Nach dem Start der App hat man zunächst die Wahl zwischen der eigentlichen Hauptfunktion, nämlich dem Aufrufen der bereits vorhandenen Karteikarten ("My cards...") und den Hilfsfunktionen zur Verwaltung der Karten ("Card Management").
Wählt man erstere Möglichkeit, werden einem die vorhandenen Karteikartensätze ("sets") in einer Liste dargestellt, aus der jeweils die Bezeichnung des Satzes, die Anzahl der enthaltenen Karten und die hinterlegten Tags hervorgehen. Tags dienen dazu, einen Karteikartensatz zu kategorisieren. So könnte man als Medizinstudent 20 verschiedene Sets zu medizinischen Themen haben, die alle den Tag "Medizin" erhalten, sich aber durch einen zweiten Tag wie "Anatomie", "Blut" oder "Nervensystem" unterscheiden. Dadurch ist es möglich, auch eine größere Sammlung in den Griff zu bekommen. Über ein Suchfeld oberhalb der Liste lässt sich diese nach Suchbegriffen filtern. Die Filterung erfolgt dabei noch während der Eingabe und durchsucht sowohl den Setnamen, als auch die hinterlegten Tags. Die Liste lässt sich darüber hinaus über den Menüpunkt "List Sort" nach folgenden Kriterien sortieren:
- Original
- By Add Date
- By Name
- By Card Count
Mit "By Add Date" erscheinen die zuletzt hinzugefügten Sets ganz oben, "Original" dreht diese Reihenfolge um, "By Name" sollte klar sein und mit "By Card Count" wird absteigend nach der Anzahl der vorhandenen Karten sortiert.
Ruft man einen Karteikartensatz auf, erscheint zunächst eine Zusammenfassung, die den Ersteller, erneut die Tags und die Anzahl der Karten und eine Beschreibung des Sets enthält. Auf der nächsten Seite wird dann die erste Karteikarte dargestellt. Am oberen Rand erscheint die Frage und darunter, nach einem Tap, die dazugehörige Antwort. Es gibt also in dem Sinne keine Vorder- und Rückseite, wie man es von den echten Karteikarten kennt. So hat man beim Lesen der Antwort auch die Frage noch im Blick, was in Wirklichkeit natürlich nicht funktionieren würde, da man sonst die Antworten zunächst zuhalten müsste. Ein weiterer Tap öffnet die nächste Karteikarte, bis man das Ende des Stapels erreicht hat.
Wer denkt, dass damit die Nutzungsmöglichkeiten bereits erschöpft sind, der irrt. Insgesamt gibt es nämlich vier verschiedene Arten, einen Stapel zu durchlaufen. Über den Menüpunkt "Test Mode" lassen sich folgende Bearbeitungsmodi einstellen:
- Skim
- Medium
- Thorough
- Test
"Skim" entspricht dem zunächst beschriebenen einfachen Druchklicken durch den Kartensatz (to skim, Englisch für flüchtig überfliegen). Ab "Medium" erscheinen mit jeder Antwort auch zwei Symbole mit denen man der App mitteilen muss, ob man die Frage beantworten konnte oder nicht. Karten die man noch nicht beherrscht, werden im späteren Verlauf wiederholt, bis man sie richtig hat. "Thorough" funktioniert ähnlich, jedoch tauchen hier auch korrekt beantwortete Karten erneut auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Karte wiederholt wird, sinkt jedoch mit jeder richtigen Beantwortung, so dass immer mehr die "Problemkarten" deutlich werden und am häufigsten angezeigt werden. Bei "Test" schließlich wird jede Karte, egal ob richtig oder falsch, nur einmal gezeigt. Am Ende erhält man bei den drei zuletzt genannten Modi eine Zusammenfassung, aus der die Prozentzahl der korrekt beantworteten Karten hervorgeht.
Abgerundet werden diese Bearbeitungsmöglichkeiten noch mit der Option, Fragen und Antworten zu tauschen, was besonders bei Vokabeln sinnvoll sein kann. Darüber hinaus kann man über den Button "Use Listed" auch mehrere Karteikartensätze gleichzeitig abfragen lassen. Filtert man seine Liste also nach dem Tag "Medizin" (um bei dem Beispiel zu bleiben) und betätigt den Button, so werden alle Medizinkarten zusammengelegt und nacheinander abgefragt, wodurch auch eine gemeinsame Statistik für die Anzahl der korrekt beantworteten Fragen gebildet wird.
Soweit also zu den Hauptfunktionen. Nur, wie kommen die Karten nun auf das Gerät? Richtig, dafür ist das schon erwähnte "Card Management" zuständig. Hier hat man die Möglichkeit, neue Kartensätze am Handy zu erstellen (was naturgemäß etwas langwierig ist), vorhandene zu bearbeiten, oder zu löschen, oder über das Internet herunter zu laden. Auf der Webseite des Autors gibt es, ähnlich wie bei StudyDroid, eine Datenbank mit usergenerierten Karteikarten zu den verschiedensten Themen (derzeit 10.031 Sets, die insgesamt 321.633 Karten enthalten). Englischsprachige Einträge überwiegen hier natürlich, der Tag "german" liefert bspw. nur 32 Ergebnisse. Über "Browse All Online Cards" lässt sich die Datenbank direkt in der App durchsuchen und die gewünschten Karteikarten können so nach einer Vorschau heruntergeladen werden. Über "Sync Cards With Web" können die auf dem Gerät vorhandenen Karten aktualisiert werden, falls der Autor eine neuere Version ins Netz gestellt hat. Zudem können mit "Browse Cards By Account" alle Karten eines bestimmten Autors angezeigt werden, zum Beispiel die eigenen auf der Webseite erstellten.
An dieser Stelle etwas zum Erstellen von eigenen Karten im Internet: Dieses ist sehr ordentlich und komfortabel gelöst und geht recht schnell vonstatten. Man hat die Möglichkeit, Texte zu formatieren und Bilder einzufügen. Zudem kann man eigene Karten als privat kennzeichnen, so dass man sie in der App erst nach Eingabe des Account-Passworts herunterladen kann.
Das Austauschformat der Karteikarten ist eine relativ simpel aufgebaute Textdatei, welche im einfachsten Fall die Frage gefolgt von einem Line Feed (nur 0A, ohne Carriage Return), gefolgt von der Antwort enthält. Anschließend folgen nochmal zwei Line Feeds und dann die zweite Frage, usw. (aufwändigere Karten mit Formatierungen und Bilder enthalten HTML-Tags). Man kann also, wenn man sich ein bisschen auskennt, auch völlig fremde Datenbanken heranziehen und bspw. aus einer Vokabelliste oder Tabelle relativ einfach eine passende Datei basteln. Eine entsprechende Ex- und Importfunktion ist ebenfalls unter "Card Management" zu finden.
Fazit:
Der Flashcards Study Helper bietet einige tolle Funktionen, die einem das Lernen mit Karteikarten auf Android schmackhaft machen.
Neueste Community-Kommentare
spitze für unterwegs!