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Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas

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Johann Q.de
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Beiträge: 2.164

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Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 12:44:46
Die Bestie lauerte.
Heimtückisch, angriffslustig und unsagbar hungrig.
Mit kaum zähmbarer Gier spürte sie die unmittelbare Nähe der Beute und das verlockende
Pulsieren unter deren warmer Haut.
Dennoch hielt sie sich zurück, wartete geduldig auf den richtigen Moment.
Dann.......urplötzlich schlug sie zu.
Schnell, präzise, erbarmungslos.
Bohrte sich brutal und unerbittlich in den Körper ihres vermeintlich wehrlosen Opfers und
begann...........patsch !!!
Ich traf mit vernichtender Wucht, ließ ihr nicht den Hauch einer Chance.
Die Bestie starb, noch ehe sie wahrnehmen konnte, was da mit ihr geschah.
Und mit einem letzten, verächtlichen Blick auf den blutigen Kadaver, schnippte ich mir die
zermatschten Reste des Moskitos vom Arm.

Oh....äh....hallo Androiden....hab euch garnicht bemerkt....war ganz in Gedanken.
Befinde mich derzeit in einem Starbucks-ähnlichem Cafe (mit Wlan) in Kigali, der Hauptstadt
Rwandas, mitten im Herzen Afrikas. AndroidPit-Seitenaufbau dauert geschlagene 3 Min. :(

Ich plane gerade meine Aktivitäten für die nächsten Tage.
Obwohl die erste Zeit eigentlich (so wie jedes Jahr) einem fast rituellem Ablauf folgt.
Die ersten zwei Tage gehören uneingeschränkt meiner rwandischen Familie, bevor ich dann in
Richtung der Virunga-Vulkane aufbreche, wo ich an den steilen Hängen des 4500m hohen
Vulkans "Karisimbi" zum mittlerweile neunten Male unsere haarigen Vettern, die überaus
beeindruckenden Berggorillas besuchen werde. Das Ganze ist mir nur möglich, weil einer der
dortigen Wildhüter, ein entfernter Verwandter "meiner" Familie ist.
Die betreffende Gorillafamilie, die ich regelmäßig besuche, ist dieselbe, die von Dian Fossey
lange Jahre studiert wurde, bevor sie Weihnachten 1985 unter bisher ungeklärten Umständen
ermordet wurde. Zudem waren sie auch die Hauptdarsteller in dem Film "Gorillas im Nebel".
Es ist jedenfalls ein unglaubliches, fast mystisches Erlebnis, sich inmitten von knapp vierzig
Berggorillas zu befinden und für kurze Zeit die Seele baumeln lassen zu können.

Danach werde ich bei Goma (nördlich des Kivu-See's), die Grenze zum Kongo überschreiten,
um dort ( wie jedes Jahr) den hochaktiven Vulkan “Nyiragongo“ zu besteigen.
In seinem riesigen, fast einen Kilometer breiten Krater, befindet sich der größte Lavasee der
Erde, ein (im wahrsten Sinne des Wortes) atemberaubender Anblick. Wie das Tor zur Hölle!

Leider ist die Gegend rund um Goma aber auch ziemlich berüchtigt, aufgrund der zahlreichen
Kämpfe und Überfälle. Bisher hatte ich aber immer das Glück, nicht zwischen die Fronten, der
sich dort heftig bekämpfenden Warlords zu geraten. Naja, wird schon gutgehen.
Gibt’s denn nicht mittlerweile eine App, die auf Klick unsichtbar macht, oder zumindest einen
undurchdringlichen Schutzschirm aufbaut? Liebe Entwickler, das wäre doch mal was, oder?

Wenn alles gutgeht werde ich hier dann ein paar Eindrücke von den Gorillas posten, sobald ich
zurück in Kigali bin. Vorausgesetzt, ich finde ein vernünftiges WLan.


Bis dahin, sonnige Grüße aus dem Herzen Afrikas,

Johann

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 12:57:08
Hi Johann :)

ich stell mir das unheimlich interessant vor :) Ich glaub wenn ich mal Geld und Zeit habe (wahrscheinlich fehlt immer eins von beiden :grin: ) will ich auch einmal ne Afrika Tour machen. Meine Schwester hat dort mal ne Safari gemacht und faszinierende Bilder und Eindrücke gesammelt!

Ich hoffe du kannst auch ein paar Fotos von den Gorillas zeigen :).

Grüße und komm heile wieder,

Matze :)

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 12:58:51
Hallo Johann,

freut mich zu lesen, dass Du gut angekommen bist!

Viel Spaß auf deiner weiteren Tour und lass dich nicht ärgern ;)

Gruß,
Kay

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 13:00:55 (über AndroidPIT-App)
wenn ich das so les werd ich fast ein bisschen neidisch ;-) Gorillas :-D

ich sitze hier in der berufsschule :/

viel Spaß noch! ich freu mich auf deine eindrucke!

grüße aus Deutschland flo

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 14:15:32
lieben gruss nach afrika... komm uns heile wieder...

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 14:23:23 (über AndroidPIT-App)
Viel Spaß in Afrika :)

bzgl. der Unsichtbarkeit müsstest du dein Handy mit einem Photonenverlangsamer aufrüsten.
So einer ist aber leider noch nicht im freien Handel erhältlich. :grin:

mfg Jan

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Die Spielregeln Twitter ihatespamsodontsendspammails@googlemail.com Ich wollte mal sehen wie schnell ich spammails bekomme, wenn ich eine Emailadresse überall verbreite...

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 25.11.2010 16:56:16 (über AndroidPIT-App)
ich winke dann auch mal eben rüber zum schönsten Flecken dieser Welt... pass auf dich auf

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lg Voss - Ach ja und noch was, unsere AndroidPIT-Regeln ლ(╹◡╹ლ)

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Beiträge: 2.164

Eintrittsdatum: 13.05.2010

RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 28.11.2010 09:56:57 — geändert am 29.11.2010 21:45:22
Verzeiht, das ich momentan nicht die Muße und die Zeit habe, einen Beitrag zu meinen
diesjährigen Berggorilla-Besuch zu verfassen. Aber meine letztjährigen Erlebnisse werden
euch auch einen guten Einblick verschaffen. Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem. :wink:


Sanfte Riesen

Ort : Die steilen Hänge des mehr als 4500 m hohen Vulkans “Karisimbi“ in
Ruanda, mitten im Herzen Afrikas. Die Heimat der Berggorillas.

Geisterhaft wabern feuchte Nebelschwaden über den morastigen Untergrund.
Nur selten dringt ein Lichtstrahl durch das Dach des urweltlichen Regenwaldes.
Regelmäßig gleite ich auf dem rutschigen Boden die zuvor mühsam erklommenen Meter
wieder abwärts, nur gehalten von einem dichten Dickicht aus Bambus.
Doch trotz aller Mühsal fiebere ich der erneuten Begegnung mit den Beherrschern dieser
fast unberührten Urwelt entgegen. Dann, am Rande einer sonnendurchfluteten Lichtung,
gibt mir mein Begleiter, ein erfahrener Wildhüter, endlich das Zeichen stehenzubleiben.
Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, beobachtet zu werden und ein
eigenartiges Kribbeln breitet sich in meiner Magengegend aus.

Plötzlich !
Brechendes Unterholz !
Mein Körper reagiert mit einem immensen Adrenalinausstoss, während mein Herz eine Art
Schlagzeugsolo in meinem Innern zum Besten gibt.
Unversehens richtet sich direkt vor mir ein mächtiges, zornig drohendes Muskelpaket auf.
Ein Silberrücken gibt sich die Ehre. Aufgerichtet mehr als zwei Meter groß und mit einem
geschätztes Kampfgewicht von über 200 kg ausgestattet.
Seine gigantischen Arme erzeugen einen dumpf dröhnenden Trommelwirbel auf seiner
monströsen Brust. Die durch die harten Schläge auf den gewaltigen Körper ausgelösten
Vibrationen laufen Amok in meinen Knochen.
Bedingungslose Kapitulation !
Wie, zum Teufel, hat dieses Wesen es damals geschafft, scheinbar völlig unbeschadet vom
Empire-State-Building zu kommen ?
Erleichtert registriere ich, dass sich der Silberrücken wohl mit dieser Machtdemonstration
begnügt. Ein letzter, scheinbar verächtlicher Blick auf uns schwächliche Kreaturen, denen
er mit einem Schlag seiner überdimensionalen Arme das Genick brechen könnte, dann
wendet sich unser Gastgeber ab und lässt sich inmitten seines Harems nieder.
Majestät scheinen unsere Anwesenheit huldvoll zu dulden.
Was hätten wir getan, wenn nicht ?
Langsam und vorsichtig begeben wir uns nun in das Zentrum der Familie, die aus insgesamt
39 Individuen besteht, darunter 4 Silberrücken und einige Jungtiere.
So let the show begin!

Behutsam, fast zärtlich, streicht eines der Weibchen über die Schulter des Familienoberhauptes
und bemüht sich erkennbar um dessen Gunst.
Der Alte, mürrisch und von unserer Friedfertigkeit wohl nicht vollends überzeugt, wischt die
dargebotene Hand unwirsch zur Seite. Sichtlich bekümmert wendet sich die Verschmähte
gesenkten Kopfes von ihm ab. Ihre Mimik zeigt offenkundige Trauer an, was wohl nicht nur auf
mich herzergreifend wirkt. Ein nahezu liebevoller Ausdruck überzieht das Antlitz des Paschas
und vertreibt die dunklen Wolken.
Langsam, ganz vorsichtig, rückt er Stück für Stück auf das Weibchen zu, berührt sanft ihre
Hand und sieht sie fragend an.
Den Blick habe ich schon mal gesehen : „Schau mir in die Augen, Kleines“.
Mit einer rührenden, fast menschlichen Geste umarmt der Silberrücken zärtlich seine Gefährtin
und lässt einen tiefen Seufzer vernehmen. Im Geiste höre ich Geigen schluchzen, die Kamera
blendet langsam ab und verstohlen wischen Zuschauer eine Träne aus den Augenwinkeln.
„Spiel's noch einmal, Sam“. Absolut filmreif und ergreifend schön.

Nur kurz riskiere ich einen intensiven Blick in die tiefgründigen, klaren Augen des nun völlig
entspannten Familienoberhauptes. Da war etwas !
So ein eigenartiges, wissendes Funkeln und Glitzern.
Was mochte hinter seiner nachdenklich gefurchten Stirn vorgehen ?

Am Rande der Gruppe ringen zwei Jugendliche miteinander und man kann die immense Kraft
ahnen, die hinter dem spielerischen Charakter dieser prachtvollen Kolosse steht.
Ein gekonnter Schulterwurf beendet den nicht ernst gemeinten Disput.
Dann traue ich meinen Augen nicht. Das siegreiche Männchen beginnt doch tatsächlich an, den
unterlegenen Sparingspartner nach allen Regeln der Kunst zu kitzeln. Und der so Gemarterte
prustet vor Lachen, aus vollem Halse und mit auf dem Boden trommelnden Händen.
Vergnügt werfen uns die Beiden dabei verstohlene Seitenblicke zu, als wollten sie sich
vergewissern, dass wir auch ja hinsehen.

Scheinbar desinteressiert am Treiben seiner Gruppe, betrachtet der gelangweilt wirkende
Clanchef in der Zwischenzeit ausgiebig seine überdimensionalen Hände.
Eitel wird hier ein Pflanzenrest weggewischt und dort ein wenig Schmutz entfernt.
Seine Mimik gaukelt mir vor, jeden Moment wird eine Nagelfeile gezückt.
Ende der Maniküre! Kurzer Positionswechsel !
Den Kopf auf eine Faust abstützen (klassische Denkerstellung) und mit dem Zeigefinger der
anderen Hand genüsslich in der Nase bohren. Fehlt nur noch, dass er die Ausbeute in den
Fingern rollt, um sie dann geistesabwesend wegzuschnippen.
Währenddessen zerkleinert eines der Weibchen geschickt einige Wurzeln, häuft die Stücke
zusammen, nimmt ein großes Blatt, legt das vorbereitete Häufchen darauf und rollt das Ganze
dann sorgfältig zusammen. Frühlingsrolle !
Geziert, mit abgespreiztem kleinen Finger beißt sie ein Stück von der Rolle ab und kaut
genießerisch schmatzend.
Plötzlich bemerkt sie wohl, dass ich sie beobachte. Sie unterbricht ihr Mahl, nähert sich mir
und studiert mich mit Interesse. Ihre sanften braunen Augen schauen tief in die meinen, so als
suche sie nach einer Verbindung, einen Weg mit mir zu kommunizieren.
Ein fast mystisches Gefühl des (gegenseitigen?) Erkennens.

Eines der Jungtiere (knapp 30 cm groß) baut sich wichtigtuerisch vor uns auf und versucht die
anfängliche Einschüchterung seines großen Daddys fortzusetzen. Grimmig schaut uns der
Kleine an und trommelt ein Stakkato auf seiner (noch) schmächtigen Brust.
Die Koordination der Bewegungsabläufe funktioniert aber wohl noch nicht zufriedenstellend.
Er verliert sein mühsam gehaltenes Gleichgewicht und kippt zeitlupenlangsam zur Seite.
Mit vor Lachen tränenden Augen verfolgte ich, wie little Kong vor die Füße seines Erzeugers
rollt. Sacht nimmt dieser den Wollknäuel in seine riesigen Pranken und beginnt ihn zärtlich mit
einem Finger zu liebkosen. Wie kann ein solches Kraftpaket nur so unendlich sanft sein.

Oh....Achtung !
Ein anderer kleiner Kobold nähert sich uns mit leuchtenden Augen und begutachtet interessiert
meine schlammverkrusteten Schuhe. Knoten in den Schnürsenkeln ? Kein Problem !
Mit ernsthaften Mienenspiel öffnet er einen der Knoten, zieht den Senkel heraus und wickelt sich
diesen sorgfältig um den Hals. Was nun ?
Nur keine falsche Bewegung, Daddy betrachtet mich argwöhnisch.
Doch Hilfe ist unterwegs. Mama nähert sich eilfertig, entfernt gekonnt den Senkel und zieht dann
mit verlegenen Gesichtsausdruck den kleinen Racker von uns weg. Beleidigt schiebt dieser seine
Unterlippe nach vorn und der so typische Kinderschmollmund entsteht. Einfach köstlich.

Ein abschüssiger Hang mit nur relativ geringem Pflanzenwuchs fordert den einfallsreichen
Nachwuchs. An den Rand stellen, Hände über den Kopf verschränken, langsam vorbeugen und
als lebende Fellkugel, purzelbaumschlagend abwärts rollen.
Juchzend vor Freude kurz liegenbleiben, dann schnell wieder aufwärts und das Gleiche nochmal.
Herrlich ! Aber man könnte doch auch.....gedacht,getan......rauf auf ein kleines Bäumchen, kurz
innehalten.....schaut Daddy ? Nein ?.....dann ein mächtiger Satz in den Nacken des Alten.
Grummelnd zieht der Betroffene die Augenbrauen zusammen, hat aber wohl nicht die Absicht,
etwas gegen den Quälgeist zu unternehmen.

Plötzlich, lautes Geschrei !
Ein Halbwüchsiger bedrängt eines der jüngeren Weibchen.
Das Familienoberhaupt lässt sofort ein missbilligendes Grollen vernehmen.
Langsam erhebt er sich zur vollen Größe, schreitet würdevoll und bedächtig auf den Störenfried
zu und baut sich majestätisch vor ihm auf . Totenstille !
Gespannt verfolgen nicht nur wir, sondern auch sämtliche Gorillas die Konfrontation. Ein Kampf?
Sekundenlang fixieren sich die Kontrahenten....und dann.....ha....passiert nichts !
Der Rebell beugt sich dem dominanten Leittier und nimmt eine Art Demutsstellung ein.
Befriedigt registriert der Silberrücken die Geste und beendet dann mit einem leichten, aber
dennoch drohenden Klaps auf den Rücken des Aufsässigen den Disput.
Wären wir doch auch in der Lage, unsere Konflikte so einfach zu lösen.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und das Ende meiner Begegnung mit den sanften Riesen naht.
Auch die Tiere werden zunehmend unruhiger, warten scheinbar auf ein bestimmtes Zeichen
ihres Anführers. Möglicherweise das Signal zur Nahrungssuche?
Und tatsächlich erheben sich alle wie auf ein Kommando. Langsam schleicht einer nach dem
anderen in das Bambusdickicht.
Der Silberrücken verlässt als letzter den Rastplatz, dreht sich nochmal bedeutungsvoll um und
mit einem Blick, der uns wohl warnen soll, ihnen zu folgen, verschwindet er ebenfalls.
Es sieht unheimlich aus, wie sein grauschwarzer Körper in das Unterholz bricht und armdicker
Bambus wie Streichhölzer splittert.
Noch lange starre ich gebannt in die Richtung ihres Verschwindens.
Lebt wohl !
Danke das ich bei euch sein durfte !
Und verzeiht unser freches Eindringen !
Dann vernehme ich wie durch Watte, die zum Aufbruch drängende Stimme meines
Begleiters.


Das Foto ist von meinem letztjährigen Besuch

Oh...äh...hallo Androiden, da seid ihr ja wieder. Schleicht euch bitte nicht immer so an....da
kriegt man ja fast 'nen Herzinfakt. Und ? Habt ihr das gerade auch so genossen wie ich ?
Ach, ihr wart wohl mal wieder zu spät, wie ? Selber Schuld ! Naja, könnt es ja nachlesen.
War jedenfalls mal wieder ein grandioses Erlebnis.
Das nächste Mal nehme ich dann mein Smartphone mit. Denn wer weiß, vielleicht kann man
auch 'n Silberrücken, mit 'nem Android beglücken....hehe.

Aber mal im Ernst.
Angesichts des gnadenlosen Vernichtungsfeldzuges, den die Gattung Mensch gegen Fauna
und Flora dieses blauen Planeten führt, überkommt mich doch die Angst vor dem drohenden
Untergang dieser edlen Geschöpfe.

Wie hat es Douglas Adams in seinem Buch “Die Letzten ihrer Art“ so treffend formuliert:

Die Welt würde ohne sie nicht untergehen,
aber sie wäre um vieles kälter, dunkler
und. ....einsamer !!!


In diesem Sinne, sonnige Grüße aus dem Herzen Afrikas.

Johann

PS: Ich mache mich jetzt auf, zu einer echten afrikanischen Hochzeit.
Die älteste Tochter "meiner" rwandischen Familie heiratet.
Das wird mit Sicherheit ein aufregender Tag und eine noch viel längere Nacht. :grin:

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 29.11.2010 21:54:07
Na, da scheint ja nicht viel Interesse zu bestehen. :(

Dann kann ich mir ja die Zeit und Mühe der WLan-Suche sparen, um weitere Rwanda-Beiträge zu posten :wink:

Sonnige Grüße aus dem Herzen Afrikas,

Johann

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Ansgar Mde
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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 29.11.2010 21:58:45 (über AndroidPIT-App)
Doch! Mal wieder etwas, was ich gerne gelesen habe.. Im Gegensatz zu den Büchern in der Schule, über die man montags unnötige 4-stündige Arbeiten schreibt:grin:
Ich wollte nur den Thread nicht kaputt machen..:P
Lg Ansgar

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 30.11.2010 05:45:17 (über AndroidPIT-App)
@ Johann
einfach klasse, wie ich Dich beneide.
ich denke,die eindrücke, die Du so eindrucksvoll beschreibst,bleiben unvergessen.

Danke Dir,dass ich daran teilhaben durfte...

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gruss deichgraff,,,,

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RE: Johann grüßt aus dem Herzen Afrikas
verfasst am 01.12.2010 16:09:21 — geändert am 01.12.2010 16:10:30
Hell's gate

Nach meiner (oben beschriebenen) Stippvisite bei den Berggorillas und der darauf folgenden
Rast in Kigali steht nun Teil 2 des jährlichen Rituals auf dem Plan, der Aufstieg zum 3.470m
hohen “Nyiragongo“, einer der acht Virunga-Vulkane, die zum ostafrikanischen Grabenbruch
gehören.

Zusammen mit einem rwandischen Freund, erreichte ich am frühen Morgen "Gisenyi", eine
kleine Stadt am nördlichen Ufer des Kivusee, nahe der Grenze zum Kongo.
Dort hatten wir zunächst alle Formalitäten zu erledigen, die nötig waren, um die sogenannte
“Demokratische (welch ein Witz!) Republik Kongo“ betreten zu dürfen.
Hakuna matata! :grin:

In “Goma“, auf der kongolesischen Seite der Grenze, trafen wir dann unseren Guide, der uns
zum Krater des hochaktiven “Nyiragongo“ begleiten sollte.
Am frühen Morgen des folgenden Tages verließen wir “Goma“ für den beschwerlichen Aufstieg.
Das erste Teilstück des Trails kämpften wir uns durch einen Regenwald, ähnlich dem, während
meines Gorilla-Besuchs. Nach einer Weile verließen wir den feuchten Nebelwald, um über die
versteinerten Lavaströme von der letzten Flankeneruption (2002) schnell weiter an Höhe zu
gewinnen.

Dieser überaus sonderbare Vulkan bedroht umliegende Städte nicht mit explosiven Ausbrüchen,
stattdessen rinnen alle paar Jahre riesige Lavaströme seine Flanken hinunter. Vor der Lava des
Nyiragongo gibt es allerdings kein Entkommen: Sie wälzt sicht nicht wie normale Lava zäh wie
Knetmasse zu Tal, sondern stürzt flüssig wie Wasser den Berg hinab – ein absoluter Sonderfall.
Am 17. Januar 2002 überschwemmten diese enormen, unerhört schnellen Lavamassen “Goma“.
Dabei floss 500 Grad heiße Lava durch die Straßen der Stadt in Richtung Kivusee und erstarrte
schließlich zu einem silbrigen Steinpanzer. Dieser zerteilt die Stadt noch heute wie eine riesige
Grabplatte in zwei Hälften und macht ganze Stadtteile für alle Zeit unbewohnbar.

Nach einer kurzen Rast an der Austrittsstelle des damaligen Lavastroms, führte uns der mühsame
und nun sehr viel steilere Pfad wieder durch Regenwald.
Am späten Nachmittag passierten wir 2 Wellblechhütten, welche wohl als “sicheren“ Unterstand
dienen sollen im Falle eines...ähm...ich frag mich gerade, ob die Lava das auch weiß.
Fehlt nur noch ein Schild "Lava strictly prohibited"...haha.

Bei früheren, groß angelegten Expeditionen, wurden etwas unterhalb des Kraters kleinere
Plateaus geschaffen, die sich nun als ideale Zeltplätze für uns eigneten.
Schnell war unser Zelt errichtet und mit der mitgeschleppten Holzkohle ein wärmendes Feuer
entfacht, um unseren Bärenhunger zu stillen und uns ein wenig aufzuwärmen, denn in dieser
Höhe wurde es doch schon empfindlich kühl. Doch der grandiose Blick über die anderen
Vulkane in der Ferne, die Stadt direkt unter uns und die Fischerboote auf dem silbrig
schimmernden Wasser des Kivusees entschädigten uns für alle Mühe.
Nach kurzer Rast hieß es dann, auf zur ersten Kraterrandvisite. Es dämmerte bereits, so
mußten wir für die restlichen Meter unsere Stirnlampen benutzten.
Tief unter uns sah man rot glühenden Nebel im Krater und hörte den Sound der blubbernden
Lavablasen. Es hörte sich an, wie anbrandende Wellen eines Ozeans. Da wir uns vor
Erschöpfung aber kaum noch auf den Beinen halten konnten, sollte für heute Schluss sein.
Morgen war schließlich auch noch ein Tag.

Und dieser begann schon recht früh, um nur ja nicht den atemberaubenden Sonnenaufgang zu
verpassen. Nach dieser meditativen Einstimmung starteten wir unsere Kraterrandumrundung,
ein 4-5 stündiges Unterfangen mit überaus beeindruckenden Einblicken in den ca. ein Kilometer
durchmessenden Krater. Der Nebel darin hatte sich zum Glück etwas verflüchtigt.
Etwa 600m unterhalb des Kraterrandes sahen wir nun direkt auf die dahin driftende Oberfläche
des riesigen Lavasees.
Die im regelmäßigen Abstand aufflammenden enormen, gasgetriebenen Lavablasen boten ein
großartiges Spektakel. Bei diesen Aufwallungen entstehen Ausbruchsspalten von über 100m
Länge, mit mehr als 25m! großen, gigantischen, gelbrot glühenden Lavablasen.
Es sah aus, wie das Tor zur Hölle. Ein kaum zu beschreibender, ehrfurchtsgebietender Anblick!
Und welch ein Erlebnis, am Kraterrand eines der aktivsten Vulkane dieses Planeten zu stehen.
Unvergesslich!

Wer mal einen Eindruck vom Innern des Kraters bekommen möchte, kann mal die folgende
englischsprachige Webseite mit beeindruckenden Fotos aufrufen: Fotos vom Nyiragongo

Sonnige Grüße aus dem Herzen Afrikas.

Johann

PS: Leider wüten im Osten des Kongos weiterhin die sich heftig bekämpfenen Warlords, die auch
in dieser Nacht wieder gnadenlos Leben auslöschten. Glück und Leid liegen so dicht beieinander.

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