Testgerät: Samsung Galaxy Nexus
Android-Version: 4.0.4
Root: Ja
Modifikationen: Nein
avast! Mobile Security ist eine umfangreiche Sicherheitssuite für Android. Sie umfasst nicht nur einen Virenscanner, sondern auch Funktionen zum Datenschutz und zum Wiederfinden des Geräts.
Zunächst wird man von einem Assistenten durch die Ersteinrichtung geführt, dann gelangt man ins Hauptmenü, wo man erweiterte Einstellmöglichkeiten hat.
Ich werde auf jede Schutzfunktion der App eingehen.
Der erste Menüpunkt ist der Virenscanner. Hier kannst du zunächst einstellen, ob du den Virenscanner überhaupt nutzen möchtest. Du kannst sowohl deine Apps, als auch die SD-Karte, bzw. den internen Speicher durchsuchen lassen. Falls gewünscht, kannst du außerdem den automatischen Scan in regelmäßigen Intervallen aktivieren.
Dafür kannst du Wochentage und auch eine Uhrzeit festlegen, sodass dein Smartphone auch einfach nachts gescannt werden kann, damit du tagsüber nicht (wenn auch nur kurz) Geschwindigkeitseinbußen erleben musst.
Getestet habe ich den Scanner mit 7 schädlichen Apps, unter anderem mit DroidDream-infizierten Softwarekopien. Alle 7 Apps wurden erkannt und auch eine potenziell schädliche App wurde erkannt, die für „böse“ Zwecke verwendet werden könnte.
Was mir hier fehlt ist ein automatischer Scan einer App schon beim Herunterladen. Apps wie Dr. Web können das und ich hoffe, dass diese Funktion in avast bald ergänzt wird. Bis dahin sollte man, falls man wirklich sicher sein will, auf einen solchen Scanner zurückgreifen. Zwar gibt es keinen Scanner, der eine hundertprozentige Sicherheit bietet, aber je mehr Sicherheit, desto besser. Danke an Jörg für den Hinweis!
Als nächstes folgt der Datenschutz. Hier kannst du sehen, welche Apps auf deine persönlichen Daten zugreifen. Dazu listet avast dir Apps auf, die beispielsweise deine Position ermitteln können, deine SMS abrufen können oder deine Kontakte sehen können.
Du musst dann kritisch hinterfragen, ob eine bestimmte Apps tatsächlich diese Rechte braucht. Ein Negativbeispiel ist hier das Spiel „AirPenguin“, das meine Accountdaten lesen kann. Ein Spiel sollte das nicht tun.
In der Kategorie Anwendungsmanagement kannst du sehen, welche Apps dauerhaft im Hintergrund laufen und vielleicht für Geschwindigkeitsprobleme sorgen könnten, wenn sie so programmiert sind, dass sie wirklich mit hoher Priorität im Speicher gehalten werden.
Tippst du hier dann auf eine App, kannst du sie schließen, aber auch mehr Informationen über sie herausfinden. So wird dir beispielsweise angezeigt, wieviel Prozessorleistung die App im Hintergrund für sich in Anspruch nimmt.
In der avast! Mobile Security Suite ist ebenfalls ein sogenannter Web Shield enthalten, der dich auf schädliche Internetseiten hinweist, wenn du sie im normalen Android-Browser aufrufst. Diese Funktion lässt sich allerdings nicht mit Browsern von Drittentwicklern nutzen.
Mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich scheint die Funktion ebenfalls leider noch nicht nutzbar zu sein.
Auch einen Anruf- und SMS-Filter hat avast eingebaut. Falls man also von jemandem belästigt werden sollte, oder einfach in bestimmten Zeiten Anrufe vom Chef blocken möchte, kann man dies hier tun.
Dazu legt man eine Gruppe an, in der ausgewählt werden kann, wann geblockt werden soll, was geblockt werden soll und wer geblockt werden soll.
Dafür kannst du Tage und Uhrzeiten festlegen und auswählen, ob SMS und Anrufe, nur Anrufe oder nur SMS geblockt werden sollen. Auch ausgehende Anrufe kannst du blocken, nicht aber ausgehende SMS. Dennoch eine interessante Option, mit der man sich selbst vor Anrufen bei Trunkenheit schützen kann.
Um ein neues Gruppenmitglied hinzuzufügen, kannst du entweder einen Kontakt auswählen, eine Telefonnummer eingeben, oder alle unterdrückten oder nicht im Telefonbuch vorhandenen Nummern blocken.
Während SMS unter Android 4.0 leider nicht erfolgreich geblockt wurden, hat das Blocken von Anrufen gut funktioniert. Der Anrufer bekommt den einen Besetzt-Ton zu Hören.
Eine Firewall wurde ebenfalls integriert, diese funktioniert aber aus technischen Gründen nur mit Root-Zugang.
Du kannst individuell für jede App einstellen, über welche Netzwerktypen (WLAN, mobiles Internet, mobiles Internet im Ausland) sie sich mit dem Internet verbinden dürfen.
Dies erfolgt entweder nach dem Whitelist-, oder nach dem Blacklistprinzip.
Am interessantesten finde ich die Anti-Theft Funktion der App, die wohl auch die umfangreichste der ganzen Sicherheitslösung ist.
Die Einstellungen sind hier in Grundeinstellungen und erweiterte Einstellungen unterteilt.
In den Grundeinstellungen kannst du Anti-Theft zunächst aktivieren und deinen Namen, ein Passwort und vertrauenswürdige Kontakte festlegen. Die 2 Freunde die du angibst, sind bei einem Diebstahl oder Verlust des Geräts in der Lage, deinem Handy per SMS Befehle zu senden, die es dann ausführt. Wahlweise kannst du auch einstellen, dass von jeder Nummer Befehle angenommen werden, was aber nicht empfehlenswert ist.
Die erweiterten Einstellungen sind deutlich interessanter. Hier kannst du unter anderem das Schutzverhalten einstellen, das bei SIM-Wechsel oder Verlust durchgeführt wird.
Beim SIM-Wechsel wird zunächst eine SMS an deine vertrauten Kontakte gesendet, sodass du die neue Nummer erhälst, um dein Smartphone weiter steuern zu können.
Wahlweise kann auch das Telefon direkt gesperrt werden, sodass es für den Dieb beinahe unbrauchbar wird. In diesem Fall wird dann ein Sperrtext angezeigt, den du in den Einstellungen aber auch anpassen kannst, um dem Dieb eine Kontaktmöglichkeit zu geben.
Auch eine Sirene kannst du beim SIM-Wechsel ertönen lassen.
Sehr sinnvoll finde ich, dass man den Zugriff auf die Einstellungen und den App-Manager sperren lassen kann, wenn die SIM gewechselt wird. So kann avast nicht ohne weiteres deinstalliert werden.
Achja: Das Anti-Theft Modul von avast wird getarnt als App installiert, die nicht nach einer Anti-Diebstahl App aussieht.
Falls dein Gerät gerootet ist, kannst du außerdem den Zugriff auf die Kommandozeile über ADB sperren, sodass der Dieb avast nicht so einfach darüber deinstallieren kann. Obendrein bietet avast eine Funktion an, mit der das Anti-Theft-Modul so installiert wird, dass es auch das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen überlebt.
Damit du nicht ohne Vorwarnung den Zugriff auf das Smartphone per SMS verlierst, kannst du außerdem deine Freunde per SMS darüber informieren lassen, dass der Akku des Geräts fast leer ist.
Neben den Einstellungen zum Schutzverhalten gibt es auch eine Einstellung zum automatischen Aktivieren von GPS; um eine genauere Ortung zu ermöglichen.
Auch einen eigenen Sirenenton kannst du festlegen, sowie die automatische Prüfung auf Updates aktivieren.
Sollte dein Smartphone dann tatsächlich mal abhanden kommen, gibt es eine große Menge an SMS-Befehlen, die du in der Hilfe und hier findest.
Du kannst dein Telefon sperren, als gefunden markieren, eine Nachricht anzeigen lassen, die Sirene aktivieren, das Gerät orten, das Gerät in einem festgelegten Intervall orten lassen, das Telefon einen Anruf initiieren lassen, alle SMS weiterleiten lassen, alle Anrufe sehen, das gesamte Telefon löschen, die letzten SMS lesen und noch vieles mehr.
Gerade diese Funktionen haben mich begeistert, im Test funktionierten sie auch einwandfrei.
Fazit: avast! Mobile Security ist die wohl umfangreichste Sicherheitslösung für Android, die mit vielen sinnvollen Funktionen überzeugen kann. Punktabzug gibt es lediglich dafür, dass noch nicht alle Funktionen unter Android 4.0 nutzbar sind.
Richtig gut gelöst finde ich hingegen die Zusatzfunktionen, die man nutzen kann, wenn man ein gerootetes Gerät hat. So kann die Deinstallation der App für Dritte stark erschwert werden!
ob ein virenscanner fürs handy etwas bringt hmm wer weiß. aber es beruhigt ungemein .
ich habe nix negatives zu berichten.
die einstell möglichkeiten sind echt top und das produkt ist auch noch gratis.
einen dank an avast