Die Post-PC Ära. Diese Vision propagierte nicht nur Steve Jobs, sondern auch so mancher Tablet Hersteller wirbt mit einem fast vollständigen Notebook oder PC-Ersatz.
Doch ist es möglich dieses Ziel zu erreichen? Das Tablet als ernsthaftes Arbeitsgerät zu nutzen und nicht nur als reines Konsumgerät?

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Ich habe in einem Selbstversuch mal ausprobiert, ob solch ein Umstieg zu bewältigen ist. Ob solch ein Umstieg überhaupt Sinn macht und welche Kosten auf eine Person zukommt, die diesen Weg einschlagen möchte. Bei mir hat es schlussendlich geklappt und ich möchte in diesem Blogeintrag einige Gedanken über den gelungenen Umstieg verlieren.
Der Weg des Versuchs begann natürlich mit dem Kauf eines Tablets und hier findet man auch schon die erste größere Hürde vor, die sich dem Experiment in den Weg stellt. Wo dem üblichen Applenutzer nur die Auswahl bleibt zwischen den verschiedenen Speichergrößen und der Entscheidung ob ein 3G-Modul verbaut sein soll, ist bei Android die Vielfalt um einige Faktoren größer.
Dies mag zwar auf den ersten Blick ein riesiger Vorteil sein für den Endnutzer, aber im gleichen Atemzug ist dies auch ein Grund der viele Menschen vom Kauf eines Android-Tablets abschreckt. Das mulmige Gefühl ein "falsches" Gerät zu kaufen sitzt immer im Nacken.
Für den Fall des produktiven Arbeitens bietet sich natürlich an ein Gerät der Marke Asus Transformer zu kaufen oder den Weg hin zu einem Motorola Tablet zu machen mit optionalem Lapdock. Doch auch der Kauf eines "normalen" Tablets ist durchaus möglich, denn eine Vielzahl von Bluetooth-Tastatursystemen machen diese auch für die normale Arbeit interessant und schmackhaft.
Ich persönlich habe mich vor einem knappen halben Jahr bewusst nicht für ein Android Tablet entschieden, sondern für ein Apple iPad 2 auf dem auch dieser Blogeintrag geschrieben wird bzw. wurde. Die Gründe warum ein iPad derzeit noch das bessere Tablet ist und was das Arbeiten auf dem Tablet erleichtert bzw. erst ermöglicht folgen erst später.
Somit wird auch klar, dass ich derzeit wenig sagen kann, über die Verwendung eines Transformers oder Lapdocks. Viel mehr werde ich hier darauf eingehen wie es sich bei "normalen" Tablets verhält, welche zusätzliches Zubehör brauchen.
Denn dieses zusätzliche Zubehör spielt beim Arbeiten mit einem Tablet eine sehr wichtige Rolle. So gut eine Bildschirmtastatur auch sein mag, so mühselig ist es auf ihr längere Texte zu schreiben. Für die alltägliche Facebooknachricht oder eine kurze E-Mail mag die Bildschirmtastatur wie ein Segen Gottes wirken, da sie keine Unterbrechung des "Workflows" herbeiruft, wenn man jedoch Texte wie diesen Blogeintrag schreibt ist man für einen Druckpunkt der Tasten und ein haptisches Feedback mehr als dankbar und ich habe in meinen Gesprächen mit gleichgesinnten Tabletfans bisher keine anderslautenden Meinungen vernommen.
Dieses Zubehör kann sich jetzt auch mehrere Gerätetypen erstrecken. So benötigen manche Nutzer unbedigt kapazitive Stifte, mit denen sie kleinere Skizzen und Zeichnungen anfertigen können. Dies funktioniert zwar nicht so gut wie beim Note oder dem HTC Flyer, aber als kleines Gimmick und eine kurze Zeichnung ist ein Stift mehr als nur zu gebrauchen.
Hinzu kommt ein VGA Kabel bzw. ein Kabel mit dem man das Tablet an einen größeren Bildschirm/Beamer anschließen kann, um zum Beispiel Präsentationen zu halten.
Viel wichtiger als die oben genannten Zubehörteile ist jedoch die schon im letzten Absatz erwähnte Bluetoothtastatur, die das Schreiben zu einer echten Freude machen sollte.
Nun gibt es bei den Bluetoothtastaturen, ähnlich zu den Tablets selbst, eine ganze Fülle an verschiedenen Auswahlmöglichkeiten. So stecken manche Tastaturen in einem vorgefertigten Dock drin, andere sind lose und wollen einzeln transportiert werden. Ich persönlich habe mich dann für letzteres entschiedene, da ich die gleiche Tastatur für meinen stationären Heim-PC verwende und somit eine hochqualitative Anschaffung von Nöten war.
Auch wenn es jetzt wahrscheinlich meinen Ruf als kleiner Apple-Fanboy nochmal verstärkt, gebe ich gerne zu, dass ich mir die Wireless Bluetooth Tastatur von Apple gekauft habe, da ich zum einen das Design wahnsinnig gut finde und auch in meinem Vergleich zwischen verschiedenen Tastaturen die Verarbeitungsqualität - in meinen Augen - am Besten war.
Kleiner Tipp: Einfach mit einigen Tastaturen schreiben und die Ideale für das eigene Schreibverhalten raussuchen. Denn man wird ja einige Zeit mit dieser Tastatur arbeiten. So zumindest der Plan.
Nun hat man also mehrere hundert Euro für ein Tablet ausgegeben und nochmals bis zu 60 Euro für eine Tastatur. Die Frage drängt sich nun auf, ob ein Tablet sich überhaupt als Arbeitsgerät lohnt, wenn man nun soviel ausgegeben hat wie für einen guten Laptop. Und ich beantworte die Frage nach einigen Wochen des Arbeitens mit einem klaren Ja und Nein!
Die Antwort resultiert aus der Beschaffenheit eines Tablets und wie ich es persönlich verwende. Zur Information: Ich besitze einen Windows 7 stationären PC, ein Notebook, ein iPad und ein Android-Smartphone. Wenn ich jetzt mein Notebook und mein iPad vergleiche merke ich, dass ich in 90% der Zeit das iPad verwende und in nur 10% der Zeit das Notebook.
Dies liegt einfach an der Art und Weise wie man mit einem Tablet arbeiten kann und hier lautet das Zauberwort: Applikationen - kurz: Apps.
Die Arbeit ist natürlich mit einem Tablet nicht so komplex wie mit einer Maus/Tastatur-Kombination auf einem Notebook, aber ich kann mit Leichtigkeit eben circa 90% meiner früheren Arbeiten ohne Probleme am Tablet verrichten durch eine Kombination von verschiedenen Applikationen. Sei es Bildbearbeitung, Videobearbeitung oder ganz simple Textbearbeitung (wozu ich persönlich auch Präsentationen zähle).
Und hier muss ich leider, auch wenn ich auf einem Androidportal publiziere, warnend den Finger heben was Android-Tablets angeht.
Es mag ja sein, dass der Browser von Android dem eines iOS Geräts überlegen ist, aber auch nach fast einem Jahr ist die Vielfalt der Apps bei iOS lange nicht erreicht, auch wenn es schon mehrere tausend Tabletapps gibt und genau dies ist der Flaschenhals für produktives Arbeiten bei Android-Tablets.
Apps machen nämlich das Arbeiten auf einem Tablet erst zu dem was es ist: Simpel und fokussiert.
An dieser Stelle darf man mein Anliegen auch nicht falsch verstehen. Es ist durchaus möglich mit Android Tablets zu arbeiten. Keine Frage. Mir persönlich fehlt nur die Auswahlmöglichkeit an Apps, welche ich bei iOS habe und bei Android schmerzlichst vermisse. Ich möchte eben mehrere Dutzend Textbearbeitungsprogramme und nicht nur zwei oder drei. Ich möchte mir in diesem "Luxus" mein perfektes Interface aussuchen und nicht zwangsläufig eins benutzen müssen aus Ermangelung an Möglichkeiten.
Doch ich bin sicher, dass auch hier Android innerhalb der nächsten Monate und Jahre aufholen wird und sich hier einiges tut. Man wird vielleicht nicht auf Augenhöhe sein, aber jeder Aspekt wird mindestens mehrfach besetzt sein.
Exkurs: Kosten für Apps
Eine Sache, die der Verbreitung von hochqualitativen Tablet-Applikationen im Weg stehen könnte, ist die Mentalität von Android Nutzern eine “kostenlose” bzw. “werbefinanzierte” Version einer Applikation zu wollen.
Dieses Phänomen bemerkt man schon beim Smartphone, wo deutlich mehr Apps auf iPhones verkauft wurden und immer noch verkauft werden, aber man merkt es viel viel stärker bei Tablet-Applikationen.
Natürlich mag diese Behauptung sehr pauschalisierend wirken und auch sehr einseitig, aber dies ist das Bild, welches uns verschiedene Studien zeichnen und man muss sich nur mal die Reaktionen auf Android-Portalen anschauen, wenn eine App mal mehr kostet als nur 0,79 Euro.
Auf der anderen Seite liest man bei Diskussionen über das iPad auch mal den Satz (“Ach das kostet nur 2,39 Euro? Ein echtes Schnäppchen!).
Solange eine Mentalität des “Alles kostenlos” vorherrscht ist bei Entwicklern von wirklich exzellenten Applikationen keine Motivation zu erwarten ein System zu unterstützen, dessen Nutzerbasis nicht gewillt ist qualitativ hochwertige Arbeit mit Geld zu entlohnen bzw. um die “schützende Hand” über die Nutzer zu halten, dessen “Betreiber” nicht gewillt ist zum Beispiel Prepaidkarten oder weitere Bezahlsysteme einzuführen.
Um auf meinen Selbstversuch zurückzukommen und den Blogeintrag langsam abzuschließen, sei gesagt, dass ich auch in Zukunft mein iPad als primäres Arbeitsgerät verwenden werde. Die Gründe dafür sind relativ einfach und bedeutend zugleich.
So ist der Akku einer der Hauptgründe für meinen Umstieg. So muss ich beim Notebook nach einem langen Unitag eigentlich immer an die Steckdose, wenn das Gerät nicht schon innerhalb des Tages den Geist aufgegeben hat. Dies mag für viele kein Beinbruch sein, aber für jemanden der effektiv 6-7 Stunden am Stück mit W-Lan arbeiten will bzw. muss ist der Ersatzakku die einzige Möglichkeit.
Beim iPad jedoch habe ich mit eingeschaltetem W-Lan und eigentlich dauerhaft aktiviertem Bildschirm eine Arbeitszeit um die 10 Stunden was auch dem längsten Arbeitstag entspricht und somit das Arbeiten einfach angenehmer gestaltet. Dicker Pluspunkt.
Der zweite Grund ist die simple und fokussierte Arbeitsweise, welche ich weiter oben angesprochen habe. Man ist beim Tablet immer nur auf das gerade Passierende fokussiert. Dies mag für viele eine Limitierung sein, aber für mich persönlich ist dies befreiend und beflügelnd zugleich. Als Beispiel darf hier gerne das Textbearbeitungsprogramm dienen, welches ich jetzt namentlich nicht nennen will, da sich hier bei den vielen Möglichkeiten in Punkto Komplexität nicht viel unterscheidet.
Die mobilen Apps können nicht mal ein Zehntel der Funktionen von Microsoft Word 2010 und trotzdem arbeite ich lieber mit ihnen als mit Word. Der Grund liegt einfach darin, dass Word in einem Stadium ist, in dem zu viele Funktionen auf zu wenig Anforderung prallen. Der normale Nutzer braucht eben nur ein Zehntel der Funktionen und kommt überaus gut damit klar. Wenn man dann mal mehr braucht kann das bei mir eigentlich immer warten bzw. wenn es sehr häufig vorkommt sucht man eine neue App.
Abschließend lässt sich sagen, dass man mit einem Tablet fokussiert, lang, leicht und auch leise arbeiten kann (Vergleicht mal in einer Univorlesung ein Notebook mit einem Tablets. Euer Nachbar wird es euch danken!).
Doch auch das Tablet hat seine Grenzen und es gibt eine Gruppe von Menschen denen würde ich ein Tablet als primären Arbeitsbereich nicht empfehlen. Genauso jedoch wie ich manchen Menschen ein Notebook, einen Mac oder ein Netbook nicht empfehlen würde. Es empfiehlt sich trotzdem einfach mal die normalen Angewohnheiten aufzuschreiben und dann festzulegen, ob man ein Tablet eventuell als Arbeitsgerät benutzen könnte, denn im Endeffekt bin ich froh diesen Schritt gemacht zu haben und mein Tablet nicht nur als reine Konsummaschine zu nutzen.
Ein kleiner Nachtrag noch, da ich immer auf den negativen Aspekt der geringen Speichergröße angesprochen werde: Dies mag ja beim "kleinen" iPad der Fall sein - wobei man auch hier mittels Cloud den Speicher erweitern kann - aber im Falle eines Android Tablets mit integriertem SD-Kartenslot ist dies eigentlich kein Argument, außer man will aufwändigste Videobearbeitung leisten, was jedoch in meinen Augen schon an der Rechenpower des Tablets scheitert.
Was ist eure Meinung? Taugt ein Tablet als primäre Arbeitsmaschine? Könnt ihr euch die Anschaffung eines Tablets als Notebookersatz vorstellen? Eure Meinung ist in den Kommentaren gefragt ;)

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Super Blog!