Eine Frage die ich häufiger von Bekannten höre, denen ich Android empfohlen habe, ist: "Wieso erscheinen eigentlich so viele Smartphones mit Android?" oder: "Wieso ist mein Smartphone nach gefühlten vier Wochen wieder veraltet?"

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Ich möchte mit diesem Blogeintrag meine persönliche Meinung vertreten und gleichzeitig wahrscheinlich für eine große Gruppe von Menschen sprechen, denen es - nach den oben geschilderten Erfahrungen - ebenso geht.
Im Endeffekt wird es doch immer wieder thematisiert. Das große Problem Androids ist gleichzeitig die größste Stärke: Die Vielfalt. Böse Zungen nennen es Fragmentierung oder nicht beherrschbares Monster. Fans nennen es eine Wohltat. Ich persönlich befinde mich immer zwischen diesen beiden Welten. Warum?
Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach. In meinen Augen ist die Vielfalt von Android wichtig, auch um zukünftigen Erfolg zu sicher. Dies liegt ganz einfach daran, dass Android von der Tatsache profitiert, dass es sehr anpassbar (was den großen Telekommunikationsfirmen zu Gute kommt) und gleichzeitig durch den Open-Source Status auch für alle Preisregionen verfügbar ist. Im Folgeschluss hat man also ein Betriebssystem mit massig Applikationen und großer Anpassbarkeit für eine gigantische Breite an Geräten. Sei es nun das Topmodell von Samsung und HTC oder das Low-End Modell beim Lidl - hergestellt von Huawei.
Jetzt könnte man der Frage auf den Grund gehen warum Android auch in Zukunft noch sehr erfolgreich sein wird oder warum Google keine Intention hat sein Betriebssystem als High-End Betriebssystem zu etablieren (Werbung, da wir für Google die Ware sind!). Ich möchte in diesem Blog jedoch auf einen anderen Aspekt eingehen. Fernab vom Betriebssystem und der Qualität der einzelnen Geräte. Jedoch einem Aspekt der maßgeblich an der Zufriedenheit der Kunden beteiligt ist und der bei Android deutlich im Argen liegt: Die Produktzyklen.
Ich weiß, ich weiß! Der Aufschrei unter den Technikaffinen unter uns ist gigantisch und auch ich kann es nicht ganz glauben, dass ich gerade weniger Geräte verlangt habe, aber wenn man darüber nachdenkt hätte eine solche Lösung viele Vorteile.
Zum einen würde mit der Einführung von größeren Abständen zwischen den Geräten die Bedeutung und der Wert des einzelnen Gerätes massiv zunehmen. Das beste unrühmliche Beispiel für diese Politik ist unter anderem HTC und auch Motorola. Wer erinnert sich noch an das Droid 3 oder das HTC Evo 3D? (Anm. Letzteres ist erst jetzt durch die Media Markt Aktion aus der Versenkung wiederauferstanden.) Ich meine was ist der effektive Nutzen für eine Firma innerhalb von einem Jahr 3-4 "Flagschiffe" auf den Markt zu werfen? Wie viel ist ein Gerät bei einer solch inflationären Handhabung überhaupt wert, wenn ich weiß, dass in 3-4 Monaten ein etwas besseres Smartphone erscheint mit maximal zwei verbesserten Features?
Die Zufriedenheit mit einem Gerät steigt in meinen Augen deutlich mit seiner Zukunftstauglichkeit. Denn bei Android verfolgt einen immer das Gefühl, dass das gekaufte Gerät gleich morgen vom selben Hersteller durch ein besseres Gerät ersetzt wird. Auch wenn mein neu erstandenes Liebstes nur zwei Monate auf dem Buckel hat.
Der zweite Aspekt den ich hier ansprechen möchte ist die Differenzierung der einzelnen Geräte. Natürlich sollte es nicht nur ein Gerät geben, welches Jahr für Jahr verbessert wird. Dies kann sich vielleicht Apple leisten, aber dann würde man den gesamten Low-Budget-Markt übergehen. Viel eher würde ein angepasster Produktzyklus allen Preisklassen helfen. Denn durch den Vorgang, dass ehemalige Topgeräte günstiger werden, werden auch die jetzigen Low-Budget-Modelle sinnfreier. Wer kauft sich zum Beispiel jetzt noch ein Galaxy Mini? Zur Erinnerung dieses Gerät wurde Mitte letzten Jahres veröffentlicht. Und diejenigen die es sich gekauft haben (ich weiß wovon ich spreche, da ich für nahe Bekannte diesen Auftrag hatte) ärgern sich jetzt, da nach zwei Monaten das Ace genausoviel Wert ist wie das Mini. Manche mögen das jetzt als normalen Verlauf des Marktes bezeichnen. Ich nenne es eher eine Entwertung der Smartphones und der gesamten Smartphonebranche.
Ein Ansatz wäre hier die Kombination aus dem jährlichen Produktzyklus und der Alleinstellung der einzelnen Geräte. Man bringt jährlich vier/fünf Geräte raus. Eins mit Hardwaretastatur, ein etwas robusteres (Defy z.B.), ein Hardwaremonster und vielleicht ein/zwei innovative Konzepte. All diese könnte das Unternehmen auch, aufgrund freigewordener Ressourcen, entsprechend supporten und Updates zeitnaher und eventuell länger liefern. Auch die Vielfalt würde sich aufgrund der ganzen verschiedenen Hersteller nicht verringern. Man hätte im Jahr dann knapp 15-25 verschiedene Geräte zur Auswahl, welche durch die großen Konzerne hergestellt wurden und dies ist in meinen Augen erstrebenswerter als knapp 50 verschiedene Geräte zu veröffentlichen und dann nur die Hälfte zu supporten und davon nochmals die Hälfte nur mit rudimentären Updates.
Ich möchte hier an dieser Stelle wirklich nicht den Samsung-Fanboy spielen, aber in meinen Augen hat Samsung mit dem S2 gezeigt wie es geht. Das Flagschiffdevice wurde zur letzten MWC vorgestellt und nun im Februar wird wohl der Nachfolger kommen. Dies zeigt mir persönlich, dass Samsung sich Gedanken macht und auch das Smartphone nur raushaut, wenn es denn ernsthafte Verbesserungen der Hardware gibt. Denn mal ehrlich: Was bringen mir 0,1 Ghz pro Kern mehr, werte Manager bei HTC? Wer nimmt eine Marke ernst die pro Monat gefühlt zwei "Top-Smartphones" rausbringt?
Kommen wir aber wieder auf das S2 zurück und die Auswirkung die das auf den Verkauf des S3 haben könnte: Hier glaube ich nämlich, dass sich der gute Support und der längere Produktzyklus von Samsung lohnen wird und viele Leute zu diesem Smartphone greifen werden.
In meinen Augen kauft man nämlich wesentlich beruhigter ein Smartphone, eine Investition die nunmal einiges an Geld kostet und eigentlich ein reiner Luxusgegenstand ist, wenn man weiß, dass dieses für die nächsten 9-12 Monate DAS Vorzeigemodell der jeweiligen Firma im jeweiligen Preisbereich sein wird. Ich verstehe ja, dass die Techgeeks das anders sehen und das so mancher Blogeintrag wegfällt, aber der Otto-Normal-Verbraucher ist durch tägliche Ankündigungen eher irritiert, was man ganz gut in den Elektronikketten der Republik sehen kann.
Ein weiterer Punkt ist mir persönlich jedoch noch wichtig und sollte auch den Herstellern im Hinterkopf sein. Bisher war es nämlich so, dass es egal war wie wenig überlegt und differenziert ein Smartphone auf den Markt kam. Seine Entwicklungskosten hat es meistens wieder eingespielt. Jetzt bzw. in den nächsten Monate erreichen wir jedoch eine Phase in der ein Markt vorhanden ist der vorerst gesättigt sein wird. In Deutschland als auch in den USA binden sich nämlich viele per Vertrag an den Anbieter und allgemein ist die Tendenz ein Smartphone neu für mehrere hundert Euro zu kaufen gering. Viel eher nimmt man es subventioniert zum Vertrag hinzu und lebt in der Illusion dieses "geschenkt" zu kriegen, obwohl die monatlichen Raten regelmäßig vom Konto abgehen.
Nichtsdestotrotz sind durch den Boom der letzten zwölf Monate viele viele Menschen mit einem relativ neuen Smartphone "bedient" und der Kuchen ist zwar noch groß, aber das Potenzial wird in meinen Augen kleiner. Dies wird sich wie von vielen prognostiziert im Wachstum Androids und des Smartphonemarktes zeigen, aber auch in der Tatsache, dass nicht mehr jedes Smartphone ein Erfolg wird.
Und hier müssen die Hersteller reagieren. Wenn sie so weitermachen wie bisher wird es in Zukunft die ersten richtig großen Flops geben und sollte sich dann so etwas häufen wird es eng. Mit einem jährlichen bzw. halbjährlichen Zyklus jedoch könnte man wirklich in Design, Verarbeitung und Entwicklung investieren und dann ein durchdachtes Gerät auf den Markt bringen, welches - Qualität vorausgesetzt - auch seine Käufer finden wird.
Auch eine Koordination mit Google wäre möglich, so dass diese ihre neue Softwareversion vorstellen und die Hersteller nicht noch veraltete Software auf den Markt werfen, sondern dann auch wirklich nach den 9-12 Monaten seit dem letzten großen Wurf, eine angepasste Palette an Geräten veröffentlicht.
Last but not least noch zu meinem persönlichen Lieblingsargument bei jeder Android vs. iPhone Diskussion: Dem Zubehör.
Was mir persönlich nämlich wirklich fehlt und weshalb ich eine längere Phase der smartphonefreien Zeit bevorzugen würde ist, dass ich die Hoffnung habe, dass die Zubehörhersteller sich auch den jeweiligen Androiden widmen, wenn diese garantiert länger als nur drei/vier Monate beworben werden.
Wenn man nämlich mal nachfragt warum es kein Zubehör für dieses und jenes Smartphone gibt, dann erhält man meistens die Antwort, dass es sich schlichtweg nicht rentiert für ein Smartphone wie das Desire HD ganze Zubehörregale herzustellen, da dieses nach kurzer Zeit vom Sensation, Sensation XE, Sensation XL und und und abgelöst wurde. Dies ist schade und ein deutlicher Nachteil zum Betriebssystem mit dem i vor dem Namen.
Lichtblick in dieser Angelegenheit ist wieder einmal Samsungs Galaxy S2, welches jedoch trotzdem deutlich weniger Zubehör zur Verfügung hat.
Fassen wir also zusammen:
Ich glaube, dass durch ein Ziehen der Produktzyklen die Kundenzufriedenheit steigt, die Auswahl an Smartphones nicht merklich abnimmt, die Vorteile von Android bestehen bleiben und trotzdem noch ein Konkurrenzkampf herrschen wird, der eventuell sogar zunimmt, da jeder sich im Zugzwang sieht einen wirklichen Generationssprung zu vollziehen. Jedoch ist besonder der erste Aspekt derjenige an dem Android deutlich arbeiten muss und dies könnte man hiermit einleiten. Wer weiß? Vielleicht ist dann sogar der rapide Wertverlust gestoppt.
Wie ist nun eure Meinung zu diesem Thema? Möchtet ihr weiterhin, dass die verschiedenen Hersteller fast monatlich Geräte ankündigen oder würdet ihr lieber längere Abstände zwischen den Geräten erleben?

T.M.
Also wenn ich mich für ein gerät entscheide, dann überlege ich mir vorher ob es alles das hat, was ich brauch, also für was ich es nutzen will.
Hab ich es dann gefunden, kaufe ich es und dann ist mir egal wenn danach wieder etwas neues kommt, denn es erfüllt ja genau den zweck, weswegen ich es mir gekauft habe! Sonst warte ich lieber....
Der springende punkt ist aber, das es meist dafür ein halbes jahr später keine firmware unterstützung gibt und ich somit immer mehr programme im store nicht mehr nutzen kann. Das ist das eigentliche problem dieser massenproduktion!!!