….das ist in der Tat eine gute Frage.
Ich bin jetzt schon ne Weile „Root“. Habe mich erst einige Zeit „schlau gemacht“ und informiert, bevor ich die Prozedur dann auch wirklich durchgezogen habe. Es war zwar durchaus „eine größere Sache“, für mich hat sich die Anstrengung jedoch gelohnt. Anlass genug für ein Resümee, Anlass meine Erfahrungen und Eindrücke etwas ausführlicher zu schildern.
Was genau ist eigentlich „Root“?
Am ehesten vergleichbar mit einem Administrator Konto bzw. Administrator Rechten unter Windows. Bei einem Linux Betriebssystem (was Android ja ist) hast du mit „Root“ gewisse Berechtigungen, die du sonst nicht hast.
Warum bin ich auf meinem Android Phone kein „Root“?
Das hat z.B. damit zu tun, dass sonst jeder „Zugriff“ auf die Multitouch Features hätte, die Google nach Absprache mit Apple ja nicht zulässt, obwohl das G1 dazu in der Lage ist. Auch Tethering (die Möglichkeit sein Android Phone als Modem zu benutzen) wird eigentlich nicht gestattet, es gibt zwar mittlerweile die Möglichkeit, dies auch ohne „Root“ zu tun, das funktioniert (zumindest war es bei mir so) aber auch nicht besonders gut.
Noch einmal anders formuliert: Google möchte auch noch einen gewissen Einfluss auf das haben, was mit Android so möglich ist, und nicht alles „zulassen“, was eigentlich möglich ist.
Warum muss ich denn „Root“ sein/werden?
Das ist nicht unbedingt nötig. Mein G1 ist (bzw. war) auch ohne „Root“ ein tolles Gerät, welches für mich alles bisher da gewesene in Sachen Handy/Smartphone in den Schatten stellt. Es gibt jedoch ein paar Sachen, die ich nur als „Root“ machen kann bzw. benutzen kann. Für mich war ausschlaggebend die Möglichkeit mein G1 als Modem zu nutzen (mit aNetShare), und das funktioniert richtig gut. Außerdem ist auf meinem G1 verdammt wenig Speicher, der für Apps zur Verfügung steht, d.h. das war mal so. Momentan habe ich ca. 90 Apps installiert und 65MB internen Speicher frei. Dies ist möglich, indem ich meine Apps und auch den Cache meines G1 auf SD Karte speichere (AppsToSD). Es gibt auch noch andere Sachen die ich als „Root“ machen kann (dazu später mehr), aber diese zwei sind für mich ganz große Pluspunkte, und letztendlich bin ich deswegen „Root“ geworden.
Okay, dann mach ich mich doch zum „Root“?
Das ist allerdings nicht ganz so einfach (auch dazu später mehr). Ausserdem muss man noch dazusagen, dass damit die Garantie des Gerätes erlischt, auch weiß ich z.B. nicht, ob das momentan schon auf dem „Magic“ möglich ist. Meine Erfahrungen beziehen sich auf mein G1.
Illegal ist das übrigens nicht, auch wenn es eventuell einen etwas anrüchigen Ruf hat, dieses „Root“ sein.
Was sollte man sonst noch wissen?
Zum einen sollte man wissen, dass es bei der Prozedur des „Root“-Werdens im schlimmsten Fall zu einem „Brick“ kommen kann (Rien ne va plus - Nichts geht mehr, also Totalschaden). Die Chancen, dass das passiert sind zwar sehr gering, aber es besteht die Möglichkeit!!!
Gerade deswegen sollte man genau wissen was man da macht, und natürlich, ob man das wirklich braucht und will.
Dann sollte man auch noch wissen, dass man als „Selfmade“-Root nicht einfach die aktuellste Android Version „aufspielen“ kann, sondern auf modifizierte Versionen zurückgreifen muss, da sonst der „Root“ wieder hinfällig ist.
Dies muss aber auch nicht unbedingt ein Nachteil sein.
Die Videos vom HTC Hero bzw. von der Benutzer-Oberfläche „Rosie“ kamen von Haykuro, einem von drei „Cracks“ die momentan ausgereifte „selbst gebastelte“ Android Version zum Download anbieten. Zwei davon hatte (bzw. habe) ich schon auf meinem G1 laufen, und kann nur positives berichten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Haykuro in nächster Zeit eine Hero-Version herausbringt, also mit der Benutzeroberfläche, die in den Videos der letzten Tage zu sehen ist. Diese auszuprobieren würde ich mir als „Root“ nur schwerlich verkneifen können ;-)
Ich hoffe ich konnte hier einen groben Überblick darüber geben, was es mit dieser ganzen „Root“-Sache überhaupt auf sich hat. Im nächsten Blog-Eintrag (also quasi „Teil 2“) wird es wahrscheinlich darum gehen, was genau zu tun ist, um „Root“ zu werden. Damit meine ich keine „Schritt für Schritt“-Anleitung, sondern das Hintergrundwissen dazu. Wenn jemand wirklich „Root“ werden will, und dazu einfach eine Anleitung befolgt, wird es bestimmt an dem ein oder anderen Punkt nicht so laufen wie geplant, und dann sollte man schon wissen, was man eigentlich gerade tun wollte ;-)

Fabien Roehlinger
Super, sehr informativer Artikel! Danke dafür...