
Wenn das mal keine abgefahrene Geschichte ist: Der am Samstag verstorbene Diktator Despot, baute das weltweit erste, hierarchisch aufgebaute UMTS-Netzwerk der Welt auf. Und wenn Ihr die Geschichte lest, kann man nur hoffen, dass es auch das letzte seiner Art ist.
Nordkorea ist eines der am abgeschottesten und ärmsten Länder der Welt. Die Menschen dort haben in der Regel kaum etwas zum Essen und müssen regelrecht um's Überleben kämpfen. Die kommunistische Diktatur hat einen strengen Propaganda-Apparat. Alle Medien des Landes werden natürlich zentral von der Partei gesteuert. Freie Nachrichten gibt es nicht.
Entsprechend gibt es in Nordkorea auch keine Internetzugänge. Im Jahr 2009 begann eine Firma namens Koryolink damit ein UMTS-Netzwerk in Nordkorea aufzubauen, das mittlerweile 91% des Landes abdeckt. Indes hat dieses Unternehmen, das wiederum zu einer ägyptischen Firma namens Orason gehört, rund 400.000 Abonnenten. Das sind rund 2% der nordkoreanischen Bevölkerung. Man muss sich das noch einmal bildlich vorstellen: Während rund 40% der Nordkoreaner fast verhungern, gönnt sich die Elite ein eigenes UMTS-Netzwerk für ihre Android- und iPhone-Smartphones.
Das nordkoreanische Mobilfunknetz ist selbstredend sehr einzigartig. Die Gesprächskosten und monatlichen Gebühren richten sich nach dem Status, den man innerhalb der kommunistischen Partei innehat. Wenn man beispielsweise in der untersten Schicht [der Oberschicht] angesiedelt ist, kann man auch nur Leute innerhalb dieser Struktur anrufen. Mit anderen Worten: Wollte man beispielsweise Kim Jong Il anrufen, um dem mal richtig die Meinung zu geigen, wäre das schon alleine daran gescheitert, dass man nicht auf der selben Stufe stand - selbst wenn man seine Nummer gehabt hätte. Man fragt sich dann natürlich, ob Kim Jong Il dann überhaupt mal einen Anruf bekommen hat. Schließlich ließ er selbst ja immer verbreiten, dass direkt nach seiner Geburt ein doppelter Regenbogen und ein Stern erschienen sein soll. Kommt Euch bekannt vor? Stimmt, wir haben ja auch bald Weihnachten.
Übrigens können auch die 2% der Bevölkerung keine freien Telefonate führen oder im Internet surfen. Alle Gespräche werden voll überwacht. Und das nordkoreanische Internet besteht quasi nur aus Seiten, die ihren Führer preisen. Sprich: Das gesamte nordkoreanische Internet muss nach seinem Tod umgeschrieben werden. So viel Arbeit...
Wer jetzt noch nicht von einem Koryolink-Abo überzeugt werden konnte, für den habe ich noch einen kleinen Werbespot

Thimo K.
Heftig...