Bei unserem letzten Testbericht zu Google Keep wurde ein Aspekt in den Kommentaren deutlich: Die Anforderungen an eine Applikation der Notizverwaltung sind bei vielen Nutzern unterschiedlich. Person X fordert eine bestimmte Funktion und meist meldete sich postwendend ein anderer Nutzer und meldete, dass er auf diese besagte Funktion X verzichten könne, wenn dafür Funktion Y vorhanden sei.
Die Quintessenz aus den Kommentaren des damaligen Testberichtes ist jedoch, dass eine Notizverwaltung das Leben der Nutzer erleichtern muss.
Notepad Voice Memo Pro hat sich in den vergangenen Tagen unserem Test gestellt. Die Fokussierung der Applikation liegt dabei deutlich auf der Eingabe von Notizen per Sprachbefehl. Dies funktionierte im Testzeitraum auch einwandfrei und ohne große Probleme. Doch genau diese Fokussierung ist kein Alleinstellungsmerkmal.
Man braucht sich nur den großen Mitbewerber Evernote ansehen oder das neu erschienene Google Keep. Beide Applikationen bieten - zumindest auf Android 4.1 und 4.2 - durch die im System integrierte Möglichkeit der Spracheingabe identische Möglichkeiten. Der große Unterschied ist nur die Anzahl der Eingaben, bis man diese Spracheingabe erreicht. Bei Notepad Voice Memo Pro prangt ein großes Eingabefeld über der jeweiligen Liste und bei Evernote muss man erst die Tastatur aufrufen und dann die Spracheingabe tätigen.
Doch die Verwaltung der Notizen per Sprache ist bei Notepad Voice Memo Pro nicht konsequent zu Ende gedacht. So kann der Nutzer nicht den nächsten Listenpunkt per Sprachbefehl eingeben, sondern muss die Spracheingabe beenden und dann wieder starten. Einfacher wäre es gewesen, wenn man per Sprachbefehl in die nächste Zeile „rutschen“ könnte. Beispielsweise durch das Diktat: „Milch kaufen - Nächste Zeile - XY vom Fußball abholen“. Auch die Aktivierung der Spracheingabe funktioniert nicht ohne das Berühren des Displays. Die Möglichkeit ein „Codewort“ zu bestimmen, bei der die Applikation die Spracheingabe startet wäre ein Alleinstellungsmerkmal, welches leider fehlt.
Eine Funktion, welche mir jedoch im Testzeitraum sehr gefallen hat, war die Möglichkeit des Vorlesens der jeweiligen Listen. Die Nützlichkeit im alltäglichen Gebrauch sei mal dahingestellt, da man das Vorlesen nicht per Sprachbefehl starten kann und dann auch gleich die Notizen ablesen könnte.
Weiterhin fehlen auch andere Aspekte wie die Möglichkeit Erinnerungsfunktionen detailliert anzupassen oder die erstellten Listen individuell anzuordnen. Ansätze sind da, doch der konsequente nächste Schritt fehlt. Man kann die Listen zwar mit Google Tasks synchronisieren, doch den Funktionsumfang eines Evernote erreicht die Applikation nicht. Weiterhin können nur Aufzählungen erstellt werden, was in meinen Augen einem „Notepad“ - zu deutsch: Notizbuch - nicht gerecht wird. Ein Notizbuch ist (laut Wikipedia) „ein Buch mit unbeschriebenen Seite, das der Sammlung von Einfällen, Bemerkungen und Notizen aller Art dient“. Genau dies erfüllt Notepad Voice Memo Pro jedoch nicht. Notizen oder Einfälle aller Art schließen - in meinem Verständnis - auch Bilder, Skizzen oder Sprachmemos mit ein.
Die Liste der Verbesserungsmöglichkeiten lässt sich nun leider fortführen. Jedes Mal, wenn die Applikation gelungene Ansätze zeigt, wie das Abspeichern von Notizen auf dem Smartphone selbst, gibt es einen Aspekt der im alltäglichen Gebrauch vermisst wird. Auch findet in meinen Augen Notepad Voice Memo Pro keine passende Nische, die die Applikation besetzen kann. Es setzt nicht auf Minimalismus wie Google Keep und bietet keine umfassende Notizverwaltung. Die Fokussierung auf die Verwaltung der Notizen per Sprachbefehl ist zwar in Ansätzen gelungen, doch nicht konsequent zu Ende gedacht.
Fazit:
Notepad Voice Memo Pro konnte im Testzeitraum gute Ansätze zeigen und macht auch über den Testzeitraum noch einen guten Eindruck. Doch es sind zu viele Funktionen nicht vorhanden und die vorhandene Fokussierung auf die Spracheingabe ist nicht konsequent zu Ende gedacht.
Unterm Strich steht (noch) eine gute Bewertung, wobei in den nächsten Wochen und Monaten nachgebessert werden muss, um auch zukünftig dieses Level zu halten. Insbesondere da bei Google Task, im Zuge der Veröffentlichung von Google Keep, nicht klar ist wie es weiter geht.
Hallo,
ich meine eine sehr gute Sache wenn es mal schnell gehen soll.
Bei umlauten wird nicht immer das richtige Wort erkannt.
Trefferquote in der Texterkennung ca. 95% bei einfachen nach der Schrift ausgesprochenen Worten.