Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gehört YouTube fast schon zum Inventar des Internets. Es haben sich Redewendungen gebildet und allzu oft drohen Freunde bei gefilmten Missgeschicken damit, dass das Video auf dem Internetportal landet und zum viralen Hit werden könnte.
Doch YouTube ist mehr als nur die Gesamtheit von lustigen Filmchen, GEMA-Meldungen und kleinen Kanälen. YouTube ist ein ausgewachsenes soziales Netzwerk, welches auf die Interaktion aller Beteiligten setzt und von vielen als handfeste Bedrohung für das altbekannte Fernsehen gesehen wird. Unterhaltung auf Knopfdruck, aus vielen Kanälen und bald startet dann auch die Möglichkeit Bezahlkanäle einzurichten. Mit denen ist es dann Produzenten von Inhalten möglich ihren Content abseits von Werbung zu monetarisieren und das Potenzial, welches sich in Gedankenspielen offenbart, ist riesig.
Dieses Potenzial erkannte Google als eine der ersten Unternehmen bereits 2006 und verleibte sich das am 14.02.2005 gestartete Unternehmen für knapp 1,31 Milliarden Dollar ein. Eine Wette in die Zukunft, welche sich im Zuge der Popularität YouTubes auszahlt.
Teil dieser Wette ist es auch, dass die Millionen Nutzer von Android auf das Videoportal zugreifen können und somit sind wir - mit einem zugegebenermaßen langen Bogen - bei der Applikation für Android angelangt.
Auf den ersten Blick macht YouTube für Android einen guten Eindruck und man merkt, dass die mobile Strategie ein wesentlicher Bestandteil der Marschrichtung ist.
Der Funktionsumfang der Applikation beginnt mit dem sogenannten „Kanal-Feed“. Innerhalb dieser Abfolge von Videos finden sich die Aktivitäten der jeweiligen abonnierten Kanäle und Empfehlungen von YouTube selbst auf Basis der Nutzungsgewohnheiten. Ich persönlich empfinde diese Empfehlungen meist nett gemeint, aber im Großen und Ganzen eher sinnlos. Deshalb lassen sich in den Einstellungen anstelle der Aktivitäten auch nur die Uploads der jeweiligen Kanäle einstellen, um auf den ersten Blick die neusten Videos auf dem Bildschirm zu haben.
Eine Sache fällt jedoch sehr unangenehm auf und dies ist die Positionierung der weiteren Funktionen wie „Trends“ oder „Empfohlen“. Diese finden sich nämlich nach der gesamten Liste der abonnierten Kanäle. Dies macht vielleicht Sinn, wenn es sich nur um wenige Kanäle handelt, aber bei knapp 200-300 Abonnements artet das Scrollen zu den jeweiligen Funktionen zu reinster Arbeit aus.
Eine weitere Funktion, welche aktive YouTuber vermissen werden, ist die Funktionalität rund um den Posteingang. Wie bereits weiter oben erwähnt handelt es sich bei YouTube um ein soziales Netzwerk. Und auch wenn Vertreter wie Facebook oder Twitter im direkten Kontakt populärer sind, so darf man die menschliche Komponente innerhalb YouTubes nicht vergessen. Es werden Nachrichten inklusive Tipps und Verbesserungsvorschlägen ausgetauscht. Es ist wichtig auf Rückfragen der Zuschauerschaft zu reagieren und mit diesen in Kontakt zu treten. Durch das Fehlen des Posteingangs wird dieses Erlebnis dem Nutzer auf Android verweigert und diese so wichtige Komponente fehlt.
Der nächste Schritt führt uns dann auch schon zum Betrachten eines Videos. Dies ist generell in zwei Varianten möglich. Im Hochformat wird das Video im oberen Drittel angezeigt und in den unteren zwei Dritteln werden weiterführende Informationen angezeigt. Hier ist dann zwar nett, dass die jeweiligen Aspekte ein- und ausgeklappt werden können, doch es ist noch immer nicht ganz klar warum das letzte Redesign der Applikation diese Variante der Navigation bevorzugte.
Dies ist zwar auch zu Teilen ein Thema für die nächste Kategorie, doch es fällt immer wieder auf, dass die Interaktion mit den jeweiligen Aspekten sich schwieriger gestaltet als vorher. Gemeint ist die Umstellung von einer horizontalen zu einer vertikalen Anordnung der Unterkategorien. Früher konnte man zwischen der Beschreibung und den Kommentaren mit einem Wischen wechseln. Heute wird zwar auch gewischt, doch von unten nach oben innerhalb einer (fast unendlichen) Liste. Das ist nicht gerade intuitiv und ein Rückschritt vom vorherigen Status.
Im Querformat wird das Video maximiert und dem Nutzer bleibt eigentlich nur die Möglichkeit zwischen SD und HD zu wechseln. Dies kann man jedoch auch in den Einstellungen festlegen.
Doch es gibt noch eine fehlende Funktion, welche deutlich ins Gewicht fällt. So beherrscht die Applikation nicht das Abspielen von Videos im Hintergrund. Heißt im Klartext, dass das Wechseln auf den Homescreen oder das Ausschalten des Bildschirms zum Beenden der Tonspur führt. Besonders bei Liedern oder Reden wirkt sich dies negativ aus und man fragt sich, warum dies nicht innerhalb der Applikation implementiert ist. Auch das Abspeichern von Videos zum internetlosen Betrachten ist nicht möglich. Komfortfunktionen, aber Funktionen, welche zwischen gut und sehr gut unterscheiden.
Fazit:
Die Bewertung von YouTube für Android fällt schwer. Dies liegt daran, dass die Applikation die Grundfunktionen gut umsetzt, also das Betrachten und Finden von Videos.
Doch Komfortfunktionen wie das Abspeichern von Videos, das Abspielen von Tonspuren im Hintergrund, die Platzierung der Schaltflächen für zum Beispiel „Trends“ und die fehlende Möglichkeit auf das Postfach zuzugreifen, trüben den Gesamteindruck und hinterlassen einen faden Beigeschmack.
Im Endeffekt bleibt also eine gute Applikation, welche für den Gelegenheitsnutzer vollkommen zufriedenstellend ist (und das dürften die meisten Nutzer sein), aber für jeden hochgradig interessierten Nutzer fehlt der Applikation noch an Feinschliff.
ich kann mir die app nicht mal runterladen liegt woll dadran das ich eine 4.0.3 version habe aber iwi nicht updaten kann kann mir da jemand einen tipp geben habe ein Intenso TAB 704 :-)