Testgerät: Samsung Google Nexus S
Android-Version: 2.3.6
Eine Mischung aus Musik und Puzzle? Klingt interessant. Also schnell die 10,73 MB große Datei herunterladen, die Zugriffserlaubnisse checken und installieren, dann kann es auch schon mit der Musaic Box losgehen.
Der erste Bildschirm lässt mich eine von sechs Sprachen für das Spiel wählen. Diese sind Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch. Ich entscheide mich für die erste und werde dann gefragt, ob ich den Sound aktivieren möchte. Ich dachte, hier geht es vorwiegend um Musik? Also: Na logisch will ich den Sound aktivieren.
Danach muss ich meinen Spielernamen eingeben und gelange daraufhin ins Hauptmenü, das von schöner Spieluhrmusik begleitet wird und aus folgenden Unterpunkten besteht:
- Spiel
- Einstellungen
- Errungenschaften
- Hilfe
- Mitwirkende
- Diskussion
Da ich davon ausgehe, dass dieses Spiel ein Tutorial hat, entscheide ich mich auch hier für den ersten Punkt, anstatt in die Hilfe zu schauen. Als Schwierigkeitsstufe wähle ich Normal und wie erwartet wird mir nun angeboten, eine Einführung zu machen, die ich auch starte. Das nun erscheinende Bild sieht mir erst mal doch ganz nach einem klassischen Point and Click-Adventure aus.
Als Spieler befinde ich mich in einem Zimmer, in dem ein musikalischer Ausschnitt platziert ist, den ich einsammeln und in mein Buch kopieren muss. Um das Buch zu öffnen, muss darauf (obere linke Ecke) geklickt werde, woraufhin ich die soeben gefundene Nachricht (meines Opas) lesen kann. Ein weiterer Klick bringt mich in den Musikplayer, dem zentralen Spielfeld von Musaic Box. Dort befinden sich sowohl ein Notenständer (goldener Rahmen) und eine Spieluhr. Auf dem Notenständer müssen die verfügbaren musikalischen Fragmente so angeordnet werden, dass am Ende eine Partitur sauber abgespielt werden kann. Für das Tutorial sind alle Teile des Liedes („In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg) bereits vorhanden. Nachdem ich alle richtig angeordnet habe, wird die Partitur abgespielt, ich erhalte ein paar Punkte für meine Errungenschaft und es geht zurück in den Raum.
Hier erwartet mich nun ein weiterer Hinweis, dass in dem Zimmer noch viele andere musikalische Ausschnitte versteckt sind (wie viele lässt sich anhand der Karte in der oberen rechten Ecke erkennen), die entdeckt und zusammengefügt werden müssen. Nachdem alle Fragmente gefunden und die dazugehörigen Rätsel/Lieder erfolgreich gelöst wurden, ist der Raum erfolgreich beendet und der nächste kann betreten werden.
Die Suche nach den musikalischen Ausschnitten erfolgt einfach durch das Klicken auf die verschiedenen sich im Raum befindlichen Gegenstände. Hin und wieder blitzt einer dieser Gegenstände auf, was gut ist, wenn man vergessen hat, was man schon so alles erkundet hat. So lassen sich Schubladen, Notenblätter und viele andere Objekte im Raum öffnen, jedes Mal begleitet von einem dazu passenden Geräusch. Aber auch andere Einrichtungsgegenstände reagieren auf die Interaktion mit dem Finger. Sollte dies möglich sein, erscheint beim ersten Klicken auf das jeweilige Objekt ein roter Rahmen. Ein weiter Klick öffnet, bewegt oder interagiert sonstwie mit dem Gegenstand. Was mir besonders gut gefällt, ist dass Musaic Box neben dem Spiel auch ein wenig Information über bekannte Komponisten wie Händel, Beethoven, Haydn, Mozart und Co. preisgibt.
Hat man dann alle Teile eines Liedes gefunden, kann man sich wieder an das Arrangieren setzen. Und hier wird nun deutlich, dass das Spiel doch wesentlich anspruchsvoller ist, als zunächst angenommen. Während im Tutorial die Auswahl der einzelnen Teile eines Liedes sehr begrenzt und das Puzzle dadurch sehr einfach war, sieht die Sache beim nächsten Lied gleich ganz anders aus. Um ein Stück des Liedes auf der Spieluhr oder einen Teil eines Fragmentes zu hören, kann man diese einfach durch einen Klick auf die gewünschte Stelle abspielen. Was weiter beim Lösen des Puzzles hilft ist, dass man die Teile nicht etwa (nur) nach Gehör arrangieren muss, sondern dass jedes einzelne Teil mit einem Symbol und dazugehöriger Farbe versehen ist. Dabei steht jede Farbe für eine Spur des Liedes (z.B. Orange für die Rhythmusgruppe, Pink für die Hauptmelodie usw.). Um das Puzzle erfolgreich zu lösen, dürfen in einer Reihe jeweils nur unterschiedliche Farben platziert werden.
Von nun an gilt es, die Musik der Spieluhr mit den einzelnen Spuren der Fragmente zu vergleichen und gleichzeitig darauf zu achten, dass nie die gleichen Farben in einer Reihe eingesetzt werden. Was anfangs wirklich sehr leicht klingt, wird nach und nach immer komplexer, Songstrukturen werden aufwendiger, die Instrumentalisierung schwieriger zuzuordnen. In anderen Levels kommt es dann auch mal vor, dass die eigentliche Melodie (also die Spieluhr) fehlt und man versuchen muss, die ganze Sache nur anhand der Farben und der geometrischen Formen der Puzzleteile zu lösen. Kommt man mal gar nicht mehr weiter, kann man über den Menüknopf rechts unten auch einen Tipp aufrufen, der zeigt, welches Teil falsch platziert ist.
Ebenso wie die Zusammensetzung der Lieder umfangreicher und anspruchsvoller wird, entwickelt sich auch der Point and Click-Teil weiter und so lassen sich in späteren Levels Gegenstände zusammenfügen, die dann neue Fragmente für Lieder preisgeben.
Fazit:
Die stetig wachsende Herausforderung der Rätsel und die liebevolle Umsetzung klassischer und bekannter alter Lieder in digitale Synthetikmusik ist wirklich rundum gelungen. Auch wenn die Musik manchmal nach den Instrumenten aus Donkey Kong Country (Super Nintendo) klingt (was nichts Schlechtes heißen soll), macht das Gesamtpaket einfach Spaß und hört sich auf leicht verstörende Weise sehr gut an. Das einzigartige Spielkonzept und die Liebe zum Detail ist wirklich sehr unterhaltsam und bleibt mit jedem neuen zu lösenden Lied/Rätsel anspruchsvoll. Toll ist auch, wie bereits erwähnt, dass man ganz nebenbei auch noch etwas über bekannte Komponisten und Musikstücke erfährt (etwa, dass das Lied "Old Macdonald" bereits aus dem Jahr 1706 stammt oder das „My Bonnie Lies Over the Ocean“ ein schottisches Volkslied ist; Fakten die zwar nicht lebenswichtig, dafür aber sehr interessant sind und mir bisher völlig unbekannt waren). Manchmal ist die Übersetzung nicht ganz richtig (zum Beispiel werden Schallplatten als Becken beschrieben), aber das finde ich in diesem Spiel eher niedlich als ärgerlich. In meinen Augen ein rundum gelungenes Spiel, dass mit der Zeit immer besser wird und wirklich süchtig macht. Und das kommt von mir, der bei Puzzlespielen immer doch recht schnell ungeduldig wird.
Bitte das neue Update hier anbieten!