Zunächst einmal muss ich sagen, dass es sich bei c:geo um eine noch sehr frühe Betaversion handelt, welche erst seit Ende Januar 2010 auf dem Markt ist. Seit dem ersten Release sind bereits 15 Updates erschienen (alleine drei noch während ich diesen Test geschrieben habe), was bereits die schnelle Weiterentwicklung der App andeutet. Bei der Beschreibung des Funktionsumfangs und der noch fehlenden oder wünschenswerten Funktionen muss man daher auch berücksichtigen, dass vieles noch geplant ist und dieser Test nur eine Momentaufnahme darstellen kann. Dennoch wird natürlich zugrunde gelegt, was jetzt vorhanden und was im Augenblick möglich oder eben noch nicht möglich ist.
c:geo setzt für die Suche nach Caches ausschließlich auf die Datenbank von www.geocaching.com, der weltweit größten Sammlung von Geocaches. Damit dieses App überhaupt sinnvoll genutzt werden kann, muss also ein entsprechender Account vorhanden sein, was jedoch bei den allermeisten Geocachern ohnehin der Fall sein sollte. Bei www.geocaching.com gibt es einen kostenlosen und einen Premium-Account. Besitzer eines kostenpflichtigen Premium-Accounts können sich regelmäßig die aktuellen Geocachedaten per GPX-Datei zuschicken lassen (so genannte Pocket Queries) und diese dann in entsprechenden Anwendungen importieren, um immer alle notwendigen Daten dabei zu haben. Mit dem kostenlosen Account kann nur die Suche auf der Webseite genutzt werden, so dass die Cachebeschreibung, eventuelle Bilder, etc. auch nur online betrachtet werden können. An diesem Punkt setzt c:geo an und bildet letztlich die Funktionen der Webseite nach, um unterwegs möglichst komfortabel auf alle wichtigen Daten zugreifen zu können, ohne jedoch die Seite in einem Browser öffnen zu müssen. So bietet die Startansicht der App zunächst die Möglichkeit, auf verschiedene Arten nach passenden Caches zu suchen. Als Suchmöglichkeiten sind alle wichtigen Optionen der Webseite abgebildet. Im Einzelnen sind dies:
- caches nearby
- search by coordinates
- search by address
- search by geocode
- search by keyword
- search by user
- search by owner
Die Suche nach Caches in der unmittelbaren Umgebung ("caches nearby") berücksichtigt den zum Zeitpunkt der Suche besten GPS-Fix, der verfügbar ist. Ist GPS im Handy aktiviert, werden diese Daten verwendet, ansonsten die der nächstgelegenen Handymasten, was beides im Test sehr gut und sehr schnell funktioniert hat. Am oberen Bildschirmrand wird angezeigt, welche der beiden Quellen verwendet wird, wie die aktuelle GPS-Position lautet und wie hoch die Genauigkeit ist.
Die anderen Sucharten sind weitestgehend selbsterklärend. Die Suche nach Koordinaten erlaubt die Eingabe in dezimaler Schreibweise (z.B. 52.2102 und 7.18773) und als WGS84 Datum (z.B. N 52° 12.612 und E 7° 11.264), wobei sowohl ein Punkt als auch ein Komma als Dezimaltrenner verwendet werden kann. Die Suche nach Adresse schluckt so ziemlich alles, was man irgendwie in Adressform eingibt, da vor der Suche eine Geocodierung stattfindet und beispielsweise aus "Eiffelturm, Paris" eine vernünftige Koordinate als Grundlage für die Suche ermittelt wird. "Search by keyword" führt zu Caches, die ein bestimmtes Wort in der Beschreibung enthalten und "search by user" zeigt die Caches an, die ein bestimmter Geocaching.com User bereits gefunden hat.
Vor jeder Suche kann man einstellen, ob alle Cachearten angezeigt werden sollen, oder ob man nur nach bestimmten Typen (z.B. nur nach Multicaches) suchen möchte.
Führt man die Suche durch, so wird eine Suchanfrage an die Webseite von www.geocaching.com geschickt und anschließend die ersten 20 gefundenen Caches in einer Liste dargestellt. Diese enthält pro Cache ein Symbol für die Cacheart (Tradi, Multi, Mystery, etc.), den Cachenamen, die Entfernung zur aktuellen Position, den GC-Code, die Cachegröße (micro, small, regular, etc.), die Schwierigkeit des Verstecks und des Terrains und einen kleinen Pfeil der die Richtung zum Cache anzeigt. Insgesamt bekommt man also viele wichtige Informationen auf einem Blick. Per Menütaste lassen sich die nächsten 20 Caches in die Liste hinzuladen, anschließend wiederum die nächsten 20 und so weiter. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Google Maps Ansicht der Cacheliste zu öffnen, in der dann jeder Cache mit dem entsprechenden Symbol für die Cacheart dargestellt wird (bereits gefundene Caches werden seit der neuesten Version mit einem Smiley gekennzeichnet) . Wählt man einen Cache in der Listen- oder der Kartenansicht aus, so gelangt man zur eigentlichen, ausführlichen Cachedarstellung. Auch hierfür wird intern wieder eine Anfrage an die Webseite gestellt, welche die gewünschten Daten zurückliefert. Aufbereitet werden diese in einer zunächst dreiteiligen Gliederung:
Unter "details" finden sich alle Grunddaten des Caches, also alles, was man auf der Webseite im oberen Teil einer Cachebeschreibung finden würde: Name, Typ, Schwierigkeit, Terrain, Besitzer, Datum, Location (bspw. "Nordrhein-Westfalen, Germany"), die Koordinaten und Attribute (Fahrräder erlaubt, erfordert mehr / weniger als eine Stunde, mit Rollstuhl erreichbar, im Winter verfügbar, etc. ).
Unter "waypoints" werden die vom Besitzer des Caches angelegten Wegpunkte dargestellt, also das Versteck und ggf. ein Parkplatz oder Stationen eines Multicaches.
"Hint" enthält den hinterlegten Hinweis. Dieser ist zunächst wie gewohnt verschlüsselt und kann auf Knopfdruck entschlüsselt werden.
Aus dieser Grundansicht heraus, stehen einem über die Menütaste vier weitere Funktionen zur Verfügung:
- show on map
- navigate
- log visit
- get more
Mit "get more" können weitere Details angezeigt werden. So lässt sich zum einen die eigentliche Beschreibung, also der Fließtext des Caches hinzuladen. Dieser wird anschließend unterhalb von "details" in einem zusätzlichen Bereich angezeigt. Zudem lassen sich die hinterlegten Bilder und die bereits vorhandenen Logbucheinträge einsehen. Mit "show on map" wird, wie schon aus der Suchergebnisliste heraus, der Cache in einer Kartenansicht dargestellt, diesmal jedoch nur der aktuelle Cache mit seinen Wegpunkten.
Hat man sich einen Cache angeschaut und ihn für interessant befunden, kann man mit "navigate" eine Kompassansicht öffnen, welche die Richtung zum Cache, die Entfernung, die Gradzahl und die aktuellen Daten der GPS-Verbindung darstellt, also alles was man für ein erfolgreiches Bergen benötigt. Innerhalb der Kompassansicht kann man wiederum über die Menütaste zwischen den einzelnen Waypoints des Caches wählen. Seit der aktuellsten Version gibt es hier außerdem eine weitere, sehr praktische Funktion: Per "turn-by-turn" kann man die Google Maps Navigation für den aktuellen Wegpunkt aufrufen. Sitzt man also im Auto und hat sich für einen Cache entschieden, kann man sich per turn-by-turn Navigation bspw. direkt bis zum angegebenen Parkplatz führen lassen. Einfach toll. :)
Hat man schließelich den Cache erfolgreich gefunden (oder auch nicht), kann er anschließend über "log visit" direkt aus der Anwendung heraus bei www.geocaching.com geloggt werden, was ebenfalls sehr praktisch ist. Zur Verfügung stehen einem dabei die Logarten "Found", "Not Found" und "Note".
Anstatt eine Suche durchzuführen und einen ausgewählten Geocache an den Kompass weiterzuleiten, kann man letzteren auch separat öffnen und nutzen, indem man auf der Hauptseite des Programms über die Menütaste den Button "navigation" aufruft. Es öffnet sich eine Maske, in der man entweder die gewünschten Zielkoordinaten von Hand eingeben kann, oder aber die Richtung und Entfernung zum Ziel. Der Kompass zeigt einem anschließend den Weg in gewohnter Weise.
Nach der Darstellung all dieser tollen Funktionen, möchte ich nun auch darauf eingehen, was die App derzeit noch nicht kann. Als erstes fällt einem da sicher der fehlende Offlinemodus auf. Hat man eine Cachebeschreibung geschlossen, so wird diese beim nächsten Öffnen wieder neu aus dem Internet geladen. Auch eine Suche wird jedes Mal neu ausgeführt, man kann also die Suchergebnisliste nicht abspeichern und später wieder öffnen. Dies kann in Gebieten, in denen nur ein schlechter Handy- / Internetempfang vorhanden ist, zu Problemen führen und das Aufrufen der Beschreibung verzögern oder, wenn man Pech hat, ganz verhindern (beim Geocachen ist man ja durchaus öfters in weniger erschlossenen Gebieten unterwegs). Man kann somit auch nicht eine größere Cachetour von zu Hause aus vorbereiten, indem man sich eine Liste der zu suchenden Caches zusammenstellt und automatisch unter Nutzung des WLANs schonmal alle Beschreibungen und Bilder abspeichert, was gerade auch für Benutzer mit einem limitierten Datenplan von großem Vorteil wäre. Was allerdings stattfindet, ist das Zwischenspeichern der einmal geöffneten Bilder. Diese werden auf der Speicherkarte in dem Ordner "cgeo" abgelegt (wenn keine Speicherkarte eingelegt ist, wird der Telefonspeicher verwendet), so dass sie nicht jedes Mal neu heruntergeladen werden müssen.
Vom Autor der App weiß ich, dass die gesamte Offlinefunktionalität ganz oben auf seiner Wunschliste steht und so schnell wie möglich umgesetzt wird. Bevor er dies macht, möchte er jedoch zunächst alle Grundfunktionen fertigstellen, damit die Struktur der Datenbank später möglichst nicht mehr verändert werden muss. Einen groben Zeitraum wollte er mir nach Rückfrage leider nicht nennen, um sich nicht zu sehr festlegen zu müssen - zu viel kann immer wieder dazwischen kommen. So viel kann ich jedoch sagen: Eigentlich wollte er bereits mit der Umsetzung anfangen, bis ihm ein Stabilitätsproblem dazwischen kam, welches nun im Augenblick oberste Priorität bei ihm hat (siehe unten unter Speed & Stabilität). Sobald dies gelöst ist, wird es jedoch vermutlich relativ schnell gehen, bis wir die ersten richtigen Offlinefähigkeiten in c:geo sehen können.
Eine weitere Funktion, die dem einen oder anderen fehlen könnte, ist das Importieren von GPX-Dateien. Hier muss grundsätzlich gesagt werden, dass die Anwendung nicht primär dafür gedacht ist, bereits vorhandene, externe Geocachingdaten zu verwenden, sondern es sollen durch die Nutzung der Boardmittel alle Aufgaben direkt aus dem Programm heraus erledigt werden können. Da man den Kompass jedoch auch manuell bedienen kann und eigene Koordinaten eingeben kann, könnte ich mir gut vorstellen, dass nach der Einführung des Offlinemodus, auch ein GPX-Import kommen wird, um das ganze abzurunden.
Ebenfalls nicht vorhanden sind so genannte Geocachingwerkzeuge, wie das Umrechnen von Koordinaten in verschiedene Formate, oder ein Rechner für die Lösung von Multicache-Aufgaben, wobei ich persönlich diese auch nicht wirklich vermisse. Wer es doch braucht, findet hierfür praktische separate Anwendung im Market (z.B. "Geocaching Tools").
Ansonsten orientiert sich der Entwickler am Funktionsumfang des wirklich hervorragenden Geocachingprogramm GCzII für Windows Mobile.
Was zudem von einigen Usern im Market als Wunsch genannt wird, ist die Unterstützung von so genannten Trackables, also Geocoins, Travelbugs, etc. Ich persönlich nehme selten welche mit, weshalb es für mich nicht so wichtig ist, aber es würde die ganze App natürlich noch weiter abrunden.
Abschließend noch ein paar Worte zu den Grundeinstellungen der App. Neben den Zugangsdaten von www.geocaching.com, hat man folgende Einstellmöglichkeiten:
- exclude my caches
- description autoload
- use imperial units
- hide images dir
Die erste Option führt dazu, dass bereits gefundene oder selbst versteckte Geocaches nicht in den Suchergebnissen auftauchen, was vor allem dann sehr praktisch ist, wenn man ein bestimmtes Gebiet bereits weitestgehend abgegrast hat und die Ergebnisliste so fast nur aus bereits bekannten Caches bestehen würde. "Description autoload" sorgt, wie der Name schon sagt, dafür, dass beim Öffnen eines Caches automatisch auch die ausführliche Beschreibung geladen wird und diese nicht erst über "get more" -> "long description" hinzugeladen werden muss, was sinnvoll ist, da das Laden der langen Beschreibung in der Regel sehr schnell erfolgt (siehe auch Speed & Stabilität). Mit "use imperial units" können die Distanzangaben auf Meilen und Fuß umgestellt werden und "hide images dir" setzt dem genannten Verzeichnis auf der Speicherkarte ein "." voran, so dass die Cachebilder nicht in der Galerie oder anderen Bildbetrachtern angezeigt werden.
Fazit:
Insgesamt kann man wirklich sagen, dass bereits in der aktuellen Version sehr viele tolle Funktionen vorhanden sind, die spontanen Geocachinggenuss auf das geliebte Android Gerät bringen. Man kann ohne vorher irgendwelche Daten zu haben, einen passenden Cache aussuchen, sich per Navigation in die Nähe bringen lassen, den Cache suchen und anschließend loggen und das alles sehr einfach und komfortabel, direkt aus der App heraus. Interessant ist dies natürlich vor allem für Besitzer eines kostenlosen Accounts. Wer einen Premium-Account hat, wird eventuell lieber seine Pocket Queries importieren, kann aber dennoch von den vielen praktischen Funktionen profitieren.
Michael W.
03.02.2010 22:25:13 — geändert am 04.02.2010 13:20:13
doesn't work on my milestone with t-mobile
edit: now it works and in that way I expected, really cool!