Testgerät: Samsung Galaxy S2 (I9100G)
Android-Version: 4.1.2
Root: Nein
Verwendbar ab Version: 2.2
Warum eilig, wenn es noch schöner und besser geht? Das haben sich wohl die Entwickler des Smartphone-Riesen Chillingo gedacht und damit -wie es im Play Store heißt- die Grenzen zwischen Spiel und Kunst ineinander fließen lassen. Es ist, als würde „Contre Jour“ den Spieler in eine eigene Atmosphäre einziehen lassen, aus der er nicht mehr herauskommen möchte.
Das Spiel gibt es bereits seit 2011 für iOS. Hier wurden diverse Auszeichnungen und Titel eingeheimst. Lange wurde ein Android-Release angekündigt, das nun endlich, ende 2012, erschien. Auch in der Android Community konnte die App schnell punkten und ließ die Herzen der Spieler höher schlagen. Nun, nach etwa 3 Monaten, befindet sich der schwarzweiß-Puzzler auf Platz 2 der beliebtesten kostenpflichtigen Apps im Play Store.
Spielerisch handelt es sich hier um eine klasse Mischung aus Ideen von „World of Goo“, „Angry Birds“ und „Cut the Rope“. In 2D-Welten musst Du den kleinen Helden, mit Glubschauge und Fuchsschwanz, Petit, durch insgesamt 5 verschiedene Kapitel und 100 liebevoll gestaltete Level bringen. Meistens wird hierfür, mittels einfachen Antippens, die Erdmasse verformt oder Petit an Tentakeln eingeklingt. Jedoch kommen auch Portale vor, durch die der kleine Held geschickt wird und Saugkanonen werden benutzt. Jedes Ziel ist durch ein großes Licht gekennzeichnet, jedoch gibt es zusätzlich noch Lichter einzusammeln. Was also beispielsweise bei „Angry Birds“ die Sterne sind, sind hier die Lichter. Um später auf alle Level zugreifen zu können, müssen einige von diesen (insgesamt 300) gesammelt werden.
Die Spielbeschreibung wirkt vielleicht etwas forsch und stumpf, jedoch könnte das Spiel eleganter nicht sein. Grafisch sind die Welten natürlich ähnlich der genannten Apps aufgebaut, erstaunen aber durch eigenständige und innovative Ideen und Details. Das Design weckte in mir eine gewisse Verliebtheit, die nur sehr selten freigesetzt wird. Der Look trägt wohl ein ganzes Stück zum, ich muss es jetzt schon sagen, fantastischem Gesamtbild von Contre Jour bei. Jede Welt hat ein mehr oder weniger abgeändertes Aussehen, trotzdem ist jederzeit zu erkennen, dass es sich noch um dasselbe Spiel handelt. Egal ob in der Nachtwelt, dem Reich der Maschinen oder unter Monstern: Jeder Abschnitt ist erdrückend und erfrischend zugleich, wirkt tot und doch so lebendig, jeder noch so kleine Grashalm auf dem Hügel bewegt sich im Wind, herumfliegende Blätter und leuchtende Partikel verschönern das Bild ungemein und die unscharfen entfernten oder dichten Elemente spielen perfekt zusammen.Sei es der schwarz-weiße Aufbau, die einzelnen Lichter und Farbreflektionen oder der Fakt, dass das gesamte mystische Design perfekt zum Spielstrang passt - „Contre Jour“ bringt mich dauerhaft zum schwärmen. Als sei dies nicht genug, handelt es sich bei der Hintergrundmusik um einen eigenständigen Soundtrack von David Ari Leon. Wunderschöne Klavierstücke setzen den genialen Gesamteindruck noch weiter nach oben, so besitzt zum Beispiel selbst das Menü ein eigenes Stück. Die dazugehörigen Soundeffekte weben sich optimal in das Gehörte ein, senden die wichtigen Signale an den Spieler, lassen ihn jedoch gleichzeitig in der wunderbaren Fabelwelt leben und stören die Klavierstücke nicht.
Mein einziger, winziger Kritikpunkt wäre die nur englische Sprachausgabe. Aber selbst hier sei gesagt, dass minimale Englischkenntnisse ausreichen, um das Spiel voll zu verstehen und den gesamten Spielspaß erleben zu können.
Fazit:
„Contre Jour“ entführt mich in eine wunderschöne Fabelwelt und lässt mich nicht mehr heraus, Ich will aber auch nicht gehen. Egal ob Grafik, Ideen, Funktionen, Umfang oder Spielfluss – Das mystische schwarz-weiß Spiel überzeugt auf allen Strecken. Worte können meine Liebe für das Spiel gar nicht ausdrücken, weshalb die 5 Sterne für mich hier klar waren.
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