen-Lock” einzustellen stört ein wenig den Spielfluss. Denn man kann das Spiel im Hochkant- oder im Portraitmodus spielen, aber eine Festlegung auf eine Variante wäre lobenswert.
Fazit:
Alles in allem ist Spirit HD ein nettes Spiel für Zwischendurch. Es macht Spaß, es fordert den Spieler heraus und ist taktisch angehaucht. Leider wird das Spiel relativ schnell - im Vergleich zu konkurrierenden Spielen - langweilig, da die Langzeitmotivation etwas zu kurz kommt.
Falsche Anroid version wird angezeigt bitte ändern im market läuft das spiel unter 2.3.3