(Bild: Gizmodo)
Wie viel Geld gibt Apple eigentlich in der Patentschlacht gegen Android aus? Verdammt viel. Laut einer anonymen Quelle, die der Newsweek-Redakteur Dan Lyon interviewte, hat das Unternehmen aus Cupertino alleine im Rechtsstreit gegen HTC mittlerweile mehr als 100 Millionen Dollar ausgegeben.
Es gibt einige Sprichwörter zu dem Thema Geld, die hier wie die Faust aufs Auge treffen. Da wäre zum Beispiel: "Geld allein macht nicht glücklich. Aber es gestattet immerhin, auf angenehme Weise unglücklich zu sein" von Jean Marais. Oder wie wäre es mit: "Geld hat wenig Wert für denjenigen, der mehr als genug davon hat." von George Bernard Shaw. Auch sehr treffend wäre Ovids Aussage: "Wenn einer Geld hat, darf er so dumm sein wie er will."
Wie auch immer, scheinbar ist es Apple ziemlich egal, wie viel Geld in diesen Rechtsstreiterein ausgegeben wird, solange der Rubel weiter rollt. Erst vorhin las ich, dass Apple weltweit innerhalb von 14 Wochen, die am 31.12.2011 endeten, sage und schreibe 37,04 Millionen iPhones verkaufte. Das entspricht 262 Geräten in der Minute bzw. vier iPhones pro Sekunde. Das ist viel Umsatz.
Wenn man solche Quartalszahlen liest, braucht man sich auch nicht mehr zu wundern, warum Apple so viel Geld vor Gericht ausgeben kann. Vielleicht weiß das Unternehmen einfach nicht mehr, wohin mit dem ganzen Cash. Andererseits muss man sich fragen, wenn doch so unglaublich viele Geräte verkauft werden, warum dann überhaupt gegen alle Android-Hersteller klagen? Naja, es geht ja auch ums Prinzip, nicht wahr?
Ok, ich schweife etwas ab, kommen wir wieder zur Sache. Apple gibt alleine im legalen Kampf mit HTC also mehr als 100 Millionen Dollar aus. Ist es das wert?
Der Kampf gegen HTC begann mit vielen, vielen Klagen Klagen, die auf 20 Patenten beruhten. Bis die Sache zu den entsprechenden Richtern vordringen konnte, waren allerdings nur noch vier Patente betroffen. Nachdem bei zwei dieser Patente zu Gunsten von Apple entschieden wurde, hat HTC es geschafft, die betroffene Technik in deren Smartphones zu entfernen oder zu umgehen. War das all das schöne Geld wert?
Während Steve Jobs Feldzug gegen Android seinen eigenen Aussagen nach nie etwas mit Geld zu tun hatte, sondern damit, geistiges Eigentum zu schützen, scheint Apple auf keiner der beiden Seite wirklich erfolgreich zu sein. Das Geld geht flöten (was ja aber scheinbar egal ist), und der Prinzipienkampf um das geistige Eigentum gegen Samsung, HTC, Motorola und Co. ist relativ erfolglos. Neben solchen kurzen Verkaufseinschränkungen wie beim Samsung Galaxy Tab 10.1 in Australien und Deutschland haben die ganzen Rechtsstreitereien nichts dafür getan, um die Android-Geräte von denjenigen fernzuhalten, die diese Geräte gerne haben möchten.
Außerdem kämpft Android mit allen Mitteln zurück. Ob HTC, Samsung oder Motorola, alle scheinen etwas gegen Apple in der Hand zu halten und auch keine Angst davor zu haben, dies vorzulegen. Erst vor kurzem musste Apple von Nokia einstecken und muss nun Lizenzgebühren wegen einer Patentverletzung an das finnische Unternehmen zahlen.
Laut anderer Stimmen könnte es Apple anstatt um Geld oder Schutz des geistigen Eigentums aber auch darum gehen, Googles mobiles Betriebssystem einen erzwungenen Imagewechsel, nämlich hin zu einem "geklauten, unorigenellen" OS, aufzudrücken. Doch auch das scheint nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Die Moral von der Geschicht? Apple scheint ziemlich viel Geld zu verbrennen, ohne besonders viel dafür zu bekommen.

Derk S.
in 3-5 Jahren können sie das mit Laserschwerten austragen..