Der erste Gedanke den ich beim Starten von Flick Nations Rugby hatte war, dass das Spiel mich erstaunlich an so manches Spiel im Google Play Store erinnert, dessen Ziel es ist, den Spielball - sei es nun ein Papierknäuel oder ein Fußball - in einen bestimmten Behälter oder in eine bestimmte Position zu befördern. Das Spielprinzip ist eigentlich immer das Gleiche.
Die Frage die sich mir nun beim Test von Flick Nations Rugby stellte war: "Kann das Spiel dem doch relativ simplen Spielprinzip eine Art Langzeitmotivation verleihen und auch etwas Variabilität integrieren?". Die Antwort ist hierbei geteilt und innerhalb der nächsten Zeilen folgt eine Erläuterung, warum das Spiel die Anforderungen nicht gänzlich erfüllen kann.
Das Spiel beginnt mit der Auswahl eines Nationalkickers. Inwiefern sich diese Auswahl - bis auf die Farben des Trikots - auswirkt bleibt dem Spieler verborgen, aber es ist davon auszugehen, dass es wirklich nur eine Art "Verbindung" zum jeweiligen Spieler aufbauen soll. Im Test ist mir persönlich nämlich keine großartige Änderung aufgefallen. Dann geht es auch schon weiter mit den fünf Spielmodi, welche man nacheinander freischalten muss. Der gesamte Spielablauf folgt dann auch immer dem selben Ablauf. Man spielt die vorherigen Spiele immer und immer wieder bis dann der Erfahrungsrang irgendwann die nächsthöhere Stufe des Spiels freischaltet und somit auch den nächsten Spielmodus. Wer hier jedoch eine Art Langzeitmotivation erwartet wird bitterlich enttäuscht. Viel mehr versucht das Spiel gezwungen den Spieler langfristig mit diesem System bei Laune zu halten bzw. versucht dies auch mit Erfolgen, welche über das Spiel hinweg errungen werden können. Das Problem an beiden Versuchen ist nun, dass es keinen Anreiz gibt diese Erfolge einzusammeln bzw. immer wieder Spiele zu spielen um den Highscore zu steigern. Es fehlt hier schlichtweg eine Möglichkeit seine eigenen Ergebnisse mit dem großen Ganzen zu vergleichen. Es gibt keinerlei Anbindung an ein Multiplayernetzwerk und somit fehlt auch der Wettbewerb mit anderen Spielern. Irgendwann war ich persönlich (und das ist meine ganz subjektive Meinung) so genervt vom ständigen Wiederspielen der bekannten Spielmodi, dass ich den letzten Rang nur noch aufgrund dieses Testberichts freigespielt habe. Das zeigt schon, dass die Langzeitmotivation aus der Anfangsfrage eher Wunschdenken ist, sofern man nicht wirklich auf diese Art von Spiel steht.
Was die Variabilität angeht, so bietet das Spiel fünf Spielmodi, welche alle im Endeffekt das gleiche Spielprinzip haben, aber auch Spaß machen. Man merkt, dass der Entwickler versucht hat etwas Differenzierung zwischen den einzelnen Modi zu schaffen und somit zumindest die ersten Male des Spiels angenehm zu gestalten. So ist der eine Spielmodus eine Art Zielschießen mit Multiplikatoren und ein anderer Spielmodus ist eine Abwandlung von "Time Attack" - also dem Spiel gegen die Zeit. So muss man in diesem Spielmodus erst den blauen Streifen, dann die weißen und danach die roten Bereiche mit dem Ball treffen. Gelingt dies erhält man wieder wertvolle Sekunden zurück und kann die höheren Schwierigkeitsgrade in diesem Spielmodus (mit Wind und aus ungünstigeren Positionen) angehen. Ein Reiz ist es auch die einzelnen Spielmodi selbst zu entdecken, da eine Einführung in die diversen Spielarten eher stiefmütterlich erfolgt.
Fazit:
Flick Nations Rugby ist ein schwer zu bewertendes Spiel. Gibt man dem Spiel nun eine gute Note, weil es zumindest kurzfristig Spaß macht oder gibt man dem Spiel eine eher schlechte Bewertung, da Langzeitmotivation fast nicht vorhanden ist und auch andere Funktionen wie Boosts, Multiplayerintegration und sinnvolle Erweiterungen schlichtweg fehlen? Im Endeffekt kann man dem Spiel eine gute Leistung zusprechen, da das Spiel für kurze Zeit wirklich Spaß macht und zum Beispiel mich persönlich für einige Stunden unterhalten konnte. Flick Nations Rugby verpasst es aber die gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen und somit müssen Abstriche in der Bewertung gemacht werden.
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