"Locked Phones by Provider" - wie soll man so einen Satz in einem deutschen Blog in die Überschrift packen? Vor allem dann, wenn man versucht Anglizismen zu vermeiden? Da kann schon mal schnell Verwirrung aufkommen und ein Sachverhalt eventuell anders aufgefasst werden. Deshalb hier noch einmal kurz, was eigentlich gemeint ist: Es gibt Telefongesellschaften (Provider), die Smartphones mit ihren Tarifen verkaufen und dann später auch wirklich nur in ihrem Netz funktionieren. Prominentestes Beispiel dürfte hier das iPhone und T-Mobile sein. Hat man ganz am Anfang ein Telefon von Apple über die Deutsche Telekom-Tochter erworben, konnte man das Telefon nicht ohne weiteres bei einem anderen Mobilfunkanbieter verwenden (SIM-Lock). Das iPhone war also dann dafür gesperrt.
Natürlich gibt es solche SIM-Locks auch bei Android. Sie sind ein großes Ärgernis, da man bei einem Providerwechsel sein altes Telefon nicht mehr verwenden kann. Wer ein wenig technisch versiert ist, findet natürlich Mittel und Wege, um dieser Beschränkung entfliehen zu können. Dagegen schauen Kunden ohne solche Möglichkeiten schnell mal in die Röhre und müssen sich ein neues Telefon zulegen.
Chile wird wohl eines der ersten Länder sein, in denen SIM-Locks zukünftig nicht mehr erlaubt sein werden. Was bei uns in Europa, oder auch in den USA zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wird dort nämlich am 16. Januar erst per Gesetz möglich: Kunden können ihre Mobilfunknummer bei einem Providerwechsel mitnehmen. Das war bis dahin noch nicht möglich gewesen und klingt vielleicht erstmal ein wenig rückständig. Allerdings setzt das südamerikanische Land noch eins obendrauf. Denn in Chile wird es ab diesem Zeitpunkt auch verboten sein gesperrte Telefone zu verkaufen.
Ob sich so etwas auch in Europa durchsetzen lässt? Fraglich! Das liegt aus meiner Sicht aber nicht (nur) an den Mobilfunkgesellschaften. Es liegt sicherlich auch an vielen Menschen, die zu ihren Mobilfunkverträgen auch ein gesponsertes Telefon erwarten.
Obwohl ich normalerweise gegen zu viele Verordnungen und Gesetze bin - in diesem Fall hat es sicherlich etwas Gutes. Ich habe noch nie einsehen können, warum ich selbst ein gesponsertes Telefon am Ende einer Vertragslaufzeit nicht zu einem anderen Provider mitnehmen darf. Immerhin habe ich das Telefon durch meine monatlichen Grundgebühren bereits bezahlt. Das Resultat einer solchen Politik ist höchstens eine Smartphone-Wegwerfgesellschaft, die den Wert eines Telefons gar nicht mehr richtig taxieren kann. Und auf der anderen Seite ist es eine Utopie zu glauben, die Mobilfunkprovider würden freiwillig auf SIM-Locks verzichten.
Wer weiß - vielleicht liest diesen Artikel ja der eine oder andere Politiker hierzulande. Eventuell ein guter Denkanstoß um etwas nachzumachen.

Walk-off-the-Earth
mal hoffen...