In diesem Bericht möchte ich Euch meine positiven Erfahrungen mit dem Nexus S schildern. Weiters stelle ich euch Neuerungen in Icecream Sandwich vor, die mir am besten gefallen und meiner Ansicht nach sehr nützlich sind. Ich stelle einen kleinen Vergleich zwischen Wildfire und Nexus S an und schließe mit einem Fazit zur Performance des Nexus S ab.

(Bildquelle: tarifagent.com)
Das Nexus S besitze ich seit September 2011. Es ist mein zweites Android Smartphone. Zuvor hatte ich ein HTC Wildfire, mit dem ich aber nicht sehr zufrieden war. Mir war klar, dass ich so schnell wie möglich ein neues, besseres und vor allem schnelleres Smartphone haben musste. Also begab ich mich auf die Suche. Da mein Budget auf 250€ begrenzt war und die obere Mittelklasse ab ca. 300€ aufwärts zu haben ist, stellte ich mich auf eine lange Suche ein. Ich suchte in Onlineshops und Elektrofachmärkten nach Angeboten, bis ich schließlich am 13.September das Nexus S für günstige 195€ bekam. Das Smartphone wurde für ein paar Tage im Schlussverkauf zu diesem Preis angeboten. Das Nexus S wurde aus dem Grund so günstig verkauft, weil im Dezember das Galaxy Nexus veröffentlicht wurde. Es gab nur eine geringe Stückzahl die für diesen Preis über die Ladentheke ging.
Das Smartphone war eine gewaltige Steigerung gegenüber meinem ersten Gerät, dem Wildfire. Nicht nur die Androidversion Gingerbread 2.3.6, sondern auch die schnellere Performance beeindruckten mich.
Ich begann, mich intensiv mit dem Smartphone auseinanderzusetzen, mich mit den Themen Root und Modding zu beschäftigen. Dazu meldete ich mich im Forum von AndroidPit an, um an die nötigen Infos zu gelangen und mit anderen Usern des Nexus S über Probleme zu diskutieren.
Einige Versuche, das Nexus S zu rooten schlugen fehl, obwohl ich mich immer genau an die jeweiligen Anleitungen hielt. Immerhin schaffte ich es den Bootloader zu entsperren, was nach den Fehlschlägen einen kleinen Triumph darstellte. Bis heute hätte ich den Root-Zugriff auch nicht benötigt. Sicher wäre es von Vorteil, wenn ich z.B. Titanium Backup oder Root Explorer nutzen könnte. Aber ich komme gut ohne diese Apps zurecht. Das Thema Overclocking, also das Übertakten der CPU hakte ich ebenso ab wie Custom-ROMs. Unter Gingerbread habe ich zwar oft den Wunsch verspürt, ein performanteres, schnelleres Custom-ROM zu flashen, aber die Performance war immer mehr als ausreichend im Vergleich zum HTC Wildfire.
Kurz nach dem Launch des Galaxy Nexus wurde bekannt, dass auch das Nexus S als ehemaliges Google Lead Device ein Update auf Android 4.0 Icecream Sandwich erhalten würde. Ich war natürlich froh über diese Nachricht, denn Gingerbread wurde mir langsam langweilig. Als dann schließlich die ersten Leaks des ICS-ROMs in diversen Foren erschienen, schnappte ich mir sogleich eine Zip Datei des Updates und flashte es manuell. Das tat ich zum ersten Mal und hatte dabei gewisse Bedenken. Ich wollte mein inzwischen sehr lieb gewonnenes Nexus S, nicht in den viel zitierten Ziegelstein verwandeln. Also las ich mich in die Materie ein, machte ein Backup meiner Daten und flashte dann das Update auf mein Nexus S. Alles klappte ohne Probleme.
Seit dem 18. Dezember verwende ich also Icecream Sandwich. Ich kannte die neue Androidversion schon aus diversen Hands-on Videos des Galaxy Nexus. Die Umstellung von 2.3.6 auf 4.0.3 (das offizelle Update für das Nexus S trug diese Versionsnummer ebenfalls und beinhaltete schon einige Bugfixes gegenüber der Ursprungsversion 4.0) fiel mir daher nicht schwer und ich fand mich sofort zurecht.
Das einzige Feature, das dem Nexus S nun gegenüber dem Galaxy Nexus fehlte war “Face Unlock”. Aber da ich dieses Feature nicht benötige, war dieser Umstand nicht weiter schlimm.
Anfangs war die Akku-Performance unter ICS nicht sehr zufriedenstellend. Das lag vermutlich an den neuen Features von ICS, die an der Akkulaufzeit nagten. Nach ein paar Tagen pendelte sich die durchnittliche Laufzeit bei 24 Stunden ein. Viele werden sich fragen, wie ein solcher Wert bei einem Smartphone mit einem 4 Zoll SLCD Display zu Stande kommt.
Nun, diese Frage kann ich nicht genau beantworten. Tatsache ist, dass ich 3G und Sync (automatisch) immer eingeschaltet habe. das Display hat eine tägliche Laufzeit von rund drei Stunden.
Was mir an Icecream Sandwich besonders gut gefällt ist neben dem Design (die neue Schriftart “Roboto” finde ich klasse), die Kamera App mit neuen Funktionen wie Panorama, Zeitraffer im Videomodus und Effekten. Den Datenmonitor finde ich sehr nützlich, da der Verbrauch einzelner Apps genau dargestellt wird und sich der Datenverbrauch einschränken lässt (das Smartphone baut bei Erreichen der Grenze keine Datenverbindung mehr auf). Dies ist ein nützliches Feature für User mit Volumentarifen.
Die Darstellung der Widgets gefällt mir ebenfalls, da diese nun in einem extra Bereich nach den Apps angezeigt werden. Hier kann es vereinzelt zu kleinen Rucklern kommen, da die Widgets nachgeladen werden.
Auf dem Homescreen platzierte Widgets sind in der Größe verstellbar, was ich sehr praktisch finde, da man wertvollen Platz spart.
Eine Neuerung in ICS, welche mir gut gefällt ist das Erstellen von Ordnern, was nun kinderleicht durch das Übereinanderziehen einzelner Apps machbar ist. Auf diese Weise lassen sich ähnliche Apps zusammenfassen.
Der Browser wurde in Icecream Sandwich uberarbeitet, sodass das surfen nun im Vergleich zum Browser in Gingerbread deutlich schneller geht.
In den Einstellungen finden sich ebenfalls ein paar neue Punkte, die mir in Gingerbread gefehlt haben. Unter anderem: Datenverbrauch, Display (Schriftgröße lässt sich einstellen) und Entwickleroptionen (GPU-Rendering erzwingen, CPU-Auslastung anzeigen, Visuelles Feeback für Berührungen,...).
Eine neue App, die in ICS hinzukam und auch erwähnt werden sollte ist Video Studio. Diese App bietet rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten, sodass aufgezeichnete Videos damit aneinandergefügt werden können und in weiterer Folge auf Youtube hochgeladen werden können.
In den Foren, wie XDA-Developers, android-hilfe oder AndroidPit gibt es mittlerweile einige Threads, die sich mit Bugs in ICS auf dem Nexus S beschäftigen. Ich kann sagen, dass ich bis auf ein paar kleine Ruckler beim Homescreen switchen und in der Widgetdarstellung im App Drawer nichts gravierendes feststellen konnte.
Abschließen möchte ich meinen Bericht mit ein paar Worten bezüglich der Performance.
Es gibt zwar mittlerweile deutlich stärkere Smartphones, die das Nexus S in Sachen Performance weit übertreffen, aber man muss bedenken, dass es, als Gingerbread veröffentlicht wurde, ein Highend Smartphone war. Mir persönlich ist das Nexus S gut genug. Ich möchte gar kein anderes Smartphone. Mir gefällt das Design, die Hardware ist ausreichend für meine Zwecke und mit ICS ist es anderen Smartphones derzeit noch mindestens eine Android Version voraus.

Lam N.
Ist bei mir genauso so.
Ein Mittelklasse Handy, das alles kann! Im Vergleich zu dem Galaxy S finde ich das Nexus S durch ICS und pures Android ebenfalls besser.