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"Es kommt nicht auf die Größe an!"
Diesen Spruch findet man in letzter Zeit nicht nur in Konversationen zwischen den verschiedenen Geschlechtern vor, sondern auch immer häufiger in Gesprächen über Smartphones. Doch warum? Warum nehme ich mir am Wochenende die Zeit und schreibe über ein - im ersten Augenblick - so belangloses Thema einen Blogeintrag?
Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach. Die Displaygrößen nehmen immer weiter zu. Ich bin auf dieses Thema gestoßen, als ich einen Tweet von Lars S. (uns allen bekannt als der Hauptschreiberling von allaboutsamsung <-- sehr empfehlenswerter Blog rund um Samsung!) las und am Samstag seinen passenden Blogeintrag nahezu verschlang.
Im Endeffekt sehen wir seit einigen Monaten einen gewissen Wandel innerhalb der Displaygrößen. Am Anfang stand das iPhone. 3,5 Zoll Display und die gesamte Bedienung auf die einhändige Bedienung konzipiert. Die erste Welle von Android Smartphones folgte noch diesem Jobs'schen Dogma, dass ein Smartphone mit einem Display über 3,5 Zoll nicht wirklich bedienbar und vielseitig ist. Es gab das Desire, das Nexus One, das Sony X10 und natürlich als "Urvater aller Androiden" das G10. Alle mit Displaydiagonalen zwischen 3,5 und 4 Zoll. Alle mit einer Hand bedienbar.
Der erste kleinere Cut war dann spürbar als die ersten 4,3 Zoll Geräte auf dem Markt erschienen. Das HTC Sensation und das Samsung Galaxy S2 sind hier wahrscheinlich die prominentesten Vertreter dieser Klasse und schon damals hieß es immer wieder, dass die Displaygröße schon zu groß sei und die einhändige Bedienung (zur Bedienung komme ich in einem späteren Absatz zu sprechen) wäre nicht mehr zu bewerkstelligen.
Doch der nächste Sprung ließ nicht mehr lange auf sich warten. Denn wer dachte, dass mit 4,3 Zoll die Steigerungslust der verschiedenen Hersteller gedeckt war, der irrte gewaltig und hat wahrscheinlich viel Geld in Wettbüros liegen lassen. Mit dem Galaxy Nexus folgte sogar Google höchstpersönlich diesem Trend und legte mit 4,65 Zoll nochmal einen nach. Hier muss man natürlich immer bedenken, dass das Fehlen von haptischen Tasten auch die Vergrößerung des Displays erlaubt hat, aber im Endeffekt ist das Gehäuse des Galaxy Nexus unter den Top 3 der Superphones. Den Thron und jetzt kommt eigentlich der Anstoß für meinen Blogeintrag hat jedoch das Note inne. Mit 5,3 Zoll wirkt mein fast antiquiertes HTC Desire wie in einem falschem Film. Die einhändige Bedienung ist nicht mehr möglich (außer man besitzt riesige Pranken) und das Note definiert eigentlich das Bindeglied zwischen Smartphone und Tablet.
Und nun sind wir an dem Punkt angekommen, an dem ich die Chance ergreife und einen Teil von Lars Beitrag zitiere. Zum einen, damit alle Leser auf dem gleichen Kenntnisstand sind und zum anderen, weil seine Erklärung für dieses Phänomen mehr als richtig ist.
Heute ist ein Smartphone teilweise schon Laptop-Ersatz, selbst in den heimischen vier Wänden wird vermehrt darauf gesetzt, will heißen, dass vermehrt komplexerer multimedialer Inhalt konsumiert wird. Wir nutzen unsere Smartphones für Videos oder Videobearbeitung, surfen teilweise nur noch darüber, verfassen längere Texte, bearbeiten Bilder – und wir spielen! Nicht mehr Casual-Games wie am Anfang, sondern teilweise komplexe Apps wie etwa “Modern Combat 3″ oder das WoW-Derivat “Pocket Legends”. Hier wären 3.2 Zoll oder auch 3.5 Zoll bespielbarer Bildschirm ein Umstand, der den Spielspaß extrem schmälern würde… klar macht all dies auf einem Tablet oder Ultrabook noch mehr Spaß, aber die sind eben doch nicht ganz so portabel.
Also haben viele derzeit ein echtes Problem: das Display des Smartphones muss wachsen, um den Bedürfnissen an hochqualitativen Content gerecht zu werden, jedoch wachsen die Finger bedauerlicherweise nicht mit. Und genau hier entsteht die Kritik alá “ist ja riesig” oder “wie soll ich das noch bedienen”. Klar, mit einer Hand wird das nichts mehr, allerdings nutze ich das Galaxy Note und komme (mit beiden Händen) bestens zurecht.
Natürlich würden Apple Anhänger in dem ein oder anderen Punkt vehement widersprechen und dies tue ich zum Beispiel auch, aber die Quintessenz, also die Kernaussage von Lars, stimmt.
Wir haben einen Wandel durchgemacht. Früher entsprach das Nutzungsprofil fast jedes Smartphonenutzers dem oben geschilderten Bild. Man nutzte das Smartphone für WhatsApp, zum kurzen Ansurfen einer Seite, zum Telefonieren (Ja! Das geht auch noch) und um Musik zu hören oder um kurz eine Nachrichtenapplikation zu öffnen. Mobilität war das Stichwort. Doch wir sind in einer Zeit angelangt in der das Smartphone von der reinen Rechenleistung langsam gleichauf ist mit den heimischen Konsolen. Der Schritt zu größeren und potenteren Displays ist also nachvollziehbar und wenn man ehrlich ist mach das Aufrufen einer Webseite auf dem Galaxy Nexus deutlich mehr Spaß. Das Desire kann da - so Leid es mir für meinen treuen Gefährten tut - einpacken und nach Hause gehen.
Aber Nima... Das ist doch alles klar. Warum postest du hier einen ellenlangen Blogeintrag, um uns schon bekannte Fakten zu präsentieren?
Auch hierauf habe ich eine Antwort und diese ist sogar relativ simpel. So sehr ich die Politik der größeren Displays verstehe, so wenig verstehe ich warum High-End-Geräte sich NUR auf diese Kategorie beschränken...
Warum sind alle kommenden High-End-Modelle der Hersteller zwischen 4,3 und 4,7 Zoll? Warum schafft es kein Hersteller ein sehr gutes, sehr potentes Gerät mit einer Displaygröße von 3,7 oder 4 Zoll auf den Markt zu schmeißen?
Dies ist kein Rant und auch weniger ein Kommentar als ein Appell an die Hersteller da draußen. Es gibt immer noch Menschen die ihr Smartphone vornehmlich mit den alten Nutzungsmustern nutzen und es gibt auch Frauen und Männer die keine riesigen Pranken besitzen, um ein 4,3 Zoll Smartphone mal so "locker" mit einer Hand zu bedienen. Es gibt Menschen die keine riesigen Hosentaschen haben und NEIN! Jackentaschen sind kein Argument, da ich mir im kommenden Sommer (bestimmt nicht) permanent eine Jacke anziehe nur um das Smartphone zu transportieren.
All diese Menschen wollen nicht Käufer zweiter Klasse sein. Wir wollen nicht Smartphones mit veralteter Technik nutzen, nur weil wir keine riesigen Displaygrößen möchten. Ich verstehe ja, dass die verschiedenen Komponenten Platz einnehmen im Gehäuse, aber mir kann keiner erzählen, dass das iPhone sehr gute Hardware in ein 3,5 Zoll Display Gerät reinpacken kann und den Android Herstellern nichts anderes einfällt als immer größere Smartphones zu bauen.
Wie wäre es mit einem 4,0 Zoll Gerät mit NFC, einem sehr potenten Dual-Core (oder Quad-Core), Bluetooth 4.0, einer guten Kamera und mehr als 512 MB Arbeitsspeicher? Wie wäre es mit einer High-End Auflösung in einem kleinen Display? Und noch eine Frage drängt sich mir auf: Warum konkurrieren eigentlich alle Hersteller mit ihren High-End-Geräten in der gleichen Displaygrößenordnung? Es mag vielleicht ein naiver Gedankengang sein, aber müsste der Kundenstamm in einem nicht bedienten Segment nicht viel größer sein als in einem Segment wo sich alle mit sehr ähnlichen Geräten tümmeln?
Vielleicht bin ich ja auch nur ein Nutzer von gestern. Jemand der sein Smartphone mit einer Hand bedienen, der Spiele nur per "Streaming" auf einen größeren Bildschirm spielen möchte (DLNA ist hier das Stichwort oder auch HDMI). Jemand der keine Extratasche nur für ein portables Gerät dabei hat und keinen Gesichtsschutz beim Telefonieren will.
Wie ist eure Meinung? Könnt ihr den Wandel hin zu großen Geräten verstehen? Sollten Hersteller auch High-End-Modelle im "kleineren Rahmen" anbieten oder sollten 4 Zoll Modelle weiterhin der Mittelklasse vorbehalten sein

Udo G.
Hightech, 3.7 bis 4.3 Zoll und Hardwaretastatur. Dann wäre es mein.
Wie Du Dir die Frsge nach der Displaygröße stellst, frage ich mich earum in good old Germany keine aktuellen Handys mit Hardwaretastatur angeboten werden.