Comics von comiXology ist nicht nur eine Applikation die euch das Lesen der diversen angebotenen Comics ermöglicht, sondern Comics ist im gleichen Atemzug auch ein Distributor für viele verschiedene Hefte und Publisher. Sei es DC Comics oder Marvel, welche wohl auch Comic-Laien ein Begriff sein dürften. Somit bekommt man beim ersten Aufrufen der Applikation den Eindruck, dass man einen weiteren Einkaufsbereich betreten hat.
Bevor ich jedoch zu den Funktionen der Applikation komme und den Gründen warum Comics - insbesondere auf dem Tablet - einfach Spaß macht, muss ich in einem kleinen Vorwort einige “Einschränkungen” definieren.
- Comics ist eine US-amerikanische Applikation. Folglich findet man alle dort angebotenen Hefte in englischer Sprache vor. Man kann sich nun darüber streiten, ob dies ein negativer Aspekt in der Bewertung der App sein sollte, aber ich belasse es bei einem Hinweis und ermutige jeden sich trotz Zweifel einfach mal an einer Ausgabe zu versuchen. Da das Niveau der Sprache deutlich zwischen verschiedenen Comicreihen schwankt und somit für jeden etwas dabei sein sollte.
- Der Ablauf des Kaufes einer Ausgabe läuft über die Option des In-App-Kaufs. Bedeutet also im Klartext, dass man über den Google Play Store bezahlt und somit über eine Kreditkarte verfügen muss. Man kann zwar den Account auch mit dem iPad oder iPhone verbinden bzw. über den Browser die Comics lesen, aber sollte dieser “Umweg” nicht möglich sein, ist eine Kreditkarte Pflicht.
- Der Nutzer kann nur auf Ausgaben zugreifen, welche er/sie direkt innerhalb der Applikaton gekauft hat. Hier handelt es sich nicht um einen erweiterten Betrachter für Comics, sondern um eine “geschlossene Plattform”. Man kann sich auch hier wieder darüber streiten, ob und inwiefern dies ein Mangel darstellt und ich werde auch am Ende im Fazit noch einmal auf diesen Aspekt zurückkommen.
Nachdem also diese Einschränkungen bekannt sind geht es auf zu den Funktionen, welche die Applikation zu bieten hat. Wie bereits weiter oben erwähnt handelt es sich bei Comics zum Einen um eine App mit der man Comics lesen kann und zeitgleich um einen digitalen Comicladen. Hier findet man eigentlich - fast - alles was das Herz begehrt. Laut dem Entwickler und Betreiber zählt der Bestand über 20000 Ausgaben und somit doch genug “Lesestoff” für die nächsten Monate und Jahre.
Der erste Weg eines Nutzers dürfte wohl in die Rubrik der kostenlosen Titel führen. Und hier kann man Comics das erste große Lob aussprechen. So ist in fast allen großen Comicreihen mindestens die erste Ausgabe kostenfrei verfügbar. Natürlich nicht aus karitativen Zweicken, aber trotzdem ist es für den Nutzer eine erste Möglichkeit den Funktionsumfang zu testen.
Der erste Test fällt auch schon sehr positiv aus. Die Applikation ist relativ simpel aufgebaut, da sie sich nur auf das beschränkt was sie auch verspricht: Dem Kauf und dem Betrachten von Comics. Bedeutet also der Comic wird geöffnet und schon ist man mittendrin in der Geschichte. Ein Aspekt den man hier erwähnen sollte ist die sogenannte “Guided View”-Technology.
Dieser kunstvolle Name umschreibt im Endeffekt die Art und Weise der Präsentation der einzelnen Comics. Genauso wie das menschliche Auge mittels Sakkaden (schnellen Augenbewegungen) von Stelle zu Stelle springt, genauso wird auch hier von Bild zu Bild gesprungen und somit das Lesen der Comics insbesondere auf kleinen Bildschirmen ermöglicht.
Generell ist das Betrachten von Comics auf dem Smartphone eine andere Angelegenheit im Vergleich zum Tablet. Auf dem Tablet spielt die Applikation ihre großen Stärken aus und bis auf den Wunsch etwas hochaufgelösterem Materials (wie auf dem iPad 3 zu finden), gibt es wenig an der Tabletversion auszusetzen. Angepasstes Design und entsprechende Funktionalität.
Auf dem Smartphone sieht dies jedoch etwas anders aus. Aufgrund der Limitierung - namentlich der Displaygröße - ist es nicht möglich den gesamten Bildschirminhalt zeitgleich zu erfassen. Damit ist also die Möglichkeit dieser “Guided View” - Technologie eine Art und Weise der Präsentation, an die man sich zwar gewöhnen muss, aber die Spaß macht und durchdacht ist.
Wer jedoch partout nicht mit dieser Art und Weise der Betrachtung klar kommt, kann “Guided View” ausschalten und manuell innerhalb der Seiten mittels Pinch-To-Zoom navigieren.
Kleinere Gimmicks wie das Aufzeigen des nächsten Comics beim “Weiterblättern” der letzten Seite oder die Möglichkeit die Comics zu bewerten, runden das sehr gute Bild von Comics ab.
Aber es gibt auch Schatten neben all dem Licht. So wäre eine stärkere Integration von sozialen Medien - insbesondere in den Shop - wünschenswert. Auch das Schreiben von Reviews oder das flächendeckende Setzen von “Lesezeichen” wäre eine wünschenswerte Funktion.
Fazit:
Comics macht Spaß. Insbesondere wen die Einschränkungen nicht tangieren bzw. wer mit einer geschlossenen Plattform und In-App-Käufen klarkommt, wird mit Comics Spaß haben, sofern denn diese Art der Unterhaltung das Richtige ist.
Die Auswahl ist groß. Das Betrachten auf dem Tablet ist angepasst und angenehm und selbst die Gegebenheiten eines Smartphone Displays wurden gekonnt angenommen.
Wer jedoch einen “offenen” Markt bevorzugt, viele Comicreihen schon gekauft hat und auch innerhalb einer Applikation betrachten will, keine In-App-Käufe abschließen möchte oder doch bevorzugt in deutscher Sprache liest, der ist bei Comics an der falschen Adresse und dem spreche ich persönlich auch keine Empfehlung aus.
Was ist den nun mit Paypal? Über Androidpit kauft man die Apps über Paypal, wenn ich XComics aber starte und dort etwas kaufen will, komme ich in das Google Wallet und dafür braucht man ja eine Kreditkarte.
2 Serne von mir, weil die App gar nicht mal schlecht gedacht ist. 3 Abzug weil es mir dank Kreditkartenverpflichtung rein gar nichts bringt.