Testgerät: HTC One X/Google Nexus 4
Androidversion: 4.1.1/4.2.1
Root: Nein/Nein
Left Lane Looey - so wird der LKW-Fahrer Looey von seinen „Freunden“ bezeichnet. Der Grund hierfür dürfte nach den ersten Spielminuten klar sein. Denn Looey steht unter einem fast schon chronischem Stress und versucht mit allen Mitteln seine tiefgekühlte Fracht ans Ziel zu bringen. Dies ist im ersten Moment natürlich eine gute Eigenschaft. Leider hat Looey neben seinem Bestreben die Arbeit schnell zu erledigen auch einen Hang zur Cholerik. Diese Kombination führt dazu, dass unser Alter Ego im Spiel „Looey - Wut im Straßenverkehr“ auf der einen Seite mit unberechenbaren Autofahrern zu kämpfen hat und auf der anderen Seite mit seinem ständig steigendem Wutspiegel.
Der erste Eindruck direkt nach dem Start von Looey - Wut im Straßenverkehr ist ein überaus positiver. Dies liegt am sehr gut gemachten Tutorial, welches Schritt für Schritt ins Spielgeschehen einführt und auch niemals wirre Gedankensprünge vollführt. Solche Anleitungen wünscht man sich - wenn auch nur optional - bei vielen Spielen und deshalb geht hier ein großes Lob in Richtung der Entwickler.
Das Spielprinzip von Looey - Wut im Straßenverkehr ist relativ simpel und eingänglich. Im Endeffekt besteht das Ziel des Spieles in der Bewältigung diverser Aufgaben. Diese Aufgaben variieren zwar, aber das grundsätzliche Spielgeschehen bleibt immer das Gleiche. Looey fährt von A nach B und das so schnell er kann und mit so wenigen Kollisionen wie möglich. In der Theorie sollte dies kein Problem sein, aber leider befinden wir uns wie weiter oben erwähnt nicht auf den regelkonformen deutschen Autobahnen. Looey wird die Fahrt nämlich durch verrückte Autofahrer erschwert, welche (ohne Blinker!) die Spur wechseln und plötzliche Manöver starten - eine Geduldsprobe für jeden Autofahrer und besonders für unseren liebenswerten LKW-Fahrer.
Das doch recht monotone Spielprinzip wird dadurch aufgewertet, dass die gesamte Geschichte mittels kleinen Animationsfilmen erzählt wird und den immer gleichen Fahrten somit einen Sinn gibt. Diese Animationsfilme sind zusammen mit der sehr stimmigen Grafik und der passenden musikalischen Untermalung das Highlight des gesamten Spiels und Looey - Wut im Straßenverkehr ist auch von der Gesamtpräsentation ein Beispiel der oberen Liga.
Leider ist in Looeys LKW nicht alles Gold was glänzt. Die Funktionalität des gesamten Spiels ist sehr eingeschränkt und auch der Spielumfang ist nicht wirklich atemberaubend. Ganz im Gegenteil. Das Spiel liefert für einen kostenpflichtigen Titel im Vergleich mit anderen kurzweiligen Spielen zu wenige Level und zu wenige „Waffen“ und „Verbesserungen“. Diese angesprochenen Gimmicks sind zwar ganz nett anzuschauen und verleihen dem gesamten Spielgeschehen eine gewisse Würze und taktische Tiefe, jedoch weiß das Spiel durch den monotonen Ablauf nicht wirklich zu fesseln und auch keine Langzeitmotivation zu kreieren. Schade eigentlich, denn die ersten Minuten des Spiels zeigen das Potenzial und allein wegen den kleinen Animationen zwischen den Levels wäre man angehalten das Spiel zu Ende zu spielen.
Diese Intention wird jedoch durch mehrere Faktoren gemindert. So gibt es keinerlei Möglichkeit seine persönlichen Bestleistungen mit einer Community zu messen beziehungsweise zu vergleichen. Man kann zwar per Twitter oder Facebook seine eigenen Ergebnisse der Welt mitteilen, aber eine weltweite Rangliste wird dadurch nicht ersetzt.
Weiterhin fehlt Looey - Wut im Straßenverkehr auch ein stetig ansteigender Schwierigkeitsgrad. Erst kürzlich haben die Entwickler die ersten beiden Spielwelten leichter gestaltet und dabei ein wenig die Balance zu den folgenden Aufgaben vergessen. Nun gibt es einen großen Sprung vom zweiten zum dritten Level und dies erzeugt Frust und einen ähnlich roten Kopf wie den des Protagonisten. Dies soll nicht bedeuten, dass es keinen ansteigenden Schwierigkeitsgrad gibt. Es ist eher so, dass es zwischen manchen Leveln einen Sprung in der Schwierigkeit gibt. Im Idealfall wäre es aber eher eine konstant ansteigende Herausforderung.
Ein großer Pluspunkt - um wieder zu den positiven Eigenschaften des Spieles zu kommen - ist die Gestaltung der einzelnen Level. Ganz abgesehen von der Art der Präsentation mit den kurzen Animationsfilmen gelingt es den Entwicklern mit verschiedenen Eigenarten der Aufgaben den geneigten Spieler herauszufordern. Sei es nun der Drang Looeys eine Toilette zu besuchen oder eine „nette“ Fee, welche dem schläfrigen Looey einen Amboss auf den Kopf wirft - natürlich nur bei Versäumen eines Ausweichmanövers.
Der letzte Aspekt der noch in diesem Bereich des Testberichts angesprochen werden muss ist Adobe Air. Das Spiel läuft mir unverständlicherweise nicht als selbstständige Applikation, sondern es wird die Installation von Adobe Air vorausgesetzt. Dies ist generell im ersten Augenblick kein Nachteil, aber es gibt noch immer Smartphones mit begrenztem integrierten Speicher und für diese macht Adobe Air + Looey - Wut im Straßenverkehr dann schon knapp 40 MB. Für neuere Smartphones ist das absolut kein Problem und Adobe Air hat auch seine Vorteile, aber unter unseren Lesern gibt es auch Personen, welche ein betagtes Smartphone benutzen. Für diese Leser kann eine solche Information interessant sein.
Fazit:
Looey - Wut im Straßenverkehr ist ein gutes Spiel und das ohne Frage. Aber leider verpassen die Entwickler Langzeitmotivation, eine Art Multiplayer und einen gleichmäßig ansteigenden Schwierigkeitsgrad in das Spiel zu integrieren. Diese negativen Aspekte sind keine Beinbrüche und das zu Beginn gezeigte Potenzial lässt auf die Zukunft hoffen.
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